Gault Millau 2017 – NRW

Zwei Köche mit höchst unterschiedlichem Stil kürt die französische Gourmet-Bibel Gault&Millau in ihrer jetzt erscheinenden Deutschlandausgabe 2017 zu Aufsteigern des Jahres in Nordrhein-Westfalen: Sascha Stemberg bietet in Velbert einen „ebenso mutigen wie zeitgemäßen Küchenmix aus regionalen Schmankerln, deftiger Hausmannskost und feinen Gourmetgerichten“, Christof Lang in Aachen „französische Hochküche in bester Ausprägung mit einigen modernen Einsprengseln“.
Stemberg bietet im familieneigenen „Haus Stemberg anno 1864“, den „knusprig gebratenen Bauch vom Limburger Klosterschwein mit Gulaschsud  und gegrilltem Zwiebellauch“, Lang im „La Bécasse“ das „Kotelett vom Duroc-Schwein mit reichlich Trüffel und buttersattem Kartoffelpüree“. Modische Akzente setzen bei Stemberg „subtil mit Mumbai-Curry geschärfter Sud mit gerösteten Haselnüssen und glasierter Karotte zur geflämmten roten Salzwassergarnele“ und bei Lang „Yuzugelee und Tunasauce zur Liaison von geräuchertem Aal und Gänseleber“.
Für solche Gerichte erhalten beide vom Gault&Millau, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 17 von 20 möglichen Punkten. Eine höhere Note haben in NRW lediglich 2 und im Rest der Republik nur 36 Köche.

Auf 16 Punkte und damit in jene Klasse, in der nach dem Verständnis des Guides Kochen zur Kunst wird, kommen dank inspirierter Gerichte
Holger Berens vom „Berens am Kai“ in Düsseldorf („vorzüglich die kross ausgebackenen kleinen Froschschenkel mit pikant abgeschmecktem Sud von geräucherter Paprika und Champignonwürfelchen oder der gebratene Zander mit zart schmelzendem Ochsenmark auf kleinstgeschnittenem Grünkohl mit seiner Crème und dünn gehobeltem Périgordtrüffel“);
 Luis Dias vom „Aura by Luis Dias“ in Köln („der mutig würzende Chef lässt die feine Schärfe nie dominieren, aber angenehm am Gaumen nachklingen, bei Udon-Nudeln in Chorizosud mit Herzmuscheln, roher Garnele und Avocadoscheiben ebenso wie beim zart gebratenen Schweinerücken mit kraftvollem Bratenjus, karamellisierten Rosinen, geschmorten Apfelkügelchen und Mandelcreme“);
Maximilian Lorenz, 25, vom „Maximilian Lorenz im L’Escalier“ in Köln („der mittlerweile weniger verkopft und geschmacklich schlüssiger kochende junge Chef bietet neben klassischer luxuriöser Küche auch gewagte Gerichte wie einen aufgesägten Markknochen, auf dem einige handgetauchte Jacobsmuscheln sowie etwas junger Knoblauch und Senfkörner liegen, und rät, die Muscheln ins flüssige Innere des Knochens zu tunken“);
Cristiano Rienzner vom „Pure White“ in Köln („die durch ihre Gerichte vom Josper-Grill und aus Seafood bekanntgewordene Küche verleiht dem Rehrücken durch feinst dosierten Camparizucker einen frappanten Kick und lässt die Gäste ihre gegrillte Ente aus fünf Gewürz- und Salztöpfen selbst bestreuen“).

Dieselbe Note schafft auf Anhieb Felix Kaspar, 24 der mit seinem Bruder den Sprung in die Selbstständigkeit wagte und das „Kaspars“ in Bonn eröffnete. „Auf jedem seiner Teller“, so loben die Kritiker, „schmeckt man perfekte Stilistik, hohen handwerklichen Aufwand sowie beste Produkte aus Frankreich und der Region“.

Auf 15 Punkte steigern sich Björn Bitzer vom „Das ESSperiment“ in Delbrück („Der Name soll Programm sein und das bietet Zander mit frappantem Malzbierschaum und Lammrücken auf süffigem Melonenpüree“) und Roger Achterath vom „Achterath‘s“ in Neukirchen-Vluyn („Ohne viel Schnickschnack an Dekoration und Beiwerk, aber stets mit den wichtigen Aromen kommen  gut abgestimmter Meeresfrüchtesalat oder honigglasierte Maispoulardenbrust auf Kichererbsencurry“).

Die besten Köche in NRW
Auf Platz 1 der kulinarischen Hitparade des Gault&Millau in NRW steht seit 10 Jahren unangefochten Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach: „Scheinbar unbeirrt von  kulinarischen Trends und bar jeder verkrampften Stilistik oder hyperkreativen Waghalsigkeit entwirft er in seinem Geschmacksuniversum mit allerhöchster Präzision seinen ganz eigenen Küchenstil. Dabei macht er es seinen Gästen nicht leicht, denn sein Menü verlangt Aufmerksamkeit und konzentriertes Hin- und Nachschmecken. Die Langoustine im XL-Format, von einem Gitter aus Kohlrabistreifen bedeckt, verlustierte sich förmlich in einer Masala-Tandoori-Creme, parfümiert mit rotem Pimentöl und zusätzlich durch milde Currynage im Shooter beseelt. Reh de luxe repräsentierten die geschmorte Schulter, Herz und Leber, eskortiert durch Wacholder-Melonensalat, Fichtensprossen-Pesto und klassische Sauce Rouennaise, dazu noch ein Macaron mit Rote Bete-Creme, ein Verbene-Sponge und silikongeformte Brombeeren.“ Für solche Gerichte bekam er erneut 19,5 Punkte, die Höchstnote des Guides, die nur 4 weitere Köche in Deutschland haben.

Den zweiten Rang behauptet seit 2005 souverän mit 18 Punkten Eric Menchon vom „Le Moissonnier“ in Köln, dessen „ebenso überraschende wie geniale Küche ihr hierzulande unübertroffenes karamellisiertes Milchkalbsbries, außen perfekt knusprig und innen ebenso perfekt weich, mit einer Geranien-Basilikumessenz inklusive Fleischjus, Chips von Paprika-Tarowurzel und einer Maisvariation begleitet oder den mit marokkanischer Minze in Zitronenbutter glasierten Wolfsbarsch, der mit bunten Blütenblättern dekoriert ist, in einer Geflügel-Fisch-Rotwein-Reduktion serviert; dazu gibt’s eine Seeigel-Ingwervelouté, in der einige Seeigelnasen gründeln.“    

Den dritten Platz teilen sich mit den Aufsteigern Lang und Stemberg 8 Köche, die ihre 17 Punkte aus dem Vorjahr verteidigten: Rainer Maria Halbedel von „Halbedel’s Gasthaus“ in Bonn, Alexander Wulf vom „St. Jacques“ in Heinsberg, Jürgen Köpp vom „Landhaus Köpp“ in Xanten, Yoshizumi Nagaya vom „Nagaya“ in Düsseldorf, Erhard Schäfer vom „Maître im Landhaus Kuckuck“ in Köln, Elmar Simon vom „Balthasar“ in Paderborn sowie Alejandro und Christopher Wilbrand vom „Zur Post“ in Odenthal bei Köln.
Dass in NRW nicht nur vortrefflich gekocht, sondern auch gastfreundlich bewirtet wird, demonstriert die Ehrung von Marco Franzelin vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach als „Sommelier des Jahres“: „Mit profundem Wissen, dem siebten Sinn für Neues in der Weinwelt und feinem Gespür für die Gästewünsche begleitet er eine hochkomplexe Küche sehr individuell.“

Die Tester beschreiben und bewerten dieses Jahr insgesamt 135 Restaurants in NRW. 112 Küchenchefs zeichnen sie mit einer oder mehreren Kochmützen aus. Eine Kochmütze erhalten auch die neu eröffneten oder nach einer Pause wieder bewerteten Lokale „Oliveto“ in Bonn, „Bread & Roses“ in Düsseldorf und „Anthony‘s“ in Meerbusch (jeweils 14 Punkte) sowie „Vida“ in Dortmund (13 Punkte).
Im Vergleich zur Vorjahresausgabe serviert der Gault&Millau in NRW 17 langweilig gewordene Restaurants ab und nimmt 10 neu auf; 15 werden höher, 12 niedriger bewertet.

 Die 12 besten Restaurants des Gault&Millau in NRW
19,5 Punkte
Vendôme in Bergisch Gladbach
18 Punkte
Le Moissonnier in Köln
17 Punkte
*La Bécasse in Aachen
Halbedel’s Gasthaus in Bonn
Nagaya in Düsseldorf
St. Jacques in Heinsberg  
Maître im Landhaus Kuckuck in Köln
Zur Post in Odenthal bei Köln
Balthasar in Paderborn
Gut Lärchenhof in Pulheim bei Köln
*Haus Stemberg anno 1864 in Velbert
Landhaus Köpp in Xanten

* Aufsteiger

Der Guide erscheint im Münchner Christian Verlag (752 Seiten, 34.99 Euro),
ISBN 978-3-95961-001-8 

 

 

Berichte aus den Bundesländern:
Berlin: www.gourmet-report.de/artikel/347794/Gault-Millau-2017-Berlin/
Baden-Würtemberg: www.gourmet-report.de/artikel/347795/Gault-Millau-2017-Baden-Wuertemberg/
Bayern: www.gourmet-report.de/artikel/347796/Gault-Millau-2017-Bayern/
Hessen: www.gourmet-report.de/artikel/347797/Gault-Millau-2017-Hessen/
Brandenburg: www.gourmet-report.de/artikel/347798/Gault-Millau-2017-Brandenburg/
Bremen: www.gourmet-report.de/artikel/347799/Gault-Millau-2017-Bremen/
Hamburg: www.gourmet-report.de/artikel/347800/Gault-Millau-2017-Hamburg/
Mecklenburg-Vorpommern: www.gourmet-report.de/artikel/347801/Gault-Millau-2017-Mecklenburg-Vorpommern/
Niedersachsen: www.gourmet-report.de/artikel/347802/Gault-Millau-2017-Niedersachsen/
NRW: www.gourmet-report.de/artikel/347803/Gault-Millau-2017-NRW
Rheinland-Pfalz: www.gourmet-report.de/artikel/347804/Gault-Millau-2017-Rheinland-Pfalz/
Saarland: www.gourmet-report.de/artikel/347805/Gault-Millau-2017-Saarland/
Sachsen: www.gourmet-report.de/artikel/347806/Gault-Millau-2017-Sachsen/
Sachsen-Anhalt: www.gourmet-report.de/artikel/347807/Gault-Millau-2017-Sachsen-Anhalt/
Thüringen: www.gourmet-report.de/artikel/347808/Gault-Millau-2017-Thueringen/
Schlewsig-Holsten: www.gourmet-report.de/artikel/347809/Gault-Millau-2017-Schleswig-Holstein/

Hauptbericht: www.gourmet-report.de/artikel/347793/Koch-des-Jahres-Andreas-Krolik-in-Frankfurt/

Alle Restaurants mit 15 Punkten: www.facebook.com/gourmetreport/posts/10154319696743124
Alle Restaurants mit 16 Punkten: www.facebook.com/gourmetreport/posts/10154319689593124
Alle Restaurants mit 17 Punkten: www.facebook.com/gourmetreport/photos/a.427082738123.197268.168996673123/10154319683638124/?type=3
Alles Restaurants mit 18 Punkten:
www.facebook.com/gourmetreport/photos/a.427082738123.197268.168996673123/10154319679138124/?type=3
Restaurants mit mehr als 18 Punkten – die Besten in Deutschland:
www.facebook.com/gourmetreport/photos/a.427082738123.197268.168996673123/10154319673603124/?type=3

Fleisch aus tiergerechter Haltung

Fehlende Kennzeichnung und andere Lebensmittel-Unklarheiten
Schnitzel, Steak und Frikadellen genießen die meisten Verbraucher am liebsten, wenn sie aus besonders tiergerechter Haltung stammen. Doch während auf jedem Ei stehen muss, wie die Legehenne gehalten wird, fehlt eine solche Einkaufshilfe für das meiste Fleisch. Nur für Geflügel gibt es EU-weit einheitliche Angaben. Da sie freiwillig sind, nutzen die Hersteller aber auch diese nur selten. Bis dieser Mangel abgestellt und die Kennzeichnung aller Fleischsorten vorgeschrieben ist, müssen Konsumenten auf andere Informationen zurückgreifen. Welchen Labeln und Versprechen sie dabei trauen können und was Augenwischerei ist, erklärt der neu aufgelegte und ergänzte Ratgeber „Lebensmittel-Lügen – Wie die Food-Branche trickst und tarnt“ der Verbraucherzentrale NRW.

In weiteren Kapiteln widmet sich das kritische Werk unter anderem der unklaren Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel, unseriösen Gesundheitsversprechen und den Strategien der Produktplatzierung im Supermarkt. Die Leser erfahren zudem, wie sie die örtliche Herkunft ihrer Speisen ergründen können und was sich hinter manch wohlklingender Warenbezeichnung wirklich verbirgt.
Der Ratgeber kostet 14,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand wird er auch nach Hause geliefert.

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 0211/3809-555, E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de, Fax: 0211/3809-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf

Listerien in Käse – ein häufiges Problem?

Meldungen über Rückrufe von mit Listerien verunreinigten Lebensmitteln finden sich immer wieder in den Medien. Vor allem rohe Fleischwaren, Räucherfisch und verschiedene Käsesorten stehen dabei im Fokus. Wie gelangen diese Bakterien in die Lebensmittel, wie gefährlich sind solche Verunreinigungen und wie häufig sind Listerien tatsächlich nachzuweisen? Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat die Situation beim Käse genauer unter die Lupe genommen: In mehr als 100 Käseproben konnten dabei keine Listerien nachgewiesen werden.

Über einen Zeitraum von neun Monaten (2014/2015) wurden insgesamt 113 Proben Käse mit Schmierrinde, Bergkäse, geriebener Käse, Sauermilchkäse, Mozzarella und Käsesnacks aus ganz Niedersachsen untersucht. In keiner der Proben konnten krankmachende Listerien nachgewiesen werden. Aufgrund des hohen Risikos der Kontamination von Käse mit diesen Keimen und der Gesundheitsgefährdung beim Verzehr, werden die verschiedenen Käse auch zukünftig regelmäßig kontrolliert.

Listerien können über die Milch in den Käse eingetragen werden, dies gilt insbesondere für Rohmilchkäse. In pasteurisierter Milch sind die Keime abgetötet. Käse aus pasteurisierter Milch kann jedoch an verschiedenen Stellen im Produktionsprozess wieder mit Listerien verunreinigt werden, beispielsweise im Salzbad oder durch Kondenswasser. Ideale Lebensbedingungen finden Listerien in der Rinde von Käsen mit Oberflächenreifung. Hierzu zählen Schimmelkäse oder geschmierte Käse wie Tilsiter und Romadur.

Listerien sind Bakterien, die beinahe überall zu finden sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Bakterienarten, sind sie in der Lage, sich auch im Kühlschrank zu vermehren. Durch Hitze werden die Keime zuverlässig abgetötet.

Eine Erkrankung durch Listerien verläuft bei gesunden Erwachsenen meist harmlos. Listerien können jedoch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, bei Älteren und Kindern zu schweren Infektionserkrankungen führen. Bei Schwangeren kann es zu Früh- und Totgeburten kommen. Zum Schutz vor einer Listerieninfektion sollten diese Personengruppen auf Rohmilch und daraus hergestellte Produkte verzichten und bei Käsen mit Oberflächenreifung die Rinde abschneiden. Außerdem gehören rohes Fleisch, Rohwurst, roher Fisch, geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse sowie vorgeschnittene verpackte Blattsalate nicht auf den Speisezettel.

www.laves.niedersachsen.de

Brasserie „1806“ – Serviceteam des Jahres 2016

Der Schlemmer Atlas glaubt, dass das perfekte Serviceerlebnis die Summe vieler Einzelleistungen in einem Restaurant ist. Aus diesem Grund lößt die Auszeichnung „Serviceteam des Jahres“ ab 2016 die Ehrung „Oberkellner des Jahres“ ab. Damit steht jetzt das Team und nicht mehr der einzelne Mitarbeiter im Fokus. Dies entspricht dem Zeitgeist und dem, was der Gast heute in einem Restaurant erlebt.

Die Schlemmer Atlas-Jury sieht hier das Serviceteam der Brasserie 1806 aus dem Breidenbacher Hof in der ersten Reihe der Erlebnisbringer. Herzlichen Glückwunsch!

„Gemeinsam sind wir stark“ ist der Leitsatz eines Teamgedanken. Oft propagiert, und doch selten angewandt. Die Kunst, wahres Teamverhaltens an den Tag zu legen und dabei erfolgreich zu sein, besteht darin, eine flache Hierarchie zu praktizieren. Das heißt unter einer sanften Führung, die Menschen sich selbst organisieren zu lassen, Ideen umsetzen zu dürfen, Vertrauen zu haben.

Das Serviceteam der Brasserie „1806“ im Düsseldorfer Breidenbacher Hof strahlt diese zufriedene Selbstsicherheit aus, die eine solche Teamstruktur mit sich bringt. Jeder Einzelne ist sich seiner Stärken bewusst und hilft dem anderen. Jeder aus dem Team ist wichtig! Der Leitgedanke der Capella Gruppe „Die Gäste begeistern“ ist dabei in Fleisch und Blut übergegangen. Gäste der Brasserie spüren diese freundliche Atmosphäre. Der Gast wird nicht nur aufmerksam betreut und mit professionellem Service versorgt, sondern in eine Gastfreundschaft mit eingebunden.

Das Feingefühl für die sanfte Führung besitzt Rebecca Blank. Sie managt die gesamte F&B Operation mit der Brasserie „1806“, der Capella Bar, der Lobby Lounge sowie dem In-Room Dining und Bankett/Catering. Der gebürtige Düsseldorfer Marco Hahn übernimmt die Funktion des Supervisors im Restaurant. „Die Arbeit im Team ist ein fruchtbarer Prozess. Es wird diskutiert und jeder kann Änderungen herbeiführen. Es gibt keine festgefahrenen Strukturen,“ verrät uns Marco Hahn, der so erfrischend auf jede Frage, fachlich und plaudernd zu antworten wusste.

Was ist eigentlich ein Bäcker?

Gutes Handwerk braucht Leidenschaft, Know-how & Zeit und keinen „Angriff“ auf die Verbraucher

Gemeinsame Stellungnahme der Berufsorganisation Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. und Slow Food Deutschland e. V. zur neuen Marketingkampagne des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks

Am 5. Mai 2015, pünktlich zum „Tag des Deutschen Brotes“, startete der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks eine Verbraucheroffensive unter dem Motto: „Schluss mit dem inflationären Gebrauch des Begriffs Bäcker!“ Gestützt auf das traditionelle Bäckerwappen mit den von zwei Löwen getragenen gekreuzten Schwertern und dem Zusatz „Deutsche Innungsbäcker“ soll der Öffentlichkeit präsentiert werden, „wer hierzulande das beste Brot backt“. Ziel ist es, dem Verbraucher von nun an „eine klare Orientierung im undurchsichtigen Wettbewerb zu bieten“.

Die Organisationen Die Bäcker. Zeit für Geschmack e. V. und Slow Food Deutschland e. V. begrüßen die Initiative, Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger im Dunkeln tappen zu lassen und ein für alle Mal zu klären, was unter dem Begriff Bäckerei eigentlich zu verstehen ist. Um bei der Frage „Was genau macht einen Bäcker aus?“ Orientierung zu schaffen, wäre vorab allerdings ein ehrlicher und offener Diskurs über die Stärken und Schwächen der Bäckerbranche sinnvoll gewesen. Die anstehende Werbekampagne, zu der auch ein TV-Werbespot unmittelbar vor der „Tagesschau“ gehört, schüttet nun leider ,das Kind mit dem Bade aus‘. Man präsentiert ein neues, historisches Qualitätssiegel und macht es sogleich wieder unglaubwürdig, weil es von allen genutzt werden kann, die Mitglied in der Innung und somit im Zentralverband sind.

Chance vertan? Zumindest wird diese Marketing-Offensive die bereits begonnene, öffentliche Diskussion der interessierten und engagierten Brotesser beflügeln.

Ein Aspekt soll an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vertritt alle „Bäckereien“, sofern sie Mitglieder der Innung sind, unabhängig von Betriebsstruktur, Fertigungsmethode und Handwerkskunst.

Die Offensive des Zentralverbands hat zwei Ziele. Zum einen will man das Angebot der Back-Discounter, Back-Shops und SB-Bäcker ins Fadenkreuz nehmen. Unstrittig ist, dass die von den Discountern erzeugten, positiv besetzten Bilder von „frisch gebackenen“ Produkten tatsächlich gegen die guten Sitten verstoßen würden – gäbe es solche denn wirklich noch. Doch an solche Sitten, die sich dem Abwärtsstrudel von Ethik und Moral widersetzen, glaubt ein Großteil der Konsumenten schon lange nicht mehr.

Das zweite Ziel der Kampagne wirft zahlreiche Fragen auf, insbesondere wenn Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes dazu erklärt:
Mit dem Bäckerwappen haben Innungsbäcker die große Chance, gemeinsam und einheitlich für alle sichtbar zu ihren Werten zu stehen und dem Verbraucher auf den ersten Blick erkennbar zu zeigen, wer hierzulande das beste Brot backt. Je mehr Bäcker sich unter dem Wappen zu Handwerk und Qualität bekennen, desto stärker ist die Botschaft an den Verbraucher.

Welche Qualitätsaussage steht hinter dieser Botschaft? Bisher ist die einzige Voraussetzung, um Innungsbäcker zu werden, das Tragen eines Meistertitels. Bringt dieser Meistertitel unweigerlich Qualität in die Backstube? Jetzt wird uns suggeriert: Je mehr Bäcker das neue Wappen
Siegel nutzen, umso größer wird die Anzahl „bester Brote“ am Markt sein. Die Masse macht’s mal wieder?
Das „Bekenntnis zu Handwerk und Qualität“ unter dem neu aufpolierten Wappen wird, so steht zu befürchten, die weitere Image-Erosion des Backhandwerks wohl nicht aufhalten können. Insbesondere dann nicht, wenn das „Stehen zu den Werten“, zu denen sicherlich Verantwortungsbewusstsein und Aufrichtigkeit zählen, noch nicht in der Führungsspitze der Berufsvertretung angekommen ist. So steht etwa das Motto „Regionalität und Vielfalt gegen Einheitsbrot“, das vom Zentralverband zum „Tag des Deutschen Brotes“ zelebriert wird, im krassen Widerspruch zu Aussagen des Verbandspräsidenten Peter Becker. Beispielsweise zu dessen Äußerung (im Magazin ,Brot‘ 1/2014):
Mir ist völlig egal, ob das Getreide aus Amerika, aus der Ukraine oder der Magdeburger Börde stammt. Ich brauche einfach den optimalen Rohstoff.

Gehört es nicht zu den ureigenen Fähigkeiten souveräner Bäcker, aus regionalen Rohstoffen gutes Gebäck herzustellen? Genau hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Gutes Handwerk drückt sich dadurch aus, dass Bäcker und Bäckerinnen mit ihrem Wissen, Know-how und Zeit in der Lage sind, die Herstellungsverfahren an die Rohstoffqualität anzupassen, ohne auf industriell aufbereitete Vorprodukte und gedopte Mehle zurückgreifen zu müssen. Auf der Grundlage schöpferischen handwerklichen Könnens erschafft ein guter Bäcker individuelle Produkte mit Charakter. Das ist es, was die Kunden von einem Handwerksbäcker erwarten. Und wie sieht es mit der Kompetenz und Ehrlichkeit aus, wenn Verbandspräsident Becker im gleichen Artikel formuliert:
Bioanbau … hat nichts mit Qualität zu tun, das sind ideologische Ansprüche. …Der konventionelle Anbau ist heute so vernünftig, da überdüngt keiner.

Nach Aussage von Becker ist also die von vielen Seiten dringend geforderte Reduzierung der Stickstoffdüngung überflüssig? Haben wir uns die Nitratbelastung unserer Gewässer und die daraus erwachsende Kostensteigerung für die Aufbereitung des Trinkwassers, als Folge unzeitgemäßer und kurzsichtiger Praxis der Stickstoffdüngung, nur eingebildet? Dabei steht diese Praxis unmittelbar im Zusammenhang mit der Forderung der Backbranche nach einem ,optimalen‘ Rohstoff.

Wo fängt eigentlich das Verständnis von Qualität an, wenn nicht bei den Folgen unserer Arbeit? Woran lässt sich Verantwortung ablesen, wenn man vor den ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Erzeugung unserer Rohstoffe die Augen verschließt und notfalls den hiesigen Bauern den „Schwarzen Peter“ überlässt, weil man den ,optimalen‘ Rohstoff ja auch aus der Ukraine importieren kann?

Immer wieder stellt sich die Frage, wessen Interessen Präsident Becker und sein Zentralverband eigentlich vertreten. So auch als Becker 2012 die „Aufhebung der Blockadehaltung“ gegen die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen forderte. Weiß der Mann, dass die übergroße Mehrheit seiner Kunden partout und völlig zu Recht keine gentechnisch manipulierten Rohstoffe auf dem Acker und in Brot und Backwaren wünscht?

Wie lange wollen richtige Bäcker eine solche Interessensvertretung noch hinnehmen und mit ihren Innungsbeiträgen finanzieren? Inklusive der kostspieligen, zweifelhaften Werbekampagnen? Oder woher stammen die Mittel für die sündhaft teuren TV-Spots direkt vor der Tagesschau?

Der Ursache allen Übels, dem systematisch erzwungenen ,Größenwahn‘ – ob nun die Größe der Brötchen betreffend oder die der Wachstumsrate der Betriebe – lässt sich nur mit ,Enkel-fähigen‘ Visionen zur Zukunft handwerklicher Betriebe begegnen. Offensichtlich hat der Mangel an diesen, den Zentralverband zur Organisation einer Kampagne verleitet, die den Verbraucher zum Narren halten will.

Aussteuer und Hochzeitstisch noch zeitgemäß?

Jahrhundertelang war es üblich, dass junge Mädchen schon frühzeitig mit Aussteuer bedacht wurden, damit sie, wenn sie einmal heiraten, allerlei Nützliches in den Haushalt mitbringen. Zugleich war es noch bis vor einigen Jahrzehnten ganz normal, dass es anlässlich einer Heirat einen sogenannten Hochzeitstisch im Kaufhaus gab – etwa beim vornehmen Harrods. Dort konnten sich die Gäste dann für nützliche Geschenke entscheiden: Töpfe, Pfannen, Services oder feines Silber und hochwertige Messer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mitgift ) ist die Frage recht schnell beantwortet: das ist nicht mehr zeitgemäß. Vor allem wer bereits in jungen Jahren seiner Nichte/Enkelin/Taufpatin mit einem Tafelservice oder hochwertigen Pfannen eine Freude machen will, der wird nur ein langes Gesicht ernten. Kommunion oder auch Firmung sind heute keine Feste mehr, bei denen solche Geschenke gemacht werden. Später, wenn dann die erste eigene Wohnung ansteht, sind solche Geschenke allerdings immer noch beliebt und kommen gut an. Auch ein hochwertiger Messerblock oder ein schönes Marken-Besteckset sind dann tolle Geschenke.

Bei Hochzeiten gibt es in den letzten Jahren eine Art Revival des Hochzeitstisches: in digitaler Form! Online lassen sich dann Wunschlisten finden, auf denen das Brautpaar angibt, welche Haushaltswaren ihnen noch fehlen. Oft wird darauf schon in der Einladung zur Hochzeit ( http://www.kartenmacherei.de/hochzeit-karten/hochzeitseinladungen.html ) hingewiesen – ebenfalls steht hier aber auch, falls nur Geldgeschenke gewünscht sind. Daran sollte man sich dann als Gast auch halten, denn viele Paare leben schon lange vor der Hochzeit zusammen und haben bereits einen großen Haushalt.

Ein Gag kann es natürlich sein, dem Brautpaar ein Messer als Geschenk zu überreichen, bevor die Torte angeschnitten wird. Schließlich ist das mit viel Symbolik verbunden und das Ehepaar kann dann daheim immer mal wieder testen, wer nun die Hand oben hat.

Gault Millau 2014 – Saarland

„Für seine urbane, unverkrampfte und im wahrsten Sinne des Wortes geschmackvolle Küche“ befördert die französische Gourmetbibel Gault&Millau Peter Wirbel vom „Le Noir“ in Saarbrücken in ihrer jetzt erscheinenden Deutschlandausgabe 2014 unter die 100 besten deutschen Köche.

Die Tester loben: „duftend frisch die Rotbarbe auf dreierlei Fenchel, souffliert der Lachs mit Wasabi-Crème fraîche, leicht und schlotzig das Champagnerrisotto mit Sot-l’y-laisse von der Pute, auf der Karkasse sanft gegart und von sehr harmonischer Aprikosencreme, Pastinakenpüree und karamellisiertem Chicoree begleitet die tiefrote, zarte Etouffée-Taube.“ Für solche Gerichte bekommt er vom Gault&Millau, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 17 von 20 möglichen Punkten.

Platz 1 der kulinarischen Hitparade des Gault&Millau verteidigt Klaus Erfort vom „GästeHaus Erfort“ in Saarbrücken: „Wirken nicht wenige seiner Kollegen im Ringen um kulinarisches Genie allzu angespannt, ihre Kreationen arg verkopft, hat er verstanden, dass große Küche unkompliziert daherkommen muss, wenn sie auch für die jüngere Generation noch Zukunft haben soll. Die Salade niçoise, meist ein belangloses Allerlei, erfindet er als mediterranen Gemüsesalat neu und präsentiert ihn scheinbar einfach, aber mit vielschichtiger Aromatik. Blättrig geschnittene Champignons, gehobelter Fenchel, Kartoffelscheiben, gedämpfte Zwiebeln, Karotten, pochiertes Wachtelei, Oliven, gebackene Anchovis, Auberginenpüree und Salatblättchen werden am Tisch mit feinsäuerlicher Vinaigrette benetzt. Man schließt die Augen und ist in Südfrankreich. Die Miéral-Taube ist im Stil eines Bäckeoffe mit Périgordtrüffel und jungem Lauch unter einer Brotkruste gebacken und wird am Tisch tranchiert. Im Zeitalter verkünstelter Tellergerichte ist man nur noch selten so nah am Wesen einer Speise.“ Für solche Kreationen bekommt er vom Gault&Millau wieder 19,5 von 20 möglichen Punkten. Diese Weltklasse-Note haben nur noch drei andere Köche in Deutschland.

Ihm folgt weiterhin Christian Bau vom „Schloss Berg“ in Perl-Nennig mit 19 Punkten, „dessen asiatische Aromen nicht mehr aufgesetzt wirken, sondern zunehmend den Kern der Gerichte prägen. In der Vergangenheit erlag er gern mal der Verlockung, seine Teller als regelrechte Leistungsschau mit unzähligen Mikroelementen zu präsentieren, die gelösten Genuss in pure intellektuelle Anstrengung verwandelten. Heute wirkt seine Küche deutlich entspannter. Die Gelbflossenmakrele, halbkreisförmig als farbenfrohes Tellergemälde arrangiert, deckt mit den vielen begleitenden Elementen alle Konsistenzen von weich über bissfest bis knusprig und alle Aromen von dezent bis kräftig, von säuerlich bis süßlich, von mild bis pikant ab. Das Eifeler Reh wird ganz ohne Brimborium begleitet mit winzigen Pfifferlingen, etwas Kompott von Nashi-Birne, Spitzkohl, Püree von der Yamswurzel, einem Topfen-Serviettenkloß und intensivem, dezent mit Purple Curry aromatisiertem Jus.“

Dass im Saarland nicht nur vortrefflich gekocht, sondern auch gastfreundlich bewirtet wird, demonstriert die Ehrung von Jérôme Pourchère vom „GästeHaus Erfort“ in Saarbrücken als „Oberkellner des Jahres“. Aus der Laudatio: „Er prägt das Ambiente mit französischem Charme und Akzent. Mit enormer Präsenz leitet er den äußerst angenehmen Service; er ist der Psychologe im Saal, der seine Augen überall hat und ein untrügliches Gespür dafür entwickelt, wie viel Nähe oder Distanz an jedem einzelnen Tisch gefragt ist. Und als ob das nicht genügen würde, fungiert er auch als Sommelier und verwendet viel Sorgfalt darauf, Geschmack und Stimmung der Gäste zu erkunden.“

Die Tester beschreiben und bewerten dieses Jahr insgesamt elf Restaurants im Saarland. Zehn Küchenchefs zeichnen sie mit einer oder mehreren Kochmützen aus, wofür die Könner am Herd mindestens 13 von 20 möglichen Punkten erreichen müssen, was einem Michelin-Stern nahe kommt. Das schafft auf Anhieb der aus dem „Forsthaus Neuhaus“ in Riegelsberg gekommene Marokkaner Khalid Arabe am neuen Herd im „L’Arganier im Handelshof“ in Saarbrücken dank seiner „gewürzbetonten Küche“.

Im Vergleich zur Vorjahresausgabe bewertet der wegen seiner strengen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen gefürchtete, von den Gourmets mit Spannung erwartete Gault&Millau zwei Restaurants niedriger, darunter das „Kunz“ in St. Wendel. Es bekam nur noch 15 statt 16 Punkte, weil manche Gerichte „très classique waren“. Ferner beschreibt und klassifiziert der Gault&Millau Deutschland 2014 250 Hotels.

Ab sofort erhalten Genießer mit dem Erwerb der Printausgabe des Gault&Millau Deutschland 2014 auch Zugang zu den exklusiven Web&App-Services.

Gault&Millau Deutschland 2014 – Der Reiseführer für Genießer 31. Jahrgang, 736 Seiten, 29,99 Euro
ISBN 978-3-86244-487-8  Christian Verlag München

Die besten Restaurants des Gault&Millau im Saarland

19,5 Punkte
GästeHaus Erfort in Saarbrücken

19 Punkte
Schloss Berg in Perl-Nennig

17 Punkte
Le Noir* in Saarbrücken

2

16 Punkte
Hämmerle’s in Blieskastel

15 Punkte
Kunz*** in St. Wendel

14 Punkte
Hashimoto und L’Arganier im Handelshof**, Schlachthof und Schlossgarten in Saarbrücken

13 Punkte
Landgasthof Paulus in Nonnweiler

*Aufsteiger **Newcomer ***Absteiger

 

 

Unser Bericht zum Gault Millau 2014: www.gourmet-report.de/artikel/344791/Berlin-raeumt-ab-beim-Gault-Millau-2014/
Die Resultate aus den Bundesländern:
Berlin: www.gourmet-report.de/artikel/344792/Gault-Millau-2014-Berlin/
Baden-Würtemberg: www.gourmet-report.de/artikel/344793/Gault-Millau-2014-Baden-Wuertemberg/
Brandenburg: www.gourmet-report.de/artikel/344794/Gault-Millau-2014-Brandenburg/
Bremen: www.gourmet-report.de/artikel/344795/Gault-Millau-2014-Bremen/
Hamburg: www.gourmet-report.de/artikel/344796/Gault-Millau-2014-Hamburg/
NRW: http://www.gourmet-report.de/artikel/344797/Gault-Millau-2014-NRW/
Rheinland-Pfalz: www.gourmet-report.de/artikel/344798/Gault-Millau-2014-Rheinland-Pfalz/
Saarland: www.gourmet-report.de/artikel/344799/Gault-Millau-2014-Saarland/
Sachsen-Anhalt: www.gourmet-report.de/artikel/344800/Gault-Millau-2014-Sachsen-Anhalt/
Sachsen: www.gourmet-report.de/artikel/344801/Gault-Millau-2014-Sachsen/
Schleswig-Holstein: www.gourmet-report.de/artikel/344802/Gault-Millau-2014-Schleswig-Holstein/
Thüringen: http://www.gourmet-report.de/artikel/344803/Gault-Millau-2014-Thueringen/
Hessen: www.gourmet-report.de/artikel/344808/Gault-Millau-2014-Hessen/
Mecklenburg-Vorpommern: www.gourmet-report.de/artikel/344807/Gault-Millau-2014-Mecklenburg-Vorpommern/
Niedersachsen: www.gourmet-report.de/artikel/344806/Gault-Millau-2014-Niedersachsen/
Bayern: www.gourmet-report.de/artikel/344805/Gault-Millau-2014-Bayern/

Alle Restaurants von 15 bis 19,5 Punkten in Deutschland: www.gourmet-report.de/artikel/344804/Gault-Millau-2014-Restaurants/

Zum Vergleichen, der Michelin 2014 mit allen Sternerestaurants: http://www.gourmet-report.de/artikel/344782/Alle-Sterne-Restaurants-Deutschland-2014/

Becker’s XO Deli in Trier

Dry Aged Beef, Coppeneur Schokolade, Gurkenessig oder ein Porsche Kochmesser – wer solche und ähnlich ausgewählte Zutaten sucht, wird im Supermarkt um die Ecke kaum fündig. Das weiß auch Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker, der Anfang Juni im Zentrum Triers das Becker’s XO eröffnet hat. Neben einer stylishen Bar und einem modernen Restaurant gehört auch ein eigenes Feinkostgeschäft dazu. Im Deli können Hobbyköche verschiedene hochwertige Produkte, Weine und passendes Küchenwerkzeug kaufen. Oder auch einfach nur ein süßes Frühstück oder einen Snack in der Mittagspause genießen.

Wer kennt das nicht: Man sitzt im Restaurant, bekommt ein tolles, knuspriges Brot, einen exzellenten Wein und ein perfekt gebratenes Stück Fleisch serviert und wünscht sich insgeheim, dass man von allem noch etwas mit nach Hause nehmen kann. Im Becker’s XO in Trier stehen viele Produkte, die den Gästen im Restaurant und der Bar serviert werden, im Anschluss direkt im Deli zum Verkauf. „Wir bieten hier Waren an, die man im Supermarkt nicht bekommt wie zum Beispiel ein spezielles Salz oder ein hochwertiges Öl,“ erklärt Becker. „Das Deli ist aber nicht nur ein Feinkostgeschäft, man kann dort auch etwas essen. Wir bieten kleine Snacks, süßes und herzhaftes Frühstück, Tagessuppen und wechselndes Stammessen an. Und das macht unser Geschäft so unverwechselbar.“

Ein großer Unterschied zum XO Resto und der XO Bar, die ebenfalls Teil der neuen Location sind, liegt darin, dass im Deli Selbstbedienung herrscht. „Manche unserer Gäste haben einfach nicht die Lust und Zeit für ein gesetztes Essen. Trotzdem möchten sie nicht auf gute Küche verzichten, und genau hier setzen wir an, denn dafür ist das Deli der perfekte Ort“, so Becker. Statt an eingedeckten Tischen mit Silberbesteck und Stoffservietten essen die Gäste im Feinkostgeschäft an einer langen Theke oder kleinen Holztischen, Messer und Gabel kommen aus dem Besteckkasten. „Was die Qualität der verwendeten Produkte betrifft, gibt es keinerlei Unterschied zum XO“, erklärt der Küchenchef. „Auch im Deli arbeiten wir ausschließlich mit frischen und hochwertigen Lebensmitteln.“

Neben Schokolade, Olivenöl, Fleisch, Käse und den XO-Eigenmarken wie Gewürzmischungen oder Sekt von Becker’s Weingut führt das Deli stilvolle Küchenhelfer, Geschirr und verschiedenes Kochwerkzeug von renommierten Marken wie All-Clad und Chroma sowie Besteck von Robbe & Berking. „Kochbegeisterte können somit gleich noch das passende Equipment besorgen, damit zu Hause auch wirklich nichts mehr schiefgehen kann“, so der Spitzenkoch. Ein besonderer Blickfang im Deli ist die Frischetheke mit Käse des bekannten Affineurs Waltmann und der Reifeschrank, in dem Fleisch von Otto Gourmet reift. „Als Koch weiß ich solche Produkte zu schätzen, aber auch immer mehr Hobbyköche achten darauf, mit frischen und guten Produkten zu arbeiten“, bestätigt der Trierer.

Da Wolfgang Becker nicht nur gelernter Koch, sondern auch Winzer ist und in Olewig ein eigenes Weingut betreibt, kommt dem Wein im Becker’s XO eine wichtige Rolle zu. Gemeinsam mit Sommelier Stefan Weise hat Wolfgang Becker an der Weinauswahl gearbeitet. „Neben unseren eigenen Weinen führen wir natürlich die Must-Haves der Spitzenwinzer aus der Region, es sind aber auch viele Geheimtipps und innovative, neue Winzer bei uns mit ihren Weinen vertreten“, erklärt der Sternekoch. „Was aber wirklich einzigartig ist: Alle Flaschen werden im Deli zu Preisen zum Verkauf angeboten, die sich an Weingutspreisen orientieren. Im Restaurant und der Bar können sie natürlich auch bestellt werden, dann mit einem kleinen Aufpreis.“

Doch nicht nur für Hobbyköche ist das Deli ein Eldorado, auch Frühstücksliebhaber sind im XO gut aufgehoben. Süß, quick & dirty, herzhaft und gesund sind die vier Frühstückskategorien im Becker‘s XO. Die Bandbreite reicht damit von frischen belgischen Waffeln über Baked Beans mit Mettwürstchen, klassischem Porridge mit Früchten, Strammem Max und diversen Eierspeisen bis hin zu einem guten Croissant mit Marmelade oder Coppeneur Schokoaufstrich. Eine Besonderheit ist auch das hauseigene Brot. Es wird speziell nach der Rezeptur von Wolfgang Becker von einem regionalen Bäcker täglich frisch gebacken, im Deli serviert und dort verkauft. „Das kommt bei unseren Gästen super an“, bestätigt Geschäftsführerin Katja Nel de Boer. „Viele Gäste machen nach ihrem Besuch im Restaurant oder der Bar noch einen Stopp im Deli und packen dort ein Brot mit ein. Aber auch unsere Gutscheine sind besonders begehrt, sie sind das ideale Geschenk für leidenschaftliche Köche.“

Das Becker’s XO – Bar, Resto, Deli befindet sich in bester Lage in der ehemaligen Hauptpost, einer denkmalgeschützten historischen Vierflügelanlage direkt im Zentrum der Altstadt. Um das Projekt zu finanzieren, hat Becker 2012 die Genuss AG gegründet, deren Aktien seit Mai gezeichnet werden können.

Das Deli hat Montag bis Samstag jeweils von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet, Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen auf www.xo-trier.de

Kochkurs für gesitig Behinderte in der Traube Tonbach

Einen Kochkurs in der berühmten Traube Tonbach durften sieben behinderte junge Menschen aus Calw mitmachen. Für sie war das der Höhepunkt eines Feinschmecker-Wochenendes, das die Lebenshilfe Calw e.V. organisiert hatte. Übernachtet wurde auf dem Simonshof, einem Bauernhof ganz in der Nähe der Traube Tonbach. So konnte auch der Ursprung der Zutaten nachvollzogen werden. Eine Oldtimer-Fahrt zur Blockhütte der Traube Tonbach mit einem gemeinsamen Mittagessen bildete am Sonntag den Abschluss.

Die jungen Kochtalente freuten sich schon lange auf den Kochnachmittag, der als Teil des Wochenendes stattfand. In der Kochschule der Traube Tonbach in der sonst Hotelgäste ihr erlerntes Können beweisen, hatten Bastian Heckel und Johannes Bogenrieder, zwei Koch-Auszubildende, ein spannendes Programm für die jungen Teilnehmer vorbereitet. Aus saisonalen und regionalen Zutaten wurde gemeinsam ein Drei-Gänge-Menü frisch zubereitet. Auf „Blattsalate, Kräuter und Blüten aus dem Nordschwarzwald mit Pinienkernvinaigrette und geschwenkten Pfifferlingen“ folgte als Hauptgang „Gekräuterte Maispoularde auf rotem Paprika und Kartoffelgnocchi“. Die Spitzengastronomie traf dabei auf große Begeisterung und die sieben Kochschüler ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil, sie arbeiten so konzentriert und geschickt, dass kurzerhand ein vierter Gang eingeschoben wurde – Spargel-Risotto. Ein Erdbeer-Orangensalat mit Minze und Vanillesahne rundete das festliche Menü ab. Auch das appetitliche Anrichten auf einem Teller, ein oder zwei Tricks für schön gefaltete Servietten und gemeinsam den Tisch zu decken, gehörte zum Kurs. Die Gerichte wurden von korrespondierenden Weinen begleitet und mit großer Freude verspeist.

Nina Stein, Leiterin des Lebenshilfehauses in Calw erklärt, wie es zu dem Feinschmecker-Wochenende kam: „Grundsätzlich ist es unser Ziel als Lebenshilfe, den Menschen ein größtmögliches Teilhaben an der Gesellschaft zu ermöglichen. Wir überlegen dann immer, wo das noch nicht so der Fall ist.“ Obwohl Menschen mit Behinderung auch in gastronomischen Unternehmen immer mehr als Arbeitskräfte Beschäftigung finden und es ein Gewinn für beide Seiten ist, bleibt die gehobene Gastronomie diesen Menschen weitestgehend verschlossen. Doch da Menschen mit Behinderung bereits in der frühen Schulzeit einen sehr praxisnahen und lebensnahen Unterricht an den besonderen Schulen durchlaufen, geben sie sich beim Kochkurs durchaus geschickt und erfahren. Auch gutes Essen wird von vielen sehr geschätzt. Im Gegensatz zu vielen anderen fehlt ihnen oft die Möglichkeit, solche Ideen selbst zu entwickeln bzw. solche Bedürfnisse für sich einzufordern. Hier möchte die Lebenshilfe Wege ebnen und im Rahmen der viel genannten Inklusion den Teilnehmern auch solche Erlebnisse ermöglichen.

ÖKO-TEST Kinderernährung

300 Antworten zu 300 Fragen: Können Kinder bei reichlichem Verzehr von Karotten besser sehen? Wie lernen Kinder den Umgang mit Süßem am besten? Wie bringe ich meinem Kind gute und gesunde Lebensmittel nahe? Im neuen ÖKO-TEST Fragen & Antworten – Kinderernährung geben Experten aus den verschiedensten Fachbereichen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Stillen, Ernährung aus dem Gläschen, gemeinsames Kochen und Essen, zugesetzte Stoffe, Ernährungsmythen, Allergien und vieles mehr. Zusätzlich hat ÖKO-TEST jede Menge Babynahrung ins Labor geschickt.

Die Tests
•    Muttermilchersatz, Anfangsnahrung: Muttermilch ist das Beste fürs Kind. Dennoch kann es Situationen geben, in denen Flaschennahrung notwendig ist. Der Test zeigt, dass alle Produkte mit Fettschadstoffen belastet sind, erfreulicherweise aber deutlich weniger als früher.

•    Muttermilchersatz HA-Nahrung: Für allergiegefährdete, nicht gestillte Säuglinge bietet die Industrie hypoallergene Säuglingsanfangsnahrung an. Diese Produkte schützen zwar tatsächlich etwas vor Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien, enthalten aber meist – wie auch „normale“ Muttermilchersatzprodukte – zu viele Fettschadstoffe.

•    Babymenüs mit Fleisch: Spaghetti bolognese und Schinkennudeln gehören zu den absoluten Lieblingsfleischbreien der Kleinen. Schadstoffe sind zwar so gut wie kein Thema, doch es ist einfach zu wenig Fleisch im Glas. „Gut“ schneidet nur ein Brei ab.

•    Gemüsebreie: Ob Karotte, Kürbis oder Pastinake, ob mit oder ohne Kartoffel – mit industriellen Fertigbreien machen Eltern nicht viel falsch. Vor allem die zu dick aufgetragenen Auslobungen vermasseln aber etlichen Produkten das Testergebnis.

•    Getreidebreie: Arsen, Mineralöl und Zucker – all das hat in Babygetreidebreien nichts zu suchen. Im Test fielen wieder einmal die Produkte mit Reis besonders negativ auf. Zum Glück sind wenigstens einige Breie empfehlenswert.

•    Stilles Mineralwasser: Zwar benötigt man zur Herstellung von Babynahrung nicht unbedingt Mineralwasser, sondern kann auch Leitungswasser verwenden. Dennoch benutzen es viele Eltern. Immerhin haben die meisten Produkte überzeugt. In einigen steckten allerdings Abbauprodukte von Pestiziden oder zu viele Keime.

Aus dem Inhalt
•    Abstillen und umstellen: Nach dem vierten Monat können Babys den ersten Brei bekommen. Die Umstellung auf festere Nahrung klappt nicht immer problemlos, aber es gibt einige Tricks, wie man den kleinen Leckermäulern den Umstieg schmackhaft machen kann.

•    Zugesetzte Stoffe: Aromen, Geschmacksverstärker, Farb- und Zusatzstoffe – auf vielen Lebensmitteln sind solche Substanzen deklariert. Lesen Sie, warum solche Produkte nicht erste Wahl sind und wie Kinder mit natürlichen Lebensmitteln all das bekommen, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchen.

•    Allergien: Neue Studien haben ergeben, dass das Immunsystem nur trainiert werden kann, wenn schon der kleine Körper Kontakt zu den Allergenen hat. Wenn Ihr Kind tatsächlich eine Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit entwickelt hat, erfahren Sie in dem neuen ÖKO-TEST Fragen & Antworten, wie Sie am besten damit umgehen.

Das aktuelle ÖKO-TEST Fragen & Antworten – Kinderernährung gibt es seit im Zeitschriftenhandel. Es kostet 5,00 Euro.