Zu Tisch, bitte! – Kochen zwischen Muss und Genuss

Was der smarte Kölner Filmproduzent am Abend für sich und seine Gäste kochen wird, entscheidet er spontan beim Gang durch die Delikatessengeschäfte in seiner Nachbarschaft. Kochen ist ihm Genuss und Selbstverwirklichung, die Produkte müssen frisch und exquisit sein, der Wein sorgfältig auf die Menüfolge abgestimmt.

Der Hamburger Hafenarbeiter würde am liebsten jeden Tag Hackbraten oder ähnlich Deftiges auf dem Tisch haben.

In einem einst besetzten Haus in Berlin leben und essen die Ex-Spontis heute gepflegt und geordnet gemeinsam. Jede Familie wohnt in ihrer eigenen Wohnung, jeder geht seiner Wege und seinem Beruf nach. Aber Abend für Abend trifft man sich in der riesigen Küche, in der jeden Tag ein anderes Mitglied dieser arrivierten Wohngemeinschaft Kochdienst hat. Kohlrabi-Quiche für 30 Leute – die Zutaten dazu müssen im Großmarkt bestellt werden.

Der ehemalige Bergmann aus Gelsenkirchen lebt schon lange allein, sein Essen bereitet er sich selbst zu. Das ordnet seiner Meinung nach den Tag, und der tägliche Einkauf bringt ihn unter die Leute. Mal holt er sich nur Soleier am Kiosk und isst ein Stück Brot dazu, ab und zu darf es aber auch eine Suppe sein, die er sich mit Sorgfalt und Vergnügen kocht.

‚Der Mensch ist, was er isst‘, befand der Philosoph Ludwig Feuerbach. Dass dieses Wortspiel auch heute unverändert seine Gültigkeit hat, beweist der Film von Walter Krieg. Er hat Menschen überall in Deutschland bei einer Tätigkeit beobachtet, die sie eint und trennt: dem Zubereiten des täglichen Essens.

NDR, Donnerstag, 27.09., 12:15 – 13:00 Uhr

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