Österreichische Gastronomie von Krisenstimmung weit entfernt

Österreichische Gastronomie von Krisenstimmung weit entfernt

Jeder zweite Gastronom sieht wirtschaftliche Entwicklung des
eigenen Betriebes durchaus positiv – FV-Obmann Hinterleitner
eröffnet 15. „Gastrobizz“-Kongress in Mailand

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sehen die
österreichischen Gastronomen der Zukunft mit Optimismus entgegen. „Es
gibt keine allgemeine Krisenstimmung in der Branche“, betonte der
Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, Komm.Rat Helmut
Hinterleitner, zur Eröffnung des 15. „Gastrobizz“-Kongresses in
Mailand. An dem vom österreichischen Tourismus-Profi Herbert Starl
hervorragend organisierten Branchenevent nehmen über 300
Gastronominnen und Gastronomen teil.

Mit einem Jahresumsatz von rund 14 Milliarden Euro bei fast 50.000
Betrieben und mehr als 95.000 Beschäftigten (ohne
Beherbergungsbereich) ist die österreichische Gastronomie ein
stabiler und wichtiger Wirtschaftsfaktor sowie Impulsgeber auch für
andere Branchen.

Das diesjährige „Gastrobizz“-Motto „quo vadis Gastronomie?“, also
die Frage nach der Zukunft der Branche, habe gerade in Zeiten wie
diesen besondere Aktualität, führte Hinterleitner weiter aus. Die
„Finanz- und Wirtschaftskrise“, über die täglich in den Medien zu
hören oder zu lesen ist, werde in der Branche nicht ohne Auswirkungen
bleiben. Einbußen im Luxussegment, im Veranstaltungs- und
Businessbereich sind Anzeichen dafür. „All das zeigt: die Krise, die
zum Ende des vergangenen Jahres noch hauptsächlich in den Medien
stattgefunden hat, kommt mit zeitlicher Verzögerung, aber
unvermeidlich auch im Gastgewerbe an. Spürbar wird das bereits im
Firmen- und Kongressbereich“, erklärte der Sprecher der
österreichischen Gastronomie. Gefährlich wäre es jetzt, den Kopf in
den Sand zu stecken und zu hoffen, dass alles von selbst rasch
vorbeizieht.

Deshalb ist es wichtig, sich mit neuen Trends auseinanderzusetzen.
„Wenn wir über Trends sprechen, dann reden wir eigentlich über
Entwicklungen. Entwicklungen sind langfristig zu sehen, im Gegensatz
zu ‚Modeerscheinungen‘, die oft bereits nach weniger als einem Jahr
wieder verschwinden“, sagte Hinterleitner. „Die wichtigsten Trends,
auf die sich die Branche künftig einzustellen hat, sind der Genuss-
und Gesundheitsfaktor sowie der Zeitfaktor unserer Gäste. Immer
wichtiger werden auch Kooperationen (Netzwerke), Bildung/Ausbildung
und Visionen“. Diese Themen werden an den zwei Kongresstagen von
einer Reihe erstklassiger Referenten eingehend beleuchtet.

Insgesamt gesehen ist die Stimmung in der österreichischen
Gastronomie aber doch um einiges besser als in anderen Branchen. Nach
einer Umfrage des Fachverbandes schätzen mehr als drei Viertel der
Gastronomen (75,9 Prozent) die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung
zwar als negativ beziehungsweise sehr negativ ein. Bei der
Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des konkreten Betriebes
ergibt sich dagegen ein wesentlich positiveres Bild. Hier sind
Optimisten und Pessimisten in etwa gleich verteilt. Immerhin fast die
Hälfte der Befragten (49,5 Prozent) sieht die wirtschaftliche
Entwicklung des eigenen Betriebes in den kommenden Monaten durchaus
positiv.

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