Indianisches Erbe im Nordwesten der USA

Oregon feiert 10.000 Jahre Umweltschutz
Am Anfang war das Wasser, der Ursprung des Lebens, dann kam das Land. Das Land versprach, für alles Leben zu sorgen, und das Leben versprach, sich um das Land zu kümmern. …So erzählen es alte Indianerlegenden, und die Indianer haben der Erde gelobt, sie zu schützen und in Ehren zu halten. Europäische Siedler hörten, wie die Algonkin-Indianer ihr „wunderbares Wasser“ nannten und schrieben das Wort so auf, wie sie es zu hören glaubten: „Oregon“. Der Bundesstaat, der heute diesen Namen trägt, fühlt sich dieser Tradition ebenfalls verpflichtet – und dem Erbe der Siedler, die sich schon 10.000 Jahre vor den Europäern hier niederließen.

Mit „wunderbarem Wasser“ ist Oregon in der Tat reich gesegnet: Das System des Columbia mit seinen Nebenflüssen ist Tausende von Kilometern lang und dient einer Fläche von 670.000 qkm als Ablauf. Rund 30 Millionen Kubikmeter Wasser fließen hier in jeder Sekunde von den Hängen des Felsen- und des Kaskadengebirges zum Pazifik. Diese ungeheure Menge reinen, klaren Wassers, in dem sich unzählige Fische tummeln, hat dem Land üppige Wälder voller wilder Pflanzen und Tiere beschert und einen ertragreichen und fruchtbaren Boden, auf dem die Indianer seit unzähligen Generationen Nutzpflanzen anbauen und Tiere züchten.

Land der Väter, Land der Söhne

Insgesamt schätzt man heute die indianische Bevölkerung Oregons auf 45.000. Ungefähr die Hälfte von ihnen gehört offiziell einem der von der US-Regierung anerkannten Stämme oder einer Stammeskonföderation an. Die größte Gruppe in Oregon bilden die Stämme der Grand Ronde mit fast 5.000 Mitgliedern, während die Stämme von Warm Springs mit 2.600 qkm das größte Reservat besitzen. Die Indianer behalten sich aber das Recht vor, auf ihrem gesamten angestammten Gebiet, in dem ihre Vorfahren seit Jahrtausenden siedelten, zu jagen und zu fischen, denn ihrer Ansicht nach tragen sie auch weiterhin die Verantwortung für das Land: es zu pflegen und zu erhalten für künftige Generationen.


Kunst, Kultur und Körbe

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versuchte die Bundesregierung, die Indianer stärker zu integrieren, doch diese Versuche scheiterten größtenteils. Man erkannte bald den Fehler und begann, die kulturelle Eigenständigkeit der indianischen Bevölkerung wieder zu fördern und auch die „weiße“ Bevölkerung mit Sitten und Gebräuchen der Indianer vertraut zu machen. Dabei helfen zahlreiche Museen und Ausstellungen.

In der Nähe von Pendelton gibt es zum Beispiel das Tamástslikt Kulturinstitut, wo im Mai 2005 das „Naamí Níshaycht Village“ eröffnet wurde – eine lebendige Kulturausstellung mit Vorführungen der einheimischen Stammesangehörigen (www.Tamastslikt.com Unter anderem kann man hier sehen, wie sie bereits vor Tausenden von Jahren lebten.

Im Museum von Warm Springs (www.WarmSprings.com findet man auf 2.300 qm Fläche die größte Sammlung indianischer Artefakte unter einem Dach. Ein weiteres Museum mit indianischer Kunst ist das Favell Museum in Klamath Falls (www.favellmuseum.org Besonders sehenswert ist zudem das „Grand Ronde Center for Native American Art“ im Portland Art Museum (PAM), wo fast 400 Objekte aus ganz Nordamerika auf einer Fläche von 650 qm ausgestellt sind. Die Oregon Historical Society (OHS) in Portland zeigt eine Ausstellung indianischer Korbwaren – sogar im Internet (www.OHS.org Daneben betreibt die Gesellschaft in der Park Avenue ein Museum. Die Eintrittspreise der erwähnten Museen liegen bei 6 bis 10 Dollar für einen Erwachsenen. Die meisten Museen sind täglich geöffnet (nur das Favell ist sonntags und das PAM montags geschlossen).

Wer gerne authentische Indianerkunst als Souvenir mitnehmen möchte, sollte sich unbedingt einmal bei American Trails in der Main Street von Ashland umsehen. Diese Galerie ist seit über einem Jahrzehnt auf indianische Kunst spezialisiert und ihr Inhaber, David Bobb, kann fachkundig Auskünfte erteilen (www.AmericanTrails.com

Das Glück der Erde

Wer das Land der Indianer nicht nur im Museum, sondern auch draußen in der freien Natur erleben möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten, in Unterkünften innerhalb der Reservate zu nächtigen. Von Vorteil ist, dass man hier auch meist ein Spielkasino findet, in dem man sein Glück versuchen kann – und wenn Fortuna einen schlechten Tag hat, dann unterstützt man mit dem „verspielten“ Einsatz immerhin die Anliegen der Indianer, die von diesen Einnahmen leben. Man findet solche Unterkünfte übrigens in allen Gegenden Oregons: in der Wüste, in den Bergen und an der Küste.

Die Konföderierten Stämme der Umatilla besitzen und betreiben beispielsweise das Wildhorse Resort & Casino in ihrem Reservat unweit der Grenze zu Washington am Highway 331 (www.WildhorseResort.com Dem Resort ist auch ein Golfplatz angeschlossen und auf dem ebenfalls zur Anlage gehörenden Campingplatz kann man „stilecht“ in Tipis übernachten.

Das Chinook Winds Casino Resort der Siletz-Indianer, das in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag feiert, liegt in Lincoln City gleich am Strand und bietet neben Spiel und Unterhaltung auch noch 227 Gästezimmer sowie 81 Suiten mit Blick auf den Pazifik (www.ChinookWindsCasino.com

1998 eröffnete das Spirit Mountain Casino in Grand Ronde, zwischen Lincoln City und der Hauptstadt Salem. Neben dem Casino gibt es hier fast an jedem Wochenende kostenlose Live-Unterhaltung (www.Spirit-Mountain.com

Im Kah-Nee-Ta High Desert Resort & Casino hört man nachts die Kojoten in den Schluchten heulen, morgens blickt man beim Aufstehen in die endlose Wüste, und tagsüber kann man sich zum Beispiel in den warmen Quellen des Warm-Springs-Reservats oder beim Golfen, Reiten, Angeln oder Wandern vergnügen. Kah-Nee-Ta findet man in Zentral-Oregon am Rande der Hochlandwüste, rund zwei Autostunden von Portland entfernt (www.Kah-Nee-TaResort.com

Nonstop in die sauberste Großstadt der USA

Portland, der wirtschaftliche und kulturelle Nabel Oregons, wurde erst kürzlich als Ergebnis einer Untersuchung des Reader’s Digest zur saubersten unter den 50 größten Städten der USA erklärt. Die Studie, die diesem Ranking zugrunde liegt, verglich die Qualität von Luft und Wasser sowie industrielle Umweltverschmutzung, Giftmüll und Abwassersysteme – und dies nicht nur in Bezug auf die Städte selbst, sondern auch auf das Umland. Ein Beweis dafür, dass die Bewohner Oregons auch weiterhin verantwortungsvoll mit dem umgehen, was ihnen die Natur geschenkt hat: der Luft, dem Land und dem „wunderschönen Wasser“. Hier ist die Verantwortung für die Natur also kein Lippenbekenntnis, sondern eine zehntausendjährige Tradition. Welcher andere Staat kann das schon behaupten?

Portland ist von Deutschland aus mehrmals pro Woche nonstop mit der Lufthansa zu erreichen – in die sauberste Stadt der USA geht es von Frankfurt/Main aus in 10 Stunden und 25 Minuten.

Weitere Informationen

Informationen bieten die im Text genannten Websites (in englischer Sprache). Verbrauchern steht für alle Fragen rund um Oregon die Oregon Tourism Commission, c/o Wiechmann Tourism Service GmbH, Scheidswaldstraße 73, 60385 Frankfurt, Telefon +49-69-25538240, Telefax +49-69-25538100 mit Rat und Tat zur Seite. Deutschsprachige Informationen zu Oregon gibt es auch im Internet: Unter www.traveloregon.de kann der „Beaver State“ rund um die Uhr besucht werden.

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