Tim Mälzer Interview zu RATATOUILLE

Zitate von Tim Mälzer zu RATATOUILLE, Kinostart 03. Oktober 2007.

In Ratatouille geht es ums Kochen – wie realistisch zeigt der Film Restaurantküchen?

Tim Mälzer: “Der Film entspricht absolut der Realität. In den großen Küchen ist es wirklich wichtig, dass man ein großes und kompetentes Team hat, das heißt, jeder übernimmt eine Funktion. Das sagt ja auch der Film aus, eben dass diese Küchenarbeit ein Teamwork ist, gerade auch im kleinen Team zwischen Remy und Linguini. Das ist eben das Faszinierende an diesem Film. Das ist wirklich unglaublich detailverliebt dargestellt: die Fliesen, die Kupfertöpfe, die Herdplatten oder auch die Produkte, die in der Küche sind, wie das Kühlhaus eingeräumt ist, oder auch die einzelnen Positionen der Küche: der Saucier, der Gardemanger, der Commis, der Demi-Chef – das wird ja im Film alles noch genauer erklärt, das ist eigentlich wirklich 1:1 umgesetzt und in meinen Augen wirklich einmalig in der Zeichentrickwelt. Ist unglaublich anzuschauen.”

Im Film heisst es, dass jeder kochen kann – wie sehen Sie das?

Tim Mälzer: “Ich bin schon der Meinung, dass jeder die Fähigkeit zum Kochen hat, man muss sich bloß herantrauen. Mann muss mal seine Hände nehmen und mit den Lebensmitteln in Verbindung bringen. Das eine oder andere Mal etwas ausprobieren, auch auf die Gefahr hin, mal mal einen Fehler zu begehen.”

Wie war das mit dem Kochen in Ihrer Familie – haben da die Frauen das Sagen gehabt?

Tim Mälzer: “Wir haben in der ganzen Familie immer viel gekocht, selbst mein Opa konnte kochen, was für die Generation relativ ungewöhnlich war. Das war bei uns auch nie ein Geschlechterthema, dass nur die Frauen kochen können. Und darin habe ich auch nichts Besonderes gesehen. Ich habe mich tagtäglich damit auseinandergesetzt”

…wie wichtig ist gesunde Ernährung bei Kindern?

Tim Mälzer: “Das Wort ‘gesund’ in diesem Zusammenhang stört mich ein bisschen, weil das so dogmatisch wirkt. Ich glaube, eine ausgewogene Küche ist das Wichtigste. Kinder sollte man von Anfang an die Küche reinholen und sie auch am Kochen partizipieren lassen. Das muss natürlich nicht so sein, dass da lauter kleine Spitzenköche heranwachsen. Gib ihnen Essen in die Hände, und sie fangen schon allein über das Haptive an, über das Anfassen, einen Bezug zum Essen zu entwickeln.”

Was ist ein perfektes Ratatouille?

Tim Mälzer: “Eigentlich ist es ja ein Bauernessen, einfach eine Schmorgemüsepfanne mit Tomaten. Und das Besondere ist, das in Frankreich jede Familie ein eigenes Ratatouille-Rezept, eine Art “Mutter”-Rezept, hat, was auch im Film ganz deutlich rüberkommt. Das schönste Essen ist eigentlich das Essen, das man zuhause zu sich nehmen kann, was emotional positiv belegt ist. Von daher gibt es, glaube ich, nicht das perfekte Ratatouille, sondern das Ratastouille ist perfekt, wenn es jemand gekocht hat, zu dem man auch eine emotionale Verbindung hat.”

Hier finden Sie alles über Ratatouille:
http://www.gourmet-report.de/keyword/RATATOUILLE/

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