Mischköstler essen schonender als Vegetarier

Wer sich streng vegetarisch ernährt, beansprucht besonders wenig hochwertiges Ackerland für die Produktion seiner Lebensmittel. Wer aber geringe Mengen an Fleisch und Milchprodukten in seinen Speiseplan einbaut, geht noch effizienter mit der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche um.

Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie der amerikanischen Cornell-Universität. Die Forscher ermittelten für den Bundesstaat New York den Bedarf an landwirtschaftlicher Nutzfläche für verschiedene Ernährungsstile, von rein vegetarisch bis zu hohen Anteilen an tierischen Lebensmitteln.
Mit einem Bedarf von 0,18 Hektar Ackerland pro Jahr liegen reine Vegetarier erwartungsgemäß sehr niedrig. Fleischmengen von mehr als 400 Gramm täglich erfordern dagegen die vierfache Fläche. Der hohe Verbrauch erklärt sich aus dem Energieverlust durch die Viehmast. Für jede tierische Kalorie im Fleisch müssen bis zu 14 pflanzliche Kalorien verfüttert werden.
Trotzdem gehen Mischköstler bei moderatem Verzehr von tierischen Lebensmitteln noch effizienter mit dem Ackerland um als Vegetarier.

Der Grund dafür liegt in der Qualität der benötigten Fläche. Getreide, Kartoffeln und Gemüse können nur auf besonders hochwertigen Böden angebaut werden, deren Fläche begrenzt ist. Wiederkäuer, wie Rinder, Kühe und Schafe, lassen sich dagegen auch auf Weiden halten, die nicht als Ackerland nutzbar sind. So benötigen Mischköstler zwar absolut gesehen mehr Fläche, aber ihr Bedarf an hochwertigem Ackerland ist geringer als bei Vegetariern.

Für die Bewohner des Staates New York ergibt sich aus der Studie die Empfehlung, täglich etwa 60 Gramm Fleisch und Eier zu essen. Der Weg dahin ist allerdings noch weit. Zurzeit kommt jeder Amerikaner im Durchschnitt auf die dreifache Menge.
( Jürgen Beckhoff )

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