Berlin: Daniel Humm-Schüler Catalin „Cata“ Ghinea wird Küchenchef im Flaneur / Bristol Hotel am Kudamm

FLANEUR: Neue European Brasserie am Ku’damm mit Spitzenkoch Catalin Ghinea. Berlin bekommt im Oktober 2026 eine neue gastronomische Adresse. Im Bristol Berlin, direkt an der Ecke Fasanenstraße am Kurfürstendamm, eröffnet die European Brasserie FLANEUR. Das Konzept verbindet ein französisches kulinarisches Fundament mit einem Berliner Twist und interpretiert die Liebe der Hauptstadt zum unaufgeregten Genuss neu.

Cata Catalin Ghinea

Catalin Ghinea: Ein Koch mit internationaler Sterne-Erfahrung

Verantwortlich für die Küche ist Catalin Ghinea. Der 35-jährige, in Bukarest aufgewachsene Koch, hat sich über Stationen in London und New York eine fundierte Ausbildung in der Spitzengastronomie erarbeitet. Mit 19 Jahren zog es ihn nach London, wo er über Pubs und Frühstücksküchen den Weg in die Sterneküche fand. Stationen führten ihn unter anderem zu Claude Bosi ins Bibendum (zwei Michelin-Sterne) und zu Nuno Mendes ins Chiltern Firehouse. In Berlin arbeitete „Cata“ Ghinea für Meir Adoni als Exec. Chef im Layla.

Ein persönliches Highlight seiner Laufbahn war die Zeit im berühmten Eleven Madison Park in New York unter der Leitung von Daniel Humm. Das Restaurant wurde mehrfach zum besten Restaurant der Welt gewählt und ist mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Ghinea sammelte dort innerhalb eines Jahr es als Mitglied des Küchenteams wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau, die seine kulinarische Handschrift nachhaltig prägten.

European Brasserie mit Berliner Charakter

Am Mittelpunkt des Kurfürstendamms, wo sich hochwertige Boutiquen und der Alltag des Boulevards begegnen, entsteht mit FLANEUR ein Ort, der Brasserie-Kultur europäisch denkt. Die Lage im Bristol Berlin, einem traditionsreichen Hotel der City-West – ehemals Kempinski, unterstreicht den Anspruch des Projekts. Mit dem FLANEUR bereichert ein neues Konzept die Berliner Gastronomieszene, das auf die Erfahrung eines Spitzenkochs mit internationaler Sterne-Vergangenheit und die besondere Atmosphäre am Ku’damm setzt. Sternegastronomie wird nicht angestrebt. Der Standort ist auch schwierig. Seit dem aus des Reinhardts wechseln die Betreiber permanent. Dabei hatte der Standort in den 70er Jahren kurz einen Stern! Da war es noch der Kempinski Grill.
Hier folgt die Geschichte des Standorts:

Die wechselvolle Gastro-Geschichte einer Berliner Adresse: Vom Kempinski-Grill zum FLANEUR

Kaum ein anderer Ort in Berlin steht so sehr für die wechselhafte Gastronomiegeschichte der Hauptstadt wie die Adresse Kurfürstendamm Ecke Fasanenstraße. Was 1918 als Kempinski-Niederlassung begann , ist heute ein Spiegel der Berliner Stadtentwicklung – und erlebt mit der Ankündigung von FLANEUR für Oktober 2026 einen weiteren Neuanfang .

Die Anfänge: Kempinski als Institution (1918–1945)

1918 eröffnete Richard Unger, der Schwiegersohn des Unternehmensgründers Berthold Kempinski, eine Niederlassung am Kurfürstendamm 27 – ein Restaurant und Delikatessengeschäft, das schnell zum Treffpunkt der Berliner Gesellschaft avancierte . Schriftsteller wie Heinrich Mann, Theatermacher Max Reinhardt oder Tänzerin Fritzi Massary zählten ebenso zum Publikum wie später Albert Einstein und Marlene Dietrich . Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten endete die erste Blüte: Die jüdische Familie Kempinski wurde zum Verkauf gezwungen und emigrierte . Das Restaurant fiel den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer.

Wiederaufbau und Glanzjahre: Kempinski Grill (1952–2005)

1951 begann Friedrich Unger, der Enkel Berthold Kempinskis, an gleicher Stelle mit dem Bau des ersten Fünf-Sterne-Hotels der Nachkriegszeit – ein Symbol für den Wiederaufbau Berlins . 1952 eröffnete das Hotel, und mit ihm der legendäre „Kempinski Grill“ – später „Bristol Grill“ genannt.

Der Grill entwickelte sich zur gastronomischen Institution mit offenem Flammwandgrill im Zentrum des kleinen Gastraums . Hier speisten Größen aus Politik und Showbusiness: John F. Kennedy, Alfred Hitchcock, Liza Minnelli, Hildegard Knef, Romy Schneider und Curd Jürgens . Harald Juhnke war Stammgast und soff oft bis in die Puppen in der legendären Hotelbar. In den 1970er-Jahren wurde der Kempinski Grill unter Küchenchef Bernhard Schambach sogar mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Reinhard’s: Die Ära des „West-Berliner Wohnzimmers“ (2006–2023)

Nach einer umfassenden Umgestaltung im Jahr 2005 übergab Kempinski die Bewirtschaftung der großen Restaurantfläche im Erdgeschoss an den Betreiber Reinhard’s . 2006 eröffnete das Restaurant mit deutsch-französischer Küche und wurde innerhalb weniger Jahre zur neuen Institution . Es avancierte zum „Prominenten-Wohnzimmer“ der City West: Visagist René Koch, Friseur Udo Walz, Schauspieler Mario Adorf, Berlinale-Chef Dieter Kosslick – sie alle zählten zum festen Stamm . Gerade im Sommer gehörte es zum guten Ton, auf der großen Terrasse zu speisen und über den Prachtboulevard zu blicken: Sehen und gesehen werden .

Im Sommer 2023 endete die Ära abrupt. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer (der Immobilienfirma Aroundtown) wurde nicht verlängert . Betriebsleiter Gil Vernikovsky betonte, dass nicht fehlende Umsätze der Grund seien – das Reinhard’s sei nicht pleite gewesen . Rund 70 Mitarbeiter verloren ihre Arbeitsplätze . Auch der Bristol Grill im Hotel selbst schloss wenige Monate zuvor .

Scirocco: Ein kurzes Intermezzo (Mai 2024 – November 2025)

Rund ein Jahr stand das Erdgeschoss nach der Schließung von Reinhard’s leer . Im Mai 2024 eröffnete dann Felix Brandts von der Peak Hospitality Group die Brasserie Scirocco . Das Konzept war eine Mischung aus levantinischer und südeuropäischer Küche . Brandts, der auch das Luxuslokal Papillon am Zoo betreibt, erklärte damals: „Dieser Ort könnte nicht schöner sein. Es ist eine unglaubliche Location, die danach ruft, wieder richtig gut genutzt zu werden“ .

Doch die erhoffte Entwicklung blieb aus. Bereits nach rund einem Jahr endete das Engagement der Peak Hospitality Group . Felix Brandts begründete das Scheitern mit Schwierigkeiten, die „Unternehmens-DNA“ seiner Gruppe mit Konzerten und Events im Hotel umzusetzen.

La Residenza: Der italienische Akzent (seit November 2025)

Einen fliegenden Wechsel gab es im November 2025: Dorota und Daniel Korbus übernahmen die Räumlichkeiten und eröffneten das italienische Restaurant La Residenza . Das Ehepaar, das bereits das gegenüberliegende Restaurant Inizio betreibt, setzt auf einen „italienischen Akzent“ – mit Spezialitäten der Küste und zur Adventszeit auch Ente und Gans . Eine Verbindung zum Hotel Bristol bestand bereits seit der Schließung von Reinhard’s, als die Korbus‘ den kulinarischen Zimmer-Service für Hotelgäste übernommen hatten .

FLANEUR: Der nächste Neuanfang (Oktober 2026)

Mit der Ankündigung von FLANEUR für Oktober 2026 steht bereits der nächste Pächterwechsel fest. Verantwortlich für die Küche ist Catalin Ghinea, 35, der internationale Erfahrung in der Sternegastronomie (u. a. Eleven Madison Park in New York) mitbringt. Das Konzept: eine European Brasserie mit französischem kulinarischem Fundament und einem Berliner Twist – unaufgeregter Genuss am Ku’damm. Ob dieser Anlauf länger hält als seine Vorgänger, wird die Zukunft zeigen.

Abonniere unseren sonntäglichen Gourmet Report Newsletter!

Catalin Ghinea

Zusammenfassung

Daniel Humm Schüler Catalin Ghinea wird Küchenchef im Flaneur / Bristol Hotel am Kudamm. Das Konzept verbindet ein französisches kulinarisches Fundament mit einem Berliner Twist

Sende
Benutzer-Bewertung
5 (1 Stimme)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

×