Weinfreunde erwarten frische 2006er

Selten ist eine Weinlese in Deutschland so schnell zu Ende gegangen wie in diesem Jahr. Insbesondere in den Anbaugebieten südlich des Rheingaus mussten die Trauben aufgrund relativ starker Niederschläge im Herbst sehr zügig eingebracht werden, so dass in Winzerkreisen sogar von einer „Blitzlese“ die Rede ist. Sehr von Vorteil war dabei die in den letzten Jahren optimierte Erntetechnik, die eine schnelle Lese und Verarbeitung der Trauben rund um die Uhr ermöglichte.

„Die mancherorts extremen Witterungsbedingungen dieses Jahres haben es unseren Winzern nicht einfach gemacht. Mit den erzielten Qualitäten sind wir insgesamt gesehen dennoch sehr zufrieden, denn die Trauben wiesen überdurchschnittlich hohe Reifegrade auf. Dies sorgte für einen großen Anteil an Prädikatsweinen und für Rekordmostgewichte von über 200 Grad Oechsle“, so die erste Jahrgangseinschätzung des Deutschen Weinbaupräsidenten Norbert Weber.
Das Deutsche Weininstitut (DWI) erwartet gehaltvolle und mineralische Weißweine, die von einer harmonisch-frischen Fruchtsäure geprägt sind. Die Rotweine zählen zu den Gewinnern dieses Jahrgangs. Sie werden dank der guten Traubenreife füllig und farbkräftig ausfallen.

Die Herbstniederschläge führten aufgrund beginnender Fäulnis nicht nur zu einer schnellen Lese, es musste auch sehr selektiv geerntet und ungesundes Lesegut aussortiert werden. Dadurch hat sich die noch zu Beginn der Weinlese prognostizierte Erntemenge deutlich verringert. „Nach aktuellen Hochrechnungen ist für den Weinjahrgang 2006 eine Erntemenge von etwa neun Mio. Hektolitern zu erwarten. Sie würde in etwa dem Vorjahresniveau entsprechen und deutlich unter dem langjährigen Mittel von 9,7 Mio. Hektoliter liegen,“ erläutert Weinbaupräsident Norbert Weber. Europaweit rechnet man derzeit mit einer leicht überdurchschnittlichen Weinmosternte von ca. 180 Mio. hl.

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