Weintrauben mit weniger Rückstände

Bei Weintrauben werden nur vereinzelt die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände überschritten. Auch Schwermetalle waren kaum nachweisbar, informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Weinreben können von vielen Schadorganismen wie Mehltaupilz, Grauschimmelpilz, Reblaus, Traubenwickler und Spinnmilben heimgesucht werden. Sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau werden sie daher mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Im ökologischen Weinbau dürfen zum Beispiel schwefel- und kupferhaltige Mittel eingesetzt werden, die bereits seit über 100 Jahren verwendet werden.

Rund 11 Prozent der Weintrauben enthielten in den Jahren 2013 und 2014 keine Rückstände. Nur bei 1,3 Prozent aller untersuchten Trauben wurden die Grenzwerte überschritten, zeigen die Untersuchungen im Rahmen der Nationalen Berichterstattung zu Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Lebensmitteln. Im Jahr 2005 stellten die Lebensmittelprüfer noch bei knapp 6 Prozent der untersuchten Proben Höchstmengenüberschreitungen fest. Wobei diese nicht zwangsläufig mit einer Gesundheitsgefahr für den Verbraucher gleichzusetzen ist. In aller Regel können erst sehr viel höhere Konzentrationen die Gesundheit schädigen.

Je nach Herkunftsland gab es aber Unterschiede. Bei südafrikanischen Trauben sind die Grenzüberschreitungen bereits seit zehn Jahren sehr gering (0 bis1 %). Bei italienischen, griechischen und spanischen Trauben hat sich die Situation in den vergangenen Jahren gebessert. Im Jahr 2005 lagen die Überschreitungsquoten noch bei 8,2 Prozent (Spanien), 7,3 Prozent (Griechenland) und 3,3 Prozent (Italien), während im Jahr 2013 gar keine (Griechenland und Spanien) oder nur in Einzelfällen (Italien: 0,8 %) Beanstandungen vorlagen. In türkischen Trauben wurden mit knapp 8 Prozent im Jahr 2013 relativ häufig Grenzwertüberschreitungen entdeckt. Bei Bio-Trauben waren im Jahr 2013 rund 44 Prozent der Proben rückstandsfrei, Überschreitungen der Höchstwerte gab es nicht.

Die Auswertung lässt nicht auf die Gesamtheit der Weintrauben schließen, da die Proben risikoorientiert genommen wurden. Das heißt, dass Lebensmittel, die in der Vergangenheit auffällig geworden sind, häufiger und mit höheren Probenzahlen untersucht werden als solche, bei denen aus Erfahrung keine erhöhten Rückstandsbelastungen zu erwarten sind.
Heike Kreutz, www.aid.de

Dos und Don’ts beim Champagnergenuss

Wenn es um die Lagerung, das Servieren und die feinen Unterschiede beim Champagner geht, ist selbst der enthusiastischste Genießer schnell überfragt. Welcher Champagner kommt bei sechs, welcher bei zwölf Grad ins Glas, und trinkt man aus der Tulpe oder lieber aus dem Weißweinglas? Wie sollte Champagner lagern, und schmeckt er wirklich anders, wenn er aus der Magnumflasche kommt? Diesen und weiteren Fragen geht Piper-Heidsieck gemeinsam mit fünf Sommeliers aus renommierten Häusern wie den Zwei-Sterne-Restaurants Lorenz Adlon Esszimmer in Berlin und Haerlin in Hamburg oder dem Sterne-Gourmetrestaurant First Floor nach.

Piper-Heidsieck: hinter diesem Namen verbirgt sich erstklassige Qualität. Nicht umsonst wurde Kellermeister Régis Camus, der seit 2002 für die Produktion verantwortlich zeichnet, von der anspruchsvollen Jury der IWC London bereits sieben Mal in Folge als Sparkling Winemaker of the Year ausgezeichnet – eine weltweit bisher einzigartige Ehre. Hat man so etwas Gutes im Glas, lohnt es sich, ein paar einfache Tipps zu beherzigen.

Der Grundstein wird beim Jahrgang gelegt
Wie ein Champagner sich später im Glas präsentiert, wird bereits bei Produktion und Abfüllung bestimmt. Während jahrgangsloser Champagner einen immer wiederkehrenden, gleichbleibenden Geschmack aufweist und den Stil des jeweiligen Champagnerhauses ausdrückt, ist Jahrgangschampagner eine komplexere und aufwändigere Angelegenheit. Er reflektiert in erster Linie den Jahrgang in Kombination mit dem Stil des Hauses. Marco Franzelin, Sommelier des Zwei-Sterne-Restaurants Haerlin in Hamburg, erklärt: „Jahrgangschampagner stellt eine größere Herausforderung für den Kellermeister dar, denn bei der Produktion kann er nicht auf Reserveweine zurückgreifen, um die perfekte Balance zu finden. Während für jahrgangslosen Champagner verschiedene Jahrgänge zusammenkommen, besteht Jahrgangschampagner immer nur aus der Charge des jeweiligen Jahres“. Ob ein Champagner ein Jahrgangschampagner wird, entscheidet jedes Haus für sich. Ein guter Jahrgangschampagner muss verschiedene Kriterien erfüllen: Er braucht ein hohes Lagerpotential, eine dichte Komplexität und einen Wiedererkennungswert des jeweiligen Jahrgangs. „Es ist die Krönung eines jeden Hauses, einen Vintage Champagner zu machen, der das Terroir und die klimatischen Bedingungen ebenso wiedergibt wie eine persönliche, unverwechselbare Handschrift“, so Franzelin.

Unterschiede zwischen Magnum- und regulärer Flasche
Bei der Abfüllung stellt sich die Frage nach der Flaschengröße. Champagner aus Magnumflaschen entwickelt aufgrund der harmonischeren Reifung einen nachhaltigeren Geschmack und ein höheres Alterungspotential. „Die größere Abfüllmenge sorgt dafür, dass das Produkt resistenter gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und Lichteinfall ist“, erklärt Gunnar Tietz, Sommelier des Sterne-Gourmetrestaurants First Floor in Berlin und Gault Millau Sommelier des Jahres 2011. „Champagner entwickelt – wie andere Schaumweine auch – durch die Freisetzung von Schwefelverbindungen bzw. Schwefelwasserstoff den so genannten ‚Lichtgeschmack‘. Deshalb sollte man Champagner, egal in welcher Flaschengröße, am besten im Dunkeln lagern.“

Shahab Jalali, Sommelier des Zwei-Sterne-Restaurants Lorenz Adlon Esszimmer in Berlin, bestätigt: „Man wählt einen geschützten Platz im Keller und legt die Flaschen dort ab. Das ist wichtig, Champagner sollte nie stehend aufbewahrt werden, damit der Korken nicht durch Austrocknung schrumpft. Der Ort sollte dunkel und trocken sein, idealerweise herrscht dort eine Temperatur von zehn bis zwölf Grad.“

Wie lange Champagner gelagert werden kann, hängt vom Jahrgang, der Herstellung und den Trauben ab. So kann ein Blanc des Blancs länger reifen, und auch Jahrgangschampagner lassen sich vergleichsweise über einen größeren Zeitraum lagern. „Die Trauben sind hier von höherer Qualität und bilden ausreichend Fructose. Bei Flascheninhalten, die länger als 24 Monate gären, erfolgt im Laufe des Alterungsprozesses eine bessere Verbindung mit den Hefen“, so Jalali.

Öffnen und Einschenken
Ist der Champagner aus der Lagerung genommen, sollte er langsam gekühlt und vorsichtig geöffnet werden. „Aufgrund des enthaltenen Kohlendioxids stehen Schaumweinflaschen unter Druck. Daher ist es besonders wichtig, dass die Flasche vor dem Öffnen keinen Erschütterungen ausgesetzt wird“, präzisiert Nils Hoyer, Sommelier des Sternerestaurants Bodendorf’s im Relais & Châteaux Hotel Landhaus Stricker auf Sylt. „Beim Servieren hält man das Glas leicht schräg, dabei sollte der Champagner ins Glas fließen, nicht fallen. Auf keinen Fall darf das Glas überlaufen. Schäumt ein Champagner beim Öffnen trotz richtiger Lagerung und Temperatur über, kann das ein Hinweis auf mangelnde Qualität sein.“ Außerdem muss Champagner vor dem Servieren immer verkostet werden. Die Flaschen sind mit Naturkorken verschlossen, und nur so lässt sich ein Korkschmecker ausschließen. Bei feinen, filigranen Champagnern mit geringer Perlage empfiehlt Hoyer ein herkömmliches Champagnerglas, bei fruchtigen und opulenteren Sorten finden im Bodendorf’s Chardonnayglas und Bordeauxpokal Verwendung.

Die Temperatur bestimmt das Aroma
Die Trinktemperatur ist enorm wichtig für die Entfaltung der Aromen. Wie kühl ein Champagner serviert wird, hängt vor allem von der dominierenden Rebsorte ab. „Leichte, junge Champagner, die zum Aperitif oder als Einstieg in ein Menü gereicht werden, haben meist einen hohen Anteil an Chardonnay-Trauben“, so Gerhard Retter, Sommelier der Fischerklause am Lütjensee bei Hamburg. „Hier empfehle ich eine Trinktemperatur von sechs bis acht Grad. Reife, kraftvolle Champagner aus Pinot-Trauben hingegen dürfen auch gerne zehn bis zwölf Grad haben.“ Wird ein Champagner zu kalt serviert, wirkt sich das hemmend auf das Aroma aus. Die Weine erscheinen plump und breit, die Kohlensäure hat einen fast aggressiven Charakter, und der Alkohol schmeckt deutlich hervor. „Speziell gereifte Champagner und im Holz ausgebaute Typen entfalten ihr Aroma bei etwas höheren Temperaturen meist am besten, wobei ich persönlich finde, dass es kein größeres Verbrechen am Wein gibt als zu warmen Champagner.“

Für den Fall, dass es mit der Kühlung einmal schnell gehen muss, hat Retter einen besonderen Tipp: „Schichten Sie abwechselnd Salz und Eiswürfel in einen Sektkühler und stellen Sie die Flasche hinein. Das Salz ‚frisst‘ das Eis auf, wobei sehr schnell extreme Kälte freigesetzt wird. Diese Technik nennt man ‚Frappieren‘.“

www.piper-heidsieck.com

Aruba

Aruba isst Blumen: Kochen mit Moringa, Frangipani und Koko Robona –
Wein aus Meertraube, Kaschu und Karambole

Dem internationalen Gastro-Trend mit Blumen zu kochen, folgt jetzt die niederländische Karibikinsel Aruba. Der Insulaner und passionierte Pflanzensammler Frank Kelly berät einheimische Küchenchefs, wie und welche Blüten sie bei der Speisenzubereitung nutzen können. Um dieses Wissen weiterzuverbreiten, hat der hauptberufliche Banker das Unternehmen Taki Greens gegründet, mit dem er sich in seiner Freizeit der weiteren Erkundung der essbaren Pflanzenwelt Arubas widmet. Auch der Winzer Vicente Kock experimentiert bei seinen Weinen mit neuen Kombinationen aus herkömmlichen Weintrauben mit einheimischen Früchten.

„Ich denke, einheimische Blumen zu genießen, ist eine tolle Möglichkeit, Aruba wirklich authentisch und auf einmalige Weise kennen zu lernen“, wirbt Frank Kelly für seine Heimat. Zu seinen floralen Kochzutaten zählen die Orchideen-artige Moringa mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack und die aromatische auch Wachsblume oder Tempelbaum genannte Frangipani, die gut zu Desserts passt. Der Koko Robona-Strauch findet mit seinem subtil salzigen Geschmack besonders bei der Zubereitung von Meeresfrüchten Verwendung. Zu den Lokalen, in denen die Blüten-Küche genossen werden kann, gehört das trendige White Modern Cuisine in Noord mit seinem Chefkoch Urvin Croes. Dort enthält der „Arubanische Sommer-Salat“ eine Mischung aus 30 Zutaten und einheimischen Blumen, die je nach der Verfügbarkeit bei den lokalen Bauern variieren www.whitecuisine.com .

Auf Grund der geringen Niederschlagsmenge und starken Sonnenstrahlung gedeiht auf Aruba eine eher karge Vegetation mit Kakteen in allen Formen sowie holzigen Sträuchern. Eine der wenigen einheimischen Obstpflanzen ist die Shimarucu, die zur gleichen Familie wie die Acerola gehört. Die kirschartigen Früchte verfügen über einen süß-sauren Geschmack und einen besonders hohen Vitamin C-Gehalt. Zur Erntezeit sieht man häufig Arubaner über die Insel streifen und die wild wachsenden Früchte für ihre Familien pflücken, auch wenn heute das Interesse an der Produktion von Shimarucu-Marmelade und -Sirup gegenüber früheren Zeiten nachgelassen hat. In der Vergangenheit wurde das Obst auch medizinisch genutzt und fand gegen Durchfall Verwendung.

Vino Vince – arabische Trauben plus tropische Früchte
Ein weiteres einheimisches Obstgewächs ist der Sea Grape Tree, deutsch: Meertraubenbaum. Die „Druif“ genannten Reben werden wie herkömmliche Weintrauben gekeltert und ergeben einen vollmundigen, fruchtigen Wein, der zu besonderen Gelegenheiten ausgeschenkt wird. Doch auf einem Areal von 600 Quadratmetern gibt es auch rund 200 traditionelle Rebstöcke, mit denen Winzer Vicente Kock jährlich 400 Flaschen keltert. Der hohe Wasserverbrauch der Weinstöcke macht ihre Kultivierung so schwierig und verhindert einen Ausbau des Betriebs. Doch die klimatischen Bedingungen bringen auch Vorteile: So haben rebenschädigende Insekten keine Überlebenschancen auf der Insel, und die Wärme ermöglicht die Lese zwei Mal im Jahr. Einige von Vicente Kocks Pflanzen stammen aus der arabischen Welt, da ihr Klima dem auf Aruba ähnelt. Den Trauben mischt der Winzer zehn bis 15 Prozent anderer Früchte wie Kaschuapfel (in Deutschland sind vor allem die als Cashew bezeichneten Kerne des Baumes bekannt), arubanische Kirsche oder die Sternfrucht Karambole bei. Dies verleiht dem „Vino Vince“ seinen unverwechselbaren Geschmack. Trotz der Nachfrage einheimischer Restaurants vertreibt Vicente Kock seine Tropfen ausschließlich im eigenen Geschäft in Santa Cruz, Sombre 22a (Tel.: +297 585 3995).

SYLTER WEIN & GENUSS FESTIVAL 2014

Vom 13.-14. April findet in Westerland zum dritten Mal das Sylter Wein & Genuss Festival statt. Aber auch abseits dieser Veranstaltung finden sich viele Möglichkeiten, weinselige Momente auf Sylt zu verbringen.

Im Rahmen des Sylter Wein & Genuss Festivals präsentieren sich am 13. und 14. April im Alten Kursaal in Westerland über 120 internationale Aussteller. Renommierte Winzer stellen mehr als 500 Weine vor, Sekt und Champagner-Hersteller wie Champagner Ruinart oder Champagner Laurent Perrier sind ebenso vor Ort wie die Brennereien Freihof/Hämmerle aus Österreich oder Scheibel aus Baden-Württemberg. „Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr Winzer mit Gewächsen aus den unterschiedlichsten Nationen vertreten sind. Somit können wir den Festival-Gästen eine hervorragende Auswahl präsentieren und vielleicht zu neuen Weinen inspirieren“, so Martin Schachner, Initiator und Organisator des Sylter Wein & Genuss Festivals. Auch an das kulinarische Wohl ist gedacht. Feinkost- und Backwarenerzeuger, Pasta- und Saucenhersteller, Schinken- und Käsespezialisten sowie Schweizer Schokoladenerzeuger erfreuen die Gaumen der Festival-Besucher mit ihren Produkten. An beiden Abenden gibt es außerdem die Möglichkeit, in einem der fünfzehn teilnehmenden Restaurants die eigens für das Festival kreierten Menüs zu genießen. Weitere Informationen zum Ablauf und zu den Ticketpreisen, zu den Ausstellern und zu den teilnehmenden Restaurants gibt es im Internet unter www.weinfestival-sylt.de oder direkt im Weinhaus Schachner auf Sylt.

„Veranstaltungen wie das Sylter Wein & Genuss Festival stärken den Stellenwert Sylts als Genussinsel“, ist sich Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH sicher. Sylt gilt als das kulinarische Mekka des Nordens. Zum einen aufgrund der zahlreichen im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Restaurants. Allein zehn der begehrten Sterne des Guide Michelin leuchten derzeit am Sylter Firmament und sorgen damit für die größte Sternendichte in Deutschland. Synonym für Gastfreundschaft, kulinarische Kostbarkeiten und edle Weine ist außerdem die Sansibar in Rantum. Die Weinkarte des Kultrestaurants gehört mit über 1200 Positionen zu den Besten in der Republik, ebenso wie ihr uriger Weinkeller, dessen Katakomben 30.000 liquide Kostbarkeiten hüten. Zum anderen begeistert Sylt mit einer Vielzahl heimischer Erzeugnisse, die bei immer mehr Feinschmeckern auf und abseits der Insel kollektive Gaumenfreuden auslösen.

Mittlerweile gehört auch Wein zu den Erzeugnissen der Insel. Auf zwei Weinanbauflächen in Keitum reift seit 2009 Deutschlands nördlichster Wein. In jenem Jahr hat das Rheingau-Weingut Balthasar Ress auf seiner 3000 Quadratmeter großen Fläche südlich von St. Severin 1600 Rebstöcke der Sorte Solaris und Rivaner angepflanzt. Die erste Weinernte konnte 2013 eingebracht werden. Da die Trauben aber nicht auf Sylt gepresst und vergoren wurden, ist der 2013er kein Schleswig-Holsteinischer Landwein, sondern ein „Deutscher Wein“. In diesem Jahr sollen die Trauben erstmalig auf Sylt gekeltert werden damit zum echten „Inselwein“ werden. 200 Meter von der Ress’schen Anbaufläche entfernt betreibt der Sylter Architekt Henning Lehmann gemeinsam mit Olaf Klein und Brigitta Quendler das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands. Den ökologisch produzierten Wein hat das Hobby-Winzerteam bisher vor allem an Freunde und Bekannte verteilt. Ganze siebzig Flaschen konnten sie im vergangenen Jahr gewinnen, bisher nur zum Eigenbedarf, aber das könnte sich in den kommenden Jahren vielleicht ändern.

Kampen hat zwar keinen Weinberg – dafür aber einen eigenen Künstlerwein, der in seiner sechsten Auflage als begehrtes Sammlerobjekt bezeichnet werden kann. Nach fünf hochkarätigen Rotweinen wurde in diesem Jahr erstmalig ein Weißer zum Kampener Künstlerwein 2014 gekürt. Nach rund zweistündiger Blindverkostung im Kampener Gogärtchen fiel die Wahl auf den Rheingau-Riesling vom Weingut „Prinz von Hessen“. Das Etikett des leicht-fruchtigen Rieslings zeigt ein Gemälde des Kampener Künstlers Alexandro Camaro. Der Wein in limitierter Edition von 1000 Flaschen wird ab Ostern in der Kampener Gastronomie sowie beim Tourismus-Service Kampen erhältlich sein.

Wissenswertes rund um Sylt findet sich beim virtuellen Inselspaziergang auf www.sylt.de.

Weinvielfalt aus West Virginia

Von feinherb bis fruchtig-süß

Das moderate, sonnige Klima West Virginias macht den Staat zu einem perfekten Zuhause für eine Vielzahl von Weinbergen, auf denen Trauben verschiedenster Art durch den fruchtbaren Boden und klares Bergwasser prächtig gedeihen. Die meisten der insgesamt 15 Weingüter im Mountain State wurden in den 1970er, 80er oder 90er Jahren gegründet. Ihre Ursprünge reichen aber oft Jahrzehnte weit zurück. Die erfahrenen Winzer produzieren heute eine beeindruckende Auswahl – von trockenen bis süßen Rot-, Weiß- und Roséweinen. Viele, darunter die Potomac Highland Winery in Keyser und der Stone Road Vineyard in Elizabeth, laden Besucher auch zum Verweilen und Verkosten in ihren Verkaufsräumen ein. Die Weinherstellung in West Virginia boomt. Erst in den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Weingüter eröffnet. Einen Überblick über die verschiedenen Weinproduzenten und deren vielfältige Veranstaltungsprogramme gibt es unter: Weingüter in West Virginia –> www.wvtourism.com/spirits/wineries.aspx

Piper-Heidsieck international prämiert

Decanter World Wine Awards, International Wine Challenge, Concours Mondial de Bruxelles – es gibt kaum einen Weinwettbewerb, auf dem Piper-Heidsieck in den vergangenen Jahren nicht ausgezeichnet wurde. Und auch aktuell kann das Champagnerhaus aus Reims wieder zahlreiche Ehrungen verzeichnen. Das Resultat langjähriger, harter Arbeit, denn Kellermeister Régis Camus, der die Produktion seit 2002 leitet, setzt auf erstklassige Grundprodukte und konsequent hohe Qualität.

„Ich habe die Position als Kellermeister vor mehr als zehn Jahren angetreten, um die Champagner von Piper-Heidsieck an die internationale Spitze zu bringen. Wir haben viel verändert, und der Erfolg der letzten Jahre gibt uns Recht“, so Régis Camus. Der Kellermeister, der seit 1994 für Piper-Heidsieck tätig ist, wurde 2012 zum sechsten Mal in Folge von der anspruchsvollen Jury der IWC London zum „Sparkling Winemaker of the Year“ gewählt – ein einzigartiger Erfolg in der Geschichte der Champagne. Auch die Schaumweine, die unter Camus‘ Leitung entstehen, werden regelmäßig ausgezeichnet: Die kürzlich präsentierte Prestige Cuvée Rare 2002 erhielt im Wine Spectator 95 von 100 Punkten, MUNDUSvini 2012 zeichnete sie mit der großen Goldmedaille aus, und der Weinführer Gilbert & Gaillard vergab 97 von 100 Punkten. Weinblogger Niko Rechenberg setzte den Rare 2002 auf Platz eins seiner Schaumwein-Top-Ten „Kollektionen des Jahres 2012“, und der Piper-Heidsieck Brut, seit mehr als 200 Jahren das Aushängeschild des Hauses, findet sich als einziger Non-Vintage-Champagner auf der aktuellen Wine Spectator Top 100 Liste.

Bei der Produktion legt Camus vor allem Wert auf hochwertige Grundprodukte: Neben den Trauben aus Piper-Heidsiecks eigenen Lagen verarbeitet er Trauben aus verschiedenen Bezirken der Champagne. Dabei orientiert er sich häufig in die südliche Champagne Richtung Burgund, denn dort finden sich Reben mit einem besonders kräftigen Aroma. Sie geben den Schaumweinen außergewöhnliche Tiefe und Charakter. Zugekauft wird fast ausschließlich von Weinbauern, mit denen Piper-Heidsieck eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.

Das 1785 gegründete Champagnerhaus befindet sich in einem Spannungsfeld aus Tradition und Moderne: Eigene, 15 Kilometer lange und mehr als 2000 Jahre alte romanische Kreidekeller stehen einem fast futuristisch anmutenden Firmensitz mit kubistischen Formen, Glas und viel freier Fläche gegenüber. Die Keller bieten mit einer beständigen Temperatur von 10 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit optimale Reifebedingungen für den charaktervollen Brut, den würzigen Rosé Sauvage, die halbtrockene Cuvée Sublime und die erlesene Prestige Cuvée Rare. Oberhalb befindet sich eine drei Hektar große Parkanlage mit stylishem Art-Deco-Besucherpavillon. Auch bei der Produktion selbst spielt Design eine wichtige Rolle: Die Verarbeitungshalle ist ein gelungenes Zusammenspiel aus warmem Holz und Edelstahl und wurde von Ferruccio Laviani, Architekt und Gründer der Designmarke Kartell, und seinem Kollegen Jaques Ferrier entworfen.

Weitere Informationen: www.piper-heidsieck.com

Weinbergsbesitzer werden mit der Bodega Maruccia

Am Anfang war die Leidenschaft für den Wein und ein lange gehegter Traum: die eigene Bodega auf Mallorca. Frank Maruccia hatte einen stressigen Job mit wenig Freizeit. Erst als er aus dem aktiven Geschäft ausstieg, wurde der Traum 2009 Wirklichkeit.

Doch ihm ging es nicht nur um das Weinmachen, sondern vor allem auch um den Austausch mit Gleichgesinnten: „Ich will begeisterte Leute und echte Weinfreaks um mich herum. Menschen, die nicht nur gerne Wein trinken, sondern die wie ich, Wein auch leben“.

Genau diese Idee war es, die Frank Maruccia dazu brachte, einen Weinclub der etwas anderen Art auf Mallorca zu gründen: den „Club de vino 953“. Weinenthusiasten wird über Rebenpatenschaften der „eigene Weinberg“ auf der Sonneninsel ermöglicht und noch mehr: sie können sich vor Ort, falls gewünscht, auch intensiv mit dem Weinbau beschäftigen. Die Anzahl der „Apasionados del vino“, ist aufgrund der geringen Fläche auf 953 begrenzt.

„1,5 Hektar ist genau die Größe, die ich überblicken und bewirtschaften kann. Größer soll das Weingut nicht werden, ich bleibe eine Manufaktur“. „Und da die Frage immer wieder kommt: „953 Mitglieder, da ich jeweils Rebenpatenschaften zwischen zwei Holzpfählen vergebe; für jeweils 5 bis maximal 7 Pflanzen pro Mitglied und die Fläche damit die Anzahl der Rebenpaten vorgibt“.

Wohnhaus, Bodega und Weinberg bilden bei Maruccia eine Einheit: Pflanzen und Trauben wachsen zu sehen, die Arbeit im Weinberg und die Abfüllung in Flaschen selbständig umzusetzen, um eine Qualität zu erreichen, die Maruccias Ansprüchen genügt und das in Verbindung mit dem Wohnen im eigenen Weinberg.

„Der Weinbau wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, lacht Frank Maruccia, „mit einem apulischen Winzer als Onkel und Winzern aus dem Remstal in der Verwandtschaft, kann man sich dem Wein nicht entziehen“. Seit vielen Jahren hat sich Maruccia intensiv mit Wein beschäftigt und durch den Austausch mit mallorquinischen Weinbauern viel über die örtlichen Gegebenheiten gelernt. „Gerne hätte ich auch die autochthone Rebsorte Callet gepflanzt“, erklärt Frank Maruccia, während er über das Jungfeld blickt, „aber die müssen ein Alter von wenigstens 30 Jahren erreichen, um eine Top-Qualität zu liefern – zu lange, um das selbst noch zu erleben!“

Ende des Jahres wird es rund 2.000 Flaschen einer Cuvée aus eigenem Cabernet Sauvignon und aus besten zugekauften Callet-Trauben eines mallorquiner Traubenproduzenten geben. „Ich habe lange gesucht, bis ich Trauben gefunden hatte, die meinen Vorstellungen entsprechen“, so der Winzer.

An eigenen Rotweinen wurden Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot sowie Aglianico angepflanzt. Letztere ist eine Reminiszenz an den apulischen Onkel, die aber auch perfekt auf die Balearen-Insel passt. Beim Weinausbau geht Maruccia ungewöhnlich Wege:„Meinen Chardonnay baue ich im Beton-Ei aus, um die Frucht im Wein zu unterstützen. Der Ausbau im Stahltank ergibt zu reduktive Weine und das Holzfass beeinträchtigt mir zu sehr die Harmonie des Weins.“

Permanente Lust auf Innovation in Verbindung mit etablierten, klassischen Ausbautechniken, das ist eine von Maruccias Stärken.
Auf der Insel kann es heiß werden – heiß und trocken. Allein 2012 gab es bis Ende August nahezu 5 Monate keinen Niederschlag. Dennoch verzichtet die Bodega Maruccia auf künstliche Bewässerung – als eines der wenigen Weingüter auf der Insel. Dafür ist die richtige Bodenbearbeitung eine ganz wesentliche Voraussetzung: Kapillare müssen immer wieder aufgebrochen werden, damit die kostbare Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Dies betrifft insbesondere die Gegend um Llucmajor, eine der südlichsten Anbauflächen auf Mallorca.

„Die Trauben erhalten ihre Nährstoffe aus dem Boden. Der geringe Pflanzabstand von nur 80 cm zwingt sie tief zu wurzeln“, so Maruccia. Das Ergebnis spricht für diese Methode: die Trauben sind kleiner und konzentrierter, da der eingespeicherte Wasseranteil geringer ist. Das garantiert mineralische, individuelle Weine voller Spannung.

Und diese Weine sind rar – im Handel wird man sie nicht finden: In den Genuss kommen nur die „Apasionados“, von deren Rebstockpacht und deren Ideen das Projekt lebt.

Erste Erfolge geben dem Konzept des Winzers Recht. Schon vor dem Abfüllen der ersten Flaschen hat der „Club de vino 953“ über 50 Mitglieder. Der Manager des Fünf-Sterne-Hotels „Son Julia Country House“ in Llucmajor ist von den ersten Fassproben der Rotweine voll und ganz überzeugt: Borja Ochoa, der auch Mitglied im „Club de vino 953“ ist, zählt Maruccias Weine bereits jetzt zu den Besten der Insel und freut sich darauf, sie künftig auf der Weinkarte seines Hotels anzubieten.

Start für die Academia METAXA

Kaum eine andere südländische Spirituose kann auf eine so lange und beeindruckende Erfolgsstory zurückblicken wie METAXA. Griechenlands beliebte Spezialität ist seit 1888 weltweit ein Exportschlager, und das hat viele Gründe. Der wichtigste ist sicherlich, dass auch die Nachfahren des Firmengründers Spyros METAXA den milden und weichen Brand heute noch nach genau derselben traditionellen Methode und mit der gleichen Sorgfalt herstellen wie zu den Zeiten seines Namensgebers. Auch wenn die exakte Rezeptur über die Jahre hinweg ein streng gehütetes Geheimnis geblieben ist, so gibt es doch vieles, was man bei METAXA gern interessierten Kennern vermitteln möchte. Aus diesem Grunde wurde jetzt die Academia METAXA geschaffen, eine Einrichtung, die sich insbesondere an Journalisten, Gastronomen und Bartender wendet.

Vor Ort, also dort wo die Trauben für METAXA angebaut werden, und da wo METAXA reift, können sich die Experten mit Hilfe der Academia METAXA darüber informieren, worin das Geheimnis seines Erfolges besteht. Um das zu zeigen und um mehr Wissen darüber zu vermitteln, was den Spirit ausmacht und wie komplex dieses Getränk ist, bringt METAXA die Branchenprofis zunächst auf die kleine ägäische Insel Samos, die direkt vor der türkischen Küste liegt. Denn von hier kommen die ausgewählten Muskateller-Trauben. Auf Samos werden diese besonderen Trauben in 400 bis 800 m Höhe angebaut. In dem kleinen, traditionsreichen Terroir finden sie optimale Wachstumsbedingungen vor: Wasser speichernde Schieferböden, einen trockenen, sanften, aber stetigen Wind, vor allem aber ungezählte Sonnenstunden. Schließlich gilt Samos als die sonnenreichste Insel in der Ägäis. Direkt am Ort des Weinanbaus wird dann auch gezeigt, dass die Winzer alle Trauben von Hand lesen, wie dies auf den steilen Terrassen der Insel seit jeher üblich ist. Die Besonderheiten des Anbaugebietes prägen die Reife der Trauben auf unnachahmliche Weise. Und das kann man später in jedem Tropfen METAXA schmecken.

Ebenso wichtig wie die Qualität der Trauben ist natürlich die weitere Verarbeitung. Denn neben den Muskatellerweinen, werden auch Weindestillate unterschiedlicher Reifung sowie eine geheime Mixtur aus Kräutern und Rosenessenz zu dem uns bekannten METAXA verarbeitet.

Unterschiedlich lange lagern die Weindestillate in hochwertigen Eichenholzfässern, ehe Kellermeister Konstantinos Raptis und sein Team sie letztlich zu einer vollkommenen Komposition mit den
Muskatellerweinen, der so genannten Cuvée vereinen. Diese reift dann abermals in Eichenholzfässsern. Natürlich lernen die Teilnehmer der Academia METAXA den Kellermeister persönlich kennen und erfahren von ihm, wie die Cuvée in aller Ruhe je nach Sorte eine honig- bis bernsteingelbe Farbe, den immer harmonischen Geschmack und natürlich die so typische Milde entwickelt. Konstantinos Raptis, übrigens erst der fünfte Kellermeister in der weit über 100jährigen Geschichte des Unternehmens weiß auch mehr über den Zusatz der Rosenextrakte und der mediterranen Kräuter, denen METAXA weitere Besonderheiten in Geschmack, Geruch und Aussehen verdankt.

Durch die Academia wird schnell deutlich, wie die verschiedenen METAXA-Produkte entstehen und worin sie sich unterscheiden. Prägend sind besonders ihre Lagerzeiten, die geschmacklichen Noten sowie natürlich auch die unterschiedliche Gestaltung. Auf diese Weise kann jeder „seinen“ ganz persönlichen METAXA zum entsprechenden Anlass finden. Da ist natürlich an erster Stelle der „Klassiker“ METAXA 5* (38 % vol. alc.) zu nennen, hergestellt aus bis zu fünf Jahre gelagerte Weindestillaten mit seiner weichen und leicht fruchtigen Note, der auch bestens zum Mixen geeignet ist, wie bei dem Signature Drink „METAXA Sunshine“ 4 cl METAXA 5* auf Eis geben und mit Granatapfelsaft auffüllen. Oder aber der METAXA 7* aus Weindestillaten mit einem Alter von bis zu sieben Jahren, dessen außergewöhnlich milden, fruchtig-würzigen Geschmack und das vollmundige, beerige und süße Aroma man pur oder auf Eis genießen kann. Dazu kommen METAXA 12* – der neue stolze Höhepunkt der METAXA – Familie – mit Musaktweinen von unverwechselbarer aromatischer Konzentration sowie der METAXA AEN, das Juwel des Hauses, komponiert aus 200 bis zu 80 Jahre alten Destillaten.

Die Empfehlung zur Spargelzeit: Schieferrieslinge mit Tradition und Berufung

Die Sonnenstunden werden länger. Die Nachtfröste gehen zurück und der Sommer rückt näher, unaufhaltsam und mit Macht. Ein wichtiges Indiz für die Stabilisierung der milden Jahreszeit sind die „Büdchen und Verkaufsstände“ die frischen Spargel anbieten. Bis zum 24. Juni kann nun diese außergewöhnliche Pflanze wieder genossen werden. Auf 23.000 Hektar in Deutschland sollen dieses Jahr rund 100.000 Tonnen Spargel geerntet werden. So viel wie noch nie!

Die Rezeptvielfalt der Spargelbereitung ist ebenso ausgeprägt wie die Palette der passenden Begleiter zu diesem königlichen Gewächs. Auch Experten sind sich nicht einig darüber, welches der richtige Wein zum Spargel ist. Das ist Gott sei Dank alles eine Frage des Geschmackes. Und da Geschmäcker verschieden sind, kann es auch nicht eine einzige Geschmacksempfehlung geben.

Heute schlagen wir Ihnen einen Moselwein vor. Vom Weingut Horst Löwenstein aus Winningen. Auswahlmöglichkeiten gibt es hier viele. Ein Riesling, ein Bacchus, ein Spätburgunder Weißherbst. Das was Sie mögen. Die gute Nachricht ist: Sie haben die Wahl und Sie haben die Zeit zu probieren. Spargelrezepte gibt es viel. Dazu den jeweils passenden Wein zu finden macht einfach nur Spaß. Eine Spur kann das Weingut Horst Löwenstein sein.

Schieferhänge von der Sonne verwöhnt
Winningen, ein Juwel an der vielbesungenen Mosel. Nach einem kurvenreichen und steinigen Weg hat der Fluss hier schon fast sein Ziel erreicht. Er hinterlässt nach Süden ausgerichtete Schieferhänge und bietet damit das perfekte Terroir für den Anbau von Rieslingweinen mit Charakter und internationalem Format.

Weinbau wird in Winningen seit mehr als 1100 Jahren betrieben. Eine lange Tradition der sich auch der sich auch die „Löwensteins“ gerne verpflichtet fühlen. „Unsere Weinberge und unsere Weine sind für Passion und Berufung zugleich, und das schon seit vielen hundert Jahren“, führt Horst Löwenstein aus, der eine über viele hundert Jahre währende Familientradition mit seinem etwa 5 ha großen Weingut fortführt. Engagiert, Innovativ und nachhaltig zugleich.
„Schließlich haben wir unsere Weinberge von zukünftigen Generationen nur geliehen. Unseren Reben gönnen wir mit gehäckseltem Rebholz, eingestreutem Stroh, Stallmist und Trester eine natürliche Nahrungsaufnahme. Durch gezielte Maßnahmen im Weinberg, wie beispielsweise der Auswahl von geeignetem Pflanzgut, reduziertem Anschnitt von Fruchtaugen oder später Lese verzichten wir auf große Erntemengen zugunsten gehaltvoller Spitzenweine.“
Auf den Schiefersteillagen des Weingutes reifen neben den schon beschriebenen weltberühmten Rieslingweinen in jüngster Zeit auch Weiß- und Spätburgunderreben, die das Produktportfolio von Horst Löwenstein, ideal ergänzen.

Im Herbst, wenn die Trauben gelesen wurden ruht die Arbeit im Weinberg vorübergehend. Dann beginnt die Kellerwirtschaft. Dort werden aus hervorragenden Naturprodukten, wirklich große Weine geschaffen, die das Weingut Horst Löwenstein selbst abfüllt und vermarktet.

„Gut Ding will Weile haben…..“
…. und gute Weine müssen sorgfältig und mit Liebe zum Detail hergestellt werden.
Die Vorselektion der Trauben beginnt schon früh im Jahr. Immer wieder werden Blattwerk und Erntegut reduziert. Zu Gunsten der Qualität verbleiben die Trauben im Herbst möglichst lange am Stock (oftmals bis in den November hinein). Die milde Herbstsonne optimiert die Reife der Trauben. Die Konzentration feiner, moseltypischer Fruchtaromen, die an Pfirisch, Melone oder Honig erinnern, erreicht man nur, wenn man der Rebe genügend Zeit gönnt, um wichtige Mineralstoffe auf dem Schiefer in die Traube zu transportieren.
Nach intensiver Selektion des Lesegutes werden die Trauben in der modernen, pneumatischen Presse sehr schonend gekeltert. Der unvergorene Traubensaft erfährt im Fass seine erste Klärung und gelangt dann ins Gärfass aus Edelstahl. Wenn auch wenig romantisch stellen diese neuen Fässer ein optimales Hilfsmittel zur Vinifizierung frischer, fruchtiger Weißweine dar.
Insbesondere die mineralisch dominierten Weine der Lage „Winninger Uhlen“ versprechen auch die Spargelzeit zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen.

Steillagen an der Terrassenmosel
Handarbeit und viel Liebe zum Produkt bestimmen den Alltag in den Steillagen der Weinberge an der schönen Mosel.
Spitzenlagen wie Winninger Uhlen oder Winninger Röttgen werden ebenso vom Weingut Horst Löwenstein angeboten, wie die Traditionslage Winninger Brückstück, aus dem der Trierer Kurfürst Balduin im 14. Jahrhundert Granitsteine schlagen ließ, um im nahen Koblenz die Balduinbrücke zu bauen.
Die Böden in Winningen sind kalkhaltig und fossilienreich aus dem Erdzeitalter des Emsium. Neben grauem und blauem Schiefer findet man Sandsteine mit hohem Eisenoxidanteil, aber auch Kalksteinbänder und Quarzite. Der Gesteinsanteil liegt bei über 50 Prozent.

Appetit auf mehr?
Die Weine des Weinguts Horst Löwenstein können Sie nach vorheriger Anmeldung im Weingut direkt beim Winzermeister genießen oder online bei www.genialeweine.de bestellen bestellen.

Käse und Wein – eine geschmackvolle Symphonie

Der richtige Käse zum richtigen Wein – das ist Genuss in höchster Form. Jede dieser Köstlichkeiten bietet eine Bandbreite an unterschiedlichen Geschmacksnoten und Aromen. Die richtige Kombination verwöhnt den Gaumen mit einer geschmackvollen Symphonie.

Welcher Wein zu welchem Käse passt, darf eine persönliche Angelegenheit sein, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Generell gilt die Faustregel: beste Qualität gleich höchster Genuss für den Gaumen. Das gilt für beide Gaumenfreuden gleichermaßen. Die nachfolgenden Tipps geben eine Orientierung und erleichtern die Auswahl. Sie sollten aber nicht als strenge Regeln betrachtet werden. Viele Menschen probieren gerne ausgefallene Kombinationen. Diese Experimentierfreude darf nicht durch Regeln erstickt werden.

Nützliche Tipps für perfekten Genuss

Wein und Käse sollten ein abgerundetes Geschmackserlebnis ergeben. Daher passt zu einem milden Käse auch ein milder Wein und zu einem herzhaften, aromatischen Käse ein kräftiger, vollmundiger Wein. Die jeweiligen Aromen überdecken sich nicht, sondern harmonieren miteinander.

Zu einem säuerlichen Käse empfiehlt sich ein edelsüßer oder halbtrockener Wein, denn zu viel Säure bei Käse und Wein addiert sich in unangenehmer Weise.
Pikanter oder salziger Käse kann mit einem edelsüßen oder säurehaltigen Wein getrunken werden.
Auch die grundsätzliche Empfehlung: „frische Käse – junge Weine“ bzw. „reife Käse – kräftige Weine“ ist sicher nicht verkehrt.
Wird ein passender Wein zu einer Käseplatte gesucht, dann sollte der Wein auf den kräftigsten, aromatischsten Käse abgestimmt werden.

Es muss nicht immer ein Rotwein sein

Bei würzigen Edelpilzkäsen ist ein Rotwein immer die erste Wahl – entweder ein Bordeaux, ein Rioja oder ein Portwein. Zu Weichkäse, wie beispielsweise einem Brie oder einem Camembert, servieren viele Genießer auch gerne einen Weißwein mit geringem Alkoholgehalt. Ideale Begleiter sind ein Weiß- oder Grauburgunder oder ein Chardonnay. Zu einem Rotkulturkäse kann ein Gewürztraminer oder ein Muscat gereicht werden.

Regionale Besonderheiten

Käse und Wein aus derselben Region ergänzen einander, denn das Aroma von Milch und Trauben wird von Bodenbeschaffenheit und Mikroklima beeinflusst. Manchmal ergeben aber auch Käse und Wein aus unterschiedlichen Regionen ein perfektes Duett. Der Crémerin Le Rustique, ein sahniger, mild-würziger Käse aus dem französischen Moselgebiet harmoniert gut mit Weinen aus der deutschen Ortenau. Im Durbachtal werden die Reben auf Steillagen angebaut. Die Trauben erhalten dadurch mehr Sonneneinstrahlung und reifen so optimal. Das Ergebnis: feine Weine mit wenig Säure. Rüdiger Nilles, Kellermeister der Durbacher Winzergenossenschaft, empfiehlt zur zart-cremigen Kreation der französischen Käsemeister einen roten Pinot Noir oder einen weißen Chardonnay. Bon appétit.