Jonas Dinkhoff

Die einfachste Idee war die beste: Der münstersche Design-Student Jonas Dinkhoff (26) hat den WorldStar Student Award gewonnen, die weltweit wichtigste Auszeichnung im Verpackungsdesign für Studenten. „Jonaloop“ heißt seine kreative wie praktische, natürliche wie nachhaltige Apfelverpackung aus Karton.

Entstanden ist die Idee im Juni 2014 bei einem Wettbewerb für Apfel-Verpackungen, den das Münsterland-Siegel für regionale Produkte aus dem Münsterland gemeinsam mit Elmar Grothues, Geschäftsführer des Hofs Grothues-Potthoff in Senden, und der Fachhochschule Münster initiiert hatte. Vier Äpfel haben im „Jonaloop“ bequem Platz, die doppelte Trageschlaufe bietet ausreichend Stabilität und die Farbe des Kartons zeigt, welche Geschmacksrichtung die Äpfel haben – rot für süß, grün für säuerlich. Seit Oktober gibt es die Äpfel von Grothues-Potthoff im münsterländischen Einzelhandel in Dinkhoffs Design-Verpackung zu kaufen. „Welche Kreativität und Erfolgsgeschichte unser Wettbewerb hervorbringen würde, haben wir damals nicht geahnt“, sagt Dr. Jürgen Grüner, Geschäftsführer des Münsterland-Siegels. „Die erneute Auszeichnung für Jonaloop zeigt, welches Potential in der Region steckt.“

Bereits 2014 hatte Jonas Dinkhoff für seine Idee den Deutschen Verpackungspreis erhalten und sich dadurch für den WorldStar Student Award 2015 qualifiziert. „Dass ich den Preis auch noch gewonnen habe, ist echt ein Knaller“, sagt der 26-Jährige. „Ich hatte Jonaloop erst auf den letzten Drücker eingereicht und meine Chancen als gering eingeschätzt. Wenn ich mir die vielen tollen Verpackungen, die eingereicht wurden, und deren hohes Niveau anschaue, bestätigt mich das in dieser Haltung.“ Die Preisverleihung findet am 26. Mai in Budapest statt. „Wie sich die großartige Auszeichnung auf meinen beruflichen Weg auswirken wird, kann ich noch nicht abschätzen. Auf jeden Fall bekommt Jonaloop in meinem Portfolio einen besonderen Platz“, so Dinkhoff.

www.abre.org.br/wpo_worldstar_student/#Project%20Review

Wennerstorfer Apfeltag

Apfelbäume, Apfelsaft, Apfelmus! Am Sonntag, dem 18. Oktober, von 11 bis 18 Uhr, dreht sich auf dem Museumsbauernhof alles um verschiedene Apfelsorten und Apfelprodukte. Der Apfeltag ist traditionell der Saisonhöhepunkt in Wennerstorf. Die Besucher lernen verschiedene Apfelsorten kennen und können eigene Äpfel zur Bestimmung mitbringen. Musik und Unterhaltungsprogramm laden zum Schlendern ein, der Markt bietet Produkte für Apfel-Freunde an. Der Eintritt beträgt 3 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Welche Äpfel wachsen bei uns und wie unterscheiden Kenner sie voneinander? Der bekannte Pomologe Eckard Brandt bringt verschiedenste Apfelsorten zur Anschauung mit und erklärt dem Publikum die Unterschiede. Der Pomologenverein e.V. bestimmt die mitgebrachten Apfelsorten der Besucher. Hierzu bringen Interessierte bitte 3-5 gesunde Äpfel mit. Im Sinnesparcours heißt es Apfelsorten erschnuppern und erschmecken. Außerdem kochen die Besucher sortenreines Apfelmus und pressen gemeinsam mit der Museumspädagogin Apfelsaft.

Beim Apfeltag herrscht lebhafte Stimmung: „Her Könnig“ singt Melodien der 20er, 30er und 40er Jahre und der jonglierende Gärtner „Emil Zwiebel“ unterhält kleine und große Gäste mit seinen Kunststücken. Auf dem Markt bieten über 40 Händler ein vielfältiges Angebot rund um die Lieblingsfrucht der Deutschen an: Baumschulen präsentieren verschiedene Apfelbäume und weitere Obstsorten, daneben finden Besucher verschiedenste Lebensmittel und Kunsthandwerk. Über das bunte Markttreiben zieht der Duft von gegrillten Steakes in Bioland-Qualität, kräftiger Gemüsesuppe und frische gebackenen Brezeln. Im Garten von Elieses Hofcafé finden Besucher Einkehr vom Trubel und stärken sich bei selbst gebackenen Kuchen und Torten.

Der Museumsbauernhof Wennerstorf vereint Bauernhoferlebnisse zum Anfassen mit Museumsarbeit, ökologischer Landwirtschaft und integrativer Behindertenarbeit. Im Hökerladen können Besucher die Bio-Produkte des Bauernhofes erwerben.

www.kiekeberg-museum.de

Äpfel

Knackig, lecker und gesund

Äpfel sind das Lieblingsobst der Deutschen. Und das hat viele Gründe: Sie sind nicht nur knackig und lecker, sie enthalten auch viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe – unter anderem leicht verdauliche Kohlenhydrate, Pektin, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Die meisten davon sitzen direkt in oder unter der Schale. Deshalb das Obst am besten mit Schale genießen. Einfach gründlich waschen und mit einem Tuch gut abreiben.

Beim Einkauf ist darauf zu achten, dass die Schale unbeschädigt und ohne Faul- oder Druckstellen ist. Vorsicht bei vertrockneten Stielen, sie sind ein Hinweis für alte Früchte. Achten Sie auch darauf, dass die Äpfel beim Verkauf und bei der Lagerung zu Hause nicht in der prallen Sonne liegen. Dort nimmt ihr Gehalt an lichtempfindlichen Vitaminen besonders schnell ab.

Damit die Äpfel auch nach dem Einkauf knackig bleiben, sollten sie bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden, also zum Beispiel im Kühlschrank. Das verlangsamt die biologischen Abbauprozesse und die Äpfel bleiben länger haltbar.

Wer die Äpfel in eine Obstschale legt, sollte sie mit einem Fliegenschutz abdecken. Denn Äpfel ziehen Fliegen an, die Saft saugen, ihre Eier auf das Obst legen und Hefe- und Fäulnisbakterien übertragen. Angestochene Früchte sind zwar für den Menschen unschädlich, sie verderben jedoch schneller.

Aus Äpfeln kann man vielfältige Leckereien herstellen. Für jeden Verwendungszweck gibt es besonders geeignete Sorten: zum Beispiel ‚Elstar‘ für Apfelkompott und Kuchen, ‚Braeburn‘ für Obstsalat oder ‚Berlepsch‘ für Apfelmus und als Dörräpfel. Apfelspeisen schmecken besonders aromatisch, wenn sie mit etwas Zitronensaft oder Weißwein zubereitet werden. Etwas Zucker und Zimt unterstützen den fruchtigen Geschmack. Äpfel passen aber auch zu pikanten Speisen wie Linsen, Bohnen, Rotkohl, Joghurtdips oder knackigen Blattsalaten. Apfelscheiben lassen sich zudem wunderbar als Beilage zusammen mit Zwiebelringen zu Kartoffelpüree in der Pfanne anbraten.
Heike Stommel, aid.de

Die besten Äpfel kommen vom www.apfelgut.de

Der Apfel – wissenswertes

Apfelgenuss rund ums Jahr
Äpfel sind seit Jahren das beliebteste Obst hierzulande. 18,7 Kilogramm* der runden Früchte wurden 2013 in jedem Bundeshaushalt durchschnittlich eingekauft. Der Anteil aus Deutschland nimmt im Handel stetig zu: Im vergangenem Jahr kamen fast zwei Drittel aller erworbenen Äpfel aus heimischem Anbau.

Deutschland ist in Europa einer der bedeutendsten Apfelerzeuger: Jährlich werden hier rund eine Million Tonnen der knackigen Früchte geerntet. In fast allen Bundesländern wird das Obst angebaut. Die wichtigsten Apfelregionen liegen an der Niederelbe, am Bodensee, im Rheinland und in Sachsen. Bundesweit sind mehr als 20 Apfelsorten im Handel erhältlich. Am häufigsten angebaut werden der aromatisch-saftige Elstar, der säuerlich-aromatische Jonagold und Jonagored, gefolgt von dem süß-säuerlichen Braeburn, dem süßen Gala sowie dem milden Idared. Auf dieses Quintett entfallen insgesamt 60 Prozent der deutschen Produktion.

Das ganze Jahr über verfügbar
Nach der Ernte im Spätsommer und Herbst wird ein Großteil der Früchte eingelagert. Die ausgefeilten Lagertechnologien sind besonders schonend und sorgen dafür, dass das Obst lange frisch und lecker bleibt. Einige Apfelsorten sind besonders lagerfähig und können bis zum Beginn der neuen Ernte verwahrt werden. Den Verbrauchern stehen so ganzjährig deutsche Äpfel zur Verfügung.

Jederzeit einsetzbar
Zu jeder Jahreszeit gibt es für Äpfel den richtigen Partner im Obst- und Gemüseregal. Generell gilt: Gegensätze ziehen sich an. Für süße Speisen eignen sich eher säuerliche Sorten, in deftigen Gerichten machen sich süße Äpfel besser. Die leckersten Kombinationen für jede Saison werden im Folgenden vorgestellt:

Winter: In der kalten Jahreszeit lassen sich die Früchte zu deftigen Hauptspeisen kombinieren. Neben dem aromatischen Rotkohl oder Chinakohl macht sich leicht süßliches Wurzelgemüse wie Möhren oder Rote Beete besonders gut. Herzhafte Salate mit Chicorée oder Feldsalat werden durch Apfelsorten wie Golden Delicious, Cameo und Pinova abgerundet. Tipp: Wer Äpfel nicht immer stifteln oder raspeln will, kann auch Apfelspalten in etwas Fett anbraten und warm auf den Salat geben.

Frühling: Im Frühjahr greift man besonders gerne zu leichten Speisen. Pflück- und Kopfsalate lassen sich mit Äpfeln wie Evelina und Fuji und Radieschen verfeinern. Wer es kräftiger mag, greift zu einer Apfelvinaigrette. Dafür Äpfel und Zwiebeln in feine Würfel schneiden, mit Öl und Apfelessig verrühren und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Leckermäulchen können Pfannkuchen mit Apfelscheiben verfeinern.

Sommer: Es ist Beerenzeit! Apfelsorten wie Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored harmonisieren in Süßspeisen wunderbar mit Brombeeren und peppen fruchtige Bowlen und erfrischende Cocktails auf. Der klassische Apfelkuchen darf auch in den Sommermonaten auf keiner Kaffeetafel fehlen und gelingt besonders mit den Sorten Boskoop, Elstar oder Jonagold.

Herbst: Wärmende Gerichte sind in der zweiten Jahreshälfte gefragt. Äpfel wie der Gala oder der Cox Orange verfeinern nicht nur Suppen und Eintöpfe, sondern runden zudem Ofengerichte mit Kürbis und Wurzelgemüse ab. Endivien- oder Pflücksalate mit Käse und Zwiebeln erhalten durch das Obst eine fruchtige Note. Der aromatische Bratapfel mit Nüssen und Rosinen oder Nachspeisen mit saftigen Birnen lassen die Herzen von Obstliebhabern höher schlagen.

*Quelle: Agrar-Informations Gesellschaft (AMI) 2014

Das 1 x 1 der Äpfel

Warenkunde: Vom Alten Land bis zum Bodensee pflücken die heimischen Erzeuger jetzt wieder frische Äpfel. Auch wenn die Ernte etwas geringer ausfällt als im vergangenen Jahr – die Qualität der Früchte wird durch wetterbedingte Ernteschwankungen nicht beeinträchtigt. Gut für die deutschen Verbraucher, denn Äpfel sind hierzulande die unangefochtene Nummer eins: 19,2 Kilo kauften die Deutschen im vergangenen Jahr pro Haushalt.

Äpfel sind wahre Alleskönner in der Küche: Sie schmecken pur, in Süßspeisen oder in herzhaften Gerichten. Für jeden Geschmack gibt es das Passende: Bundesweit sind mehr als 20 Apfelsorten im Handel erhältlich. Besonders beliebt sind hierzulande Elstar, Jonagold und Braeburn. Doch welche Äpfel eignen sich am besten zum Backen oder Kochen? Welche Sorte mag es süß, welche deftig? Das Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse liefert die wichtigsten Antworten.

Welche Sorten eignen sich zum Backen?
Gegensätze ziehen sich an: Für den klassischen Apfelkuchen empfehlen sich eher säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Auch internationale Delikatessen wie die französische Tarte Tatin oder der österreichische Apfelstrudel mögen es gerne etwas sauer. Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored runden durch ihr frisches Aroma die süßen Speisen ab.

Welche Äpfel passen zu herzhaften Gerichten?
Umgekehrt gilt: In deftigen Hauptspeisen sind süße Sorten besser aufgehoben. Zu Rotkohl, Schweinebraten oder Speckpfannkuchen passen die süßlichen Vertreter Golden Delicious, Cameo, Pinova und Shampion. In das rheinische Nationalgericht „Himmel un Ääd“ gehören ebenfalls Äpfel wie Gala oder Cox Orange.

Frisch aufgetischt – was schmeckt pur?
Alle Tafeläpfel schmecken pur und sind der perfekte Snack für zwischendurch. Feste Äpfel geben aber auch Rohkost-Gerichten den nötigen Biss: Die Sorten Evelina und Fuji harmonisieren mit einem Waldorfsalat. Zu kräftigem Käse macht sich der süß-säuerliche Braeburn gut. Im Obstsalat schmeckt der saftige Delbarestival. Tipp: Die aufgeschnittenen Äpfel mit etwas Zitronensaft beträufeln – so gibt es keine braunen Stellen.

Bratäpfel und Kompott – wie gelingen die süßen Leckereien?
Für die Zubereitung von Bratäpfeln eignen sich Sorten, die im Ofen ihre Form behalten, wie der Boskoop oder der Holsteiner Cox. Wer Apfelkompott selber zubereiten will, greift am besten zu gelben Apfelsorten wie dem Golden Delicious. Tipp: Die Äpfel vor dem Einkochen nicht schälen – die Pektine unter der Schale sorgen dafür, dass das Apfelmus geliert.

Was ist bei Einkauf und Lagerung zu beachten?
Beim Einkauf verrät eine feste, glänzende Schale, dass die Äpfel frisch sind. Die Früchte mögen es kühl und dunkel und lassen sich deshalb ideal im Kühlschrank aufbewahren. Tipp: Äpfel immer einzeln lagern. Sie verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst oder von Gemüse beschleunigt.

Apfel-Genuss in Zahlen:
• Auf einer Fläche von 31.640 Hektar werden in hierzulande Äpfel angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen in Baden-Württemberg (10.172 Hektar) und Niedersachsen (8.163 Hektar).
• Verbraucher greifen gern zu heimischer Ware: Zwei von drei Äpfeln stammen aus Deutschland.
• In diesem Jahr wird eine Ernte von 802.000 Tonnen Äpfel erwartet.
via Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer

Morgen im WDR Fernsehen, Samstag, 19. Oktober 2013, 17.20 – 17.50 Uhr: Kochen mit Martina und Moritz – Thema: Äpfel

Äpfel sind die Nr.1 am Obststand: mal süß, mal pikant zubereitet

Ob mit roten Backen, goldener Schale oder von vornehm-blassem Grün: Äpfel liegen eindeutig ganz vorne in der Obstwahl der Deutschen. Die WDR-Fernsehköche Martina und Moritz leben selbst auf einem Apfelgut und haben von Haus aus eine besonders innige Beziehung zu Äpfeln. Und so stellen die beiden heute eine abwechslungsreiche Mischung aus ihrer Rezeptesammlung vor. Da gibt es zunächst Äpfel in Kräuter-Apfeltäschchen mit Salbei-Mohn-Butter als Vorspeise, dann herzhaft angerichtet als Hauptgang Lammkoteletts mit Apfelgemüse und Rosmarin oder in süßer Form einen Apfelschmarrn. Und zum Dessert präsentieren Martina und Moritz geschmorte Früchte in Rotwein oder – wer kann da widerstehen – einen original Tiroler Apfelstrudel im Blätterteig. Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer arbeiten mit CHROMA type 301 Kochmesser .

Redaktion: Klaus Brock

www.martinaundmoritz.wdr.de
www.apfelgut.de

Alte Apfelsorten

Im Rennen um das beliebteste Obst der Deutschen hat der Apfel die Nase vorn. Eine Untersuchung von ÖKO-TEST im September hat gezeigt, dass die meisten Äpfel erfreulicherweise frei sind von problematischen Rückständen. Allerdings gibt es in den Supermärkten nur eine begrenzte Auswahl. Dabei gibt es leckere Äpfelsorten mit langer Tradition. ÖKO-TEST stellt die wichtigsten vor.

Wie lange Äpfel in Deutschland schon angebaut werden, weiß man nicht – der Beginn der Apfelzucht in Europa verliert sich in grauer Vorzeit. Fest steht aber, dass schon die Kelten Äpfel kannten und die Klöster des Mittelalters die Frucht immer weiter veredelt haben. Seitdem hat der Apfel seine Bedeutung behalten. Mehr noch: Heute ist er sogar das einzige Obst, das in Deutschland in wirtschaftlich wirklich bedeutenden Größenordnungen angebaut wird. Heimische Erdbeeren, Birnen und Zwetschgen mögen in unseren Obstkörben zwar eine gewisse Rolle spielen, beim Apfel kommen aber immerhin noch rund 60 Prozent der Früchte aus den hiesigen Anbaugebieten, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Der Rest wird importiert – vor allem aus Frankreich, Italien und Übersee.

Echte Sortenvielfalt? Fehlanzeige

Was einem selbst in einem kleinen Supermarkt an Äpfeln angeboten wird, mag zunächst nach großer Vielfalt aussehen. Wer aber nach etwas anderem sucht als nach den gängigen Sorten wie Braeburn, Gala, Fuji oder Jonagold, merkt schnell, dass der erste Blick täuscht. Egal ob man zu Edeka, Aldi oder auch Alnatura geht – es liegen fast immer die gleichen Sorten in den Regalen. Denn nur ein Apfel, der wirtschaftlich angebaut werden kann und so aussieht und schmeckt wie ein Apfel nach Ansicht des Durchschnittsbürgers nun mal zu schmecken hat, bekommt die Chance, in der Obstabteilung zu landen.

Doch Deutschland soll auch in Zukunft ein Apfelland mit Tradition und großer Sortenvielfalt bleiben, finden zumindest Dietmar Donner und Jürgen Luley aus Egelsbach bei Frankfurt. Die beiden Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald haben eine besondere Leidenschaft: seltene Apfelsorten, die teilweise jahrhundertealt sind. „Diese Früchte haben viel mehr verschiedene Geschmacksnuancen als die heute üblichen Äpfel. Einige sind auch süßer und würziger“, erklärt Luley. „Zudem sind alte Sorten viel widerstandsfähiger gegen Schädlinge als hochgezüchtete Sorten, bei denen es nur um einen hohen Ertrag geht“, sagt er.

Rund um ihren Ort pflegen Donner und Luley alte Streuobstwiesen und haben im vergangenen Jahr zwischen Frankfurt und Darmstadt ein Grundstück erworben, auf dem nun „pomologisches Erbe“ erhalten werden soll: Bäume seltener Sorten, die teilweise schon vom Aussterben bedroht sind, haben die Vereinsmitglieder auf das Grundstück gesetzt und es so zur Streuobstwiese gemacht. 15 verschiedene Sorten schlagen hier bereits neue Wurzeln. Und es sollen noch mehr werden. Eine Art Apfelfreilichtmuseum könnte man die Wiese fast nennen. Und hier wird auch Wissen weitergegeben: Im Frühjahr hat Luley interessierten Apfelbaumbesitzern in einem Lehrgang gezeigt, wie man die Bäume beschneidet, damit sie im Herbst viele Früchte tragen. Und der Fachmann weiß auch, was man tun kann, wenn die Bäume doch mal von Schädlingen befallen sein sollten.

Trotz ihrer besonderen Eigenschaften können diese Äpfel im Wettbewerb um die Poleposition im Supermarkt aber nicht mithalten. „Verkaufen kann man die Äpfel nicht“, sagt Luley. „Sie passen nicht in das Schema, in das Supermarktäpfel nun mal passen müssen.“ Viele Früchte würden vielleicht gerade mal als „Handelsklasse III“ durchgehen: zu klein, zu ungleichmäßig, zu platt – damit kann man nicht die handelsüblichen Sechserpackungen füllen.

Stattdessen werden die Äpfel aus der Umgebung von Egelsbach weiter verarbeitet zu Gelee, Pralinen und natürlich zu „Ebbelwoi“. Mit dem Erlös sollen weitere Streuobstwiesen erhalten werden, die auch wertvolle Biotope sind. Zum Beispiel für den Siebenschläfer, das Maskottchen und Markenzeichen für die vermarkteten Produkte.

Von wegen „Alte Äppel“
Sollten Ihnen auf einem regionalen Obstmarkt oder in einem Hofladen einmal die folgenden alten Sorten angeboten werden, greifen Sie zu – Sie bekommen etwas Besonderes. Nur eine kleine Auswahl:

• Borsdorfer: Der Borsdorfer gilt als die älteste dokumentierte Sorte in Deutschland. Der aus einem Wildapfel hervorgegangene Apfel wurde im Jahre 1150 erstmals erwähnt und wurde schon durch die Klöster des Mittelalters veredelt und verbreitet. Er zeichnet sich durch sein ausgewogen-würziges Aroma aus.

• Alkmene: Hervorgegangen aus einer Kreuzung von Cox Orange und Geheimrat Oldenburg. Kenner schätzen an der edelaromatischen Sorte das weiße, zarte, süß-säuerliche Fruchtfleisch.

• Gravensteiner: Die Sorte war schon im 17. Jahrhundert bekannt, sein genaues Alter ist aber unbekannt. Die rot geflammten Früchte bestechen durch den Duft und vor allem die Aromenvielfalt, die bisher unübertroffen sein soll.

• Klarapfel: Der Kompottapfel schlechthin. Besonders ältere Menschen, die Apfelkompott von früheren Zeiten kennen, kommen beim Aroma eines Klarapfel-Kompotts ins Schwärmen. Obwohl der Apfel hell ist, ist das Kompott leicht rosafarben.

• Weißer Winter-Calville: Einst der teuerste Apfel der Welt. Wurde zu früheren Zeiten einzeln in Seidenpapier gewickelt und für bis zu drei Reichsmark das Stück als Tafelschmuck an die Höfe verkauft. Heute eine Liebhabersorte, für die auch mal fünf Euro pro Kilo verlangt werden – wenn die Früchte überhaupt verkäuflich sind. Wenn man das Glück hat, sie zu bekommen, erhält man ein an Erdbeeren erinnerndes Aroma, feine Säure und viel Vitamin C.

• Renette: Ein Überbegriff für „wohlschmeckende Äpfel“. Es gibt unzählige Arten. Wie wäre es mit der weinsäuerlich-würzigen Grauen Herbstrenette? Trotz der rauen, braunen Schale eignet sie sich gut für Apfelkuchen. Oder die Ananasrenette, die im 19. Jahrhundert gerne im Rheinland angebaut wurde. Sie entwickelt bei Wärme einen an Ananas erinnernden Duft.

• Kaiser Wilhelm: Ein typischer Kelterapfel mit herb-spritzigem Fruchtaroma. Oft verschwindet er in Mischungen mit anderen Äpfeln. Es kann aber auch mal sein, dass Sie einen sortenreinen Kaiser-Wilhelm-Apfelwein bekommen. Für den müssen Sie dann aber schon so viel zahlen wie für eine gute Flasche Wein.

• Geheimrat Oldenburg: Ist eigentlich so, wie ein guter Apfel sein sollte: Locker und saftig, süß und säuerlich zugleich, mit feinem Aroma. Leider recht empfindlich – und darum selten angebaut.

• Cox Orange: Eine alte Sorte – und trotzdem vor 20 Jahren noch ein Stammgast im Supermarktregal. Heute ist er selten geworden: Die Sorte ist zu empfindlich gegen Krankheiten und wurde daher von resistenteren Sorten verdrängt. Das feste Fruchtfleisch ist würzig, saftig, aromatisch und mit feiner Säure.

ÖKO-TEST Äpfel

Der aktuelle Apfel-Test des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass Äpfel zwar nach wie
vor gespritzt werden, aber offenbar weniger als früher. Problematisch sind jedoch vor allem
südamerikanische Produkte.

Bei ihnen haben die Labore teilweise Rückstände mehrerer
Pflanzenschutzmittel gefunden.
In einem brasilianischen Apfel, den die ÖKO-TEST-Einkäufer bei Kaufland besorgt hatten,
konnte das Labor sechs verschiedene Pflanzenschutzmittel nachweisen, vier davon in erhöhten
Mengen. Derzeit ist noch nicht erforscht, wie solche Mehrfachrückstände im Körper wirken. Auch
bei allen anderen konventionellen südamerikanischen Früchten fand sich zumindest ein Pestizid
in erhöhter Konzentration.

Zwar entdeckte das Labor auch bei den Äpfeln aus anderen Ländern
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, aber nur in Spuren. Einzige Ausnahme ist Bio-Ware, die
komplett pestizidfrei ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass wieder einmal mit der Bezeichnung „regional“ gemogelt wird.
Denn einmal zieren die Verpackung zwar Schriftzüge wie „Unsere Heimat“ und „beste Qualität
aus Ihrer Region“, doch die Ware wird auch mehr als 200 Kilometer entfernt vom Anbauort
verkauft. ÖKO-TEST rät, auf die aufgedruckte Adresse zu achten. An ihr kann man erkennen, ob
der Erzeuger wirklich aus der unmittelbaren Umgebung stammt.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2012 gibt es seit dem 31. August 2012 im
Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Rezept: Apfelwein Tiramisu im Gläschen

Ein Rezept von Mirko Reeh
Apfelwein Tiramisu im Gläschen

Für 4 Personen | Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Zutaten:
1 Zitrone
300 ml Apfelwein
1 Kg Äpfel
4 Scheiben Pumpernickelbrot
1 EL brauner Zucker
250 g Magerquark
80 g Zucker
150 g Schlagsahne
4 TL Johannisbeerengelee

Zubereitung: Zitrone abreiben, von einer halben Zitrone den Saft nehmen und mit Apfelwein aufkochen lassen. Dann Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden, 5 Minuten mit kochen.
Danach Abkühlen lassen.

Pumpernickel fein zerbröseln und in einer trockenen Pfanne anrösten. Den braunen Zucker dazu geben und noch ca. 1 Minute weiter rösten. Danach auf einen Teller auskühlen lassen.

Quark mit dem Zucker glatt rühren. Sahne steif schlagen und unter heben.
Abwechselnd werden in Gläser Brösel, Sahnequark und Apfelkompott geschichtet. Oben drauf kommen das Gelee, ein paar Apfelstücke und zur Deko noch ein paar Brösel.

Äpfel genießen trotz Allergie

Alte Apfelsorten sind für Allergiker besser verträglich als neu gezüchtete Sorten. Das ist vermutlich auf den hohen Gehalt an Polyphenolen zurückzuführen, lässt eine Untersuchung an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe vermuten. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die in neuen Apfelzüchtungen meist kaum noch vorhanden sind. Offenbar können diese Substanzen das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und dadurch verhindern, dass die Allergie auslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden.

In Deutschland reagieren zwei bis vier Millionen Bürger auf Äpfel allergisch. Neben Reifegrad, Verarbeitung und Zubereitung hat auch die Apfelsorte einen großen Einfluss auf das allergische Potenzial. Traditionelle Sorten wie Eifeler Rambur, Roter Boskoop, Goldparmäne oder Roter Eiserapfel werden in der Regel besser vertragen. Thomas Bernert vom Institut für Lebensmitteltechnologie hat im Rahmen seiner Bachelorarbeit verschiedene Apfelsorten auf ihren Polyphenolgehalt untersucht. Alte Sorten hatten deutlich höhere Polyphenolgehalte als Neuzüchtungen wie Braeburn, Golden Delicious oder Granny Smith. Diese Substanzen wurden herausgezüchtet, da sie der Frucht einen säuerlichen Geschmack geben und nach dem Anschnitt des Apfels zu einer schnellen Braunfärbung führen.

Generell kann der Allergengehalt eines Apfels reduziert werden, indem man die Frucht schält, klein schneidet und kurze Zeit an der Luft stehen lässt. Als Kompott, Bratapfel, Saft, Gelee oder im Kuchen sind meist auch die neuen Sorten für Allergiker gut verträglich.
Heike Kreutz, www.aid.de