Sheraton Moriah Tel Aviv Hoteltest

Im Juli besuchte ich das Sheraton Moriah Hotel in Tel Aviv, Israel.
Gebucht habe ich 2 Tage vorher über ein Reisebüro einen Executive Room zu 248 US$, auf der Sheraton Website hätte das Hotelzimmer nur 231.-$ gekostet.

Das Hotel ist schwer zu finden, wenn man nicht weiß wie, die Website gibt auch keine vernünftigen Anfahrtshinweise. Das Hotel liegt direkt am Strand von Tel Aviv in der Hotelzone, wo auch alle anderen wichtigen Hotels liegen.

Von aussen macht das Hotel keinen guten Eindruck, der Beton bröckelt von der Fassade, man sieht die verrosteten Eisenarmierungen.

Bei der Ankunft übernehmen die Bellboys nach Heranwinken das Auto und parken es (Tagespreise ca. 10 US$). Der Rezeptionist war sehr freundlich, bemüht und professionell. Es gab ein DIN A 4 Blatt als so eine Art Gästeführer. Das Gepäck kam nach kurzer Zeit.

Ich wohnte in der 17. Etage. Das Zimmer bestand aus einem King size Bett, sehr kleinem Bad und Balkon, sowie dem Üblichen. Das Zimmer war in einem aktuellen Zustand, der Teppichboden war allerdings verdreckt. Auf dem TV lagen auf einer Stelle Staubflocken, hier hatte die Putzfrau wohl ihr Utensil abgelegt. Das Zimmer war auch nicht gründlich gereinigt. Der alte Fernseher gab einen extrem schlechten Empfang, immer wieder schneite es, bzw. fehlte Farben. Trotz Reklamationen wurde nichts geändert. Auf dem Schreibtisch war ein Brandfleck. Der Stuhl und die beiden Sessel waren speckig. Originell: Genau am Fußende des Bettes war ein großer Spiegel angebracht, in dem man sich im Bett beobachten konnte. Wobei dieser Spiegel offenbar nicht regelmäßig gereinigt wurde. Turn down Service muss telefonisch bestellt werden. Einen Obstkorb oder ein Wasser gab es zur Begrüßung bei mir nicht, in anderen Zimmern wohl teilweise.

In den folgenden Tagen wurde das Zimmer sehr oberflächlich geputzt, die Tagesdecke und Kissen lagen immer hinter einem Sessel. Der Balkon wurde von der Putzfrau nicht betreten. Die Gläser blieben schmutzig (leer) im Zimmer stehen.
Erstaunlicherweise geht es aber auch anders. Am Tag vor der Abreise fand ich ein perfektes Zimmer vor! Die Tagesdecke lag, wo sie sollte, der Spiegel war geputzt und der Ascher auf dem Balkon ausgeleert und sogar Streichhölzer wurden dazu gelegt. Prima, warum nicht jeden Tag so?!

Im Zimmerpreis war ein Frühstücksbuffet inkludiert. Das „R“ Stockwerk erreichte man mit sehr altertümlichen Fahrstühlen, die nicht vertrauenserweckend sind, aber funktionierten. Vor dem Restaurant sitzt eine Kontrolleurin, die freundlich nach der Zimmernummer fragt. Ein Tag saß ein General dort, der weniger freundlich fragte. Das relativ kleine Restaurant wird von vielen schwarz gekleideten, sehr jungen Menschen bedient, die das Schild „Trainee“ auf der Brust hatten, aber festangestellt waren. Im dem eigentlich schönen Restaurant waren Tische und Stühle speckig bis verdreckt. Die Tische – Tischdecken gab es nicht – wurden nicht feucht abgewischt, waren also voller Flecken. Die Krümel waren entfernt, lagen aber oft auf den klebrigen Stühlen. Eine einzige Katastrophe. Die jungen Menschen verstanden meine Beschwerde nicht. Weil sie meist kein English sprachen.

Man bediente sich am Buffet, das eine gute Auswahl lieferte, israel-typisch allerdings keine Marmeladen und keine Wurst / Schinken etc. Die Präsentation der Speisen war lieblos. Es fehlten auch jegliche Schilder.
Spiegeleier konnten nicht am Tisch bestellt werden, man musste sich an einer Service Station anstellen, die auch nicht auf Bitten an den Tisch lieferte. Da die Station oft gut besucht wurde, wartete ich bis zu 20 Minuten auf meine Eier. Die Kellner des Restaurants hatten keine Ausbildung, keine Führung, es war ein Trauerspiel. Einzig eine junge Russin, Vera, fiel durch Freundlichkeit, Bemühungen und Kompetenz auf.

Das Hotel bietet einen Highspeed WLAN Zugang an. Der Rezeptionist meinte, man müsste per Kreditkarte vom Zimmer bestellen, was nicht stimmte, man kann gleich an der Rezeption buchen, was ja bequemer wäre.. Der Zugang war nicht Highspeed, sondern slow speed, 3 – 7 Kbps. Aber man ist ja mit kleinen Sachen schon zufrieden. In den Folgetagen wurde die Performance so schlecht, dass immer wieder mein Dial-up account aufpoppte und mich aufforderte, eine Verbindung herzustellen. Ich rief den Operator an, um mich zu beschweren. Der verband mich mit dem Business Center, die mir erklärten, für den Zugang sei eine Fremdfirma zuständig, die solle ich anrufen. Ich sagte, eigentlich erwarte ich, dass mir im Hotel geholfen wird oder zurückgerufen wird und ich mich nicht an Lieferanten des Hotels selber wenden muss. Die Business Center Dame gab mir die Nummer der sehr freundlichen Hotline. Nach einer Stunde fand die Hotline raus, dass vermutlich ein Repeater defekt ist und versprach mir ein spezielles Funk Modem, das mehrere Repeater erreichen würde. Nach einer Stunde kam immer noch kein Modem und ich konnte gar nicht mehr online gehen. Also rief ich wieder die Hotline an, die eine 0800er Nummer hatte, die vom Hotel auch nicht berechnet wurde. Die sehr freundliche Hotlinerin gab mir als Entschädigung einen gratis Zugang für den folgenden Tag und versprach mir das Modem innerhalb von 10 Minuten, was dann auch geschah. Wortlos übergab mir ein Page einen kleinen Beutel mit dem Modem. Am nächsten Tag funktionierte das High Speed dann wirklich schnell und gut, auch ohne das Modem, nur mit meinem Laptop. Schade, dass ich mich nicht von Anfang an beschwert hatte.
Ich bestellte mir einen Weckruf für 9:15 Uhr, der auch immer korrekt ausgeführt wurde. Es klingelte und man hörte Musik. Jedoch stellte man um 8 Uhr die Hotline des WLAN Anbieters durch, der mitteilte, dass ich nun wirklich WLAN in Highspeed Quality habe. Auf meine Beschwerde beim Operator, sagte mir diese, der Weckruf werde nur in den Computer eingegeben und da nach interessiert der keinen Menschen mehr.

Als „Starwood Preffered Guest“, das Loyalty Programm der Gruppe, bekomme ich eine Tageszeitung. Im Hotel bekam ich eine Hebräische. Natürlich kann ich nicht hebräisch lesen. Ich rief den Operator an und bat um die Jerusalem Post. Der verband mich weiter. Ich bekam dann an den Folgetagen die Jerusalem Post. Es gibt niemand im Hotel, der dem Gast einen Weg abnehmen möchte, der Gast soll alles selber machen.

Das Ausschecken war eine Katastrophe. Statt einer Begrüßung hieß es „LAST NAME!“. Ich antworte mit einem „Shalom“ und erhielt ein „WHAT? ROOM NUMBER?“. „WHERE IS THE MODEM?“. Natürlich lag es auf dem Schreibtisch. Dann wollte er mir 200 US Dollar berechnen, wenn ich es nicht gleich runterbringe, „da Gäste das immer klauen“. Ich bat darum, den zuständigen Manager zu sprechen. Eine Assistant Frontmanagerin kam, die mich genauso aufforderte, das Modem zu holen. Als ich ablehnte, schickte sie einen Bellboy. Nach 20 minütiger Strafwartezeit, sagte sie, ja, es sei okay, das Modem ist wirklich da. Auf der Rechnung wurde nicht das Parken berechnet, als ich darauf hinwies, wurde kommentarlos das Parken dazu gebucht. Absolut unerfreulicher Service.

Die Angestellten grüßen zu 70 % von sich aus. Einige Angestellte sind höflich, ausgebildet und motiviert, die meisten aber sollten wieder in die Produktion oder Armee zurück. Die meisten Mitarbeiter haben keine Ausbildung genossen und sehen den Gast als Störfaktor an. Für anspruchsvolle Gäste, die dieses doch recht teure Produkt buchen, absolut unakzeptabel. Erstaunlich, dass die interne Qualitätskontrolle von Starwood so etwas durchgehen lässt! Das Haus ist eine Schande für Starwood und beschädigt das Sheraton Image!

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