Washington DC setzt sich künstlerisch neu in Szene

Im Herbst eröffnen zahlreiche neue Ausstellungen in den Museen der amerikanischen Hauptstadt – Besonders europäische Künstler sind gefragt

Für Kunstinteressierte gibt es im Herbst in Washington DC viel Neues zu entdecken: Die Renwick Gallery feiert mit einer Sonderausstellung ihren 40sten Geburtstag, Per Kirkeby, einer der derzeit bekanntesten europäischen Künstler, stellt 36 seiner Gemälde und Skulpturen in der Phillips Collection aus und die National Gallery of Art widmet sich in der neuen Ausstellung „Shock of the News“ dem künstlerischen Umgang mit der Zeitungsindustrie, wie sie sich in den letzten hundert Jahren entwickelt hat. Mit 19 Museen und Galerien, von denen sich neun direkt auf der National Mall befinden, ist das Smithonian mit seinen einzigartigen Schätzen der größte Museumskomplex der Welt. Neben Dauer- finden regelmäßig Sonderausstellungen in den Museen statt, so dass sich bei jedem Aufenthalt in der Hauptstadtregion ein Galeriebesuch lohnt.

Zum 40. Geburtstag: 40 Künstler unter 40
Mit der Sonderausstellung „40 under 40: Craft Futures“ feiert die Renwick Gallery ihren 40. Geburtstag. Ganz in der Nähe des Weißen Hauses gelegen und als Teil des Smithsonian American Art Museums, vereint die Sammlung unter anderem Skulpturen, Industrie- und Modedesign, Metall- und Keramikarbeiten von 40 Künstlern, die seit der Eröffnung des Museums 1972 geboren sind. Die ausgewählten Werke zeigen neue Möglichkeiten der Handwerkskunst in der heutigen Gesellschaft. Die Ausstellung eröffnet bereits am 20. Juli 2012 und ist den gesamten Herbst über bis einschließlich 3. Februar 2013 zu besichtigen.

Per Kirkeby: Ein Däne in Washington DC
Maler, Bildhauer, Geologe, Filmemacher, Schriftsteller und Poet – der Däne Per Kirkeby ist mit seiner Kreativität bereits seit Jahren über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Ab dem 6. Oktober 2012 werden 36 seiner Gemälde und Skulpturen in der Phillips Collection, Amerikas erstes Museum für moderne Kunst, ausgestellt. Kirkebys Werke sind keinem einzelnen Stil oder einer speziellen Epoche zuzuordnen – er glaubt daran, dass Kunst genauso wie Wissenschaft kontinuierlich im Wandel ist. Per Kirkeby war lange Zeit Professor an der Städelschule in Frankfurt am Main und präsentierte seine Kunstwerke in großen Museen auf der ganzen Welt sowie zweimal auf der documenta in Kassel. Die Ausstellung läuft bis zum 6. Januar 2013.

„Shock of the News“
Am 23. September 2012 beginnt die Ausstellung „Shock of the News“ in der National Gallery of Art. Sie zeigt, wie sich verschiedene Künstler in den letzten 100 Jahren mit der Entwicklung der Zeitungsindustrie auseinander gesetzt haben. Ob Filippo Tommaso Marinetti, Pablo Picasso, Ellsworth Kelly oder Adrian Piper – 60 europäische und amerikanische Künstler thematisierten in ihrer Kunst das Medium „Zeitung“. Ob als Mittel politischer Kritik, als Ansammlung vorgefertigter Nachrichten mit dem Ziel zu bestimmen oder zu manipulieren oder als eine reine Quelle von Sprache und Bildern: Unterschiedliche künstlerische Meinungen formten interessante Werke. Jeder ausgewählte Künstler wird mit einem exemplarischen Ausstellungsstück – Kollage, Gemälde oder Fotografie – vorgestellt. Highlight ist eine fast raumfüllende Installation des italienischen Konzeptkünstlers Mario Merz.

Amerikanische Kunst
Wer sich für landestypische Kunst interessiert, für den bietet Washington DC im Herbst zwei neue Sonderausstellungen. In der Portrait Gallery geht es vom 12. Oktober 2012 bis 28. April 2013 um die Entwicklung der modernen amerikanischen Dichtkunst. Lyrische Werke von Robert Foster, der bereits viermal den Pulitzer-Preis erhielt, Marianne Moore, die für ihr Buch „Collected Poems“ den National Book Award bekam, und Allen Ginsberg werden hier präsentiert. Kleine Filme, in denen die Dichter einige ihrer Werke vorlesen, ergänzen die Ausstellung. Mit den Auswirkungen des Bürgerkriegs und dessen Folgen auf die amerikanische Kunst setzt sich eine Ausstellung vom 16. November 2012 bis voraussichtlich 19. Mai 2013 im American Art Museum auseinander. Gezeigt werden Gemälde und Fotografien, die vom Kriegsgeschehen als auch von Zukunftshoffnung geprägt sind.

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