FBMA Region Ost tagt in Berlin

Zu ihrem ersten Meeting 2006 trafen sich die Mitglieder der Region Ost der Food & Beverage Management Association (FBMA) am 29. und 30. Januar bei Gastgeber Gordon Tscheschner im Quality Hotel & Suites Berlin City-East. Das Haus war idealer Ausgangspunkt für den ersten Programmpunkt: das Sechstage Rennen im Velodrom an der Landsberger Allee. Dort tobte bereits seit dem 23.Januar der Kampf der 18 Fahrer-Paare aus 8 Nationen vor täglich ausverkauftem Haus. Die Atmosphäre aus Sport und Showbiz begeisterte die 37 FBMA-Kollegen, die neben Berlin aus Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt angereist waren.

Am nächsten Tag präsentierte Regionaldirektor Peter Gellrich Neuigkeiten aus dem Fachverband sowie einen Ausblick auf die Jahreshauptversammlung am 24.-26. März in München. Zur Tagung in Berlin begrüßte Gellrich anschließend Gäste von der Universität Leipzig. Tina Paul und Sebastian Mell vom Institut für Psychologie II stellten ihre Projektidee eines Trainingsprogramms vor, in dessen Mittelpunkt der Umgang mit Emotionen bei personenbezogenen Tätigkeiten wie in der Hotellerie und Gastronomie steht. Mit dem Trainingsprogramm wollen sie erreichen, dass die Servicequalität verbessert, Fehlzeiten verringert, die Motivation erhöht und die Führungsarbeit optimiert wird. Anders als bisherige Trainingsprogramme konzentrieren sich die Psychologen, die über langjährige Erfahrung in der Stressforschung verfügen, auf die Emotionen der Mitarbeiter und deren Umgang mit ihren eigenen Gefühlen, denen der Kollegen und Gäste. Tina Paul: „Studien im Dienstleistungsbereich haben Zusammenhänge mit emotionalen Belastungen und Burnout nachgewiesen. Wir möchten daher ein standardisiertes und geprüftes Trainingsprogramm für Menschen in Berufen mit umfangreichen zwischenmenschlichen Interaktionen entwickeln, das auf die tägliche Anforderung mit Menschen umzugehen vorbereitet und diese Arbeit unterstützt“. Um langfristig die Wirksamkeit und den Fortbestand der Maßnahmen zu sichern, sind kollegiales Coaching und die Ausbildung von Multiplikatoren z.B. den Personalverantwortlichen im Unternehmen vorgesehen.

Für das Gesamtprojekt sucht das Institut Verbundpartner zur Entwicklung, die gleichzeitig aus dem Projekt ihren Nutzen ziehen. Tina Paul: „Ich denke, dass unser Ansatz besonders für klein- und mittelständige Unternehmen von Bedeutung ist, die sich keine eigene Personalentwicklung leisten können – so aber wirksame Instrumente an die Hand bekommen und nutzen können“. Mit dem geplanten Projekt hat sich die Hochschule um Aufnahme in das Förderungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beworben, das Gelder für Projekte im Rahmen des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur Verfügung stellt. Peter Gellrich: „Die fast einstündige Diskussion mit den anwesenden Hoteldirektoren und Führungskräften beweist, dass die beiden Psychologen ein zentrales Problem der Dienstleistungsbranche aufgegriffen haben“.

Weg von Emotionen hin zu Zahlen und Fakten hieß es am Nachmittag, als Steuer- und Unternehmensberater Rainer Zibat das Wort ergriff. Der auf die Gastronomie und Hotellerie spezialisierte Berater informierte über die Steuerpläne der Regierung und gab praktische Tipps.

Die FBMA ist eine der größten berufsständischen Vereinigungen im Gastgewebe. Sie bietet ihren Mitgliedern Erfahrungsaustausch, Weiterbildung sowie Aufbau und Pflege von Kontakten in Kreisen von Kollegen und zur Industrie. www.fbma.de

Im Mai 2006 öffnet in London die „Chelsea Flower Show“ ihre Pforten

Der schönste Blumengarten der Welt

Für Freizeitgärtner, Blumenkinder und Hobby-Botaniker beginnt der Sommer 2006 mit der Eröffnung der Chelsea Flower Show in London bereits einen Monat früher. Vom 23. bis zum 27. Mai erblüht auf dem Gelände des Royal Hospital in Chelsea ein bunt duftendes Blumenmeer. Veranstaltet wird die Chelsea Flower Show, die als die größte und bedeutendste Gartenausstellung weltweit bekannt ist, jedes Jahr von der Royal Horticultural Society. Das Highlight der diesjährigen Ausstellung sind über 50 farbenfrohe Schaugärten, die von renommierten Landschaftsgärtnern entworfen wurden. Eine nie gesehene Farbenpracht sowie Blumen und Pflanzen aller Jahreszeiten können im Great Pavillion, dem Herzen der Chelsea Flower Show, bewundert werden. Außerdem erwarten die Besucher verschiedenste Blumenkreationen und -züchtungen, die neuesten Trends aus dem Bereich Gartenzubehör sowie innovative Ideen für die Gestaltung des eigenen Gartens. Insgesamt werden 600 Aussteller vertreten sein, darunter Firmen aus exotischen Ländern wie Sri Lanka, Barbados, Jamaika, Südafrika, Trinidad & Tobago und Zimbabwe.

Aufgrund der großen Nachfrage sind die Eintrittskarten für die Chelsea Flower Show ausschließlich im Vorverkauf zu erwerben. Besucher aus Deutschland können die Tickets im Voraus über den Kulturreiseveranstalter IfB – Institut für Bildungsreisen buchen. Zusätzlich bietet das IfB ein komplettes Reisepaket zur Chelsea Flower Show. Darin enthalten sind neben den Tickets auch zwei Übernachtungen im 3- oder 4-Sterne-Hotel in London. Spezielle Gruppenangebote sind ebenfalls buchbar.

Auf Anfrage sind weitere Leistungen wie eine London-Stadtrundfahrt, verschiedene Sightseeing-Touren, Eintrittskarten für Musicals oder ein Besuch des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussaud`s erhältlich.

Die Tickets und die Reisearrangements für die Chelsea Flower Show gibt unter der Hotline-Nummer 01805 – 57 44 32 (12 Ct. / Min.).

Weitere Informationen zur Chelsea Flower Show unter www.rhs.org.uk .

Das IfB – Institut für Bildungsreisen ist einer der führenden und erfahrensten deutschen Ticketanbieter und Paketreiseveranstalter. Das Unternehmen, 1964 in Konstanz gegründet, hat sich auf den Verkauf von Tickets und Reisearrangements für Opern-, Musik-, Kunst- und Kulturveranstaltungen in Europa und auf der ganzen Welt spezialisiert. Seit 1997 gehört das Unternehmen zur internationalen Unterhaltungs- und Reisegruppe Seatem Group Ltd, die weltweit Tickets und Reisearrangements anbietet. Die Seatem Gruppe hat Tochterunternehmen in mehr als 15 Ländern weltweit. Im deutschsprachigen Raum hat das Unternehmen Dependancen in Konstanz, München, Bonn, Wien und Zürich.

Umweltfreundlicher Reiniger für die Lebensmittelbranche

Ozon, das Gas in der Erdatmosphäre schützt die
Lebewesen vor schädlichen Strahlen der Sonne.
Ozon kann aber noch mehr: Das Gas besitzt auch
nützliche Eigenschaften zur Reinigung und
Desinfektion von Maschinen und Anlagen. Das
Umweltinstitut des ttz Bremerhaven entwickelt
gemeinsam mit der Bremer Brauerei Beck & Co
und vier weiteren Partnern eine neuartige
Technologie zur Reinigung von Maschinen und
Anlagen in der Lebensmittel- und
Getränkeindustrie. Im Dezember 2005 trafen sich
die Partner des EU-Projektes OZONECIP zum
Startmeeting in Spanien.

Die Produktionsprozesse
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden
vielfach von einem sehr hohen Wasserbedarf
begleitet. Das Wasser wird in erster Linie zur
Reinigung und Desinfektion der Maschinen und
Anlagen verwendet (sog. Clean in Place – CIP). Der
Wasserverbrauch ist enorm: In einer Brauerei werden
zum Beispiel pro Hektoliter Bier rund 4-8 Hektoliter
Wasser eingesetzt. Um die in der Lebensmittelbranche
notwenigen Hygienebedingungen sicherstellen zu
können, müssen dem Waschwasser erhebliche
Mengen an Chemikalien (z. B. Chlorprodukte)
zugesetzt werden. Diese Produkte sind nicht nur sehr
teuer, sondern auch stark umweltbelastend. „Der
Einsatz kann auch zu Lasten der Produktqualität
gehen: Zum Beispiel können Chlorprodukte, die zur
Reinigung bei der Weinproduktion eingesetzt werden,
einen ‚korkigen’ Geschmack verursachen,“ erklärt
Miguel Ángel Prieto Arranz, Projektleiter im
Umweltinstitut. „Um solche Nachteile in der Getränkeund
Lebensmittelproduktion zu vermeiden, muss mit
erheblichen Mengen an Klarwasser ‚nachgespült’
werden. Die Alternative hierzu wäre die thermische
Desinfektion verbunden mit einem extrem hohen
Energieeinsatz“, erläutert Dr. Gerhard Schories,
Technischer Leiter des Umweltinstitutes.

Im Mittelpunkt des Projektes OZONECIP stehen die
Entwicklung und Demonstration einer innovativen CIP
Technologie, die auf der Anwendung von Ozon basiert
und gänzlich auf den Einsatz gefährlicher und
umweltschädlicher Chemikalien verzichtet. Ozon ist
eine besondere Erscheinungsform von Sauerstoff. In
Wasser gelöst besitzt es eine starke
Desinfektionswirkung. Ozon ist ein aktiver Sauerstoff
(O3) und wird aus „normalem“ Sauerstoff (O2) erzeugt.
Das im Reinigungswasser gelöste Ozon reagiert sehr
schnell mit den Verschmutzungen, nach verrichteter
Arbeit zerfällt das Ozon wieder zu Sauerstoff. Vorteile
der neuen Ozon-Technologie liegen insbesondere in
einem geringem Wasserverbrauch, der Möglichkeit der
Wasserkreislaufführung und Wiedernutzung sowie in
einem reduzierten Energiebedarf. Außerdem entfallen
gefährliche Chemikalienreste und
Reaktionsnebenprodukte, die bei herkömmlichen
chemischen Reinigungsverfahren im Abwasser
enthalten sein können. „Gerade in Zeiten steigender
Energiepreise ist es unumgänglich, alte
Reinigungsmethoden zu überprüfen und neue,
umweltschonendere Verfahren zur Desinfektion zu
entwickeln und einzusetzen“, beurteilt Werner
Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz, das neue
Projekt.

In dem dreijährigen Vorhaben wird eine
Demonstrationsanlage zur Anwendung von Ozon im
CIP am Beispiel von Brauereien, Weingütern und
Molkereien entwickelt und unter praktischen
Bedingungen erprobt. „Bei erfolgreichem
Projektabschluss bietet OZONECIP eine gute
Desinfektion, wobei das Desinfektionsmittel sich selber
abbaut. Auf diese Weise wird das
Gefährdungspotenzial hinsichtlich der Food Safety in
unseren Produkten durch Rückstände von Reinigungsund
Desinfektionsmittel vermieden“, erklärt Dr. Carsten
Eger von der Brauerei Beck & Co. Die Ergebnisse
sollen in den derzeitigen Stand der Technik sowie in
zukünftige europäische technische Direktiven
einfließen. Anschließend ist eine Übertragung auf
weitere Sektoren der Lebensmittel- und
Getränkeindustrie denkbar. Das Projekt OZONECIP
wird im Rahmen des Life-Programmes mit einer
Gesamtfördersumme der Europäischen Kommission
von rund 395.000 Euro unterstützt. Folgende Partner
aus Industrie und Forschung arbeiten mit dem ttz
Bremerhaven (Forschungspartner) in dem EU-Projekt
zusammen: Instituto Tecnológico Agroalimentario
(Spanien) als Projektkoordinator, Gdansk University of
Technology (Polen), Brauerei Beck GmbH & Co. KG
(Bremen) und die Meierei Genossenschaft e.G.
Langenhorn.

Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute
zugehörig, die sich der Entwicklung moderner
marktfähiger Produkte und Prozesse verschrieben
haben. Dies sind jeweils das Umweltinstitut; das
Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie
und Bioverfahrenstechnik (BILB); das Institut für
Energie- und Verfahrenstechnik (IEV); das
Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien
(BIGT); das Bremerhavener Institut für Biologische
Informationssysteme (BIBIS) sowie das
Bremerhavener Institut für Organisation und Software
(BIOS).

www.ttz-bremerhaven.de

Ernährungstrends 2006

Softdrinks gegen Hautalterung, neuartige
Milchprodukte für mehr geistige Vitalität und Süßigkeiten zur
Stärkung der Sehkraft – Ernährungsforscher erwarten in Kürze einen
Boom der so genannten „functional food“ im Supermarkt-Regal. Und
nicht nur das: All die positiven Effekte werden künftig noch besser
auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden können. Die
Wissenschaftler sind sich sicher: Durch Genanalysen wird es möglich
sein, individuell zugeschnittene Ernährungskonzepte zu entwictkeln,
die je nach Konstitution und gesundheitlichen Vorbedingungen Art und
Dosierung der Zusatzstoffe bestimmen.

Diesen und weitere wichtige Ernährungstrends, die wir in den
nächsten Jahren zu erwarten haben, stellt die Frauenzeitschrift FÜR
SIE in ihrer aktuellen Ausgabe vom 10. Januar 2006 vor. So wird
beispielsweise auch Lebensmittel-Transparenz eine zunehmend große
Rolle spielen. „Der Verbraucher wird kritischer, deshalb ist es für
Handel und Gastronomie immer wichtiger, zu wissen, woher die
einzelnen Produkte stammen. Neue Technologien wie die Radio Frequency
Identification Chips, kurz RFID, werden an Bedeutung tgewinnen“, sagt
Stephan Sigrist, Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institut in
Zürich und Autor der 2005 veröffentlichten Studie „Food Fictions“.

Diese Mikro-Chips werden am Produkt – beispielsweise am Fleisch –
angebracht und liefern über Funk umfassende Informationen zu
Herkunft, Lagerung, Frische und Transportweg.

Und welche Gerichte sind in Zukunft besonders angesagt?
Während
Italien weltweit das Lieblings-Schlemmerland Nummer eins bleibt,
verliert die französische Haute Cuisine an Attraktivität: „Zu
fleischlastig, zu aufwändig, zu teuer“, meint Food-Experte Sigrist in
FÜR SIE. Schon jetzt absolut en vogue sei dagegen die spanische
Küche, Tendenz steigend. Und die ganze Palette asiatischer
Spezialitäten. „Frische Produkte, fettarme Zubereitung und kurze
Garzeiten machen sie so beliebt“, so Sigrist.

Molekulare Gastronomie

Wissenschaftliche Kochkunst sehen, schmecken, riechen und fühlen

Genusserlebnis mit allen Sinnen.
Wissenschaft trifft Gastronomie. Bei der Kooperation von
Küche und Labor entstehen Innovationen für neugierige
Feinschmecker, die gerne mal über den eigenen kulinarischen
Tellerrand blicken. Was in diesem Zusammenhang gern als
„molekulare Gastronomie“ bezeichnet wird, ist kein Chemiebaukasten,
sondern das harmonische Zusammenspiel innovativer
und traditioneller Naturstoffe mit den richtigen Zubereitungsverfahren.
Ziel dieser neuen Kochkunst ist es, den Gast zu
überraschen und einzigartige Geschmackserlebnisse zu
schaffen. Bei der gestrigen Veranstaltung „Genusserlebnis mit
allen Sinnen“ zeigten bekannte Köche und Wissenschaftler des
ttz Bremerhaven während einer Kochperformance die Highlights
ihres Könnens.

In Zusammenarbeit mit dem
Restaurant TOPAZ und dem Hotel zur Post/Café Hauptmeier aus
Bremen hat ttz-Wissenschaftlerin Claudia Krines im Rahmen des
Projekts „Wissenschaftsmenü“ das Know-how der Köche mit dem
Know-why der Experten für Lebensmittel- und Verfahrenstechnik
zusammengebracht. „Diese Kooperation hat zum Ziel bislang
ungewöhnliche, interdisziplinäre Ansätze zwischen Handwerk und
industrienaher Forschung zu fördern und der Spitzengastronomie
durch Foodinnovationen langfristig ein wirtschaftliches Standbein zu
schaffen,“ erläutert Projektleiterin Krines. In der Vergangenheit
konnten viele Ideen von Köchen nicht umgesetzt werden: Grund
dafür sind technische Barrieren und schwer zugängliches oder
bislang gar nicht verfügbares Fachwissen im Kochalltag. „Es ist
spannend in so einem Projekt mitzuwirken. Neben der Entwicklung
von Neuheiten hat mich die Optimierung meiner Produktionsprozesse
stark interessiert. In der Zusammenarbeit haben wir zum Beispiel die
Herstellung von Pralinen vereinfacht.“, erklärt Peter Hauptmeier vom
gleichnamigen Café. Der Bremer Patissier möchte ebenso wie die
Projektpartner Holle und Tom Schmidt vom Restaurant TOPAZ seine
Kunden mit neuen Kreationen überraschen. „Neue Geschmackserlebnisse
können wir anbieten, wenn wir das Spiel zwischen Textur,
Geschmackseindrücken, traditionellen Rezepturen und ungewöhnlichen
Neuheiten beherrschen. Ein Beispiel hierfür sind hocharomatische
kirschtomatengroße Liquid-Drops in klarer Essenz, die bei uns
die normale Tomatencremesuppe ersetzen“, so Tom Schmidt.

Erst mit dem Projekt INICON auf EU-Ebene und jetzt auch auf
regionaler Ebene im Rahmen des Wissenschaftsmenüs hat die
Gastronomie einen Forschungspartner gefunden, der technisch das
umsetzt, was bisher nur Idee war.

Auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack
Neben der Entwicklung neuer Rezepturen und Techniken wird
Geschmack beim wissenschaftlichen Kochen am ttz großgeschrieben.
Gleich in mehreren Projekten machen sich die Wissenschaftler
des Technologie-Transfer-Zentrums auf die Suche nach dem
verlorenen Geschmack: „Viele Lebensmittel schmecken aufgrund
industrieller Herstellungsweisen einheitlich, da sie standardisiert
gewürzt und aromatisiert werden. Während die Produktvielfalt in den
Supermärkten ein riesiges Ausmaß angenommen hat, ist die
geschmackliche Vielfalt auf der Strecke geblieben,“ bedauert Werner
Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven und Initiator
der Zusammenarbeit von Gastronomen, Lebensmittel- und Verfahrenstechnikern.

Dass der ursprüngliche Geschmack für natürliche Lebensmittel aber
nicht gänzlich verloren gehen muss, weiß Kirsten Buchecker, Leiterin
des Sensoriklabors am ttz Bremerhaven: „Geschmack kann jederzeit
wieder neu erlernt werden. Konsumenten, die über lange Zeit Ihren
natürlichen Geschmack durch den Verzehr künstlicher Aromen
‚verloren’ haben, empfinden nach einer Phase der Ernährungsumstellung
auch wieder jene Lebensmittel als lecker und natürlich,
welche frei von übermäßigem Zucker und künstlichen Aromen sind.“
Wer nicht sicher ist, ob seine Geschmacksnerven auf „künstlich“ oder
„natürlich“ getrimmt sind, konnte gestern bei einer Joghurtverkostung
im Rahmen des „Genusserlebnis“ die Probe machen. Zusätzlich
wurden noch weitere Versuche rund um die Sinne angeboten.

Die Wahrheit des Weines
Bei diesen Geschmacks- und Geruchstests spielt auch Wein im
Rahmen des Projektes „Expersens“ am ttz eine wesentliche Rolle:
Neben sensorischen Tests, bei denen Supermarktweine mit
Winzerweinen von Fachleuten verkostet und verglichen werden, wird
den Inhaltsstoffen von Wein auch mittels wissenschaftlicher Analyse
auf den Grund gegangen. Dr. Hubert Lauterbach, Leiter der Analytik
am ttz Bremerhaven, hat sich auf die Suche nach den Geschmacksstoffen
im Wein gemacht. „Wir wollen den Zusammenhang zwischen
Qualität und Geschmack durch die Identifikation geschmacksrelevanter
Inhaltsstoffe wissenschaftlich dokumentieren. So möchten wir
langfristig eine Verfahrensweise entwickeln, mit der wir Qualität und
Geschmack objektiv beurteilen können. Auf dieser Grundlage soll
dann ein Qualitätssiegel für Weinfachhändler geschaffen werden.“

In
seinen komplexen Analysen untersucht Dr. Lauterbach auch ganz
pragmatische Fragestellungen der Gastronomiepartner: „Derzeit
analysieren wir wie viel Wein nach dem Kochen eigentlich noch in

der Soße bleibt.“ Im Rahmen des „Genusserlebnis mit allen Sinnen“
stand auch Dr. Lauterbach Frage und Antwort und gab wortwörtlich
„Kostproben“ seines Forschungsobjektes.

Das Projekt Wissenschaftsmenü läuft seit März 2005 und wird
regional von der Bremer Innovationsagentur GmbH mit einer
Fördersumme von rund 25.000 Euro unterstützt. Die Veranstaltung
„Genusserlebnis mit allen Sinnen“ war außerdem ein Beitrag zum
Jahr Stadt der Wissenschaft Bremen und Bremerhaven 2005.

Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute zugehörig, die
sich der Entwicklung moderner marktfähiger Produkte und Prozesse
verschrieben haben. Dies sind jeweils das Umweltinstitut; das
Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik
(BILB); das Institut für Energie- und Verfahrenstechnik
(IEV); das Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien
(BIGT); das Bremerhavener Institut für Biologische Informationssysteme
(BIBIS) sowie das Bremerhavener Institut für Organisation und
Software (BIOS).

www.ttz-bremerhaven.de
www.inicon.net

Besserverdiener wünschen sich vor allem Ferienhaus oder Ferienwohnung

Auch die 13 Millionen
Top-Konsumenten, die mit ihrem hohen gesellschaftlichen Status
ohnehin schon besser gestellt sind, haben Wunschträume. Wie jetzt das
Wirtschaftsmagazin ‚impulse’ (Ausgabe 1/2006, EVT 15. Dezember)
berichtet, ist das eigene Ferienhaus oder die eigene Ferienwohnung
für 42,5 Prozent der sogenannten Top-Level-Konsumenten der größte
persönliche Wunsch.

Das Magazin beruft sich dabei auf die vom Institut für Demoskopie
Allensbach durchgeführte repräsentative Studie „Top Level 2005 –
Freude am Luxus“. Danach rangieren ein exklusives Auto für 36,6
Prozent und ein Flachbildschirm-TV-Gerät für 34,7 Prozent auf der
Wunschliste der Top-Level-Verbraucher ebenfalls ganz oben. Knapp 30
Prozent zählen auch eine luxuriöse Küche und 27,2 Prozent eine
Digitalkamera der Spitzenklasse zu ihren Wunschträumen. Weitere
exklusive Wünsche sind für jeden Vierten ein luxuriöses Badezimmer
oder ein gut sortierter Weinkeller.

Früherkennung von Bakterien im Saft

Jeder kennt das: nach körperlichem Einsatz erst
mal eine Erfrischung genießen und Obstsaft
trinken. Ein unschönes Erlebnis, wenn der Saft
anders schmeckt als sonst – irgendwie sauer,
vergoren, fast alkoholisch. Schuld daran sind
Milchsäurebakterien, die vor allem unter warmen
Bedingungen den Apfelsaft kurzfristig in
(Milchsäure-)Gärung versetzen. Wissenschaftler
des ttz Bremerhaven arbeiten im Rahmen eines
EU-Projektes an einem Früherkennungssystem
dieser Milchsäurebakterien für die Saftindustrie.
Bremerhaven, November 2005. Konsumiert der
Verbraucher diesen durch Milchsäure vergorenen Saft,
ist das völlig unschädlich, wenn auch unerfreulich. Im
Rahmen der Obstsaftproduktion kleiner und
mittelständischer Betriebe kann diese unerwünschte
(Milchsäure-)Gärung (Fermentation)
existenzvernichtend sein. Je nach
Produktionsbedingungen und Beschaffenheit des
Obstes können sich Milchsäurebakterien zunächst
ganz unbemerkt im Saft vermehren. „Diese
unerwünschte Vermehrung ist in vielen Fällen nicht auf
Nachlässigkeit in der Produktion zurückzuführen. Die
Milchsäurebakterien befinden sich ohnehin im Obst. Je
nach Obstqualität variiert die Anzahl,“ erklärt Eva
Martinez, Projektleiterin des neuen EU-Projektes
QUALI-JUICE am deutschen Forschungsinstitut ttz
Bremerhaven. Schlechte Wachstumsbedingungen
verursacht durch zu feuchtes Klima können schon
ausreichen, damit die Anzahl der Bakterien eine
kritische Grenze erreicht. „Deswegen brauchen wir ein
Frühwarnsystem, das den Produzenten europaweit
rechtzeitig anzeigt, wenn die Milchsäurekonzentration
steigt,“ erläutert Martinez.

Die Entwicklung eines solchen Systems ist Aufgabe
des im Oktober gestarteten EU-Projekts QUALIJUICE.
Erst in der vergangen Woche trafen sich die 17
Partner aus den Ländern Deutschland, Österreich,
Polen, Rumänien und Spanien zum Projektauftakt am
ttz Bremerhaven. Forschungseinrichtungen,
Safthersteller und Verbände haben sich zusammen
geschlossen um ein effektives Frühwarnsystem zur
rechtzeitigen Erkennung einer mikrobakteriellen
Kontamination durch Milchsäurebakterien
(Lactobacillae) zu entwickeln. In einem
Projektzeitraum von drei Jahren mit einer
Fördersumme von rund 1,1 Millionen Euro soll das
System entwickelt und das Know-how über die
Landesverbände an Produzenten in der EU
weitergegeben werden. Hier sind vor allem die kleinen
und mittelständischen Unternehmen gemeint, denen
meist nicht die finanziellen Mittel zur Erforschung
solcher Systeme zur Verfügung stehen. Außerdem
sehen die Projektverantwortlichen in dem Projekt die
Chance mögliche Schwachstellen im
Herstellungsprozess zu erkennen und beheben. „Mit
diesem Früherkennungssystem für
Milchsäurebakterien haben wir die Möglichkeit, eine
konstant hohe Produktqualität zu sichern und die
Unternehmen vor wirtschaftlichem Schaden durch
Produktionsverluste zu bewahren,“ erklärt Werner
Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.

Von den Forschungsergebnissen des Projektes
werden nicht nur die Saftproduzenten profitieren. Auch
in den Bereichen, in denen Milchsäurebakterien gezielt
bei der Produktion eingesetzt werden, wie zum
Beispiel der Sauerkrautherstellung, sind unkomplizierte
Verfahren zur schnellen Bestimmung der
Milchsäurekonzentration willkommen.

Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute
zugehörig, die sich der Entwicklung moderner
marktfähiger Produkte und Prozesse verschrieben
haben. Dies sind jeweils das Umweltinstitut; das
Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie
und Bioverfahrenstechnik (BILB); das Institut für
Energie- und Verfahrenstechnik (IEV); das
Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien
(BIGT); das Bremerhavener Institut für Biologische
Informationssysteme (BIBIS) sowie das
Bremerhavener Institut für Organisation und Software
(BIOS).

www.ttzbremerhaven.de

Tobias Greb Well-Kids

Anlässlich des 10. Deutschen Suppentages übernimmt das Deutsche
Suppen-Institut ideell die Patenschaften für Teilnahmeplätze an einem
deutschlandweiten Ernährungsprogramm für Kinder und Eltern – das
„Tobias Greb Well-Kids“ Programm.

„Gemeinsam mit Fitness- und TV-Koch Tobias Greb bieten wir
deutschlandweit die Möglichkeit, 16 Teilnahmepakete (jeweils ein
Erwachsener/ein Kind) für das neue „Tobias Greb Well-Kids“ Programm
zu gewinnen. Unter der Internetadresse www.suppeninstitut.de oder
www.Tobias-Greb.de können sich interessierte Kinder und Eltern über
das Programm informieren“, erläutert Dirk Radermacher,
Geschäftsführer des Deutschen Suppen-Institutes.

Betroffene und ihr Umfeld aufklären

Das Bewusstsein für die „richtige“ Ernährung ist gering, häufig
leben die Eltern als engste Bezugspersonen das Fehlverhalten täglich
vor. Oft wird bereits im Kleinkindalter der Grundstein für das
spätere Ernährungsverhalten gelegt.

„Da Kinder und Eltern gemeinsam diese Problematik angehen und
bewältigen müssen, haben wir uns entschlossen, das „Well-Kids“
Programm generationenübergreifend zu konzipieren“, ergänzt Tobias
Greb.

Workshops deutschlandweit

Die „Tobias-Greb Well-Kids“ Workshops finden deutschlandweit in
München, Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt statt.

Den Teilnehmern wird von Anfang an gesunder Essgenuss vermittelt.
Dem „Ur-Food“ Suppe kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Hierzu der
Profi-Koch: „Ich verwende Suppe besonders gern als Beispiel für
gesunden und schlanken Essgenuss. Sie bildet einen wichtigen Baustein
in einer schlanken zeitgemäßen Ernährung“. In den acht
Eltern-Seminaren (jeweils vier Stunden Theorie / vier Stunden
Praxisunterricht in der Küche) erlernen Eltern gesunde Ernährung und
den optimalen Umgang mit Lebensmitteln.

Sie fragen – EDEKA antwortet

Als erstes Unternehmen im deutschen
Lebensmitteleinzelhandel hat die EDEKA-Gruppe jetzt einen
bundesweiten Ernährungsservice gestartet. Das neuartige Angebot des
größten deutschen Lebensmittelhändlers unterstützt Menschen bei der
Zusammenstellung ausgewogener Speisepläne, liefert ihnen Rezept-Tipps
sowie fundierte Beratung, beispielsweise zu Inhaltsstoffen von
Lebensmitteln. „Mit diesem innovativen Konzept untermauern wir zum
einen unsere Lebensmittel-Kompetenz“, so EDEKA-Vorstandsmitglied
Helmut Hörz, „und schärfen darüber hinaus unser Markenprofil als
serviceorientiertes Unternehmen.“

Kooperationspartner bei der Ernährungshotline ist das weithin
anerkannte SGS Institut Fresenius. Die Ernährungsexperten aus dem
hessischen Taunusstein zeichnen für weite Teile der
Mitarbeiter-Schulungen verantwortlich. Im Mittelpunkt steht die
kontinuierliche Qualifizierung des Hotline-Teams, wobei
ausschließlich auf ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse und nicht
auf kurzatmige Trends gesetzt wird. „Unser Ernährungskonzept baut auf
eine ausgewogene und sinnvolle Kombination von Gesundheit und
Genuss“, erklärt Dr. Petra Ambrosius von SGS Institut Fresenius.
„Wichtig dabei ist, dass die telefonische Beratung im Bedarfsfall
nicht eine notwendige medizinische Beratung ersetzen kann.“

Zum Team des EDEKA-Ernährungsservice gehören ausgebildete
Fachkräfte wie Ökotrophologen und Diätassistenten. Dies ist die
Grundlage für seriöse Beratungsleistungen in Sachen Ernährung,
bestätigt auch die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 11/2005. Alle
Berater stehen in engem Kontakt zum SGS Institut Fresenius sowie zum
Qualitätsmanagement der EDEKA ZENTRALE in Hamburg. Bei besonders
komplexen Sachverhalten werden die Hintergründe recherchiert und der
Anrufer umgehend zurückgerufen. Jede neue Fragestellung, die bei der
Hotline eingeht, wird in einer „lernenden Datenbank“ hinterlegt. So
schafft EDEKA ein einmaliges System, das bereits in kurzer Zeit zu
Deutschlands größtem Infocenter für Ernährungsfragen werden kann.

Die
Hotline ist für die EDEKA-Gruppe ein weiterer Schritt in Richtung
beispielhafter Kundenbetreuung. Denn „auch in den eigenen vier Wänden
sollen die Kunden bei Ernährungsfragen nicht alleine gelassen
werden“, unterstreicht EDEKA-Vorstand Hörz.

Der EDEKA-Ernährungsservice auf einen Blick:

Service-Zeiten: Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr
Tel. 01803-333 522
(EUR 0,09/60 Sekunden aus dem Festnetz der Dt. Telekom)
Fax: 01803-333 523
(EUR 0,09/60 Sekunden aus dem Festnetz der Dt. Telekom)
E-Mail: info@EDEKA-Ernaehrungsservice.de

Banken schädigen Privat- und Firmenkunden um Milliarden

26. Oktober 2005 – Verzögerte Wertstellungen,
falsch berechnete Zinsen und unerlaubte Gebührenpraktiken der Banken
schädigen Unternehmer und Privatkunden um Milliarden-Beträge.
Dies
sagte der ehemalige FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum in einem
Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital’ (Ausgabe 23/2005, EVT
27. Oktober). Bestätigt wird dieser Sachverhalt durch die Ergebnisse
einer exklusiven Umfrage von ‚Capital’ und dem Bundesverband der
Selbständigen (BdS) unter 1.500 Unternehmern. Dabei beklagten fast 90
Prozent der Befragten, schon einmal eine fehlerhafte Abrechnung
moniert zu haben. 85,4 Prozent der Befragten beanstandeten
zeitverzögerte Gutschriften, 42,1 Prozent überhöhte Gebühren, 13,5
Prozent fehlerhafte Zinsabrechnungen.

„Diese Zahlen sind alarmierend“, sagte Baum gegenüber ‚Capital’,
„denn bei Unternehmern steht schnell die Existenz auf dem Spiel“. Der
Ex-Politiker Baum, der heute als Rechtsanwalt in Köln tätig ist,
erhebt in ‚Capital’ schwere Vorwürfe gegen Teile der
Bankenwirtschaft: „Ich möchte den Banken nicht generell Betrug
unterstellen. Sofern die Computer allerdings vorsätzlich manipuliert
werden, um Kunden unrechtmäßig zu belasten, liegt eindeutig Betrug
vor.“ Er forderte eine stärkere Finanzdienstleistungsaufsicht, die
bei systematischer Falschberechnung hart durchgreifen müsse. „Hier
ist eine Sanktionierung durch Bußgelder erforderlich. Es reicht
nicht, wenn die Bank lediglich die fehlberechneten Beträge
zurückerstatten muss.“

Auch bei Privatkunden greifen Institute bisweilen zu. Drei von
vier Sparverträgen sind zu niedrig verzinst, stellte die
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fest. Jedes dritte Institut
erhebt Gebühren, die der Bundesgerichtshof längst für unzulässig
erklärt haben. So wird häufig ein unzulässiges Entgelt kurzerhand
umbenannt, bis der Karlsruher Gerichtshof es Jahre später wieder
kassiert. „Das ist ein ständiges Katz- und Mausspiel zwischen
Gerichten und Banken“, sagt Markus Lietz, Bankrechtler bei der
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.