Äpfel genießen trotz Allergie

Alte Apfelsorten sind für Allergiker besser verträglich als neu gezüchtete Sorten. Das ist vermutlich auf den hohen Gehalt an Polyphenolen zurückzuführen, lässt eine Untersuchung an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe vermuten. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die in neuen Apfelzüchtungen meist kaum noch vorhanden sind. Offenbar können diese Substanzen das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und dadurch verhindern, dass die Allergie auslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden.

In Deutschland reagieren zwei bis vier Millionen Bürger auf Äpfel allergisch. Neben Reifegrad, Verarbeitung und Zubereitung hat auch die Apfelsorte einen großen Einfluss auf das allergische Potenzial. Traditionelle Sorten wie Eifeler Rambur, Roter Boskoop, Goldparmäne oder Roter Eiserapfel werden in der Regel besser vertragen. Thomas Bernert vom Institut für Lebensmitteltechnologie hat im Rahmen seiner Bachelorarbeit verschiedene Apfelsorten auf ihren Polyphenolgehalt untersucht. Alte Sorten hatten deutlich höhere Polyphenolgehalte als Neuzüchtungen wie Braeburn, Golden Delicious oder Granny Smith. Diese Substanzen wurden herausgezüchtet, da sie der Frucht einen säuerlichen Geschmack geben und nach dem Anschnitt des Apfels zu einer schnellen Braunfärbung führen.

Generell kann der Allergengehalt eines Apfels reduziert werden, indem man die Frucht schält, klein schneidet und kurze Zeit an der Luft stehen lässt. Als Kompott, Bratapfel, Saft, Gelee oder im Kuchen sind meist auch die neuen Sorten für Allergiker gut verträglich.
Heike Kreutz, www.aid.de

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