Kokosnusswasser

Kokosnusswasser ist das neue Sport- und Lifestylegetränk. Inzwischen ist der Trend aus den Vereinigten Staaten auch in Deutschland angekommen. Laut Werbung ist das tropische Getränk kalorienarm, frei von Fett, reich an Nährstoffen und ein idealer Durstlöscher, der sich positiv auf den Flüssigkeitshaushalt auswirkt.

Doch Kokosnusswasser werden noch zahlreiche weitere positive Eigenschaften zugeschrieben: Der regelmäßige Genuss soll den Stoffwechsel ankurbeln, den Blutdruck senken, beim Abnehmen helfen, die Verdauung fördern – um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei ließen sich die angepriesenen Vorteile durch eine ausgewogene Ernährung und einen generell gesunden Lebensstil besser und kostengünstiger erreichen als mit Hilfe von teuren Modedrinks in kleinen Flaschen, Kartons oder Dosen.

Kokosnusswasser ist die klare Flüssigkeit im Inneren von jungen grünen Kokosnüssen, die einige Monate vor der Reife geerntet werden. Eine junge grüne Kokosnuss kann bis zu 800 ml des Saftes enthalten. Es ist nicht mit Kokosnussmilch zu verwechseln, die aus dem Fruchtfleisch der reifen braunen Kokosnüsse gewonnen wird.
Das frische Wasser aus der Kokosnuss schmeckt süßlich bis leicht nussig und ist sehr erfrischend. Es besteht hauptsächlich aus Wasser und löslichen Zuckern, ist natürlicherweise isotonisch und hat einen hohen Kaliumanteil. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es gut als natürliches Sportlergetränk geeignet, das den Verlust an Nährstoffen nach körperlicher Anstrengung wieder ausgleicht. Erst bei höherer Beanspruchung kann es aufgrund des relativ geringeren Natriumgehalts mit üblichen Sportlerprodukten nicht mithalten.

In den Tropen ist Kokosnusswasser ein traditionelles Getränk und gilt bei den Einheimischen als äußerst gesund und heilend. Da es normalerweise steril ist, kann es ein wertvoller Trinkwasserersatz sein, wenn die Wasserquellen rar sind oder der Zugang zu sauberem Wasser erschwert ist. Auf dem internationalen Markt hat Kokosnusswasser in den vergangenen Jahren an enormer Bedeutung gewonnen und auch in Deutschland ist es inzwischen erhältlich. Das Lifestylegetränk wird im Internet, in einigen Supermärkten und im Feinkosthandel in trendigen Getränkekartons angeboten. Verbraucher finden es in Bio-Qualität, pur und mit Fruchtextrakten angereichert.
Wie die Ökobilanz aussieht (Produktion, Transport, Verpackung, etc.) ist nicht transparent. Tatsache ist aber, dass vor allem in den USA Hollywood-Größen als Werbeträger vermehrt in Erscheinung treten. Das wiederum lässt bei Freigeistern den Schluss zu, dass die Gewinnmargen nicht besonders klein sein können. Immerhin betrug der Umsatz auf dem US-Markt nach Analysten-Angaben in 2011 400 Millionen US-Dollar. Ein Markt, den es offenbar auch in Europa zu beackern lohnt.
Heike Kreutz, Harald Seitz, www.aid.de


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