Der Kampf ums Idealgewicht

SWR, Freitag, 15.08., 22:00 – 23:30 Uhr

Wer kennt das nicht? Ständig sieht man in der Werbung, im Fernsehen und in Zeitschriften Frauen und Männer, die offensichtlich ihr Idealgewicht haben und damit schlichtweg gut aussehen. Man selbst fragt sich, wie die das schaffen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, die anscheinend optimale Gene mitbekommen haben, bleibt für das Gros der Menschen, die mit ihrem Gewicht unzufrieden sind, nichts anderes übrig, als sich in den ewigen Kampf mit den Kilos zu begeben. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Was ist das Idealgewicht? Ist das der BMI, der Body-Mass-Index? Ist das das Gewicht, mit dem man sich wohlfühlt, oder womöglich das, wie einen Familie und Freunde kennen? Oftmals ändern Menschen, die massiv abgenommen und ihr Idealgewicht erreicht haben, ihr ganzes Leben: Sie verlassen ihren alten Partner und starten nochmal ganz neu durch. Das Gewicht hat offensichtlich viel mit Wohlfühlen und dem Selbstbewusstsein zu tun. Wie wichtig ist das Idealgewicht? Lohnt sich der Kampf um eine bessere Figur? Ist das Idealgewicht wirklich gut für die eigene Gesundheit? Oder sitzen wir nur alle einem in den Medien und von der Diätindustrie propagierten Irrglauben auf? Und wie kann man das Idealgewicht tatsächlich erreichen?

Die Gäste:
Der Moderator Harry Wijnvoord brachte schon immer ein stattliches Gewicht auf die Waage. Als er jedoch in eine Lebenskrise geriet, wurde für ihn das Essen immer mehr zur Ersatzbefriedigung. Er nahm kontinuierlich zu und erkrankte mit 137 Kilo an Diabetes II. Für ihn der Grund die Notbremse zu ziehen: Mit eiserner Disziplin stellte er seine Ernährung erfolgreich um. Heute wiegt er noch 103 Kilo. ‚Ich musste umdenken lernen, denn richtiges Essen beginnt im Kopf.‘
Dass dauerhaftes Idealgewichts viel Disziplin erfordert, weiß auch Dorothee Schumacher-Singhoff. Die quirlige Modeschöpferin aus Mannheim legt Wert darauf, eine gute Figur zu machen. In Form hält sich die Unternehmerin und vierfache Mutter mit Hilfe eines Personal Trainers, der sie bereits morgens um sechs Uhr in Schwung bringt. ‚Wenn ich mich in meiner Haut wohl fühle, dann meistere ich meine Aufgaben mit mehr Gelassenheit.‘
Gelassenheit ist auch das Credo von Gisela Enders. Sie hat den Kampf ums Idealgewicht aufgeben, von Diäten will sie nichts mehr wissen. Mit einer Konfektionsgröße von 52/54 fühlt sich die erfolgreiche Geschäftsfrau wohl. Sie macht sich dafür stark, dass Dicke ihren Körper akzeptieren und lieben lernen sollen: ‚Es ist doch absurd, dass ein festgelegtes Idealgewicht vorgegeben wird, jeder Mensch hat eine andere Veranlagung.‘
Für Iris Paul-Feußner wurde ihr Übergewicht hingegen zur Qual: Als sie 170 Kilo auf die Waage brachte, konnte sie sich kaum noch bewegen. Ihre inneren Organe fingen an zu versagen. Die Ärzte gaben der damals 36-Jährigen noch ein halbes Jahr zu leben. Die letzte Rettung war für die Adipositaskranke eine operative Magenverkleinerung. Seither hat sie rund 100 Kilo abgenommen und ist gesund. ‚Mir wurde ein zweites Leben geschenkt, die oberflächliche Befriedigung durch Essen ist einer tiefen Lebenszufriedenheit gewichen.‘
Das Thema Abnehmen ist für Prof. Dr. Olaf Adam keine Problemzone. Für ihn kann das jeder schaffen, wenn er es will: Die richtige Kombination aus Kohlehydraten, Fett und Zwischenmahlzeiten, kurz auch KFZ-Diät genannt, garantiert den Erfolg, dass die Pfunde nur so purzeln. Viele Prominente haben Dank dieser Ernährungsrichtlinien nicht nur an Figur gewonnen sondern, auch an der Einsicht: ‚Jeder ist seines eigenen Gewichtes Schmied.‘
Dr. Gunter Frank sieht das ganz anders: Dicke Menschen sind seiner Meinung nach genauso gesund wie schlanke, wenn nicht sogar gesünder. Außerdem habe die Natur jedem Menschen seine eigene Figur gegeben. ‚Es gibt doch auch keine vorgeschriebene Länge für Nasen.‘ Diäten sind für ihn verschwendete Zeit, denn die Pfunde kehren zielsicher zurück. Deswegen plädiert er dafür, sich mit dem eigenen Gewicht zu versöhnen und dadurch an Selbstsicherheit zu gewinnen.
An der Bar:
Sybille Bühring wollte nicht länger so bleiben, wie sie war. Mit Hilfe der Weight Watchers und regelmäßigen Treffen von Gleichgesinnten, gestaltete sie nicht nur ihre Figur, sondern ihr ganzes Leben neu. Die Mutter von vier Kindern verlor in sechs Monaten 22 Kilo. Heute ist Sybille Bühring beruflich sehr erfolgreich, hat einen neuen Partner und lebt 700 Kilometer von dem Ort entfernt, in dem man sie noch als ‚Dicke‘ kennt.

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