Der große Däne: NOMA zum S.Pellegrino World´s Best Restaurant 2011 gekürt

Deutsche Restaurants Vendôme und Aqua auf der Liste genannt – Wiener Restaurant Steirereck, Schweizer Schloss Schauenstein und  Restaurant des Schweizer Hotel De Ville in den Top 50 – Europäische Restaurants in den Top 10; Liste enthält neue 
Einträge aus Peru, China, Russland und Mexiko – Zwanzig Nationen in der Liste vertreten, darunter Japan und Brasilien

 


Das dänische Restaurant Noma wurde zum S.Pellegrino World’s Best Restaurant
2011 in der jährlichen Liste der S.Pellegrino World’s 50 Best Restaurants gekürt.
Damit gewann das Restaurant von René Redzepi zum zweiten Mal in Folge die
jährliche Preisverleihung, deren Trophäen weithin als „Oscar“ der Gastronomie
gelten. Dies reflektiert die nachhaltige Begeisterung über die einzigartige
Verarbeitung lokaler und regionaler Zutaten des Hauses. Es war ein wichtiges Jahr für
das Noma, und der Name von Chefkoch René Redzepi ist zum Synonym für die „neue
Garde“ einer globalen Cuisine geworden, die für junges, aufregendes, zielführendes
Dinieren steht.

William Drew, Herausgeber der Zeitschrift Restaurant, sagt dazu: „Dieses Jahr bringt
uns eine spannende neue Liste von Restaurants, die geografisch noch stärker verteilt
sind als bisher, und sie verdeutlicht den Einfluss aufstrebender kulinarischer Nationen
wie Peru oder Russland. Wir gratulieren René Redzepi herzlich dazu, dass er die
schwierige Aufgabe bewältigt hat, die Spitzenposition seines Restaurants auf unserer
Liste zu behaupten und damit sein Engagement zu unterstreichen, die nordische
Küche neu zu definieren.“

Die höchste Position unter den deutschen Restaurants nimmt das Vendôme in
Bergisch Gladbach auf Platz 21 ein, das damit seinen kontinuierlichen Aufstieg
fortsetzt (um einen Rangplatz seit vergangenem Jahr und um vier Rangplätze seit
2009). Chefkoch Joachim Wissler hat sich auf traditionelle deutsche Zutaten mit
einem Hauch Luxus wie Hummer und Foie Gras spezialisiert. Gefolgt wird
das Vendôme vom Wiener Steirereck auf Platz 22 und dem Schweizer Schloss
Schauenstein, das sich auf der diesjährigen Liste um sieben Plätze auf Rang 23
verbessern konnte. Die größte Steigerung unter den deutschen Restaurants erfuhr
dieses Jahr das Aqua, das sich um neun Plätze auf Rangplatz 25 verbessern konnte.
2010 stand das Haus erstmals auf der Liste. Sven Elverfeld widmet seine Zeit und
Kreativität weiterhin der Demontage und Neuerfindung traditioneller Gerichte.
Das legendäre El Bulli schließt dieses Jahr die Pforten und erscheint daher nicht mehr
auf der Liste. Die spanischen Restaurants El Celler de Can Roca und Mugaritz folgen
in diesem Jahr mit den Plätzen 2 und 3 auf das Noma. El Celler de Can Roca, das von
drei Brüdern geführt wird, von denen der jüngste erst 33 Jahre alt ist, verbessert sich
dieses Jahr um zwei Plätze. Auch das Mugaritz steigt um zwei Plätze auf. Nach einem
verheerenden Brand 2010 konnte es wieder eröffnen und gilt nun als das drittbeste
Restaurant der Welt.

Zu den begehrtesten Auszeichnungen des Abends gehört der Chefs’ Choice Award.
Dieser geht nach einem Votum von Kollegen an Massimo Bottura, von dessen
Restaurant Osteria Francescana in Italien viel gesprochen wird. Botturas
internationale Reputation wächst rasch angesichts seiner Avantgarde-Cuisine, die
zwar unverhohlen modern ist, aber dennoch traditionelle Techniken aufgreift und die
Grenzen zwischen Alt und Neu immer weiter verschiebt.

Ungeachtet der Dominanz spanischer Restaurants an der Listenspitze hat das
brasilianische D.O.M. einen der spektakulärsten Sprünge hingelegt – um elf Plätze auf
Platz sieben. Die Kritiker würdigten Brasiliens zunehmenden Einfluss auf die globale
Cuisine mit zahlreichen Stimmen, und auch die Electrolux World’s 50 Best Academy,
organisiert von der Zeitschrift Restaurant, erkennt die wachsende kulinarische
Bedeutung des Landes mit einem eigenen Team an. Chefkoch Alex Atala, bekannt für
die Verwendung von Zutaten vom Amazonas, stellt der Welt eine neue, nachhaltige
brasilianische Küche vor. Perus erstes Restaurant überhaupt auf der Liste ist das
Astrid Y Gaston auf Platz 42. Das Restaurant in Lima ist für seine peruanische Haute
Cuisine einschließlich traditioneller Cerviches und Chupes (Fischeintöpfe) bekannt.
Das beste Restaurant in Nordamerika ist zum zweiten Mal in Folge das Chicagoer
Alinea, das sich gegen andere US-Favoriten wie Thomas Kellers Per Se (weiterhin
Rang 10) oder das Daniel (Platz 11) durchsetzen konnte. Trotz der starken weltweiten
Konkurrenz finden sich zahlreiche britische Restaurants auf der Liste, angeführt von
Heston Blumenthals The Fat Duck auf Platz fünf. Das Restaurant The Ledbury leistet
ihm Gesellschaft als höchster Neueinsteiger auf Rang 34. Chefkoch Brett Graham,
gebürtiger Australier, findet weithin große Anerkennung für seine exzellente
französisch inspirierte Küche, und in Folge der Listenplatzierung erwarten Experten,
dass sich sein Gasthaus in West-London vom lokalen Star zum globalen „Must go“-
Restaurant mausert. Claude Bosis Hibiscus und Fergus Hendersons St John schaffen
es ebenfalls auf die Liste mit den Plätzen 43 (Aufstieg um sechs Listenplätze seit
letztem Jahr) bzw. 41 (Aufstieg um zwei Plätze).
Auch das französische Le Chateaubriand setzt seinen Aufstieg in der Liste mit einer
Verbesserung um zwei Plätze auf Rang neun fort. Dazu kommen L’Astrance und
L’Atelier de Joel Robuchon auf den Plätzen 13 bzw. 14. L’Astrance ist ein
bemerkenswertes kulinarisches Ziel und wohl das einzige Restaurant der Liste ohne
Speisekarte. Die Gäste wählen lediglich die Anzahl der Gänge. Die Gestaltung des
Dinners liegt allein in der Hand des Chefkochs.

Die Auszeichnung für den höchsten Listensprung geht an das Restaurant Nihonryori
RyuGin in Japan, das sich um 28 Plätze verbessern konnte. Die Küche von Seiji
Yamamoto erweitert die Grenzen der japanischen Küche, ohne Traditionalisten vor
den Kopf zu stoßen. Ebenfalls in Tokio und im dritten Jahr in Folge als das beste
Restaurant Asiens ausgezeichnet ist Les Creations de NARISAWA. Die unorthodoxe
französische Küche ist für die Verwendung biologischer Erde sowie Holzkohle bei
den Gerichten bekannt. Das Quay wurde zum zweiten Mal in Folge als bestes
Restaurant in Australien und Asien ausgezeichnet. Dieses Jahr rangiert das Restaurant
von Peter Gilmore auf Platz 26, hat sich damit um einen Rang verbessert und ist das
einzige Restaurant in Australien unter den S.Pellegrino World’s 50 Best Restaurants.
In der zweiten Hälfte der Liste der S.Pellegrino World’s 50 Best Restaurants finden
sich Restaurants aus Ländern, die neu vertreten sind. Nichtsdestoweniger verfügen die
Häuser vor Ort über einen ausgezeichneten Ruf und reihen sich derzeit in die
internationale Liga feinen Dinierens ein. Dazu gehört auch das russische Varvary auf
Platz 48. In diesem Restaurant, das zu den berühmtesten in ganz Russland gehört,
wird traditionelle, jedoch europäisch beeinflusste Küche serviert.

Als das beste Restaurant in Afrika wurde Le Quartier Francais in Kapstadt gewürdigt,
das schon seit vielen Jahren ein Listenfavorit ist. Die Niederländerin Margot Janse
leitet die Küche seit 16 Jahren. Sie wird regelmäßig als bester Chefkoch Afrikas
ausgezeichnet. Jedes Jahr wird eins der Restaurants auf den Listenplätzen 51 bis 100
als „One to Watch“, beobachtenswert, benannt. Dieses Jahr handelt es sich dabei um
das schwedische Restaurant Frantzen/Lindeberg. Es ist eins der kleinsten Restaurants
der Liste mit nur 16 Gastplätzen und wurde 2008 eröffnet. Hier zu speisen wird als
„spektakuläre Show“ beschrieben: Escargots und Caviar d’escargot, serviert mit
Musikbox, Katzengras, Veilchen, Pollen und Rapssaat. William Drew, Herausgeber
der Zeitschrift Restaurant, sagt dazu: „Dieses Stockholmer Restaurant ist so spannend,
weil es keine definierten Gerichte gibt. Vielmehr kocht man frei auf Basis dessen, was
gerade erhältlich ist – und viele Gerichte haben verblüffende Zutaten. Das Ergebnis ist
einfach ein großartiges Dinner-Erlebnis.“

Weitere Auszeichnungen:
Wie bereits angekündigt erhielt Anne-Sophie Pic (Maison Pic, Frankreich) 2011 als
Erste die Auszeichnung Veuve Clicquot World’s Best Female Chef. In ihrer
Dankesrede sagte sie: „Es ist mir eine große Ehre, diese Auszeichnung erhalten zu
haben und in so talentierter Gesellschaft zu sein.“ Nominiert für den Preis waren
außerdem Elena Arzak (Arzak, Spanien) und Nadia Santini (Dal Pescatore, Italien).
Die S.Pellegrino List of the World’s 50 Best Restaurants, eine Initiative der
Zeitschrift Restaurant, ist eine alljährliche Momentaufnahme der Meinungen und
Erfahrungen von über 800 internationalen Restaurant-Experten. Es gibt keine
vordefinierte Liste von Kriterien, und die Ergebnisse basieren schlicht auf der
Auszählung der Stimmen. Jurymitglieder müssen Restaurants, für die sie stimmen, in
den vergangenen 18 Monaten selbst besucht haben, und sie müssen für Restaurants
innerhalb sowie außerhalb der eigenen Region stimmen.
Mit der Unterstützung von S.Pellegrino, dem weltberühmten Sprudelwasser, das
global für italienischen Stil steht, fand die diesjährige Preisverleihung in Anwesenheit
von Vertretern der meisten World’s 50 Best Restaurants in der Londoner Guildhall
statt.

Hier gibt es die Ranking Listen de rbesten Restaurants der Welt:
Platz 1 -50: www.gourmet-report.de/artikel/337983/Die-besten-Restaurants-der-Welt-Platz-1-Daenemark/
Platz 51 -100: www.gourmet-report.de/artikel/337987/DIE-SPELLEGRINO-LIST-OF-THE-WORLDS-BEST-RESTAURANTS/

Über Rene Redzepi und das Noma:
www.gourmet-report.de/artikel/337977/Rene-Redzepi-ist-weiterhin-weltbester-Koch/

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