Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren immer abwaschen

Landeslabor hat Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren auf Pestizidrückstände untersucht – Nur eine von 20 Stachelbeerproben aus dem Handel musste wegen Höchstmengenüberschreitung beanstandet werden – trotzdem immer waschen

„Von in Hessen verkauften Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren geht kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, teilte heute der Direktor des Landesbetriebes Hessisches Landeslabor (LHL), Professor Dr. Hubertus Brunn, in Gießen mit. Das Landeslabor hat kürzlich insgesamt 48 Proben von frischen Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren aus dem Handel auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. „Von 45 Proben deutscher Herkunft stammten 12 aus hessischen Betrieben. Für 28 rote Johannisbeer- und Himbeerproben konnten wir keine Höchstmengenüberschreitungen feststellen“, so Brunn. „Lediglich eine von 20 Proben Stachelbeeren musste beanstandet werden. Der Gehalt des für Stachelbeeren nicht mehr zugelassenen Wirkstoffes Oxydemeton-methyl lag mit 0,046 Milligramm pro Kilogramm Obst um das rund viereinhalbfache über der Höchstmenge. Weil diese eine Probe aus Hessen stammte, wurde der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert, welcher weitere Ermittlungen durchführt.“, sagte der Direktor. Bei allen anderen Proben hätten die Rückstandsgehalte deutlich unter den zulässigen Höchstmengen gelegen.

Die Proben, machte Professor Brunn deutlich, würden immer ungewaschen untersucht, würden also direkt Aufarbeitung und Analyse zugeführt. Deshalb gelte für die Verbraucher nach wie vor die Empfehlung des Landeslabors, Obst bei denjenigen Sorten, wo dies möglich ist, vor dem Verzehr gründlich zu waschen. „Unsere schon vor längerer Zeit durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass allein durch haushaltsübliches Waschen von Obst möglicherweise vorhandene Pestizidgehalte in den allermeisten Fällen um über 40 % reduziert werden können“, so Brunn.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte kürzlich der Bewertung gemessener Pestizidrückstände in Johannisbeeren durch Greenpeace widersprochen. Dem BfR zufolge entspricht die Bewertung durch Greenpeace nicht den Kriterien einer wissenschaftlichen Risikobewertung, da sie unrealistische Verzehrsmengen zugrunde lege. So werde seitens Greenpeace davon ausgegangen, dass ein Kind sein Leben lang täglich 500 Gramm Johannisbeeren verzehre. Ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher bestehe dem BfR zufolge also nicht.

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