Trinkende Männer haben seltener Herzinfarkt

Spanische Studie unter Experten-Beschuss –

Gegen ein kleines Bier oder ein Glas Wein gibt es nichts einzuwenden

Der tägliche Alkoholkonsum von
Männern reduziert das Risiko eines Herzinfarkts um ein Drittel. Das
haben Forscher bei mehr als 15.500 Männern und 26.000 Frauen in Spanien
herausgefunden. Andere Experten äußerten sich sehr kritisch gegenüber
der Studie, denn sie verweisen auf andere Erkrankungen, die auf
Alkoholkonsum zurückzuführen sind und jährlich 1,8 Mio. Todesopfer
fordern.

Frauen hatten aber deutlich weniger Vorteile vom täglichen Trinken,
kommen die Forscher zum Schluss. Die Studie, die im Fachmagazin Heart
http://heart.bmj.com publiziert wurde, wurde in Spanien – einem Land mit
relativ hohem Alkoholkonsum, aber einer geringen Zahl an Herzinfarkten –
durchgeführt. Dazu wurden Frauen und Männer zwischen 29 und 69 Jahren
über die Trinkgewohnheiten während der vergangenen zehn Jahre befragt.

Mediziner: Alkohol schadet besonders Männern

„Alkohol ist hyperkalorisch, das heißt, dass Männer, die Alkohol
trinken, eine große Menge von Kalorien zuführen und das führt zu
Übergewicht mit den bekannten negativen Auswirkungen auf Körper und
Geist“, meint der Sexualmediziner Georg Pfau
www.maennerarzt-linz.at . Zudem sei Alkohol
ein Risikofaktor für Krebs des gesamten Verdauungstraktes, von der Zunge
bis zum Enddarm. „Alkohol fördert die Entstehung des Prostatakarzinoms,
den Muskelabbau und Fettaufbau.“

„Der vielleicht einzige Vorteil von Alkohol ist seine psychotrope
Wirkung. Das heißt, dass durch die veränderte Wahrnehmung Hemmungen
wegfallen“, so der Mediziner. Doch auch diese Wirkung sei nicht
uneingeschränkt positiv zu beurteilen. „Denn Alkohol vermindert die
kognitive Leistungsfähigkeit und ist grundsätzlich kontraproduktiv für
die Sexualität“, erklärt Pfau.

„Alkohol ist zudem eine hormonell aktive Substanz. Er greift in den
Hormonhaushalt des Männerkörpers ein. Konkret kommt es zur Aktivierung
eines Enzyms namens Aromatase, das das Männerhormon Testosteron in das
Frauenhormon Östradiol umwandelt. Die Auswirkungen sind leicht
auszumalen“, so der Mediziner. Die antioxidative Wirkung des Alkohols –
vor allem Wein – könne auch durch andere Maßnahmen erreicht werden.

Großer Alkoholkonsum besserer Herzinfarktschutz

Die Forscher haben die Probanden in sechs Grundtypen nach Alkoholkonsum
gestaffelt, eingeteilt. Bei jenen, die täglich weniger als einen Schuss
Wodka zu sich genommen hatten, verringerte sich das Herzinfarktrisiko um
35 Prozent. Jene, die täglich drei bis elf solche Portionen tranken
sogar um 50 Prozent. Bei Frauen konnte kein positiver Effekt
festgestellt werden. Möglicherweise habe das mit der unterschiedlichen
Art des Abbaus zu tun.

Die Art des Getränks schien eine geringere Rolle zu spielen. Der Schutz
vor Herzkrankheiten war bei jenen, die große Mengen verschiedener Drinks
zu sich nahmen, deutlich größer. Die genauen Mechanismen sind unklar.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Alkohol die
HD-Lipoprotein-Werte – auch „gutes Cholesterin“ genannt – ansteigen
lässt und so verhindert, dass sich das „schlechte“ Cholesterin in den
Arterien aufbauen kann.

Die Studie ist unter
http://press.psprings.co.uk/heart/november/ht173419.pdf abrufbar. Wolfgang Weitlaner

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