Gefälschter Basmati Reis

Teure Lebensmittel: Vorsicht vor Fälschungen – Basmati-Reis als Schwindelprodukt – Nicht überall, wo Basmati-Reis angegeben ist, ist auch einer drinnen

Lebensmittelfälschungen sind nach einer
Studie, die von der UK Food Standards Agency FSA http://www.food.gov.uk
in Auftrag gegeben wurde, viel häufiger als vermutet.
Untersuchungen
haben ergeben, dass 54 Prozent jener Reispackungen, auf denen "100
Prozent reiner Basmati" angeboten wurde, auch andere Reissorten
enthielten. Das Geschäft mit hochpreisigen Lebensmittelfälschungen
bringt Millionen Euro jährlich, alleine beim Basmati Reis schätzt die
FSA den Schaden für die Konsumenten auf jährlich rund 7,5 Mio. Euro.

Etwa zehn Prozent der untersuchten hochwertigen – und damit der teuren –
Lebensmittel sind nach Angaben von Mark Woolfe, einem Forscher der FSA,
gefälscht. "Der britische Lebensmittelmarkt erwirtschaftet rund 100 Mrd.
Euro jährlich. Selbst ein geringer Prozentsatz dieser Summe macht schon
genügend Profit aus", meint Woolfe. Dabei reicht die Bandbreite von
Fälschungen von Honig, Whisky, Gin und Wodka über Fruchtsäften, Butter,
Käse, Fleisch, Fisch, Kaffee bis hin zu Kartoffeln. Die Lebensmittel
werden häufig umgepackt und landen in neutralen Verpackungen in den
Regalen von Supermärkten.

Auf Lebensmittelfälscher haben es die Behörden in Zukunft allerdings
vermehrt abgesehen. Immer genauere chemische Analysen,
Satellitenüberwachung und DNA-Tagging machen es den Verbrechern immer
schwerer. Tatsächlich sind die Lebensmittelfälschungen seit der
Einrichtung der EU-weiten Kooperation zurückgegangen. "Die Kontrollen
bei Lebensmitteln, die etwa das Prädikat ökologisch oder Bio tragen,
sind natürlich schwieriger", erklärt Petra Rust vom Institut für
Ernährungswissenschaft an der Universität Wien
http://www.univie.ac.at/nutrition . Allerdings
gibt die Expertin zu bedenken, dass Verbände, die solche Produkte
vertreiben, generell sehr strenge und engmaschige Kontrollen haben.
"Damit soll genau so etwas ausgeschlossen werden."


Wie genau Lebensmittelexperten Produkte heute zuordnen können, macht das
Beispiel des EU-Projekts TRACE, das es seit 2006 gibt, deutlich:
Mithilfe von Isotopen – das sind verschiedene Formen eines einzelnen
chemischen Elements, das verschiedene atomare Massen aufweist – lässt
sich etwa ganz genau bestimmen, ob ein Stück Lammfleisch aus England
oder Spanien kommt. Das Verhältnis leichter zu schweren Isotopen bietet
eine einzigartige Signatur des Klimas und der Geographie. Eine solche
Analyse ermöglicht auch die Unterscheidung von Fischen aus Wildfängen
oder aus Aquakulturen.

Was mit Lebensmittelfälschung zwar nichts zu tun hat, aber die
Ernährungsexperten auf die Barrikaden steigen lässt, sind immer noch
irreführende Angaben auf Lebensmittelverpackungen. "Wenn auf einem
kleinen Joghurt zu lesen ist ,Null Prozent Fett', dafür aber sechs Gramm
Zucker enthalten sind, ist das irreführend", so Rust. Daher gelte es`,
auch das Kleingedruckte auf Lebensmittelverpackungen zu lesen. "Das gilt
beispielsweise auch für die Putenwurst, die bei genauerem Hinsehen einen
gar nicht unbeträchtlichen Anteil an Schweinefleisch enthält." Das sei
allerdings alles gesetzlich erlaubt, da es auch deklariert sei.

Bei Fischprodukten gebe es in Österreich in erster Linie
Hygieneprobleme, wie Rust meint. "Hier spielt die Tatsache, dass es sich
um ein Binnenland handelt, eine große Rolle. Das gilt nicht nur für
Frischware, sondern auch für Tiefkühlprodukte", so Rust abschließend.
Seit 2002 gibt es eine Marktverordnung, die vorschreibt, dass das
Fanggebiet und die Methode deklariert werden müssen. "In den
Supermärkten hat sich dieses System gut entwickelt, im Einzelhandel gibt
es immer noch große Mängel bei der Deklaration. Vielfach werden uralte
Tafeln verwendet, die keine brauchbare Information über die jeweiligen
Fanggebiete geben", erklärt die Meeresbiologin Nina Thülln von
Greenpeace International http://www.greenpeace.org . Vor allem bei den Garnelen aus Südostasien und
Südamerika sei die Zucht in den Aquafarmen immer noch als problematisch
einzustufen. Kritik übt Thülln aber auch an den Methoden der Fischerei. Wolfgang Weitlaner

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