Rakhshan Zhouleh: "Herr der Weine"

Als neuer Sommelier im The Ritz-Carlton, Berlin inszeniert Zhouleh
Weinempfehlungen auf poetische Weise

Die Welt der Weine ist faszinierend und groß. Doch nicht
jeder ist in diesem Fach Spezialist. Ob für Anfänger oder Wein-Gurus: Rakhshan
Zhouleh (47) inspiriert mit seinen poetischen Versen und perfektioniert den Wein-
Genuss. Seit 1. Juni 2007 ist Zhouleh Herr der Weine und neues Teammitglied im
Gourmetrestaurant Vitrum. Seitdem bereichert er mit exzellenten Kenntnissen das
Sternerestaurant Vitrum im The Ritz-Carlton, Berlin.

Im Fachmagazin „Weinwelt“
wurde er „als einer der eigenwilligsten und illustresten Erscheinungen unter
Deutschlands Sommeliers“ beschrieben. „Den Weinservice am Gast nutzt er als
Bühne, er setzt sich, seine Weine in Szene, lässt mit Worten den Wein schon auf der
Zunge schmecken, noch bevor er im Glase ist.“

Aufgewachsen in Teheran und nach zweijähriger Tätigkeit in einer Textildruckerei
zog es Rakhshan Zhouleh 1985 zum ersten Mal nach Deutschland, zu seinem
Bruder, der in Köln wohnt. Bevor er im Dom Hotel Le Méridien seine Ausbildung
absolvierte, kellnerte er im Churrasco Restaurant in Köln, um sich sprichwörtlich
„über Wasser zu halten“. Er lernte dabei nicht nur die deutsche Sprache sondern
auch seine Liebe zur Dienstleistung und dem Service am Gast kennen.

Obwohl noch
sehr jung und unerfahren, hatte der Wein es ihm angetan. Während seiner
Ausbildung zum Restaurantfachmann ebnete eine Flasche Wein seinen Weg zum
Sommelier: Durch Zufall traf er auf Franzosen, die verschiedenste Weine
präsentierten. Einen einzigen davon probierte Zhouleh aus und er entschloss sich,
Weinkellner zu werden. Der Grund: Die erdige Note des Weines hatte ihn an seine
Kindheit erinnert. Damals handelte es sich um den Château Beaumont, Cru Burgeois
Haut-Médoc, aus Bordeaux. Kurz darauf qualifizierte sich Rakhshan Zhouleh 1995
als Sommelier in der Wein- und Sommelierschule Koblenz.

Formen, Farben, Geschmack und subtile Nuancen sowie Figuren bestimmen
seitdem seine Arbeit und Lebensstil. Der sympathische und musisch veranlagte
Weinkenner malt in seiner Freizeit (Öl, Aquarell und ganz neu auch mit Weindepot),
schreibt Gedichte und arbeitet seit zwei Jahren an einem Weinroman, der später als
Drehbuchvorlage dienen soll.

Inspiriert hat ihn eine ältere Dame aus seiner Zeit als Praktikant auf dem Weingut
„Schwarzer Adler“ in Vogtsburg-Oberbergen (Baden). Hier lebte er mit insgesamt
200.000 Litern Wein, lernte Weine anzubauen und half bei der Lesezeit im Oktober.
Sein Weg als Sommelier führte ihn 1995 vom Restaurant Français im Steigenberger
Hotel Frankfurter Hof über das Restaurant „Die Ente vom Lehel“ im Hotel Nassauer
Hof in Wiesbaden bis nach Hamburg in das Restaurant Haerlin im Hotel Vier
Jahreszeiten. Von dort ging es für drei Jahre nach Berlin in das Restaurant Margaux,
seiner ersten Station als Chef Sommelier, und 2004 wieder zurück gen Norden in die
Hamburger „Elb-Lounge“.

Im Restaurant Vitrum des The Ritz-Carlton, Berlin ist Zhouleh Herr über 500
verschiedene Weine und verantwortlich für die Gestaltung der Weinkarte. Es gibt für
Zhouleh zwei Weinregionen auf der Welt, die ihn stark beeindrucken: „Zum einen die
Bordeaux Weine, die dynamisch, strukturiert, facettenreich und fast vergleichbar wie
die „Spitze eines Berges“ sind. Und zum anderen die Burgunder Weine, die
sinnbildlich für „vom Berg zurückzukommen“ stehen, um an einer Küste die
Abenddämmerung in deren Stille, Weichheit, fast in einer Meditation zu beobachten.“

Weinempfehlung von Rakhshan Zhouleh:
• „Domaine de Chevalier Blanc“ / Jahrgang 2000 – Weingebiet: Pessac Léognan
• Weißer, trockener Bordeaux (0,75 Liter)
• Farbe: Leuchtendes, weiches Frühlingsgrün
• Duft: Floral nach weißen Holunderbeerblüten; subtil exotischem Steinobst wie
Bergpfirsisch und gelben Aprikosen; Kräutern aus dem Süden wie Eukalyptus
• Weinbeschreibung: Hierbei handelt es sich um einen sehr lagerfähigen Wein – je
nach Jahrgang kann dieser bis zu 20 Jahre liegen; passt sehr gut zu Speisen, mit
Estragon oder Safran-Jus gewürzt; Schalentiere wie Hummer oder Kaisergranat.

Das Vitrum, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern, verfügt über 48 Sitzplätze und
ist mit edelstem Marmor aus Italien, Dekorationselementen und Kronleuchtern aus
Glas sowie spiegelverzierten Säulen ausgestattet. Bilder des Künstlers Rafael
Ramirez bilden einen interessanten Kontrast und runden das Ambiente mit
individuell gesetzten Lichtakzenten ab.
Das Restaurant ist dienstags bis samstags
von 18.30 bis 23 Uhr geöffnet. Zusätzlich bietet Thomas Kellermann einmal im Quartal und
auf Anfrage Kochklassen und Küchenparties an.
www.restaurant-vitrum.de

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