Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank

Studie bestätigt Küchenregel

Wenn reife Tomaten im Kühlschrank gelagert werden, leidet das Aroma. Das, was Fachleute längst wissen, bestätigt eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, die in der Fachzeitschrift „HortScience“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler hatten vollreife, rote Tomaten auf drei unterschiedliche Arten behandelt: Je 20 Früchte wurden für vier Tage bei 5 Grad Celsius bzw. vier Tage bei 20 Grad gelagert oder nach vier Tagen bei Raumtemperatur für fünf Minuten in 50 Grad heißes Wasser getaucht („blanchiert“). Anschließend bestimmten die Wissenschaftler das Aromaprofil der Tomaten.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass das Aroma unter dem Blanchieren und Kühlen leidet. Insbesondere die Aufbewahrung im Kühlschrank hatte negative Auswirkungen, auch wenn man es den Früchten nicht ansieht. Die Gesamtkonzentration der flüchtigen Substanzen nahm in der Kälte um 68 Prozent ab. Das betraf vor allem die sogenannten C-6-Aldehyde. Beim Blanchieren lag der Verlust insgesamt bei 63 Prozent.

Vermutlich ist vielen Menschen nicht bekannt, dass Tomaten kühle Temperaturen nicht vertragen und lagern sie im Kühlschrank. „Das ist sehr schade“, so Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst. „Denn bei reifen Früchten sorgen 42 unterschiedliche Stoffe dafür, dass sie so wunderbar aromatisch schmecken.“ Das Aroma der Tomaten wird bestimmt durch eine komplexe Mischung flüchtiger Substanzen wie Aldehyde, Alkohole und Ketone. „Die Tomaten verlieren enorm an Aroma und entsprechend groß ist der Verlust an Genuss, wenn sie zu kühl aufbewahrt werden“, erläutert Seitz. Am besten nimmt man das Gemüse nach dem Einkauf aus der Tüte und legt es an einen luftigen, schattigen Platz. Ideal sind Temperaturen zwischen 12 bis 16 Grad, bei Rispentomaten sogar 15 bis 18 Grad Celsius. Wenn die Tomaten auf einem weichen Tuch liegen, entstehen keine Druckstellen. Innerhalb von einer Woche sollte die Ware verbraucht sein, denn die Einflüsse von Licht, Wärme und Sauerstoff
verringern sowohl das Aroma als auch den Nährstoffgehalt.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
American Society for Horticultural Science (ASHS):
http://hortsci.ashspublications.org/content/50/9/1358.abstract
Lagerungstipps: Wie fühlen sich Tomaten am wohlsten?
www.was-wir-essen.de/abisz/tomaten_lagerung_dunkel_luftig.php

Anständig essen

Gegen den Verlust der Sinne

In Bad Hofgastein findet Ende März das 2. Food-Symposium »Anständig essen« mit prominenten Streitern für eine bessere Lebensmittelwelt statt. Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis widmen sich zwei Tage lang dem Thema Kinderernährung. Denn es geht um die Wurst!

Du bist, was du isst. MickyMaus-Teller, Fischstäbchen, Chicken Nuggets. Unsere Kinder ernähren sich mehr und mehr von industriell gefertigten Nahrungsmitteln, Fastfood und Zucker. Was bedeutet das für ihre Zukunft und die unserer Gesellschaft? Gibt es noch Möglichkeiten und Wege, korrigierend einzugreifen und den drohenden Gesundheits-Kollaps abzuwenden oder haben wir unsere Kinder schon aufgegeben? Fragen, denen Gastgeber Christian Seiler mit prominenten Mitstreitern für eine bessere Ernährung beim 2. Gasteiner Food-Symposium »Anständig essen« auf den Grund gehen wird. Letztes Jahr ganz im Zeichen der Regionalität ist es nun der Kinderernährung gewidmet und offen für Profis und Interessierte. Von Freitag bis Samstag, 28. und 29. März 2014, in Bad Hofgastein.

Tag eins des Symposiums steht ganz im Zeichen der Gespräche. Hans-Ulrich Grimm, führender deutschsprachiger Kritiker der Nahrungsmittelindustrie, wird darüber referieren, wie die »Zuckermafia uns und unsere Kinder krank macht«. Slow-Food-Wien-Chefin Barbara van Melle erzählt von ihren – nicht so positiven – Erfahrungen mit Schule und Politik, und Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler zeigt ihre Wege, wie Kinder essen lernen. Eine Podiumsdiskussion zum Thema »Haben wir unsere Kinder aufgegeben?« mit allen Referenten sowie mit dem Gastronomen Sepp Schellhorn und der Journalistin Elisabeth Ruckser steht im Anschluss am Programm. Ein Forderungskatalog an die Politik, in den die Wünsche des Publikums einfließen, soll das Ergebnis dieses Tages sein.

Tag zwei gilt den praktischen Genüssen. Die mitreißende Roswitha Huber von der »Schule am Berg« bäckt mit ihren Gästen Sauerteigbrot, und Käsespezialist Stephan Gruber bittet zum Käseseminar mit Kostproben feinster und perfekt gereifter Rohmilchkäse. Zum labenden Abschluss kocht Sepp Schellhorn für Kinder und Eltern sein Kindermenü, wobei er einen genussvollen Bogen um Fett-, Salz- und Zuckerbomben macht. Eine Lesung ausgesuchter Kinderliteratur lädt dabei die Kinder zum »Essen & Trinken und möglicherweise auch zum Ausspucken und Davonlaufen«.

»Anständig essen« ist ein jährlich wiederkehrendes Symposium, das für die Region und darüber hinaus impulsgebend sein soll.

ANSTÄNDIG ESSEN – FOOD-SYMPOSIUM IN BAD HOFGASTEIN
Freitag & Samstag, 28. bis 29. März 2014

www.anstaendigessen.com

CHEESE BERLIN 2013

Bei der Cheese Berlin können Berlinerinnen und Berliner in der Markthalle Neun die ganze Vielfalt handwerklicher Käse-Erzeugnisse kennenlernen und genießen – Sonntag, 3. November 2013, 11–19 Uhr, Markthalle Neun

Unter dem Motto „Alles, was man aus Milch machen kann“ bieten über 30 ausgewählte Erzeuger, Affineure und Händler aus der Region und aus ganz Deutschland hochwertige Käse zum Probieren und zum Kauf an.

Zu Gast sind außerdem herausragende Käsemacher aus Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und von den Britischen Inseln. Sie präsentieren besondere Spezialitäten wie z.B. Ahrntaler Graukäse, Chällerhocker, Remeker oder Stichelton.

Im Rahmenprogramm laden die Käse- und Wein-Expertin Ursula Heinzelmann sowie die Bier-Sommelière Sylvia Kopp von der Berlin Beer Academy zu CheeseTalks mit außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen ein.

Die Veranstalter wollen mit der Cheese Berlin darauf aufmerksam machen, dass viele Käsesorten und das Wissen um deren Herstellung gefährdet sind. Die Berufsgruppe der Schäfer und Hirten droht auszusterben. Der Verlust kultureller und kulinarischer Traditionen bedeutet zugleich auch ein Verlust an Biodiversität. Wenn alte Nutztierrassen verloren gehen, werden auch weidewirtschaftlich geprägten Landschaften mit ihrer spezifischen Artenvielfalt zerstört. Um diese zu schützen nimmt Slow Food alte Nutztierrassen und traditionelle Käse verstärkt in die internationale „Arche des Geschmacks“ auf.

Die Cheese Berlin fand im November 2012 zum ersten Mal statt und war mit rund 7.000 Besucherinnen und Besuchern auf Anhieb ein Erfolg. Aufgrund des großen Interesses im Vorjahr wird diesmal die Cheese Berlin noch einmal zwei Stunden länger geöffnet sein (11–19 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Veranstalter der Cheese Berlin sind das Slow-Food-Convivium Berlin, die Markthalle Neun und der Berliner Käsespezialist Ivo Knippenberg.

Die Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg ist ein Marktplatz für gute Lebensmittel. Hier treffen sich traditionelles Lebensmittelhandwerk und -handel, Esskultur, Kunst und Engagement. Im Wettbewerb Berliner Meisterköche wurde die Markthalle Neun jüngst als Gastronomischer Innovator 2013 ausgezeichnet.

www.cheese-berlin.de

Kai Kinkel

Kai Kinkel, der zuletzt für das „Apicius“ in Bad Zwischenahn einen Stern erkocht hatte, wechselt jetzt zum „Bestial“ in Oldenburg. Dessen Besitzer Shalin Fahin will das bekannte Oldenburger Restaurant für wenige Tage schließen, um es dann Ende November in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Für die neuen Herausforderungen des Restaurants steht Sternekoch Kinkel. So werden die Gäste in Zukunft auch auf Sterneniveau speisen können, ohne Verlust des speziellen Flairs des „Bestial“. Quelle: www.nwzonline.de

Antoniewicz Akademie

Termine für Workshops der Antoniewicz Akademie im 2. Halbjahr 2012

Sous Vide
22.10.2012 von 9-15 Uhr
19.11.2012 von 10-16 Uhr
Eine traditionelle Garmethode in die Heutige Zeit übersetzt
Die Zutaten werden unter Vakuum bei der für das jeweilige Lebensmittel optimalen Temperatur und in der für jedes Lebensmittel individuellen Garzeit zubereitet. Das Ergebnis überzeugt durch hervorragende Beschaffenheit und feinen Geschmack.

Seminarinhalte:
Vorstellung des Konzeptes „Cuisine Sous Vide“
Mehrwert des Vakuumgerätes in der Gastronomie
Vorteile der Vakuumverpackung
Marinieren unter Vakuum
Haltbarkeit / Zeitersparnis / Flexibilität
Kombination Vakuum und Niedertemperatur Garen
Unterschiede zu herkömmlichen Gar – Methoden und zum Niedertemperaturgarverfahren
Platzersparnis, Wiederholbarkeit der Prozesse, Schonung der Produkte
Brat-/Gar-Verlust: Vergleiche
Energiebedarfsvergleich
Effizienterer Personaleinsatz
Verkostung

Veranstaltungsort: Dortmund
Teilnahmegebühr: 297,50€ inkl. 19% MwSt.

Für Ihre Anmeldung und Ihre Rückfragen steht Ihnen Frau Barbara Flechtner per E-Mail unter info(at)antoniewicz.org oder telefonisch unter 0231.42715770 zur Verfügung.

Kokosnusswasser

Kokosnusswasser ist das neue Sport- und Lifestylegetränk. Inzwischen ist der Trend aus den Vereinigten Staaten auch in Deutschland angekommen. Laut Werbung ist das tropische Getränk kalorienarm, frei von Fett, reich an Nährstoffen und ein idealer Durstlöscher, der sich positiv auf den Flüssigkeitshaushalt auswirkt.

Doch Kokosnusswasser werden noch zahlreiche weitere positive Eigenschaften zugeschrieben: Der regelmäßige Genuss soll den Stoffwechsel ankurbeln, den Blutdruck senken, beim Abnehmen helfen, die Verdauung fördern – um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei ließen sich die angepriesenen Vorteile durch eine ausgewogene Ernährung und einen generell gesunden Lebensstil besser und kostengünstiger erreichen als mit Hilfe von teuren Modedrinks in kleinen Flaschen, Kartons oder Dosen.

Kokosnusswasser ist die klare Flüssigkeit im Inneren von jungen grünen Kokosnüssen, die einige Monate vor der Reife geerntet werden. Eine junge grüne Kokosnuss kann bis zu 800 ml des Saftes enthalten. Es ist nicht mit Kokosnussmilch zu verwechseln, die aus dem Fruchtfleisch der reifen braunen Kokosnüsse gewonnen wird.
Das frische Wasser aus der Kokosnuss schmeckt süßlich bis leicht nussig und ist sehr erfrischend. Es besteht hauptsächlich aus Wasser und löslichen Zuckern, ist natürlicherweise isotonisch und hat einen hohen Kaliumanteil. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es gut als natürliches Sportlergetränk geeignet, das den Verlust an Nährstoffen nach körperlicher Anstrengung wieder ausgleicht. Erst bei höherer Beanspruchung kann es aufgrund des relativ geringeren Natriumgehalts mit üblichen Sportlerprodukten nicht mithalten.

In den Tropen ist Kokosnusswasser ein traditionelles Getränk und gilt bei den Einheimischen als äußerst gesund und heilend. Da es normalerweise steril ist, kann es ein wertvoller Trinkwasserersatz sein, wenn die Wasserquellen rar sind oder der Zugang zu sauberem Wasser erschwert ist. Auf dem internationalen Markt hat Kokosnusswasser in den vergangenen Jahren an enormer Bedeutung gewonnen und auch in Deutschland ist es inzwischen erhältlich. Das Lifestylegetränk wird im Internet, in einigen Supermärkten und im Feinkosthandel in trendigen Getränkekartons angeboten. Verbraucher finden es in Bio-Qualität, pur und mit Fruchtextrakten angereichert.
Wie die Ökobilanz aussieht (Produktion, Transport, Verpackung, etc.) ist nicht transparent. Tatsache ist aber, dass vor allem in den USA Hollywood-Größen als Werbeträger vermehrt in Erscheinung treten. Das wiederum lässt bei Freigeistern den Schluss zu, dass die Gewinnmargen nicht besonders klein sein können. Immerhin betrug der Umsatz auf dem US-Markt nach Analysten-Angaben in 2011 400 Millionen US-Dollar. Ein Markt, den es offenbar auch in Europa zu beackern lohnt.
Heike Kreutz, Harald Seitz, www.aid.de

Reisemängel richtig reklamieren

Verspäteter Urlaubsflieger, schmutzige Hotelzimmer, ständiger Baulärm – die schönste Zeit im Jahr kann schnell zum Albtraum werden. Ein Reisemangel liegt aber nur dann vor, wenn die tatsächlichen Leistungen des Veranstalters von den im Reisevertrag vereinbarten abweichen. Rechtsexperte Dr. Philipp Kadelbach von flightright www.flightright.de , dem Verbraucherportal für Fluggastrechte, gibt Tipps, wie Urlauber auf Reisemängel am Ferienort richtig reagieren und wie sie ihr Geld im Fall der Fälle zurückfordern.

Das Flugzeug hebt nicht ab
Gerade am Flughafen angekommen, da steht plötzlich in großen Lettern an der Abflugtafel: Annulliert. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern verkürzt den langersehnten Urlaub im schlimmsten Fall erheblich. Wenn das Flugzeug mit mehr als dreistündiger Verspätung startet oder gar annulliert wurde, können Reisende laut Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 im Nachhinein Geld von der Airline zurückfordern. Die meisten Airlines zahlen Entschädigungsansprüche allerdings nur ungern; langwierige und komplizierte Gerichtsverfahren für Reisende sind der Regelfall. Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber den Fluggesellschaften bieten Verbraucherportale für Fluggastrechte wie flightright. Im Erfolgsfall erhält das Unternehmen eine prozentuale Beteiligung in Höhe von 25 Prozent der Entschädigungssumme. Ob Anspruch besteht, können Reisende direkt über den Entschädigungsrechner auf www.flightright.de kostenfrei prüfen.

Der Koffer fliegt nicht mit
Am Urlaubsort herrschen 30 Grad im Schatten, aber das Gepäck mit der Strandkleidung ist fälschlicherweise auf dem Weg nach Island. Wenn der Koffer nach der Landung nicht vom Gepäckband rollt, sollten Urlauber den Verlust des Gepäcks umgehend der Airline melden. Die Fluggesellschaft ist dazu verpflichtet, die Kosten für Ersatzkleidung und Hygieneartikel zu erstatten, damit sich Passagiere zumindest mit dem Nötigsten versorgen können, bis der Koffer eintrifft. Im Regelfall ersetzen Fluggesellschaften zu 100 Prozent die Kosten für Toilettenartikel und zu 50 Prozent die Auslagen für Bekleidung. Bleibt das Gepäck auf Dauer spurlos verschwunden oder wird es beschädigt, muss die Airline dem Flugpassagier laut „Montrealer Übereinkommen“ den entstandenen Schaden ersetzen. Bei Verlust, Beschädigung oder Zerstörung des Gepäcks erhalten Reisende so bis zu 1.300 Euro.

Das Hotelzimmer ist verschmutzt
Die Hotelunterbringung muss den Angaben des Prospekts entsprechen. Bei leichten Verschmutzungen des Hotelzimmers oder beschädigtem Mobiliar sollten Reisende daher das Personal auf die Mängel hinweisen und die Möglichkeit zur Nachbesserung innerhalb einer bestimmten Frist einräumen. Bei groben Verschmutzungen oder gesundheitsgefährdendem Schimmelbefall kann der Einzug sogar verweigert werden. Urlauber sind in diesem Fall berechtigt, ein gleichwertiges Zimmer einzufordern. Reagiert das Hotel nicht auf die Beschwerde, sollten Reisende im Nachhinein die Mängel beim Reiseveranstalter reklamieren. Wer beispielsweise nach der Reise über starke Rückschmerzen auf Grund einer durchgelegenen Matratze klagt, kann bis zu 25 Prozent des Reisepreises zurückfordern (AG Hamburg, AZ: 22 A 23/01).

Ständiger Baulärm stört die Urlaubsruhe
Viele Reisende suchen im Urlaub nach Ruhe und Erholung. Daher ist Vorsicht geboten, wenn im Katalog von einem „jungen, aufstrebenden Ferienort “ die Rede ist. Das heißt oftmals, dass in der unmittelbaren Umgebung der Anlage eifrig gebaut wird. Bei andauerndem Lärm empfiehlt es sich, ein Protokoll zu führen, zu welcher Tageszeit welche Lärmquelle die Urlaubsruhe gestört hat. Ist das Hotel oder die Ferienanlage zum Beispiel in einem unfertigen baulichen Zustand und herrscht täglich Baulärm von 7.00 bis 18.00 Uhr können bis zu 50 Prozent des Urlaubspreises zurückgefordert werden (AG Hannover, AZ: 504 C 4712/07).

Für die Jüngsten fehlt die Tagesbetreuung
Was im Ferienprospekt vom Veranstalter beworben wird, muss auch vor Ort eingehalten werden. Fehlt das im Katalog angepriesene Animationsprogramm für Kinder, können entnervte Eltern den Reisepreis um bis zu 20 Prozent mindern. Das Landgericht Hannover hat in einem Urteil entschieden, dass Eltern in der Ferienzeit durchaus ein Interesse daran hätten, ihre Kinder zumindest zeitweise nicht selbst betreuen zu müssen (LG Hannover, AZ: 20 S 84/97).

„Urlaubsgäste sollten Mängel unverzüglich der örtlichen Reiseleitung melden. Vertragspartner ist der Reiseveranstalter und nicht wie oft angenommen das Reisebüro oder das Hotel“, rät Dr. Philipp Kadelbach. „Wer Probleme mit der Airline hat, sollte diese noch vor Ort am Flughafen beanstanden sowie Beweise sammeln, zum Beispiel Fotos von der Abflugtafel machen und sich die Verspätung quittieren lassen.“ Eine Übersicht, welche Minderung dem Urlaubsgast für einen bestimmten Reisemangel zusteht, geben die „Kemptener Reisemängeltabelle“ oder die „ADAC-Reisemängelliste“.

ÖKO-TEST Altersvorsorge für Selbstständige

Selbstständige sollen nach den Plänen der Regierung künftig verpflichtet werden, eine Altersvorsorge abzuschließen. Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat nun die gesetzlichen und privaten Vorsorgevarianten verglichen und rät, sich wenn möglich in der gesetzlichen Rentenversicherung zu versichern.

Auch wenn die Renditen der gesetzlichen Rente nicht gerade üppig sind, bieten sie höhere Erträge als alle untersuchten privaten Vorsorgeprodukte. Berechnet an einem 55-jährigen Musterkunden bedeutet das: Bei der gesetzlichen Rente erhält er eine sichere Rendite von 1,06 Prozent. Wird er älter als 85 Jahre, liegt die Rendite sogar bei 1,94 Prozent. Bei den privaten Versicherern macht er dagegen einen Verlust von 0,4 bis 1,3 Prozent.

Berücksichtigt man auch noch die Überschusszahlungen, so liegt die Rentenrendite mit 2,34 Prozent fast fünfmal so hoch wie beim schlechtesten privaten Versicherer und 0,6 Prozent höher als beim besten privaten Versicherer.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2012 gibt es seit dem 30. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Koffer weg – was nun?

In fast allen Bundesländern ist die Schule aus. Nur die Schüler und Lehrer in Bayern und Baden-Württemberg müssen sich noch mit der Vorfreude begnügen. Die Reisewelle rollt also und führt leider hier und da auch zum Reisechaos – besonders auch an den Flughäfen: Was zu Wartezeiten beim Einchecken und der Sicherheitskontrolle oft hinzu kommt: Verspätetes oder verschwundenes Gepäck! Dafür gibt es zum Glück das Montrealer Abkommen, beruhigen die ARAG Experten.

Montrealer Abkommen

Es regelt alles rund um verspätetes und verloren gegangenes Gepäck bei internationalen Flügen. Verspätet sich der Koffer, darf der Passagier – bis das Gepäck wieder auftaucht – notwendige Dinge für den Aufenthalt kaufen. Dies können z.B. Kleider und Pflegemittel sein, die sich ansonsten im Koffer befinden. Es darf aber nur das gekauft werden, was auch wirklich benötigt wird und keinesfalls mehr wert sein, als der Gepäckinhalt. Bei Vorlage entsprechender Quittungen ist die Fluggesellschaft zur Erstattung verpflichtet, wobei es eine Höchstgrenze von ca. 1.200 Euro gibt – auch bei Billigairlines wie Ryanair & Co

Fluggesellschaft haftet

Ist das Gepäck verloren oder beschädigt, haftet die Fluggesellschaft – allerdings ebenfalls nur bis zu einem Höchstbetrag von rund 1.200 Euro. Wollen die Reisende bei einem etwaigen Verlust mehr Geld, so sollten sie den Wert ihres Gepäcks bereits bei der Aufgabe angeben – in diesen Fällen fällt jedoch eine Extragebühr an. Einige Fluggesellschaften raten daher, die Wertgegenstände mit ins Handgepäck zu nehmen.

Verlust sofort anzeigen

In jedem Fall gilt aber, dass die Reisenden so schnell wie möglich schriftlich der Fluggesellschaft den Verlust bzw. die Beschädigung anzeigen müssen. Da der Verlust von Gepäck meistens auf einen Fehler des Boden- oder Flugpersonals zurückzuführen ist, kann man sich kaum dagegen schützen. ARAG Experten raten aber dazu, auf teure Designer-Koffer zu verzichten. Diebe wittern darin größere Beute als in unauffälligen preiswerten Gepäckstücken.

Abschließen oder nicht?

Koffer abzuschließen ist allerdings wenig hilfreich, denn der Zoll ist berechtigt, das Gepäck zu öffnen. USA-Reisenden hilft da ein TSA-Schloss. Damit ist der Koffer abgeschlossen, die amerikanischen Sicherheitsbehörden haben aber einen Generalschlüssel zu Gepäckprüfung.

Schnee essen schadet Kindern nicht

Entwarnung für Eltern: Schnee essen schadet Kindern nicht

DAK-Ernährungsexpertin: Geringe Mengen unbedenklich / Verschmutzungen können zu Magenbeschwerden führen

Der Wetterfrosch prophezeit uns für die kommenden Tage prächtige Winterlandschaften. Fast alle Kinder freuen sich aufs Schneemannbauen, Schlittenfahren und auf die Schneeballschlacht. Essen die Kleinen vor lauter Freude auch noch die weiße Pracht, werden manche Eltern nervös und hören schon das Gejammer über Bauchschmerzen. Meist sind die Sorgen unbegründet. „Den Kindern schadet es nicht, wenn sie geringe Mengen sauberen Schnee probieren“, sagt Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin bei der DAK. „Zwar entzieht Schnee ähnlich wie destilliertes Wasser dem Körper Mineralstoffe. Aber mit den Mineralien aus der Nahrung gleichen wir diesen Verlust schnell wieder aus.“

Willms rät allerdings davon ab, den Schnee vom Straßenrand oder Gehweg zu verzehren. Dort sei der Schnee häufig stark verschmutzt, sowohl durch Schadstoffe aus der Luft als auch durch Streusalz sowie Urin und Kot von Tieren. „Diese Verunreinigungen können Kindern tatsächlich auf Magen und Darm schlagen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin