Vorsicht beim Surfen und Telefonieren im Urlaub

Viele wollen auch im Urlaub nicht darauf verzichten: auf das Handy. Wer ab Juli Urlaub in einem EU-Land macht, telefoniert billiger. Die Anbieter müssen die Passiv- und Aktivgebühren und die SMS-Preise senken. Das ist gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel billiger, wenn man angerufen wird, um 17 Prozent, wenn man anruft. Der SMS-Versand kostet um 18 Prozent weniger. Nach wie vor teuer bleibt Telefonieren in Nicht-EU-Ländern. Das zeigt ein AK Test der gängigsten Mobiltelefon-Anbieter in Griechenland, Italien, Spanien, Kroatien und der Türkei.

Die AK hat die Handy-Tarife der Anbieter A1, Bob, Red Bull Mobile, T-Mobile, Orange, Tele.Ring, Drei, Yesss und Ge-org unter die Lupe genommen. Innerhalb der EU-Länder entsprechen die Roamingpreise von Vertrags- und Wertkartentarifen den von der EU verordneten Höchstpreisen. „Ab 1. Juli müssen die Passiv- und Aktivgebühren wie in den Vorjahren wiederum gesenkt werden“, sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Die Passivgebühren werden von 13,2 Cent auf 9,6 Cent und die Aktivgebühren von 42 Cent auf 34,8 Cent pro Minute gesenkt (jeweils inklusive Umsatzsteuer). Die SMS-Preise reduzieren sich von 13,2 Cent auf 10,8 Cent pro SMS.

Weiterhin große Preisunterschiede finden sich in den untersuchten Nicht-EU-Ländern (Türkei, Kroatien). Es zeigt sich, dass teilweise die Roamingpreise für Wertkarten sogar wesentlich günstiger sind als jene für Vertragstarife (etwa Bob in der Türkei und Kroatien).

Welche Preise im EU-Urlaubsland ab Juli zu zahlen sind
Land Konsument ruft nach Hause Konsument wird angerufen
Griechenland 0,348 Euro/Minute 0,096 Euro/Minute
Spanien 0,348 Euro/Minute 0,096 Euro/Minute
Italien*) 0,348 Euro/Minute 0,096 Euro/Minute
Kroatien 0,49 bis 2,00 Euro/Min. 0,29 bis 1,25 Euro/Min.
Türkei 0,348 bis 2,50 Euro/Min. 0,096 bis 1,25 Euro/Min.
*) ausgenommen Drei: Preise wie in Österreich


Manche Anbieter haben auch Sondertarife mit inkludierten Freiminuten und monatlichen Zusatzkosten für den Urlaub oder Angebote mit vorausgekauften Gesprächsminuten, etwa bei T-Mobile Wertkarten 20 Minuten für sechs Euro. „Konsumenten sollten sich vor dem Urlaub über die Roamingpakete genau erkundigen, ob oder welches Paket für ihr Nutzerverhalten geeignet ist“, rät Zimmer. „Da die Pakete unterschiedliche Leistungen anbieten, ist ein Vergleich nicht immer einfach.“ Die AK hilft durch das Dickicht. Im Internet unter www.arbeiterkammer.at
finden Sie in der AK Studie „Telefonieren im Ausland“ welche Tarife Sie in Ihrem Urlaubsland zahlen.

AK Preismonitoring 2: Surfen im Urlaub kommt teuer
Kostendeckel für Surfen erstmals in EU-Urlaubsländern, trotzdem ist Vorsicht geboten!

Heuer gibt es erstmals für das Internet-Surfen in EU-Ländern eine Kostengrenze: UrlauberInnen können sich gegenüber dem Vorjahr viel ersparen. In Nicht-Euro-Ländern bleibt es weiterhin sehr teuer – im Extremfall kann ein Megabyte bis zu fast 21 Euro kosten. Das zeigt ein AK Test über die Internet-Roamingkosten in Griechenland, Italien, Spanien, Kroatien und der Türkei. Seit 2010 gibt es überdies in der EU einen Schutz gegen Horror-Rechnungen: Bei 60 Euro ist Schluss – die Internetverbindung wird „gekappt“!

Die AK hat die Tarife bei A1, T-Mobile, Drei, Orange und Tele.Ring für das Internet in den Urlaubsländern Griechenland, Italien, Spanien, Kroatien und der Türkei erhoben. Aufgrund einer neuen EU Verordnung gibt es heuer erstmals auch für das Internet in den EU-Staaten ab Juli eine Höchstgrenze von maximal 84 Cent pro Megabyte. „Für die Konsumenten ist das gegenüber dem Vorjahr eine Kostenersparnis bis zu 96 Prozent“, sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer.

Der Anbieter Drei fällt durch einige günstige Ausnahmen auf: In Italien kostet der Datentransfer so viel wie in Österreich (3 like Home). In Greichenland und Spanien liegen die Preise mit 0,59 Euro unter den EU-Höchstpreisen.
In Nicht-EU-Ländern bleibt das Surfen weiterhin teuer. „Positiv ist, dass die Betreiber nun auch im Nicht-EU-Land ihre Kunden über die Preise informieren müssen“, betont Zimmer.

Viele Anbieter haben auch spezielle Roaming-Datenpakete für den Urlaub mit vergleichsweise günstigen Kosten. „Bei diesen Paketen ist Vorsicht geboten“, sagt Zimmer. „Nach Überschreiten der inkludierten Datenpauschale wird der Mehrtransfer zum Basistarif oder zu einem festgelegten Preis verrechnet, was kostspielig werden kann.“ Achtsam sollen KonsumentInnen auch bei der Kündigungsfrist für Datenpakete auf Monatsverrechnungsbasis sein – sie kann bis zu zwölf Wochen betragen.

Innerhalb der EU gibt es für das Surfen eine Kostenbremse. Bei einer Kostengrenze von 60 Euro muss der heimische Anbieter den Kunden per SMS warnen. Wenn der Kunde nicht ausdrücklich und aktiv darauf reagiert, dass er den Dienst weiter haben will, muss ihn der Betreiber einstellen. „Dieser Schutz gilt aber nur zuverlässig innerhalb der EU“, erklärt Zimmer. „Außerhalb der EU muss der Betreiber Kunden darüber informeiren, wenn diese Funktionen nicht zur Verfügung stehen.“

SERVICE: Welcher Anbieter in Ihrem Urlaubsland was verrechnet, finden Sie im Internet – „Internet und E-Mails im Ausland“ unter www.arbeiterkammer.at

AK 3: Damit Ihr Handy im Urlaub nicht zur Kostenfalle wird

SMS kommen im Urlaubsland im Vergleich zu Anrufen günstiger, vor allem in Nicht-EU-Ländern. Zur Vorsicht rät die AK beim Abhören der Mobilbox im Urlaub. Sie kann zur Kostenfalle werden. Die AK Konsumentenschützer geben Tipps, was KonsumentInnen im Urlaub beim Telefonieren beachten sollen.

Was UrlauberInnen wissen sollten, wenn sie mit dem Handy telefonieren:
Ihr Handy wählt sich ins stärkste Gastnetz: Häufig, aber nicht immer, sind die Preise in den untersuchten Urlaubsländern Griechenland, Spanien, Italien, Kroatien und Türkei mittlerweile netzunabhängig. Ein Anruf beim Anbieter schafft Klarheit. Überlassen Sie die Netzwahl dem Handy, dann bucht es sich automatisch in das stärkste Netz am Standort ein. Die AK Konsumentenschützer raten dennoch, über die manuelle Netzwahl am Handy die Einwahl ins günstigste Gastnetz zu programmieren. In der Bedienungsanleitung steht, wie es geht.
Das Handy läutet, auch da heißt es zahlen: Wer im Urlaub angerufen wird, zahlt auch. Der Anrufer aus Österreich zahlt nur den österreichischen Tarif für Gespräche ins Mobilnetz, da er nicht wissen muss, dass das Handy gerade im Ausland ist. Der Angerufene zahlt Gebühren für die Weiterleitung des Anrufs von Österreich in den Urlaubsort (Passivgebühr). T-Mobile, Mobilkom (A1, Bob, Red Bull Mobile), Orange, Tele.Ring, Drei und Yesss verrechnen im Privatkundentarif in den untersuchten Urlaubsländern ab Juli Passivgebühren von 0,096 bis 1,25 Euro pro Minute (Ausnahme Drei in Italien: im Drei-Netz telefoniert man in Italien zu den gleichen Konditionen wie zu Hause). Am teuersten sind die Passivgebühren in den untersuchten Nicht-EU-Ländern meist bei Wertkarten-Handys (Ausnahme Bob).
Manche Anbieter offerieren spezielle Roamingpakete mit inkludierten Freiminuten auf monatlicher Basis. Achtung: Während bei A1 und Orange sofort das volle Freiminutenkontingent bereitgestellt wird, steht dieses bei T-Mobile und Drei im Buchungsmonat nur aliquot zur Verfügung.
Mit SMS besser wegkommen: Vor allem in den untersuchten Nicht-EU-Ländern (Kroatien, Türkei) rentiert sich smsen statt telefonieren.
Achtung, Kostenfalle Mobilbox: Wer unter Palmen seine Mobilbox abhören will, zahlt meist genau so viel wie bei einer Gespräch nach Österreich. Ist das Handy so programmiert, dass der Anruf auf die Box geht, wenn zum Beispiel nicht abgehoben wird, fallen doppelte Kosten an: Anrufe müssen erst ins Reiseland gesendet werden, um festzustellen, ob der Anruf angenommen wird. Wird der Anruf zur Mobilbox umgeleitet, so fallen beim Angerufenen die Passivgebühr und zusätzlich der Roamingtarif für die Rückleitung des fehlgeschlagenen Anrufes zur Mobilbox in Österreich an. Um der Kostenfalle zu entgehen: Mobilbox ganz abschalten!

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