"University of Fish": Fisch und Meeresfrüchte aus Offshore-Aquakulturen

Zukunftsvision oder schon bald Realität?

Der Meeresbiologe Prof. Dr. Bela H. Buck widmete sich am vergangenen Montag an der Universität Hamburg den Fragen, wie Offshore-Aquakulturen funktionieren und zu welchen Ergebnissen die Forschung bisher gelangt ist. Der Vortrag der Veranstaltungsreihe „University of Fish“ von „Deutsche See“ Fischmanufaktur lockte viele Teilnehmer in den Hörsaal.

Bereits seit über zwölf Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler in Deutschland mit der Idee, Windparks in der Deutschen Bucht für Aquakulturanlagen zu nutzen. Denn im Küstenbereich ist für herkömmliche Zucht in Kreislauf- und Freiwasseranlagen nicht genügend Platz: 98 Prozent der Küstenregion sind geschützt, weitere Gebiete dahinter werden durch das Militär, die Schifffahrt und andere genutzt. Windparks hingegen stehen in nicht geschützten Gebieten und liefern eine gute Ausgangslage, vorhandene Ressourcen für die Aquakultur zu nutzen. Ein weiterer großer Vorteil sind laut Buck, Wissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, vor allem die bereits bestehenden massiven Verankerungen der Windkraftanlagen im Meeresboden, die eine Jahrhundertwelle überstehen müssen. An diesen Verankerungen können Zuchtanlagen befestigt werden. Dabei ist zu bedenken, dass die Aquakulturen den Betrieb der Windparks nicht stören dürfen und daher ins Meer abgesenkt werden müssen. Solche Offshore-Aquakulturen sind im offenen Meer extremen Bedingungen wie starkem Wind und Wellengang ausgesetzt, was jedoch für die Qualität der Zuchtprodukte von Vorteil ist, da fließendes Wasser besonders nähr- und sauerstoffreich ist.

Positive Ergebnisse hat Buck bereits mit der Offshore-Zucht von Zuckertang gemacht, der sich den vorherrschenden rauen Bedingungen gut anpasst. Miesmuscheln wachsen in der Offshore-Aufzucht sogar in nur 18 Monaten zur Marktreife heran, wohingegen sie sonst zum Erreichen derselben Größe zwei bis zweieinhalb Jahre benötigen. Aktuell befassen sich die Wissenschaftler um Buck mit der Zucht von Steinbutt in Offshore-Aquakultur. Analysen haben gezeigt, dass der Fisch gute ökonomische und ökologische Vorrausetzungen für eine erfolgreiche Offshore-Zucht mitbringt.

Buck betonte in seinem Vortrag, dass die Forschung rund um Offshore-Aquakulturen nicht dazu diene, die Fischerei zu ersetzen und den Bedarf an Fisch als Lebensmittel allein zu decken. Auf die Frage, wann es Fisch aus Offshore-Aquakulturen im Handel zu kaufen gebe, sagte er: „Dafür ist die Technologie noch nicht ausgereift genug. Im Moment gibt es noch zwei grundlegende Herausforderungen: die Technik und die Wirtschaftlichkeit.“ Die Forschung rund um Offshore-Aquakulturen ist noch nicht abgeschlossen. Neue Erkenntnisse von Buck und anderen Wissenschaftlern weltweit dürfen also mit Spannung erwartet werden.

Bereits zum sechsten Mal veranstaltet „Deutsche See“ Fischmanufaktur die beliebte Vorlesungsreihe „University of Fish“. Von November 2011 bis März 2012 erwarten die interessierten Zuhörer spannende und abwechslungsreiche Vorlesungen rund um Fisch und Meeresfrüchte. An vier Terminen wird an der Universität Hamburg nicht nur referiert, sondern auch diskutiert. Die nächste Veranstaltung findet am 31. Januar 2012 statt.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz und wurde dafür im November 2010 als „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Weitere Informationen: Auf www.deutschesee.de finden Sie alles Wissenswerte rund um Fisch und Fischgenuss.

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