Ristorante Carmelo Greco in Frankfurt

Nach monatelangen Renovierungsarbeiten und seiner Aufgabe als Bauleiter, widmet Carmelo Greco sich wieder dem, was er am besten kann: Kochen und seine Gäste mit Neuinterpretationen der italienischen Küche verwöhnen. Das neue Ristorante Carmelo Greco hat vergangene Woche eröffnet und bietet sowohl optisch als auch in der Küche eine gelungene Symbiose aus Tradition und Innovation, gepaart mit italienischer Herzlichkeit im Gastraum.

An das Bistrot 77, ehemals eines der besten Sternerestaurants der Region, erinnert im Ziegelhüttenweg 1-3 nichts mehr. Kleine Lampen strahlen die dunkelgraue Außenfassade an, das Logo des neuen Ristorante Carmelo Greco wird durch indirektes Licht in Szene gesetzt. Beim Eintreten durch die schwere Eingangstür, vorbei an Garderobe und Empfang, fällt der Blick unmittelbar auf eine Zinn-Bar, die speziell in Frankreich angefertigt wurde und vor allem dem Service als Station dient. Darüber schweben große moderne Leuchten an der goldenen Decke. Die Küche, die neue Wirkstätte von Carmelo Greco, erreicht man über eine Glastür neben der Bar. Statt einem kultig-heißen Molteni-Herd wird hier auf moderne Induktion gesetzt. In der Ecke auf einen speziellen Sockel ist Chef Touch eingezogen, eine hochmoderne Sous-vide-Gerätekombination von KitchenAid zum schonenden Garen. Dahinter befinden sich ein Kühlraum sowie ein Büro.

Auf zwei kleine Emporen wurden dunkelbraune Dielen verlegt, im restlichen Bereich des Restaurants liegt schwarz-weißer Marmor. Die größeren der beiden Emporen bietet Platz für rund 20 Personen, die Tische lassen sich hier zu einer Tafel oder zu Blöcken zusammenstellen. Eine Trennwand aus Holz wird durch indirektes Licht beleuchtet und grenzt die Empore vom Eingangsbereich ab. Die kleinere Empore bietet Platz für etwa 16 Personen, wobei auch hier die Tische je nach Bedarf zu einer langen Tafel zusammengestellt werden können. Die Bank, die sich über die komplette Länge der Wand erstreckt, ist mit edlem Stoff bezogen, die Beleuchtung lässt alles elegant und zugleich gemütlich wirken. Weitere 12 Personen finden, je nach Bestuhlung, vor der Empore Platz.

In beiden Räumen dominieren verschiedene Grautöne, die von goldenen Akzenten durchbrochen werden, wie die filigranen silbergoldenen Lampen an der Decke. Ein begehbarer gläserner temperierter Weinschrank mit derzeit 600 Rotweinflaschen soll auf 1200 aufgestockt werden und ist ein weiterer Blickfang. Die Tische sind mit silbergrauem Stoff eingedeckt, die schwarzen bequemen Stühle sind von Vitra. Im hinteren Teil des Restaurants gibt es auch eine kleine gemütliche Raucherlounge, die mit Couch und Sessel sowie einer Lüftungsanlage ausgestattet ist. Von hier gelangt man im Sommer auf die Terrasse und in den Garten. Auf Wunsch lassen sich auch die Fenster im Restaurant komplett öffnen. Die weißen stylishen Spaghetti-Vorhänge vor dem Glas lassen genug Licht in die Räume dringen, ohne jedoch direkt Einblick von außen zu gewähren.


Ein Blick in die Speisekarte macht Grecos Konzept deutlich: „Schon immer liegen mir die Verfeinerung und Neuinterpretationen klassischer italienischer Rezepte am Herzen“, erklärt Greco. „Wir arbeiten nur mit besten frischen Produkten, die Karte wird immer wieder nach Marktlage wechseln.“ Gerichte wie Ravioli mit Carbonara-Füllung oder Carne su Carne, Fleisch auf Fleisch, eine Variante der traditionellen Gerichte Carpaccio und Carne Cruda, sollen den Gaumen seiner Gäste überraschen und einfach gut schmecken. Es gibt ein großes Abendmenü, à la Carte liegen die Vorspeisen bei 14-18 Euro, Hauptgerichte bei 26-32 Euro. Preislich angepasst ist auch Grecos Lunch-Versprechen „29 Euro in 29 Minuten“. Ein Drei-Gänge-Menü soll insbesondere Geschäftsleuten, die Grecos Gerichte in der Mittagspause genießen wollen und wenig Zeit haben, gerecht werden. Aber natürlich darf sich jeder so viel Zeit nehmen, wie er möchte.

Viele Jahre überzeugte Carmelo Greco mit seinen italienischen Gerichten die deutschen und internationalen Gäste in Rödelheim und erhielt hierfür seit 1996 einen Stern sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Kochen auf hohem Niveau, daran ändert sich auch im neuen Restaurant von Carmelo Greco nichts, denn Qualität und Frische sind dem gebürtigen Sizilianer, der in der Genussregion Piemont aufgewachsen ist, sehr wichtig. Und wieder einen Stern für das neue Restaurant erkochen? „Warum nicht?“ sagt Greco. „In allererster Linie jedoch sollen sich die Gäste wohlfühlen und einen schönen Abend bei mir verbringen. Die Freude mit dem Gast zu arbeiten, das ist es, was mich motiviert.“

Bisher wirkte Greco ausschließlich in der Küche. Im eigenen Restaurant hingegen nimmt der Küchenchef und Geschäftsführer des Ristorante mit 48 Plätzen noch viele andere Aufgaben wahr. Umso wichtiger, dass er sich auf sein Team in Küche und Service verlassen kann. Serviceleiterin Peggy Braun arbeitete zuvor beispielsweise lange Zeit für den bekannten Drei-Sterne-Koch Juan Amador. Auch in der Küche hat Greco sich ein kompetentes Team aus erfahrenen Mitarbeitern zusammengestellt. Mit einigen hat Greco bereits gearbeitet oder ist seit Jahren mit ihnen befreundet, so auch mit seinem Sous-Chef Deiana, der ebenfalls Carmelo heißt. Deiana war mehrere Jahre Inhaber des Restaurants Deiana in Oberursel. Danach arbeitete er unter anderem bei Alain Ducasse in Paris. Andere Teammitglieder wie die Patissière Frauke Guzenda stellte er auf Empfehlung seiner Freunde oder Kollegen ein.

Unterstützung erhält Greco auch von seinen Geschäftspartnern Chester Sauri und Guido Giovo. Sauri ist eine bekannte Gastronomiegröße in Frankfurt, ihm gehören die Restaurants Die Leiter und Gallo Nero in Frankfurt und La Fattoria in Mörfelden-Walldorf sowie die Räume für Grecos neues Restaurant. Den Weinlieferanten Guido Giovo, der zahlreiche Gastronomien im Rhein-Main-Gebiet und über dessen Grenzen hinaus mit Spitzenweinen, Käse, Wurst und Trüffel aus Italien beliefert, ist nicht nur ein langjähriger enger Freund von Greco, er hat ihn seinerzeit auch im Piemont entdeckt und nach Frankfurt gebracht. Guido Giovo liefert auch die passenden Weinbegleiter der 100 Positionen umfassenden Karte und den weißen Trüffel, der im Herbst noch so manches Gericht von Greco adeln wird.

Das Kochen ist für Carmelo Greco ein permanenter Entwicklungsprozess, eine nie endende Suche nach neuen Geschmackskombinationen. Ein Leben fernab des Kochens kann er sich nicht vorstellen. „Ich möchte auch mit achtzig bis zum Schluss noch am Herd stehen, mit Produkten experimentieren und meine Freunde und die Familie mit gutem Essen glücklich machen.“ Zuerst macht er sich aber erst einmal selbst glücklich: „In meinem neuen Restaurant ist alles genau so, wie ich es haben will, das habe ich mir schon immer gewünscht. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung.“

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