Äpfel einmal anders – Auf die pikante Tour

„Wir können auch anders“ sang in den 90ern die deutsche Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot. Vielleicht ließen sie sich von dem gleichnamigen Roadmovie von Regisseur Detlev Buck inspirieren… Wenn Äpfel reden könnten, würden sie uns bestimmt das gleiche sagen: „Wir können auch anders!“ Denn nicht immer muss es die süße Variante sein. Nein, Äpfel sind so vielseitig, dass sie sich sogar mit pikanten Speisen wunderbar kombinieren lassen.

Im Rheinland wurde diese Eigenschaft übrigens schon früh erkannt. Dort werden gerne deftige Aromen mit Süßem vereint. Durch Zugabe von Äpfeln erhalten diese Gerichte eine süßsaure Note. Wer kennt es nicht, die typisch rheinisch-westfälische Spezialität „Himmel un Ääd“ aus gewürfelten Salzkartoffeln und Apfelmus? Seinen Namen erhielt diese Mahlzeit, die übrigens seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, aufgrund seiner Hauptzutaten: Von den Kartoffeln, die auch Erdäpfel genannt werden, also „Erde“, und von den Äpfeln, die hoch oben an den Bäumen wachsen, also „Himmel“.

Eine wichtige Rolle spielen Äpfel auf pikante Art zur Weihnachtszeit: Kein Rotkraut ohne Apfelstückchen, keine gebratene Ente oder Gans ohne Apfelfüllung! Dies ist allseits bekannt. Doch Äpfel können noch viel mehr! In Suppen machen sie neben Lauch, Karotten, Kartoffeln, Kürbis, Pastinaken, Rosenkohl oder Sellerie eine gute Figur. Mit Ingwer, Speck, Schinken, Majoran, Meerrettich, Maronen, Salbei oder Curry lassen sich die pikanten Apfelsuppen fantasievoll verfeinern und variieren.

Auch zu Fleisch und Geflügel harmoniert die Fruchtsäure von Äpfeln, am besten aus regionalem Anbau, ausgezeichnet: Ein Apfel-Kasseler-Braten ist zum Beispiel eine tolle Alternative zum klassischen Sonntagsbraten. Schweinefilet mit Apfel-Möhren-Gemüse, Kalbsschnitzel mit Apfel-Füllung oder Hühnchenbrust mit Apfelsauce bieten Abwechslung vom Bekannten.

Selbst die zur Adventszeit beliebten Bratäpfel, meist mit Nüssen und Rosinen gefüllt und mit reichlich Schokoladen- oder Vanillesauce serviert, brauchen die pikante Variante nicht zu fürchten. Einfach von sechs großen Äpfeln – besonders gut eignen sich Boskoop – einen Deckel abschneiden und aushöhlen. Das gewürfelte Fruchtfleisch mit 150 Gramm Hackfleisch mischen und mit Zwiebeln, Majoran und Salbei anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Wer mag, rührt noch geriebenen Käse unter die Fleischmischung. Die Äpfel in eine mit Butter ausgepinselte Auflaufform setzen und jeweils 100 Milliliter Weißwein und Gemüsebrühe angießen. Eine halbe Stunde bei 180 Grad Celsius braten.

Weitere pikante Rezepte für Experimentierfreudige finden sich unter www.genau-dein-obst.de

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