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Veröffentlicht am von Gourmet Report
MICHELIN Portugal 2026
Die neue Auswahl des Guide MICHELIN Portugal 2026 ist offiziell. Bei einer feierlichen Gala im Savoy Palace in Funchal (Madeira) enthüllte die internationale Jury die neuesten Auszeichnungen für die portugiesische Gastronomieszene.
Evora, Portugal
MICHELIN Portugal 2026
Das Highlight des Abends: Das Restaurant Fifty Seconds in Lissabon erhält seinen zweiten MICHELIN-Stern. Damit steigt die Zahl der Zwei-Stern-Restaurants in Portugal auf neun. Gourmet Report präsentiert die Gewinner, die Aufsteiger und die Geschichten hinter den Auszeichnungen.
Die portugiesische Gastronomie befindet sich im Ausnahmezustand. Mit insgesamt 210 empfohlenen Betrieben, darunter 34 Neueinsteigerungen in der Kategorie der empfohlenen Adressen, untermauert das Land seinen Ruf als eines der spannendsten kulinarischen Reiseziele Europas .
Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des Guide MICHELIN, fasste die Entwicklung treffend zusammen: „Die gastronomische Szene Portugals brodelt vor Kreativität. Etablierte Köche eröffnen neue, informelle Restaurants, und die Hotellerie setzt verstärkt auf Gastronomie als zentrales Element der Kundenbindung. Besonders bemerkenswert ist das gelungene Gleichgewicht zwischen moderner, innovativer Küche und traditioneller Gastronomie – stets mit Fokus auf außergewöhnliche, lokale Produkte.“
Fifty Seconds (Lissabon): Ein Aufzug in die Zweistern-Klasse
Das Restaurant Fifty Seconds in Lissabon ist der große Gewinner des Abends. Es trägt seinen Namen nach den exakt 50 Sekunden, die der Aufzug benötigt, um die Gäste an die Spitze des markanten Vasco-da-Gama-Turms zu bringen . Oben angekommen, erwartet sie die kulinarische Welt von Küchenchef Rui Silvestre.
Die Inspektoren zeigten sich tief beeindruckt von seinem kreativen Universum und seiner großen technischen Meisterschaft. Silvestre überzeugt mit einem Degustationsmenü mit dem Titel „Fauna and Flora“, das von den Schätzen des Meeres inspiriert ist. Auf den Tellern finden sich sublime Texturen und delikate, exotische Noten, die subtil an die mosambikanischen und indischen Wurzeln des Küchenchefs erinnern .
Mit dieser Auszeichnung wächst die Zahl der Zwei-Sterne-Restaurants in Portugal auf neun – ein neuer Höchststand.
Zehn Neue mit einem Stern: Von Porto bis in die Alentejo-Provinz
Noch eindrucksvoller ist die Liste der Neuzugänge in der Kategorie Ein Stern. Gleich zehn Restaurants schaffen den Sprung in die begehrte Liga der Sternetempel. Damit gibt es nun insgesamt 44 Restaurants mit einem MICHELIN-Stern in Portugal .
Hier die neuen Ein-Stern-Restaurants im Porträt:
A Cozinha do Paço, Évora: Dieses Juwel liegt im Weingut Paço do Morgado de Oliveira und ist die ideale Adresse, um die Seele des Alentejo zu entdecken. Küchenchef Afonso Dantas empfängt seine Gäste mit einer immersiven Führung, bevor das kulinarische Erlebnis beginnt. Seine beiden zeitgenössischen Degustationsmenüs („Poda Longa“ und „Poda em Vaso“) sind eine Hommage an die Region. Zusätzlich wurde das Haus mit dem MICHELIN Grünen Stern für nachhaltige Gastronomie ausgezeichnet .
Alameda, Faro: In der Algarve-Hauptstadt zelebriert Küchenchef Rui Sequeira die besten Fisch- und Meeresfrüchte der Region. In zeitgenössischem Ambiente verbindet er Tradition mit modernen Techniken – von einer prägnanten À-la-carte-Karte bis zu einem faszinierenden Degustationsmenü, das von lokalen Legenden inspiriert ist .
dop, Porto: Star-Koch Rui Paula und sein Executive Chef Sandro Teixeira haben in einem historischen Gebäude im Herzen Portos eine neue kulinarische Heimat geschaffen. Das Degustationsmenü „Não há futuro sem memória“ (Es gibt keine Zukunft ohne Erinnerung) verbindet zeitgenössische Küche mit traditionellen Inspirationen und überraschenden asiatischen Akzenten. Die Vorspeisen werden an der Bar serviert, bevor die Gäste in den Hauptsaal wechseln .
Éon, Porto: Im eleganten Boutique-Hotel Palacete Severo entführt Küchenchef Tiago Bonito seine Gäste auf eine sehr persönliche Reise. Jedes Gericht seines 9- oder 14-gängigen Menüs ist von Kindheitserinnerungen und traditionellen portugiesischen Aromen inspiriert. Er reinterpretiert Klassiker mit modernen Texturen und intensiven Jus .
Gastro by Elemento, Porto: In der Nähe des Estádio do Dragão ist das Feuer der Hauptdarsteller. Küchenchef Ricardo Dias Ferreira kocht an einem U-förmigen Counter vor den Augen der Gäste. Das 15-gängige Menü „Orgânico by GASTRO“ folgt den Jahreszeiten, immer mit Fokus auf Meeresfrüchten .
In Diferente, Porto: Etwas abseits der Touristenströme gelegen, führt die brasilianische Köchin Angélica Salvador dieses intime Restaurant. Sie verbindet portugiesische mit internationaler Küche, arbeitet mit frischem Fisch direkt von der Fischermarkt-Auktion in Matosinhos und exzellentem lokalen Fleisch .
Kappo, Cascais: Der Name ist Programm: „Schneiden und kochen“ auf Japanisch. In einem eleganten, zeitgenössischen Raum serviert Küchenchef Tiago Penão einem exklusiven Kreis von 12 Gästen pro Service ein Omakase-Menü. Die Nigiri werden durch Techniken wie Reifung, Grillkohle oder Marinade veredelt und stellen lokale Fische und Meeresfrüchte perfekt in den Vordergrund .
Largo do Paço, Amarante: In einem restaurierten Palast aus dem 16. Jahrhundert gelegen, ist das Largo do Paço Teil des romantischen Hotels Casa da Calçada. Der junge Küchenchef Francisco Quintas, der zudem mit dem Prix MICHELIN du Jeune Chef ausgezeichnet wurde, überzeugt mit modernen, technisch brillanten Menüs. Das Erlebnis beginnt mit dem Aperitif in der Küche, wo Quintas persönhand die ersten Amuse-Bouches anrichtet .
MAPA, Montemor-o-Novo: Im Relais & Châteaux Hotel L’AND Vineyards mitten in der Alentejo-Provinz interpretiert Küchenchef David Jesus (ehemals Belcanto in Lissabon) traditionelle Aromen kreativ neu. Seine Menüs „Expedição“ und „Caminhos“ sind inspiriert von seinen Erfahrungen und den Geschmäckern des portugiesischen Territoriums und seiner ehemaligen Kolonien .
Schistó, Peso da Régua: Im luxuriösen Torel Quinta da Vicaria Hotel gelegen, wird dieses Restaurant von Star-Koch Vitor Matos geführt. In einer offenen Küche kreiert er ein zehngängiges Menü, das die traditionelle Gastronomie des Douro-Tals modern interpretiert – mit Zutaten aus eigenem Anbau und einem Fokus auf Süßwasserfische .
Bib Gourmand und Grüner Stern: Zwei weitere Auszeichnungen für Qualität und Nachhaltigkeit
Neben den Sternen wurden auch zwei neue Restaurants mit dem beliebten Bib Gourmand ausgezeichnet, der für ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis steht:
Mesa15, Leiria: Küchenchef Petr Kiss serviert moderne, europäisch geprägte Küche in zeitgenössischem Ambiente – vom preiswerten Lunch-Menü bis zum umfassenden Degustationsmenü. Highlights sind das Trüffel-Risotto und die spektakuläre Nata-Tarte .
Taberna Sakra, Alverca do Ribatejo: Küchenchef Hugo China Ferreira und seine Partnerin Débora Cardoso begeistern mit überraschenden Interpretationen portugiesischer Klassiker wie Thunfisch mit Escabeche-Sauce oder Tintenfischblut-Reis. Die Spezialität des Hauses: ein Txuleta vom baskischen Kalb .
Den Grünen Stern für Nachhaltigkeit erhielt das bereits mit einem Stern ausgezeichnete A Cozinha do Paço in Évora für seine tiefe Verwurzelung im Terroir des Alentejo und die Wiederbelebung vergessener regionaler Produkte .
34 neue Empfehlungen und vier Sonderpreise
Die Dynamik der portugiesischen Szene zeigt sich auch in der Kategorie der empfohlenen Restaurants: 34 neue Adressen bereichern die Liste. Besonders auffällig ist der Trend, dass Spitzenköche eigene, informelle Konzepte eröffnen (wie Atrevo in Porto, BROTO in Lissabon) und die Hotellerie zunehmend auf gastronomische Vorzeigeprojekte setzt (wie 1638 Restaurant by Nacho Manzano in Vila Nova de Gaia oder die JNĉQUOI-Kreationen in Lissabon) .
Die vier Sonderpreise der Nacht gingen an:
Prix MICHELIN du Jeune Chef: Francisco Quintas (Largo do Paço, Amarante)
Prix MICHELIN du Service: Adácio Ribeiro (Vila Foz, Porto)
Prix MICHELIN de la Sommellerie: Carlos Monteiro (Casa de Chá da Boa Nova, Leça da Palmeira)
Prix MICHELIN de l’Ouverture de l’Année: JNĉQUOI Table (Lissabon)
Fazit: Portugal – Ein Stern am kulinarischen Himmel strahlt heller
Die MICHELIN-Auswahl 2026 für Portugal zeigt ein Land im kulinarischen Aufbruch. Mit der Aufwertung von Fifty Seconds zum Zwei-Sterne-Restaurant, einer beeindruckenden Zahl neuer Ein-Stern-Häuser – insbesondere in Porto – und der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und authentischen Konzepten festigt Portugal seinen Platz unter den europäischen Spitzenreitern der Gastronomie.
Die neue Auswahl des Guide MICHELIN Portugal 2026 ist offiziell. Bei einer feierlichen Gala im Savoy Palace in Funchal (Madeira) enthüllte die internationale Jury die neuesten Auszeichnungen für die portugiesische Gastronomieszene