Vorne Ku´damm, hinten Ostsee

Neue Ausstellung zeigt tiefe Verbindung der Haupstädter zur Sonneninsel
Das Heimatmuseum Berlin Charlottenburg Wilmersdorf und die „3 Kaiserbäder“, die mittlerweile seit einem Jahr aktiv in einer Kulturkooperation zusammenarbeiten, bereiten derzeit gemeinsam die Ausstellung „Die Kaiserbäder auf Usedom – ein Vorort Berlins“ vor. Hintergrund: Viele prominente Berliner – Bankiers, Industrielle, Künstler – die in
Charlottenburg-Wilmersdorf ansässig waren, haben mit ihrem Engagement zum rasanten Aufstieg der Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin beigetragen.

So erhielt das Seebad Heringsdorf nach der Gründung der „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“ durch die Brüder Adelbert und Hugo Delbrück im Jahre 1872 innerhalb weniger Jahre seine heutige Struktur.

Die Ausstellung bewegt sich auf einer Reihe von Lebenspfaden, die die Wohnform „Vorne Ku´damm, hinten Ostsee“ initiierten und ihr folgten. Die Sammlung wird parallel in Berlin (Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf 6. August – ) und in den Kaiserbädern auf Usedom (Villa Irmgard 19. August.-24. September) zu sehen sein.

In der Kaiserzeit war es für die Berliner Oberschicht schon fast ein Muss, eine feudale Villa in einem der Kaiserbäder auf der Insel Usedom zu besitzen. Dabei gaben sich die wenigsten von ihnen dort ausgiebig der Sommerfrische hin, da sie von den vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen einfach zu stark vereinnahmt wurden. Richtig genießen konnten das milde Ostseeklima die namhaften Künstler und Gelehrten, die sich ebenfalls in den „3 Kaiserbädern“ ansiedelten. Selbst deren Häuser in Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin waren oft so opulent ausgestattet wie die eigenen Residenzen im Berliner
Tiergartenviertel oder im wohlhabenden Charlottenburg.

Die Ausstellung „Die Kaiserbäder auf Usedom – ein Vorort Berlins“ bietet Einblick in die Lebensgeschichte von namhaften Persönlichkeiten aus der Kaiserzeit, deren klangvoller Name bis heute ein Begriff ist, über die jedoch oft kaum persönliches bekannt ist. Darunter Bismarcks Bankier Gerson von Bleichröder, der Kunstmäzen Benoit Oppenheim, Adelbert Delbrück, Begründer der Deutschen Bank und Hermann Berthold, der „goldene Berthold“, dessen erst in den 1990er Jahren aufgelöste Firma alle, die Qualität im Buchdruck zu schätzen wissen, bis heute nachtrauern.

www.auf-nach-mv.de

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