Weinhaus Henninger feiert 155. Geburtstag

Weinhaus Henninger feiert 155. Geburtstag

In mehreren Renovierungsschritten fit für die Zukunft gemacht –

Zahlreiche Auszeichnungen

Das Weinhaus Henninger feiert 155. Geburtstag. Pünktlich zum großen Jubiläum erhält das Kallstadter Traditionshaus in diesen Tagen eine besondere Ehrung. Im Bundeswettbewerb „Historische Wirtshäuser Deutschlands“ teilt sich das Restaurant den Sieg mit berühmten deutschen Gaststätten wie „Auerbachs Keller“ in Leipzig, dem „Hofbräuhaus“ in München, dem Gasthaus „Zum Roten Bären“ in Freiburg und dem „Weinhaus Zum Stachel“ in Würzburg, was die Bedeutung dieser Pfälzer Institution als Aushängeschild für die Region unterstreicht.

Zum Start des Jubiläumsjahres wird am 1. und 2. März kein geringerer als der mit 3-Michelin-Sternen dekorierte Dieter Müller aus dem Schloßhotel Lerbach in Bergisch-Gladbach am Henninger-Herd stehen, um mit zahlreichen Gästen dieses Fest gebührend zu feiern. Es folgen das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen wie kulinarische Weinproben, Musikkonzerte und ein großes Hoffest im Juni.

Erste Erwähnungen in alten Urkunden zufolge siedelten sich die Henningers im 15. Jahrhundert in Kallstadt an. Im Jahre 1615 wurde das stattliche Stammhaus der Winzerfamilie, das unter Denkmalschutz steht, im Stil einer fränkischen Hofanlage erbaut. Der Wein war stets die Richtschnur der Familie. Im Jahre 1855 richtete Johannes Henninger II. in den Räumen des Stammhauses eine Gastwirtschaft ein, die damals noch „Wirtshaus Zum Peterskopf“ hieß.

1926 übernahm nach dem Tode Ihres Mannes, Georg Henninger IV, die bis heute legendäre Luise den Betrieb und machte das Weinhaus zur Pilgerstätte für gutes Essen weit über die Grenzen der Pfalz hinaus. Sie war es auch, die nach dem 1. Weltkrieg den längst in Vergessenheit geratenen Saumagen wiederentdeckte und machte aus dem einstigen „Arme-Leute-Essen“ eine Kallstadter Spezialität, die auch an der Namensgebung der berühmten Weinlage nicht ganz unbeteiligt war.

Ungezählte Gäste haben in den letzten 155 Jahren das Weinhaus besucht und so manch Prominenter trug sich in die Gästeliste ein. Die junge Elisabeth, die Jahre später zur Queen von England wurde, der Schah von Persien mit seiner Kaiserin Soraya oder der einst so mächtige Staatschef Chinas, Tschu En Lai, der sich immer gerne seiner Fahrten als junger Student von Heidelberg zum Henninger erinnerte. Was waren das für ruhige Zeiten, als Auto-Pionier Carl Benz mit seinem patentierten Motorwagen sonntäglich in die Pfalz tuckerte und seine Erfindung neben den Pferdekutschen vor dem Weinhaus abstellte. Die Autos wurden im Laufe der Jahre mehr und so war es kaum verwunderlich, dass die Henningers als erste weit und breit eine öffentliche Zapfsäule für Benzin einrichteten – schließlich war Kallstadt und sein berühmtes Gasthaus ein angesagter Treffpunkt.

Dass das so blieb, dafür war seit 1957 Walter Henninger verantwortlich, der sich noch heute gerne an den Tischen im Weinhaus blicken lässt. Eine nette Geschichte hier, eine kleine Anekdote da – die Gäste hören dem sympathischen, 80-jährigen Weinfachmann gerne zu.

Seit 2003 führt der 32-jährige Franz Weber die Geschicke des Traditionshauses, übrigens als erster Wirt in den vielen Jahrzehnten, der nicht aus der Familie stammt. Nach seiner Ausbildung im renommierten Hotel Bareiss in Baiersbronn sammelte er Erfahrungen in London, Berlin, Rom und Zürs, um dann in seine Heimat zurückzukehren.

Seither hat sich viel getan. In mehreren Renovierungsschritten wurden die drei Gaststuben behutsam renoviert. Eine moderne Küche sorgt für reibungslosen Ablauf und die neue Hofterrasse zählt zu den schönsten Freiluftadressen der Pfalz. Die zahlreichen Investitionen des jungen Gastronomen haben sich ausgezahlt: Das Weinhaus klettert in der Gunst der Gäste immer höher, die Anzahl der Mitarbeiter hat sich binnen fünf Jahren auf 20 verdoppelt.

Die Küche unter Leitung von Chefkoch Thomas Pesec wird in allen Restaurantführern hoch gelobt und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung würdigte den Henninger als einen selten gewordenen „genius loci“, ein Gasthaus „das wie ein Fels in der Brandung allen auflaufenden Moden trotzt“. Als „Deutschlands Service-Oase 2009“ kann sich das Weinhaus mit Spitzenbetrieben im ganzen Land messen.

Seit 2006 gehören auch ein Feinkostladen in Mannheim, die benachbarte Wein-Wirtschaft in Kallstadt und seit 2008 die Dürkheimer Traditionsweinstube Bach-Mayer zum Unternehmen.

www.weinhaus-henninger.de

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