Die Erbse

Besondere Kennzeichen: Keine! Die Erbse ist ein solider
Durchschnittstyp, verlässlich, gesund und sympathisch. Trotzdem hat
sie es nie so ganz geschafft, über den Beilagenstatus hinauszukommen.

Während andere alte Gemüsearten wie Pastinake oder Rote Bete
laufend von der modernen Küche wiederentdeckt und neuinterpretiert
werden, verfolgt die Erbse hartnäckig der Ruf des etwas farblosen
Sattmachers. Das hat vielleicht auch mit den bekanntesten Gerichten
auf Erbsenbasis zu tun, die eher nach Notversorgung klingen als nach
kulinarischem Highlight: Erbsensuppe, Erbsen zu Fischstäbchen und
Kartoffelpüree oder noch schlimmer – Erbswurst.

Möglicherweise begleitet die Erbse den Menschen auch einfach schon
zu lange, als dass man ihren wahren Wert noch zu schätzen wüsste.
Immerhin isst man sie schon seit über 9.000 Jahren, wie Funde im
heutigen Syrien belegen. In Mitteleuropa wurde sie ab dem 13.
Jahrhundert zum Fleisch des kleinen Mannes, weil sie ein billiger
Proteinlieferant war und sich getrocknet gut lagern ließ. Als
Pflanze, die sich ihren Stickstoff selbst aus der Luft holte, passte
sie zudem perfekt in die Dreifelderwirtschaft der Bauern und war eine
willkommene Ergänzung zum täglichen Getreidebrei, wenn auch als
langweiliges Mus.

Immerhin glänzt sie heute mit einem beeindruckenden Sorten- und
Varietätenreichtum, der mehr als 100 Arten bzw. Unterarten umfasst.
Die Liste reicht von Ackererbsen als hochwertiges Eiweißfuttermittel
für Tiere über Markerbsen, die meist als Konserve angeboten werden,
bis zur Zuckererbse, bei der man die fleischig süße Hülse mit den
noch unentwickelten Körnern isst.

In dieser Form war ihr sogar ein kurzer Höhenflug als angesehene
Delikatesse vergönnt. Dafür sorgte Ende des 17. Jahrhunderts der
französische Sonnenkönig Ludwig XIV. Er liebte die unreifen kleinen
Erbsen samt süßlicher Schote über alles und ließ sie sogar in
Glashäusern anbauen und züchten, um das Trendgemüse aus Italien das
ganze Jahr über genießen zu können. Doch der Ruhm verblasste nach
wenigen Jahren, die Erbse blieb letztlich ein Gemüse für Jedermann.
Dazu trugen auch neue Verfahren zur Haltbarmachung bei wie die
Konserve und später auch das Tiefkühlen, bei dem sie sogar ihre
leuchtend grüne Farbe behält und fast alle wichtigen Inhaltsstoffe.

Wenn auch nicht in der Spitzengastronomie, so erlebt die Erbse
zurzeit immerhin auf deutschen Äckern ein Comeback. Nach
jahrzehntelangem Rückgang der Anbauflächen setzten Landwirte in den
vergangenen Jahren wieder verstärkt auf Erbsen als proteinreiches
Futtermittel. Auch der Anbau von Frischerbsen für den Handel ist seit
2013 deutlich gestiegen. Ganz offensichtlich hängen die Deutschen
mehr an ihrem Lieblingsdurchschnittsgemüse als sie zugeben. Und das
hat die sympathische Erbse auch wirklich verdient. Jürgen Beckhoff, www.aid.de

ZEIT Kochtag am 22. April 2016

Am 22. April 2016 findet zum zweiten Mal der ZEIT Kochtag statt. Der Aktionstag steht unter dem Motto „So isst Deutschland“ und soll möglichst viele Menschen dazu anregen, selbst zu kochen und sich mit ihrem Essen bewusst auseinanderzusetzen.

Bundesweit finden am 22. April gut 200 öffentliche Veranstaltungen rund um die Themen Kochen, Ernährung und Genuss statt. Von Aachen bis Würzburg, von Hannover bis Konstanz werden Kochkurse, Bauernhofbesuche, kulinarische Spaziergänge und Kräuterworkshops angeboten. Eine Übersicht aller Veranstaltungen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter www.zeit-kochtag.de/veranstaltungen.

Organisiert werden die Veranstaltungen von Vereinen und Unternehmen, die die Idee des ZEIT Kochtags unterstützen. So organisiert der Hausgerätehersteller Gaggenau als Partner des ZEIT Kochtags zusammen mit seinen Handels- und Kooperationspartnern rund 30 Kochveranstaltungen. Der Verband Bioland ist mit mehr als 20 Veranstaltungen dabei. Auch Slow Food Deutschland e.V., die deutschen Volkshochschulen sowie zahlreiche Kochhaus-Filialen beteiligen sich mit Kochaktionen und Kennlerntagen in ganz Deutschland. Zu den weiteren Unterstützern zählen u.a. Food Assembly und die Geschmackstage. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.zeit-kochtag.de/die-unterstuetzer-des-zeit-kochtags.

Der ZEIT Kochtag wurde von der Wochenzeitung DIE ZEIT gemeinsam mit dem Hausgerätehersteller Gaggenau, dem Lebensmittelhändler EDEKA sowie Slow Food Deutschland e.V. als ideellem Partner ins Leben gerufen. Jeder, der Spaß am Kochen hat und gutes, selbstgemachtes Essen schätzt, kann sich an dem Aktionstag beteiligen – sei es in Form eines privaten Kochabends mit Freunden oder durch die Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung. Über die Möglichkeiten, am ZEIT Kochtag teilzunehmen, informiert die Website www.zeit-kochtag.de.

Das komplette Veranstaltungsprogramm der ZEIT finden Sie unter www.zeit-verlagsgruppe.de/veranstaltungen.

Traurig: Familienessen geht zurück

Deutsche essen immer seltener zu Hause

Seit Jahren essen die Deutschen häufiger auswärts. Nur noch jeder Zweite isst unter der Woche mittags in den eigenen vier Wänden. Das entspricht nach einer Auswertung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einem Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zu 2005. Insgesamt werden pro Jahr rund drei Milliarden weniger häusliche Mahlzeiten gegessen (minus 4 %). Diese Entwicklung wirkt sich auch auf den Konsum aus: Die Verbraucher kaufen weniger Fleisch, Soßen und Würzen, da sie seltener mittags kochen. Stattdessen nimmt die Nachfrage nach Convenience-Produkten wie verzehrfertigen Salaten und belegten Brötchen zu.

Besonders deutlich ist der Wandel bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem Klein- und Grundschulkinder werden tagsüber durch die Berufstätigkeit der Eltern immer häufiger in der Kindertagesstätte, im Hort oder in offenen Ganztagsschulen versorgt. Nur 52 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und 41 Prozent der 3- bis 5-Jährigen erhalten wochentags eine Mittagsmahlzeit zu Hause. Jugendliche essen häufiger daheim (66 % der 14- bis 16-Jährigen), wobei sie sich vermutlich oft selbst eine Mahlzeit zubereiten. Somit haben Eltern immer weniger Einfluss, welche Lebensmittel Kinder und Jugendliche konsumieren. Gleichaltrige prägen das Essverhalten, mitgegebenes Frühstück wird nicht selten weggeworfen oder bestenfalls getauscht.

Bei den 20- bis 29-Jährigen isst, ähnlich wie vor zehn Jahren, nur gut jeder Dritte unter der Woche zu Hause. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es knapp 39 Prozent. Bei dieser Altersgruppe haben sich die häuslichen Mahlzeiten verringert, was vermutlich auf die hohe Beschäftigungsrate und die steigenden Anforderungen der Arbeitswelt an Mobilität und Flexibilität zurückzuführen ist. Zudem führt die Geburt eines Kindes offenbar immer seltener dazu, dass die Erwerbstätigkeit für längere Zeit unterbrochen wird. Häufig wird allein gegessen oder mit Arbeitskollegen. Da fehlt das Mittagessen als Treffpunkt der Familie, geben die Konsumforscher zu bedenken. Am Abend und am Wochenende wird das gemeinsame Essen aber gepflegt, um dabei Neuigkeiten und Erlebnisse auszutauschen.

Mit Erreichen des Rentenalters steigt der Anteil der Menschen mit einem häuslichen Mittagessen auf 46 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen und 77 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen. Aber auch bei älteren Menschen hat sich die Zahl der selbst zubereiteten Mahlzeiten insgesamt verringert.

Heike Kreutz, www.aid.de

Siebentägiger Kochkurs im Cilento (Kampanien, Süditalien)

Kochen wie La Mamma

Nirgends isst man so gut wie in Italien. Nur ein Vorurteil? In diesem Herbst sollte man sich vom Gegenteil überzeugen lassen! Die Ferienhaus-Agentur Cilentano aus Regensburg lädt vom 17. bis 24. Oktober 2015 Küchenlaien und passionierte Hobbyköche nach Marina di Camerota (Cilento/ Kampanien) ein, um sich auf die Spuren der Dieta Mediterranea zu begeben. Während des einwöchigen Kochkurses „Cucina Cilentana e Italiana“ lernen die Teilnehmer nicht nur den Nationalpark Cilento, Land und Leute kennen, sondern dürfen auch das eine oder andere Geheimnis unter den süditalienischen Topfdeckeln lüften.

Von der Bauernküche zur Dieta Mediterranea
Den Stein der heute so geläufigen Dieta Mediterranea bzw. Mittelmeer-Diät brachte in den 1960er Jahren der amerikanische Physiologie Ancel Keys ins Rollen. Während seines Aufenthaltes in der kleinen cilentanischen Gemeinde Pollica entwickelte Keys seine Leitlinien einer reichhaltigen und zugleich gesunden Ernährungsweise. Diese basiert vor allen Dingen auf den Zutaten: frisches Obst und Gemüse, Getreideprodukte, Käse, Fisch, ein wenig Wein und Olivenöl. Während Keys’ Theorien in der Slow-Food-Bewegung gipfelten und momentan auf der EXPO in Mailand wieder ein bestimmendes Thema sind, haben sich die Ernährungsweise und die Küche der Cilentani bis heute kaum verändert. Zahlreiche ursprüngliche und traditionelle Gerichte haben überdauert und werden nach wie vor im Kreise der Familie und in den vielen kleinen Restaurants zwischen Paestum und Sapri gekocht.

Frisch geerntet in den Topf
Den kulinarischen Traditionen seiner Heimat hat sich auch Andrea Bifulco verschrieben. Der Junghotelier aus Marina di Camerota ist einer der Initiatoren des Kochkurses „Cucina Cilentana e Italiana“. Nur wenige Meter vom Meer entfernt, findet der Unterricht in seinem Hotel Calanca statt. Mit von der Partie sind außerdem die passionierte und erfahrene Köchin Annamaria, Übersetzerin Tiziana und Tour Guide Luca. Die Teilnehmer erwartet somit ein abwechslungsreiches Programm, das über das reine Kocherlebnis weit hinaus geht.

Jeder Tag steht dabei unter einem Motto, welches nicht nur die kulinarische Richtung vorgibt, sondern auch passende und spannende Ausflüge bereit hält. Ob auf Wanderungen durch die immergrüne Macchia des Nationalparks, beim Besuch malerischer Bergdörfer und alter Landgüter oder während der Weinlese und Olivenernte lernt man den Cilento in all seinen Facetten kennen. In einer noch unverfälschte Natur taucht man ein, wenn es mit Luca auf die Suche nach Pilzen, wildem Spargel oder Baumerdbeeren geht. An einem anderen Tag erklärt Prof. Tarallo, warum das cilentanische Olivenöl so wertvoll ist und wie es seit Jahrhunderten in diesem Landstrich gewonnen wird.

Mit den richtigen Zutaten im Gepäck und unter Annamarias fachkundiger Anleitung wird schließlich gebraten, gebrutzelt, geschnippelt, gerührt, geknetet, gekostet, gebacken und geschlemmt. Im Handumdrehen gelingen köstliche Fisch- und Pastagerichte wie Cavatelli alla cilentana, Pasta con Alici oder Lagane e Ceci con Baccalà. Selbst die Kunst des neapolitanischen Pizzabackens werden die Teilnehmer nach dieser bunten und abwechslungsreichen Woche beherrschen. Buon appetito!

www.cilento-ferien.de/gruppenreisen/kochkurs-im-cilento.html

Die Zwiebel als Heilpflanze

Zwiebel ist die Heilpflanze des Jahres 2015. Der Naturheilverein Theophrastus möchte mit dieser Wahl die heilenden Aspekte des Gemüses herausstellen. Ob als Sirup, Saft, Tee oder Tinktur – die Zwiebel hilft zum Beispiel beim ersten Frühlingsschnupfen und bei Ohrenschmerzen, löst Schleim in den Bronchien und bekämpft Appetitlosigkeit.

Seit Jahrtausenden wird die Zwiebel als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Für die Pyramidenarbeiter in Ägypten und die römischen Legionäre waren Zwiebeln ein Hauptnahrungsmittel. In Deutschland begann der Anbau der Pflanze im zwölften Jahrhundert. Sie gehört zur Gattung Allium aus der Familie der Liliengewächse. Heute ist die Zwiebel nach der Tomate das beliebteste Gemüse der Deutschen und wird auf einer Fläche von 9.000 Hektar angepflanzt. Im Jahr isst jeder Bürger rund sieben Kilogramm.

Die Zwiebel ist ein bewährtes Mittel in der Naturheilkunde. Gekocht wirkt das Gemüse regulierend auf den Magen-Darm-Trakt und beugt altersbedingten Gefäßveränderungen vor. Gegen Husten helfen Zwiebeln als Sirup mit Zucker und Honig.

Zwiebeln sind eine Bereicherung für den Speiseplan und sie enthalten viele positive Inhaltsstoffe. Dazu gehören Vitamin C, aber auch Vitamin A, B-Vitamine und E sowie Mineralien und Spurenelemente wie zum Beispiel Kalium, Phosphor, Zink und Mangan. Wertvolle Senföle wirken zudem antibakteriell und unterstützen das Verdauungssystem.
Heike Kreutz, www.aid.de

Fischstäbchen

24 Fischstäbchen isst der Deutsche im Schnitt pro Jahr. Damit sorgen die Verbraucher für einen Gesamtabsatz von insgesamt 58.492 Tonnen Fischstäbchen pro Jahr – das entspricht immerhin fast dem sechsfachen Gewicht des Eifelturmes.

Insgesamt wurde in Deutschland im Jahr 2013 ein Fanggewicht von knapp 1,1 Millionen Tonnen Fisch verbraucht. Auf jeden Bundesbürger kommen damit pro Jahr rund 13,5 kg Fisch. Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) empfiehlt grundsätzlich, Fisch ein bis zwei Mal pro Woche zu konsumieren, dabei aber auf Produkte mit anerkannt nachhaltiger Herkunft zu achten.

Quellen: BMEL, DGE e.V., Deutsches Tiefkühlinstitut e.V.

Das isst Dubai

Soul-Food, Macarons und Social Restaurants

Dubai isst, schlemmt, genießt und experimentiert – hier ein paar News aus der Foodszene:

Noch in diesem Jahr wird das zweite Soulfull Outlet in den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnen: Unter der Leitung von Thomas Klein International wird es im The Emirates Financial Towers-Restaurant Gerichte geben, die mit dem Zusatz „gut fürs Herz“ oder „stärkt das Immunsystem“ versehen sind. Es werden ausschließlich frische Zutaten verwendet und Lebensmittel, die am Ende des Tages übrig sind, werden in soziale Einrichtungen gebracht. www.thomaskleingroup.com

Im Jahr 1802 eröffnete Dalloyau das erste Geschäft in der Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré. Nun haben die Konditoren und Chocolatiers auch Einzug in Dubai gehalten: In der Mall of the Emirates gibt es die legendären Macarons und das traditionelle „Pain du Roy“, aber auch französische Köstlichkeiten wie Croque Monsieur oder Angus Beef mit Béarnaisesauce. Weltweit gibt es bereits über 400 Geschäfte und jedes Jahr kreieren die Gourmetexperten mindestens 500 neue Rezepte. www.dalloyau.com

Vom 14. bis 23. Mai findet die vierte Jumeirah Restaurant Week statt. Insgesamt beteiligen sich über 40 Restaurants daran, darunter das Pier Chic, Paj Thai und The Noodle House im Madinat Jumeirah oder Junsui und Al Iwan im Burj Al Arab. Infos unter www.jumeirah.com

Im Sommer wird das InterContinental Dubai Marina mit neun verschiedenen Bars und Restaurants eröffnen. Dazu gehören das Marina Social Restaurant und The Social Room Bar unter der Leitung des Küchenchefs Jason Atherton. Dahinter steckt die Idee, Michelin Sterne-Küchenqualität in unprätentiösem Ambiente anzubieten – Gäste sollen sich eingeladen fühlen, auch nur für einen kleinen Lunch oder einen Drink vorbeizuschauen. www.ihg.com/intercontinental/hotels/de/de/dubai/dxbpl/hoteldetail/about-the-hotel/dining

Ein „must visit“ ist der Ripe Night Market Dubai, der jeden Samstag von 16 bis 21 Uhr im Al Barsha Pond Park stattfindet. Ob indische oder mexikanische Küche, Rohkost oder vegan – hier kommt jeder auf seine Kosten. Mit Live-Musik und kleinen bunten Laternen wird der Markt zu einem wöchentlichen Fest im Park. www.ripeme.com/night-market

Jonas Pfiffner, Hamburg

Auch im Restaurant HEIMAT des Hamburger 25hours Hafencity steht mit Jonas Pfiffner ein neuer Küchenchef an den Kochtöpfen. Das Thema Hafen bestimmt die Küche und das, was aus den unterschiedlichen Häfen angrenzender Länder nach Hamburg getragen wird und dort als regionale Delikatesse gilt. Mit der Winterkarte hat der gebürtige Schweizer einen vielversprechenden Start hingelegt: Etwa mit dem Fondue Chinoise aus der Schweiz, Miesmuscheln nach Bretonischem Rezept, warmem Pulpo auf Tomatencarpaccio oder dem fast schon legendären HEIMAT-Burger.

„Seit über zehn Jahren arbeite ich jetzt schon als Koch – und wenn ich dabei eines gelernt habe, dann dass es ganz gleich ist, woher die Rezepte stammen: Die Qualität der Zutaten muss stimmen und mit Liebe und Spaß an der Arbeit zubereitet sein“, erklärt Pfiffner. Damit spricht er der Hoteldirektorin Nina Quitmann aus der Seele, die ergänzt: „Unser Restaurant heißt HEIMAT, denn für uns ist Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl. Wir möchten, dass der Gast bei uns sehr gut und lecker isst und sich durch das Essen bei uns ein bisschen wie zu Hause fühlt. Wir freuen uns sehr, Jonas an Board zu haben, da er mit seiner Energie, seinem Know-how sowohl als Koch, als auch durch seine Arbeit mit jungen Menschen ein großer Mehrwert für unser HafenCity Team ist.“

Nach seiner Ausbildung im Hotel Restaurant Engel im Schweizer Frick war Jonas Pfiffner drei Jahre in München bevor er über das Restaurant Rösterei in Zürich und dem Schweizer Edel-Caterer Gamma Catering zur Stiftungskette kam: Ein Restaurantprojekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, psychisch und körperlich benachteiligten jungen Menschen die berufliche Integration zu ermöglichen.

Kartoffeln

Gute Knollen erkennt man am erdigen Geruch

Ob Linda, Sieglinde oder Adretta: Die Kartoffel gehört zur deutschen Küche wie das Croissant zu Frankreich und der Mozzarella zu Italien. Jeder Deutsche isst im Jahr rund 55 Kilogramm Kartoffeln, frisch zubereitet oder in Produkten weiterverarbeitet. Auf die Vorzüge der Knolle weist die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hin. Im Rahmen der Initiative lädt Slow Food Deutschland e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. am heutigen 13.09.2014 in Kassel zum Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung. Besucher können auf dem Königsplatz nicht verkaufte und aussortierte Kartoffeln und Gemüse selber schälen, schnippeln und als leckeren Eintopf genießen.

Kraftpaket Kartoffel
Im Gegensatz zu dem Vorurteil, sie sei ein Dickmacher, ist die Kartoffel eigentlich ein echtes Kraftpaket. Sie enthält doppelt so viel Eiweiß wie Weizen. Sie versorgt den Menschen mit Magnesium, Kalium, Kalzium, Vitamin C und B. Dank ihrer Kohlenhydrate ist sie ein hervorragender Energiespender und Sattmacher. Und wegen des geringen Fettgehalts und nur 70 Kilokalorien auf 100 Gramm macht sie auch nicht dick.

Wahre Alleskönnerin
Als Mittel gegen Hunger setzte die Kartoffel sich in deutschen Küchen durch. Weltweit gehört die Knolle nach Reis, Weizen und Mais heute zu den wichtigsten Nahrungsmitteln überhaupt. Anpassungsfähig wie sie ist, wächst sie in fast jedem Klima und benötigt nur wenig Wasser. Kartoffeln lassen sich auf vielfältigste Weise variieren. Man kann sie kochen, dämpfen, dünsten, stampfen, braten, schmoren oder frittieren; aus ihnen werden Salate, Suppen, Pürees, Knödel, Aufläufe, Aufstriche und Mehlspeisen. Die Nährstoffe bleiben übrigens am besten erhalten, wenn die Kartoffeln mit Schale gekocht oder besser noch gedämpft werden.

Beliebte Sortenvielfalt
Rund 200 Kartoffelsorten gibt es in Deutschland, 5.000 weltweit. Darunter finden sich mild schmeckende, kräftige oder solche, die fein und intensiv zugleich sind wie die Frühkartoffel. In Deutschland findet man die Kartoffel als Gratin in der Gourmetküche ebenso wie als Kartoffelsalat an der Imbissbude.

Wie man gute Knollen erkennt
Wer Kartoffeln schätzt, kauft sie frisch. Gute Knollen erkennt man im Geschäft am erdigen Geruch und gleichmäßiger gelbbrauner Farbe. Sie sollten nicht muffig riechen und trocken sein. Wer Kartoffelsalat oder Kartoffelpuffer macht, der wählt festkochende Sorten. Für Pommes Frites, Salz- und Pellkartoffeln sind vorwiegend festkochende gut geeignet. Mehlige passen hervorragend in Eintöpfe und lassen sich gut zu Gnocchi, Knödel und Püree verarbeiten.

Aufbewahrung
Kartoffeln lassen sich lange aufbewahren. Dazu sollten sie zwischen vier und sechs Grad, dunkel, trocken und gut durchlüftet aufbewahrt werden. Also raus aus der Folienpackung und nicht in den Kühlschrank legen, sonst werden sie süßlich. Lagern sie zu warm und hell, treiben die Knollen aus. Die Bereiche um die Triebe und grüne Verfärbungen sollten großzügig ausgeschnitten werden. Diese Stellen enthalten wie die Pflanzenkeime das gesundheitsschädliche Solanin, das auch in der Schale enthalten ist. Gekocht halten Kartoffeln zugedeckt zwei bis drei Tage im obersten Kühlschrankfach. Sollen sie länger halten, kann man die gegarten Fitmacher einfrieren. Roh funktioniert es nicht, denn die enthaltene Stärke wandelt sich bei Temperaturen unter vier Grad in Zucker um. Aber das ist auch gar nicht nötig: Kartoffeln lassen sich je nach Sorte mehrere Wochen bis Monate aufbewahren. Frühkartoffeln sollten schnell aufgebraucht werden. Die mittleren und späten Sorten, die es ab jetzt bis zum Frühjahr zu kaufen gibt, halten länger.

Namensverwandte Süßkartoffel
Obwohl vom Aussehen und Namen her verwandt, ist die exotische, mehlige Süßkartoffel eigentlich keine Kartoffel, sondern zählt wie der Knöterich zur Familie der Windengewächse. Auch sie gehört zu den zehn bedeutendsten Nahrungspflanzen weltweit. Bei optimalen Bedingungen (12 bis 14 °C) lassen sich Süßkartoffeln einige Wochen lagern.

www.zugutfuerdietonne.de

Nach Herzinfarkt besonders auf Ernährung achten

Mehr Ballaststoffe

Nach einem Herzinfarkt ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Wer reichlich Ballaststoffe isst – vor allem aus Getreide -, kann das Sterberisiko deutlich senken. Das lassen die Resultate einer US-amerikanischen Studie um eine Wissenschaftsgruppe der Universität Harvard vermuten. Für die Untersuchung wurden Daten von rund 4.000 Menschen ausgewertet, die einen ersten Herzinfarkt erlitten hatten. Die Probanden machten regelmäßig in Fragebögen ausführliche Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten. In den folgenden neun Jahren starben 1.133 Patienten, davon 558 an einem Herzinfarkt oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wer nach einem Herzinfarkt besonders auf eine ballaststoffreiche Kost achtete, hatte ein um 25 Prozent geringeres Sterberisiko. Eine Steigerung des Ballaststoffverzehrs um täglich 10 g verringerte die Sterbewahrscheinlichkeit im Untersuchungszeitraum um 15 Prozent. Für Herzkreislauferkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, koronare Herzkrankheit) war die Mortalität um 13 Prozent geringer – unabhängig von weiteren Faktoren wie Alter, medizinische Vorgeschichte und andere Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Ballaststoffe können aus Getreideprodukten wie Frühstückscerealien, Obst und Gemüse stammen. Laut Studie stand vor allem die Aufnahme von Getreideballaststoffen mit einer erhöhten Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Herzinfarkt in Zusammenhang. Zukünftige Forschungen müssen aber klären, ob weitere Lebensstiländerungen neben einer guten medikamentösen Versorgung das Sterberisiko senken.

Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die keine Energie liefern. Trotzdem sind sie nicht nutzlos, sondern ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung. Sie regen beispielsweise zum Kauen an, sättigen anhaltend und unterstützen die Darmfunktion. Die US-Forscher vermuten, dass eine ballaststoffreiche Kost die Blutfettwerte verbessert und das Risiko für Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes verringert.
Heike Kreutz

Quelle: British Medical Journal (BMJ), Online-Veröffentlichung (BMJ 2014;348:g2659)

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