INTERNORGA-Studie GV-Barometer 2009

INTERNORGA-Studie GV-Barometer 2009:
Mehrheitlich gutes Investitionsklima

Höhere Investitionsneigung im Care-Bereich

Energieverbrauch und Gesundheit gewinnen an Bedeutung

INTERNORGA 2009 – Leitmesse für den Außer-Haus-Markt


13. bis 18. März auf dem Hamburger Messegelände

Das Investitionsklima in der deutschen Gemeinschaftsverpflegung (GV) ist mehrheitlich gut, vor allem Kliniken und Heime wollen mehr investieren. Eine immer größere Rolle für die GV-Betriebe spielen der Energieverbrauch sowie das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Tischgäste. Zu diesen Ergebnissen kommt die achte Auflage des GV-Barometers. Seit 2002 untersucht die Hamburg Messe und Congress GmbH anlässlich der internationalen Fachmesse INTERNORGA das Investions- und Innovationsklima in der GV-Branche. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt ist vom 13. bis 18. März auf dem Hamburger Messegelände geöffnet.

Mehr als die Hälfte der GV-Entscheidungsträger (53%) beurteilen das Investitionsklima im eigenen Betrieb als „gut“. Im Vergleich zum Vorjahr (58%) ist das ein leichter Rückgang, erreicht aber ungefähr das langfristige Durchschnittsniveau von 2002 bis 2008 (= 54,6%). Der Anteil der GV-Betriebe, die für das nächste Jahr Investitionen planen, ist im Vergleich zum Vorjahr (63%) mit 64% leicht gestiegen, bei den größeren Investitionen (58%) sogar um vier Prozentpunkte.

Rund zwei Drittel (64%) der Betriebsrestaurants (Business-Bereich) planen in 2009 Investitionen, vor allem bei „Allgemeinen Ausstattungen“ (45%) und „Ausstattungen zum Kochen“ (36%). Bei den Kliniken und Heimen (Care-Bereich) deutet sich 2009 eine erhöhte Investitionstätigkeit an. So planen 63% von ihnen für 2009 Anschaffungen (2008: 61%), auch hier vor allem „Allgemeine Ausstattungen“ (39%) und „Ausstattungen zum Kochen“ (31%), die um sechs Prozentpunkte zugenommen haben. Außerdem setzen Kliniken und Heime für 2009 ein größeres Investitionsbudget als im Vorjahr an. Knapp die Hälfte (45%) von ihnen hat für 2009 sogar ein Budget von 50.000 Euro und mehr eingeplant, das ist der höchste Wert seit Einführung des GV-Barometers 2002.

Erstmals befragt wurden die Betriebe zu den Themen „Gesundheit und Ernährung“ sowie „Energieverbrauch“. Beide Aspekte spielen für die GV eine immer größere Rolle. So hat das Thema „Gesundheit und Ernährung“ in den vergangenen Jahren für fast drei Viertel der Betriebsrestaurants (72%) und zwei Drittel der Kliniken und Heime (66%) bei den Tischgästen stark an Bedeutung gewonnen. Der oft zitierte „Lifestyle of health and sustainability“ (LOHA) macht sich also auch im GV-Bereich bemerkbar.

Auf das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Tischgäste reagieren die Betriebe mit einem Bündel von Maßnahmen wie einer zusätzlichen gesundheitsorientierten Menülinie (Business: 78%, Care: 72%) oder dem verstärkten Einsatz von Salat (Business: 83%, Care 75%). Vor allem Betriebsrestaurants (52%) setzen außerdem auf den verstärkten Einsatz von Bio-Produkten. Eine deutliche Mehrheit der GV-Betriebe wünscht bei neuen Produkten eine (noch) stärkere Berücksichtigung der Gesundheitsorientierung (Business: 81%, Care: 74%) und von Aspekten der Nachhaltigkeit (Business: 73%, Care: 74%).

Eine deutliche Mehrheit der GV-Betriebe beschäftigt sich zurzeit außerdem verstärkt mit dem Thema „Energieverbrauch“ (Business: 55% Care: 54%). Für die meisten anderen Befragten ist das Thema schon länger von größerer Bedeutung. Von den GV-Betrieben, die sich verstärkt mit dem Thema „Energieverbrauch“ beschäftigen, plant rund die Hälfte kurz- oder mittelfristig die Anschaffung neuer Geräte und Systeme (Business: 52%, Care: 48%).

Gestiegen ist das Interesse an neuen Produkten (großes Interesse: 55%, Vorjahr: 49%). Vor allem im Care-Bereich hat es deutlich zugenommen (54%, Vorjahr: 45%), während es im Business-Bereich leicht gesunken ist (55%, Vorjahr: 58%). Für Betriebsrestaurants sind neue Produkte aus dem Bereich Gemüse (74%), Fisch (74%) und Teigwaren/Pasta (72%) am interessantesten; Fleischgerichte (64%) haben deutlich an Interesse gewonnen (+6). In den Kliniken und Heimen hat im Vergleich zu 2008 das Interesse an neuen Produkten aus den Bereichen Desserts/Süßspeisen (+13) und Suppen/Saucen (+10) deutlich zugenommen. Fisch und Geflügel (jeweils 71%) haben Gemüse (68%) von der Spitze verdrängt.

Die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland umfasst nach Informationen des Deutschen Hotel– und Gaststättenverbandes Dehoga mehr als 30.000 Betriebsrestaurants, die pro Woche rund 30 Millionen Mahlzeiten servieren. Hinzu kommen mehr als 16.000 Kliniken, Heime und Reha-Einrichtungen mit täglich rund 1,2 Millionen Mahlzeiten. Der Jahresumsatz der Branche beträgt geschätzte 15 Milliarden Euro. Für die repräsentative Umfrage GV-Barometer 2009 wurden unter der Projektleitung von Prof. Wolfgang Irrgang zwischen dem 3. und 14. November 2008 in insgesamt 305 GV-Betrieben die Entscheidungsträger im Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) befragt. Dazu zählten 135 Betriebsrestaurants sowie 170 Betriebe aus dem Care-Bereich, davon 81 Krankenhäuser, Sanatorien und Reha-Kliniken sowie 89 Seniorenheime.

Die INTERNORGA bildet als Leitmesse die gesamte Bandbreite des Außer-Haus-Marktes ab. Die 83. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien, ist vom 13. bis 18. März täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Hamburger Messegelände geöffnet. Eintritt: 26 Euro (Zweitageskarte 36 Euro), Fachschüler: 12,50 Euro. Der Einlass erfolgt nur nach Legitimation als Fachbesucher.

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