Dokumentation „Diätlügen – Was hilft wirklich?“

80 Prozent der Deutschen haben mindestens einen Diätversuch hinter sich. Trotzdem ist jeder zweite Deutsche übergewichtig. In der großen Samstags-Dokumentation „Diätlügen – Was hilft wirklich?“ (am 14.4. um 20:15 Uhr bei VOX) stellt SPIEGEL TV die bekanntesten Diäten auf den Prüfstand. In der vierstündigen Dokumentation kommen Mediziner und Ernährungswissenschaftler zu Wort und erklären, was wirklich hilft und welche Fehler man vermeiden sollte. Von ihren persönlichen Erfahrungen mit Diäten berichten u.a. „Moppel-Ich“-Verfasserin Susanne Fröhlich, Bestseller-Autorin Ildiko von Kürthy und Schauspielerin Christine Neubauer.

„Man kann sich gegen sein genetisch festgelegtes Gewicht nicht wehren“, meint Mediziner Dr. Gunter Frank. Außerdem behauptet er: „Nach der zehnten Diät nimmt man nicht mal mehr ab.“ Die berühmte englische Psychologin Susie Orbach, die bereits die Essstörungen von Prinzessin Di therapierte, macht die Diät-Industrie sogar für unser Übergewicht verantwortlich: „Statt draufzuschreiben, dass Diätprodukte einem ein ganz neues, besseres Lebensgefühl geben werden, sollten die Hersteller lieber schreiben: Die Fehlerquote liegt bei 95 Prozent“, erklärt sie. Auch Schauspielerin Christine Neubauer ist sich sicher, dass ihre Gewichtsprobleme erst durch Diäten hervorgerufen wurden. Ihre Diät-Karriere begann, nachdem sie in ihrer ersten großen Rolle umbesetzt wurde, weil sie nicht in das Kostüm passte. „Eigentlich war mein Körper mit 16 perfekt, aber ich fühlte mich zu dick. Und die Diäten haben meinen Stoffwechsel zerstört“, sagt sie heute. Auch Autorin Susanne Fröhlich bedauert sehr, dass viele Menschen inzwischen kein natürliches Verhältnis mehr zum Essen haben. „Man sieht am Buffet ja kein Stück Weißbrot mehr liegen, sondern das Böse schlechthin“, meint sie.

Führen Diäten tatsächlich nicht zum gewünschten Erfolg?
Musikmanagerin Uli Schreiber aus Hamburg macht den Selbstversuch: Was bringt die Kohlsuppendiät und wie kann man schlank im Schlaf werden? Und was ist mit dem neuen Diät-Programm „metabolic balance“ von Dr. Wolf Funfack? SPIEGEL TV nimmt das Abnehmprogramm aus Isen bei München unter die Lupe. Was dabei herauskommt und wie man es schafft, dauerhaft schlank zu bleiben, zeigt VOX am 14. April um 20:15 Uhr in der großen Samstags-Dokumentation „Diät-Lügen – Was hilft wirklich?“.

Fit mit Mineralwasser – gerade im Winter

Winterzeit gleich Erkältungszeit? Das muss nicht sein! Wer sich wappnen möchte, sollte die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung gehört ebenso dazu wie viel Bewegung an der frischen Luft. Wichtig ist es zudem, genügend zu trinken, denn die trockene Heizungsluft entzieht dem Körper reichlich Flüssigkeit.

Mediziner empfehlen daher, auch im Winter täglich 1,5 bis 2 Liter zu trinken. Ein ideales Getränk ist natürliches Mineralwasser. Es ist kalorienfrei und damit ein idealer Ausgleich zum oft schweren Winteressen. Mineralwasser enthält wertvolle Mineralstoffe, die der Körper ständig benötigt. Besonders wichtig für die kalten Wintermonate sind Magnesium, Calcium und Natrium. Neben zahlreichen Funktionen, die diese Mineralstoffe im Körper erfüllen, sorgt beispielsweise Magnesium für mehr Nervenstärke und wirkt somit auch dem „Winter-Blues“ entgegen. Die lebenswichtigen Bausteine sind im Mineralwasser bereits gelöst und werden vom Körper besonders schnell aufgenommen.

Viel trinken sorgt auch dafür, dass die Schleimhäute nicht austrocknen. Nur eine gut befeuchtete Nasenschleimhaut kann die in der Luft vorhandenen Krankheitskeime und Schnupfenviren filtern. Trockene Schleimhäute dagegen verhindern den zügigen Abtransport dieser Krankheitserreger und erleichtern ihnen den Weg in die Nasen-Nebenhöhlen.

Hilft ein Digestif nach dem Essen wirklich?

Bitter- und Kräuterliköre wurden einst von Mönchen und Alchemisten als Heilmittel gebraut. Wie BEEF!, das Food- und Lifestyle-Magazin für Männer (EVT: 4.11.2010), berichtet, ist allerdings bis heute eine verdauungsfördernde Wirkung medizinisch nicht nachzuweisen.

Der Mannheimer Internist Professor Manfred Singer hat in einer Studie die Wirkung klassischer Mahlzeitabschlussgetränke untersucht. „Weder Fernet-Branca, noch Aquavit, noch Williamsbirne oder Espresso hatten verdauungsfördernde Wirkung“, sagt der Direktor der II. Medizinischen Universitätsklinik. „Wasser war vergleichsweise genauso wirksam.“ Ein hilfreiches Hausmittel hat der Mediziner dennoch gefunden: „Machen Sie einen kleinen Spaziergang. Der hat in unserer Studie die Verdauung tatsächlich angeregt.“

Dagegen, dass Kräuterliköre den Magen aufräumen, spricht zudem der Zuckergehalt: 100 Gramm oder mehr pro Liter stecken in den Gebräuen. Das ist mehr als dreimal so viel wie der Mindestgehalt an Kräutern. Hinzu kommen mindestens 15 % Vol. Alkohol – ein sattes Katerpotenzial.

Ein „bisschen Glühwein“ kann böse Folgen haben

Ein „bisschen Glühwein“ kann böse folgen haben

Bummeln über den Weihnachtsmarkt am besten ohne Auto / B-A-D-Mediziner: In der Kälte getrunkener Alkohol lässt uns schneller frieren

Weihnachtsmärkte sind ein Inbegriff für Verlockung und Verführung pur: Allzu gerne wird den duftenden kulinarischen Köstlichkeiten zugesprochen, die nicht selten echte Kalorienbomben sind und aufgrund ihres Alkoholgehaltes erhebliche Risikofaktoren für motorisierte Weihnachtsmarktbesucher in sich bergen. Beim Genuss von Glühwein oder Grog, so die Experten der B-A-D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, ist Vorsicht angesagt. Nicht selten reicht „ein bisschen Glühwein“ aus, um die Fahrtüchtigkeit einzuschränken und bei den in der Vorweihnachtszeit intensivierten Verkehrskontrollen der Polizei ein böses Erwachen zu erleben. Der Schluck Alkohol als probates Mittel zum Aufwärmen in der Kälte ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Alkohol erweitert die Blutgefäße und sorgt so dafür, dass Körperwärme schneller nach außen abgegeben wird. Mit dem Ergebnis, dass man schneller friert. Alkohol zum Aufwärmen bewirkt also genau das Gegenteil, warnen die B-A-D-Mediziner, denn in der Kälte getrunken beschleunigt er den Wärmeverlust des Körpers. Wer auf das Auto nicht verzichten kann, ist gut beraten, es bei einer um den Genusses willen getrunkener Tasse Glühwein zu belassen und zum „Warmwerden“ auf alkoholfreie Heißgetränke umzusteigen.

Es ist nicht allein die Geselligkeit auf den Weihnachtsmärkten, bei denen im Kreis von Freunden „Runde um Runde“ ausgegeben wird, die zur Steigerung von Verkehrsunfällen in der Vorweihnachtszeit beiträgt. Auch auf Weihnachtsfeiern von Betrieben und Unternehmen ist die Gefahr groß, beim Alkoholkonsum den Überblick zu verlieren und beschwipst oder gar stark angetrunken hinter dem Steuer zu landen. Der Tipp der B-A-D-Fachleute: Stehen ein Bummel auf dem Weihnachtmarkt oder die Weihnachtsfeier auf dem Terminplan, bleibt das Auto am besten von vorneherein zu Hause stehen. Dann lässt sich auch eine zweite Tasse eines gut zubereiteten Glühweins genießen – selbst wenn er nachweislich nicht wärmt…

Trinkende Männer haben seltener Herzinfarkt

Spanische Studie unter Experten-Beschuss –

Gegen ein kleines Bier oder ein Glas Wein gibt es nichts einzuwenden

Der tägliche Alkoholkonsum von
Männern reduziert das Risiko eines Herzinfarkts um ein Drittel. Das
haben Forscher bei mehr als 15.500 Männern und 26.000 Frauen in Spanien
herausgefunden. Andere Experten äußerten sich sehr kritisch gegenüber
der Studie, denn sie verweisen auf andere Erkrankungen, die auf
Alkoholkonsum zurückzuführen sind und jährlich 1,8 Mio. Todesopfer
fordern.

Frauen hatten aber deutlich weniger Vorteile vom täglichen Trinken,
kommen die Forscher zum Schluss. Die Studie, die im Fachmagazin Heart
http://heart.bmj.com publiziert wurde, wurde in Spanien – einem Land mit
relativ hohem Alkoholkonsum, aber einer geringen Zahl an Herzinfarkten –
durchgeführt. Dazu wurden Frauen und Männer zwischen 29 und 69 Jahren
über die Trinkgewohnheiten während der vergangenen zehn Jahre befragt.

Mediziner: Alkohol schadet besonders Männern

„Alkohol ist hyperkalorisch, das heißt, dass Männer, die Alkohol
trinken, eine große Menge von Kalorien zuführen und das führt zu
Übergewicht mit den bekannten negativen Auswirkungen auf Körper und
Geist“, meint der Sexualmediziner Georg Pfau
www.maennerarzt-linz.at . Zudem sei Alkohol
ein Risikofaktor für Krebs des gesamten Verdauungstraktes, von der Zunge
bis zum Enddarm. „Alkohol fördert die Entstehung des Prostatakarzinoms,
den Muskelabbau und Fettaufbau.“

„Der vielleicht einzige Vorteil von Alkohol ist seine psychotrope
Wirkung. Das heißt, dass durch die veränderte Wahrnehmung Hemmungen
wegfallen“, so der Mediziner. Doch auch diese Wirkung sei nicht
uneingeschränkt positiv zu beurteilen. „Denn Alkohol vermindert die
kognitive Leistungsfähigkeit und ist grundsätzlich kontraproduktiv für
die Sexualität“, erklärt Pfau.

„Alkohol ist zudem eine hormonell aktive Substanz. Er greift in den
Hormonhaushalt des Männerkörpers ein. Konkret kommt es zur Aktivierung
eines Enzyms namens Aromatase, das das Männerhormon Testosteron in das
Frauenhormon Östradiol umwandelt. Die Auswirkungen sind leicht
auszumalen“, so der Mediziner. Die antioxidative Wirkung des Alkohols –
vor allem Wein – könne auch durch andere Maßnahmen erreicht werden.

Großer Alkoholkonsum besserer Herzinfarktschutz

Die Forscher haben die Probanden in sechs Grundtypen nach Alkoholkonsum
gestaffelt, eingeteilt. Bei jenen, die täglich weniger als einen Schuss
Wodka zu sich genommen hatten, verringerte sich das Herzinfarktrisiko um
35 Prozent. Jene, die täglich drei bis elf solche Portionen tranken
sogar um 50 Prozent. Bei Frauen konnte kein positiver Effekt
festgestellt werden. Möglicherweise habe das mit der unterschiedlichen
Art des Abbaus zu tun.

Die Art des Getränks schien eine geringere Rolle zu spielen. Der Schutz
vor Herzkrankheiten war bei jenen, die große Mengen verschiedener Drinks
zu sich nahmen, deutlich größer. Die genauen Mechanismen sind unklar.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Alkohol die
HD-Lipoprotein-Werte – auch „gutes Cholesterin“ genannt – ansteigen
lässt und so verhindert, dass sich das „schlechte“ Cholesterin in den
Arterien aufbauen kann.

Die Studie ist unter
http://press.psprings.co.uk/heart/november/ht173419.pdf abrufbar. Wolfgang Weitlaner

Volle Kanne – Service täglich

ZDF, Mittwoch, 22.07., 09:05 – 11:15 Uhr

Top-Thema: Rechtschutzversicherung
Einfach lecker: Pfefferlammhüfte auf Speckbohnen
Kochen mit Armin Roßmeier
PRAXIS täglich: Neue Hoffnung bei instabilem Typ 1 Diabetes
Service: Kinderfahrzeuge
Studioaktion: Rückenschmerzen
Talk mit Mediziner Dietrich Grönemeyer

Diät macht dick

Diät macht dick: Essen-Ratgeber erschienen
Mediziner betrachtet Ernährung ganzheitlich

Sieben Jahre nach Erscheinen des ersten
Buches „Diät macht dick“ http://www.diaetmachtdick.com ist der Mediziner
Edgar Raschenberger mit neuen Erkenntnissen noch einmal ans Werk
gegangen. Unter demselben Titel hat er ein neues Buch im
Ueberreuter-Verlag http://www.ueberreuter.at herausgebracht.
„Misserfolge in unserer Ernährungsberatung haben mich dazu veranlasst,
mich diesem Thema noch einmal zu widmen“, so Raschenberger. „Seit Jahrzehnten hungern die Menschen sich quasi dick.
Trotz der großen Menge an Publikationen werden sie immer dicker.“ Die
Lösung der Probleme liege in einer zu oberflächlichen Befassung der
Einheit Körper, Geist und Seele.

Gesundheit erachtet Raschenberger als eine allumfassende Form der
Fitness. Man müsse daher die Wurzeln der Probleme suchen und die liegen
im ganzheitlichen Zugang zur Ernährung. „Menschen nehmen sich allzu oft
die Lebensmittelindustrie als Ernährungsberater. Erschwerend kommt
hinzu, dass man sich für das Essen keine Zeit nimmt und zudem auf die
verschiedenen Fastfood-Varianten, die man im Supermarkt kaufen kann,
zurückgreift“, so der Buchautor. Eine epidemiologische Beobachtung der
Ernährungsveränderung und des Einzugs von Fastfood in Ländern wie etwa
Thailand zeige deutlich, dass die Menschen dort rasant dicker werden.
Für Raschenberger liege eine der Ursachen im nicht stimmenden Verhältnis
von Makro- zu Mikronährstoffen zueinander. „Gleichzeitig ist es zu
einfach, die Industrie allein dafür verantwortlich zu machen, denn
handeln muss jeder selbst“, erklärt der Experte.

Ein großes Geheimnis liegt für den Mediziner in den Mikronährstoffen –
das sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre
Pflanzenbegleitstoffe. „Im weitesten Sinne kann man diese 20.000 Stoffe,
die in Naturprodukten vorhanden sind, als lebenswichtig bezeichnen.“ Ein
Beispiel ist etwa das Allicin im Knoblauch. Dieser sekundäre
Pflanzeninhaltsstoff wird eine stark schützende Wirkung für die
Gefäßwand der Arterien nachgesagt. Allicin zähle daher zu den am
längsten bekannten Anti-Aging-Substanzen. Eine wesentliche Rolle spielen
für den Mediziner auch noch Nahrungsergänzungsmittel. „Schon vor
Jahrhunderten war man sich dessen bewusst, dass Gewürze die Speisen
wohlschmeckender gestalten, aber auch einen Gesundheitseffekt haben.“

Was Raschenberger im Buch transportieren will, ist ein positiver Ansatz
in der gesamten Problematik. „Schlank werden ist leicht, das haben
Millionen von Menschen bereits bewiesen. Schlank sein hingegen sei die
größte Herausforderung für die Menschheit“, so der Autor.
„Wahrscheinlich ist es wirkungsvoller, wenn man einen Partner hat, der
unterstützt, denn die meisten gescheiterten Versuche beruhen auf
menschlich-seelischen Ursachen, die im Beruf oder in der Familie
liegen“, schreibt der Mediziner. „Egal wie man die Sache betrachtet,
ohne Veränderung geht gar nichts.“ Die fünf Säulen auf der das
ganzheitliche Konzept basiert, lauten „Ernährung“, „Bewegung“, „Mentale
Hygiene“, „Umfeldgestaltung“ und „Regeneration“. Das sei die Grundlage
für ein „Ernährungslernprogramm“, das zum nachhaltigen Erfolg führt.
Wolfgang Weitlaner

Asthma bei Kindern

Übermäßiger TV-Konsum führt zu Asthma bei Kindern – Mediziner warnen vor Atemwegserkrankungen bei jungen Couch-Potatoes

Je länger Kinder täglich vor dem TV-Gerät
oder dem Computer verbringen, umso stärker sind sie gefährdet, die
Atemwegserkrankung Asthma bronchiale zu entwickeln. Zu diesem Schluss
kommt eine aktuelle wissenschaftliche Studie von Forschern um Guiseppe
Corbo von der Universität Rom, die in der Fachzeitschrift Epidemiology
publiziert wurde. Nun warnen auch Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft
für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) http://www.pneumologie.de vor
den Folgen des übermäßigen Fernsehkonsums.

„Kinder, die pro Tag mehr als fünf Stunden fernsehen, haben ein um 50
Prozent erhöhtes Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken gegenüber
Kindern, die täglich nur eine Stunde TV schauen“, so Dieter Köhler vom
wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenfachklinik
Kloster Grafschaft http://www.krankenhaus-klostergrafschaft.de in
Schmallenberg. Das geht aus einer Untersuchung von mehr als 20.000
Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren hervor. Das höhere
Asthma-Risiko ist auch auf andere Faktoren wie etwa zu wenig Bewegung
und gleichzeitig falsche Ernährung – zu viel Fett und Salz –
zurückzuführen.

Auf Grund dieses Lebensstils leiden solche Kinder vermehrt auch an
Übergewicht, wobei Übergewicht an sich ein eigener Risikofaktor für
Asthma ist. „So wissen wir bereits, dass Asthma bei fettleibigen
Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) größer als 30 etwa doppelt
so häufig auftritt“, meint Köhler. „Eine ähnliche Tendenz sehen wir auch
bei Kindern. Zumal Übergewichtige wegen ihres höheren Körpergewichts
grundsätzlich mehr Atemarbeit leisten müssen als Normalgewichtige, wobei
sie gleichzeitig aber auch noch oft untrainierter sind, so dass auch
ihre Atemmuskulatur weniger leistungsfähig ist.“ Patienten mit
Übergewicht weisen generell schlechtere Lungenfunktionswerte auf und
haben daher viel eher unter Atemnot und weiteren Atemwegsbeschwerden zu
leiden als Normalgewichtige, meint der Mediziner.

Wer überwiegend passiv über viele Stunden vor dem Fernseher oder
Computer sitzt, neigt zunehmend zu einer vergleichsweise flachen Atmung.
Dies wirke sich insbesondere auf Kinderlungen, die sich noch in der
Entwicklung und im Wachstum befinden, negativ aus, berichten die
Mediziner. „Bei Bewegungsmangel fehlen die tieferen Atemzüge, wie sie
bei körperlicher Belastung gemacht werden“, meint Köhler. Dadurch werde
die Lunge im Vergleich zu Kindern, die Sport treiben, weniger trainiert,
so dass die Betroffenen nicht die Lungenfunktionswerte entwickeln
können, die potenziell möglich wären. Zudem werde die Lunge bei
Bewegungsmangel auch zu wenig belüftet. „Die Betroffenen neigen dann
eher zu Infekten, was zusätzlich das Risiko für die Entwicklung von
chronischen Atemwegserkrankungen erhöht.“

Generell rät der Mediziner auch Kindern, die schon unter Asthma leiden,
zu mehr körperlicher Aktivität. „Das konnte 2007 in einer Studie mit
asthmatischen Kindern nachgewiesen werden, die zweimal wöchentlich an
einem 90-minütigen Training teilnahmen“, erklärt Köhler. „So fielen die
für Asthmatiker typische Verengung der Bronchien und die Atemnot bei den
trainierten Kindern selbst bei körperlicher Anstrengung weitaus geringer
aus, als bei den untrainierten.“ Wer das täglich stundenlange Fernsehen
oder Computern partout nicht lassen kann, dem rät der Mediziner dazu,
zum Ausgleich des Bewegungsmangels wenigstens vorher oder nachher eine
Stunde an die frische Luft gehen oder – noch besser – Sport zu treiben. Wolfgang Weitlaner

Diabetes als globale Epidemie

Jeder fünfte Fiji-Insulaner und jeder neunte Deutsche leidet an
Zuckerkrankheit

Jeder fünfte Bewohner der
Fiji-Inseln leidet nach einer aktuellen Studie an Diabetes. Das
Dramatische an dem Studienergebnis, das der Mediziner Wahid Khan beim
16. Jahrestreffen der Praktischen Ärzte von Fiji vorgebracht hat, sei
die hohe Zahl an unbehandelten Fällen. Nach Angaben der Tageszeitung
FijiTimes http://www.fijitimes.com müssen viele Bewohner, die schlechte
oder unzureichende medizinische Versorgung genießen, mit einer möglichen
Amputation von Gliedmaßen rechnen.

Einer der Gründe dafür, dass die Zahl an Diabetes gerade in den Ländern im Südpazifik so hoch sei, liege in den verwestlichten
Ernährungsgewohnheiten. Dass es allerdings auch in Europa einen
dramatischen Anstieg von Diabetes gibt, bestätigt Hans Hauner vom Else
Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der
Isar in München http://www.wzw.tum.de/ernaehrungsmedizin . Im Gesundheitsbericht Diabetes 2008, der vom Nationalen
Aktionsforum Diabetes http://www.nafdm.de und von der Deutschen Diabetes
Union http://www.diabetes-union.de herausgebracht wurde, beschreibt
Hauner die derzeitige Lage in Deutschland. „In den vergangenen vier
Jahrzehnten wurde eine kontinuierliche Zunahme der Betroffenen
registriert“, bestätigt der Experte. 2001 waren 6,9 Prozent der
Deutschen wegen einer Zuckerkrankheit in Behandlung, 2004 waren es
bereits 7,6 Prozent. „2006 rechnet man mit einem Anteil von 8,6 Prozent
der Gesamtbevölkerung“, so der Mediziner. Erfasst sind in der Zahl
sowohl Diabetes-1- als auch der Diabetes-2-Typ.

Beunruhigend ist allerdings der Anstieg von Diabetes-1-Erkrankungen
unter Kindern und Jugendlichen. Beobachtungsstudien in Baden-Württemberg
und in Nordrhein-Westfalen haben ergeben, dass die Zahl jährlich um vier
bis fünf Prozent zunehme, so Hauner. „Woran das liegt, ist nicht ganz
klar und auch schwer einzuordnen“, räumt Hauner ein. Einerseits sei die
Ernährung sicherlich ein Faktor, umgekehrt spiele jedoch auch die
genetische Disposition eine wichtige Rolle. Ähnliche Zahlen und
Entwicklungen könne man auch in anderen europäischen Staaten
feststellen.

Als hoch schätzt Hauner aber auch die Dunkelziffer von
Diabetes-Typ-2-Patienten ein. „Da diese Erkrankung am Anfang schleichend
ist und keine nennenswerten Symptome auftreten, ist es schwierig sie
einzuordnen.“ In einer Untersuchung der Region Augsburg sind Forscher
sogar zum Schluss gekommen, dass in der Altersgruppe zwischen 55 und 74
Jahren auf jede Person mit bekanntem Diabetes eine Person mit bis dahin
nicht diagnostizierter Zuckerkrankheit komme. Die Studie hat auch
ergeben, dass 16 Prozent zusätzlich eine frühe Störung des
Zuckerstoffwechsels haben, die heute als Prädiabetes bezeichnet wird.
Hauner rät daher zu einer regelmäßigen medizinischen
Kontroll-Untersuchung. „Besonders Überernährung und Übergewicht gelten
als Hochrisikofaktoren. Treten zum Übergewicht auch noch die Erbanlagen
auf, ist das Problem ernst“, so der Fachmann. Mit der Einhaltung des
Gewichts lasse sich jedenfalls ein Typ-2-Diabetes hinausschieben.

Eine WHO-Studie zum Thema „Fettsucht und Übergewicht“ hat im Vorjahr
deutlich gezeigt, dass in der Südsee die weltweit dicksten Menschen
leben. Trauriger Weltmeister ist die Inselrepublik Nauru, auf der 94
Prozent der Einwohner übergewichtig sind. In den Federated States of
Micronesia, im Königreich Tonga und auch auf den Cook Inseln scheint es
allerdings nicht viel besser auszusehen. Wolfgang Weitlaner

High-Heels können Sexleben verbessern

Hochhackige Schuhe stärken Beckenbodenmuskeln

Schuhe mit hohen Absätzen, so genannte High-Heels, können nach Ansicht der Urologin Maria Cerruto das Sexleben deutlich verbessern. In einer Studie an rund 70 Frauen konnte die Forscherin von der Universität von Verona http://www.univr.it eindeutige Veränderungen in der Beckenmuskulatur feststellen. Bisher
galten Schuhe mit hohen Absätzen als ungesund, da sie zu einer Reihe von
gesundheitlichen Problemen führen können.

In einem Schreiben an die Gesellschaft für Europäische Urologie hat
Cerruto festgehalten, dass die Schuhe, sofern es sich nicht um jene mit
Stiletto-Absätzen handelt – durchaus positive Begleiterscheinungen
haben. Insgesamt hat die Medizinerin 66 Frauen unter 50 Jahren
untersucht, die Schuhe bevorzugten, die den Fuß in einem 15 Grad Winkel
– das entspricht einem Absatz von etwa fünf Zentimeter – abbiegen. Bei
den Frauen waren die Muskeln des Beckenbodens in einer optimalen
Position.

Der Beckenboden ist der bindegewebig-muskulöse Boden der Beckenhöhle
beim Menschen. Der Muskel spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherung
der Kontinenz, aber auch in der Sexualität. Der Beckenboden entspannt
sich beim Urinieren, beim Stuhlgang, bei der Frau beim
Geschlechtsverkehr, beim Mann bei einer Erektion. Beim Orgasmus pulsiert
der Beckenboden, das heißt, dass Anspannung und Entspannung einander
abwechseln. Nach einer Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur häufig
schwächer. Daher empfehlen Mediziner Übungen zur Stärkung der
Muskulatur. Cerruto hofft nun, dass ihre Erkenntnisse dieses Training
ersetzen können.

„Frauen haben öfters das Problem, dass sie die richtigen Übungen für die
Beckenmuskulatur machen. Die höheren Absätze könnten da eine geeignete
Methode darstellen“, so die Urologin, die auch erklärt, dass sie selbst
gerne Schuhe mit Absätzen trage. Als nicht nachvollziehbar empfindet der
Wiener Orthopäde Robert Schönherr das Ergebnis
der Urologin. „Für die Füße selbst stellen die hohen Absätze ein
beträchtliches Gesundheitsrisiko dar. Enges und unpassendes Schuhwerk
ist ein Auslöser des Hallux valgus, dem pathologischen Schiefstand der
großen Zehe.“ Zudem belaste das Gehen mit hohen Absätzen auch das Kreuz.
Das könne jeder Mensch am eigenen Leib spüren, wenn er längere Zeit auf
Zehenspitzen gehe. „Gesund sind solche Schuhe definitiv nicht.“ Dass die
kleineren Schritte die Beckenbodenmuskulatur stärken, könne sich der
Mediziner zwar vorstellen. Er hält es jedoch für klüger, gesundes
Schuhwerk zu tragen und zusätzlich Turnübungen zur Stärkung der
Beckenbodenmuskulatur zu machen. Wolfgang Weitlaner