Karpfen im Trend

Auf rund 4.000 Hektar Teichfläche in Brandenburg wird in diesem Jahr mit einer Produktion von fast tausend Tonnen Speisekarpfen gerechnet. Dabei sind die Karpfen nicht nur im Handel erhältlich, sondern auch viele Fischereibetriebe mit einer Direktvermarktung haben den beliebten Fisch für die Festtage und den Jahreswechsel im Angebot. Auch der Kauf des Festtagskarpfens gehört in vielen Familien bereits zum Brauchtum – in der Region gekauft und vom Fischer küchenfertig ausgenommen, dazu die erforderlichen Gewürze und vielleicht noch ein Spaziergang um die winterlichen Teiche …

Der Weihnachtskarpfen hat in Mitteleuropa eine sehr lange Tradition. Karpfen gehört zum Heiligabend, an den Weihnachtsfeiertagen oder zu Silvester neben Gänsebraten und Kartoffelsalat mit Würstchen zu den klassischen Festtagsgerichten. Der Brauch an diesen Tagen Fisch zu essen, hat seinen Ursprung in der christlichen Lehre, als die Adventszeit als eine strenge Fastenzeit galt. Der Verzehr von Fleisch war untersagt, Fisch galt als „fleischlos“. Der 24. Dezember als Höhepunkt des Weihnachtsfests wurde deshalb mit einer besonderen Fastenspeise, dem Weihnachtskarpfen gefeiert.

Dabei erzielte der Karpfen bereits im 16. Jahrhundert hohe Preise. Bekannt ist, dass damals sogar das Vierfache des Preises von Rindfleisch erzielt wurde.

Der hohe Bedarf an Fisch in den christlichen Fastenzeiten hat zu einer wachsenden Anzahl von künstlich angelegten Fischteichen geführt, die auch heute noch bewirtschaftet werden. Karpfen ist, ob gebraten, blau oder mit Füllung gebacken, als Weihnachtsgericht nicht mehr wegzudenken.


Im Laufe der Zeit und regional verschieden sind weitere Bräuche um den Karpfen hinzu gekommen. Wer bei Festtagskarpfen eine Schuppe findet und diese im Portmonee aufhebt, der wird im nächsten Jahr immer genug Kleingeld haben. Neben den verschiedenen Bräuchen um Glück und Geldsegen gebührt dem Karpfen auch ein hoher Stellenwert als gesundes Lebensmittel.

Der Karpfen ist leicht verdaulich und liegt mit Sicherheit weniger schwer im Magen als eine üppige Weihnachtsgans. Er liefert gut verwertbares Eiweiß und unterstützt mit seinen Omega-3-Fettsäuren die Blutgefäße. Fettarm zubereitet bietet der Karpfen einen gesunden Genuss.

Brandenburg nimmt innerhalb Deutschlands in der Karpfenproduktion nach Bayern und Sachsen den dritten Platz ein. Einer Speisekarpfenproduktion in allen Bundesländern von rund 10.000 Tonnen jährlich steht ein Import von rund 1.500 Tonnen gegenüber. Ziel der Teichwirte ist es, vor allem über die bessere Verfügbarkeit von Satzfischen, den jährlichen Bedarf von 12.000 Tonnen Speisekarpfen in Deutschland abzusichern.

Eine Übersicht über die Brandenburger Fischer und Teichwirte hält der Landesfischereiverband auf seiner Internetseite bereit:
www.lfv-brandenburg.de

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