Augen auf beim Käsekauf

So groß die Anzahl an Käsesorten, so vielfältig sind auch die Einkaufsmöglichkeiten. Dabei macht es der französische Käse dem Verbraucher leicht, denn er ist überall zu finden. Es gibt die Wahl zwischen dem großen Sortiment an Markenkäse im Selbstbedienungsregal der Supermarktketten, die zumeist industriell hergestellt werden und dadurch von gleichbleibender Qualität und Geschmack sind, und der aufgeschnittenen Ware an der Feinkosttheke.

Sucht man dagegen nach besonderen Käsesorten und à point gereiften Käseköstlichkeiten, die traditionell in handwerklicher Produktion hergestellt werden, so empfiehlt sich der Besuch eines spezialisierten Käsefachgeschäfts. Denn gerade Käsekauf ist Vertrauenssache!
Doch wie findet man den Käse, der zu einem passt und aus dem Käseeinerlei heraussticht? Mit den wertvollen Expertentipps von Wolfram Schreier, selbst Maître Fromager und Affineur mit eigenem Käsefachgeschäft in Singen und einem Onlineshop, wird aus jedem Laien ein Käsekenner:

  • Beratung im Käsefachgeschäft oder in der Feinkostabteilung ist das Wichtigste, denn die Vielfalt hinter der Theke kann manchmal überfordern. Die Geschmacksrichtungen und Bezeichnungen sind anfänglich sehr verwirrend und ohne das richtige Wissen bleibt mancher Käseschatz unentdeckt.
  • Überlegen Sie, für welchen Anlass Sie Käse kaufen, wie viele Personen anwesend sein werden und ob der Käse als Apéritif, als Hauptgericht oder als Zwischengang vor dem Dessert gereicht werden soll. Ihr Käsefachhändler kann Ihnen die richtige Menge empfehlen.
  • Käse mit dem Qualitätssiegel AOP, das die kontrollierte Herkunftsbezeichnung garantiert, aber auch bäuerlich hergestellt Käse aus kleinen Betrieben bieten immer wieder tolle Ent­deckungsmöglichkeiten. Fragen Sie den Käsehändler Ihres Vertrauens danach.
  • Käse ist ein Naturprodukt: Echte traditionell hergestellte Käse können manchmal äußerliche Unregelmäßigkeiten aufweisen, schmecken aber köstlich.
  • Unter den französischen Bergkäsesorten wie Comté oder Beaufort empfehle ich die aus den Monaten Juni bis September, da diese ein besonders würziges Aroma haben.
  • Wenn Sie schon einen persönlichen Käsefavoriten haben, kann Ihr Käsehändler diese Auswahl mit einer oder zwei für Sie unbekannten Käsesorten ergänzen. Seien Sie mutig – das Risiko ist begrenzt – der Genussgewinn groß!
  • Achten Sie darauf, dass der Käse aus seiner ursprünglichen Herkunftsregion stammt. So darf nur der aus Rohmilch hergestelllte „Camembert de Normandie“ das AOP-Ursprungssiegel tragen.
  • Kaufen Sie Käse möglichst am Stück, damit wird dem Aromaverlust und der Oxidation am besten vorgebeugt.
  • Bewahren Sie den Käse zu Hause sorgfältig auf, dazu eignet sich das Einwickelpapier aus dem Fachgeschäft sehr gut. Der richtige Lagerort für Käse ist das Gemüsefach im Kühl­schrank.

Befolgt man diese Ratschläge, so kann jeder unter den über 1.000 französischen Käsesorten seinen Lieblingskäse wiederfinden oder einen neuen Favoriten entdecken.

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