Matthias Diether

Seit fünf Jahren kreiert Matthias Diether im Restaurant first floor des Hotels Palace in Berlin Kombinationen von bestechender Klarheit und eindrucksvoller Qualität.

Jahr für Jahr wird das Restaurant mit einem Michelinstern ausgezeichnet, was bei dem Werdegang Diethers eigentlich niemanden verwundern sollte.
Bei namhaften Köchen machte er Station. Er war bei Lothar Eiermann (Zwei Sterne im Wald- & Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen) und wie kann es anders sein,
bei der unbestrittenen Nummer 1 in Deutschland, Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube in Baiersbronn.
Er war bei Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach und bei Sven Elverfeld im Wolfsburger Aqua. Es folgten Abstecher nach Dubai, Abu Dhabi und Schottland. Zuletzt fand man ihn in Alt Duvenstedt im Töpferhaus.

Matthias Diether kommt nicht erst am Ende des Abends zu seinen Gästen, sondern berät schon im Vorfeld,
knüpft die Verbindung mit dem Gast, nimmt Wünsche auf und schafft so eine Atmosphäre des Vertrauens.

Ein Auszug aus dem Menü:


Blumenkohl – Curry
Der Blumenkohlschaum überrascht mit feinem und unaufdringlichem Aroma.
Das Curryeis, mit leichter Schärfe kokettierend, erfrischt und setzt einen entscheidenden Kontrapunkt mit der gegensätzlichen Temperatur.

Brillat Savarin – Pata Negra – Kumquat
Der Käse ist leicht karamellisiert und mit schwarzem Trüffel veredelt.
Feine Säure, intensives Trüffelaroma und der König unter den Schinken überzeugen mit einem breiten Aromenspektrum.

Ravioli vom Atlantik Wolfsbarsch – Bohne
Verschiedene Bohnen, schwarze, grüne, ein Ei, welches sich beim öffnen des Raviolo zeigt und Passepierre-Algen komplettieren das geschmacklich grandiose Gericht.
Die Salzpflanze, wir kennen sie auch unter dem Namen Queller, wächst auf Salzwiesen, die bei Hochwasser vom Meer überflutet werden.
Der Geschmack ist leicht pfeffrig und salzig und erinnert an grünen Spargel.

Étouffée Taube – Milchreis – Himbeere
angegossen mit einem hervorragenden Taubenfond.
Zimt und Himbeere als kongeniales Paar harmonieren mit der Taube und fügen mit zartem und feinem Aromenspiel eine nahezu exotische Note hinzu.
Der Milchreiscracker findet als Erinnerung aus der Kindheit Eingang in das Gericht und gibt einen Fingerzeig auf Diethers Bodenhaftung.
Mag der Einfluss von Kindheitserinnerungen in die Hochküche auch keine Erfindung von Matthias Diether sein, mir persönlich gefällt diese Hinwendung zu Tradition und Bewahrung positiver Geschmackserlebnisse.

Kreativen Köchen öffnen sich damit ungeahnte Möglichkeiten.
Vor allen Dingen bleiben sie damit dem Gast verständlich. Essen ist schließlich ein Sinnes-und Geschmackserlebnis und kein intellektuelles Kammerspiel.

Diether jedenfalls interpretiert seine Klassik vorwärtsgewandt und modern. Seine Kreationen sind leicht, aromatisch, er vermeidet Opulenz ohne allzusehr puristisch zu wirken,
belässt den Produkten den Eigengeschmack und verzaubert mit kreativ eingesetzten und klug ausgewählten Begleitern.
Er beherrscht Temperatur und Textur, nimmt neue Entwicklungen auf ohne ihnen zu erliegen, weiß Akkorde des Geschmacks zu setzen und verzichtet auch nicht auf eine anspruchsvolle Optik,
ohne die Kunst des Anrichtens zum Selbstzweck zu erheben.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es wie immer auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Das Hotel Palace in dem Diether kocht und der sagenhafte Gunnar Tietz Chefsommelier ist, ist das bevorzugte Hotel des Gourmet Reports in Berlin. Da wohnen wir immer gerne, gut und preiswert!
www.palace.de

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