Cristiano Rienzner

Unter dem Motto „Kein Essen in den Müll – Kein Müll ins Essen“ kochen Jugendliche vor dem Reichstag für Bundestagsabgeordnete. Gemeinsam mit Greenpeace und dem Star-Koch Cristiano Rienzner hatten die Jugendlichen der Initiative „youthinkgreen“ das Kochprojekt in den vergangenen Wochen vorbereitet, ihre Botschaften erarbeitet und Banner gemalt. Mit dem „Cook-In“ wollen die Jugendlichen für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln demonstrieren. „Bei all den Lebensmittelskandalen der letzten Zeit ist einer in den Hintergrund getreten – die Verschwendung von Lebensmitteln“, sagt die 17 jährige Kati Kellner aus Essen. „Wir wollen, dass wieder bewusster mit Lebensmitteln umgegangen wird. Essen gehört nicht in den Müll“.

Cristiano Rienzner

Gekocht wird aus Produkten, die zwar den Hygiene- nicht jedoch den optischen Vermarktungsaspekten entsprechen. Damit sind die Nahrungsmittel für den Verkauf unbrauchbar, obwohl sie genauso gut genießbar sind wie Produkte ohne Makel. „Durch den sorglosen Umgang mit Nahrung bei uns steigen in ärmeren Ländern die Lebensmittelpreise. Für viele wird Essen damit unbezahlbar“, sagt Kati Kellner. „Wir fordern von den Bundestagsabgeordneten, Lebensmittelverschwendung zu verbieten.“

Gemeinsam für besseren Umgang mit Lebensmitteln
„Youthinkgreen“ (zu Deutsch: “Jugend denkt um.welt“) ist ein internationales Netzwerk von Jugendlichen, die ausgehend von der Klimaproblematik damit zusammenhängende Themen wie Mobilität, Ernährung, Konsum, Energie und Nachhaltigkeit aufgreifen. Der Star-Koch Cristiano Rienzner vom Restaurant Maremoto Berlin verzichtet in seiner Küche seit Jahren auf unnötige Lebensmittelabfälle. So werden in seiner Küche alle Zutaten nahezu restlos verwendet.

„Mit jedem unnötig weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir Ressourcen, verschärfen wir die Klimabilanz, forcieren wir den Verlust der biologischen Vielfalt“, erläutert Jürgen Knirsch, Experte für nachhaltigen Konsum bei Greenpeace. „Wenn ich eine Schale mit 250 Gramm tropischer Shrimps entsorge, dann habe ich gleichzeitig fünf Kilogramm Meerestiere in den Müll geworfen. Denn beim Shrimpsfang fällt das Zwanzigfache der Erntemenge an Beifang an“.

Jährlich landen in Deutschland rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Nach einer Studie des Landwirtschaftsministeriums stammen circa 61 Prozent davon aus Haushalten. Großverbraucher und Industrie sind mit jeweils 17 Prozent an der Verschwendung beteiligt. Der Handel hat einen Anteil von fünf Prozent. Die Nachernteverluste der Landwirte sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Greenpeace-Ehrenamtliche arbeiten seit 2010 am Thema
Lebensmittelverschwendung. Mit Aktionen, Ausstellungen, Vorträgen an Schulen und Informationsbroschüren informieren sie über die Folgen des verschwenderischen Umgangs mit Lebensmitteln und zeigen dazu Alternativen auf.

www.greenpeace.de
www.maremotoberlin.de/

Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren immer abwaschen

Landeslabor hat Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren auf Pestizidrückstände untersucht – Nur eine von 20 Stachelbeerproben aus dem Handel musste wegen Höchstmengenüberschreitung beanstandet werden – trotzdem immer waschen

„Von in Hessen verkauften Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren geht kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, teilte heute der Direktor des Landesbetriebes Hessisches Landeslabor (LHL), Professor Dr. Hubertus Brunn, in Gießen mit. Das Landeslabor hat kürzlich insgesamt 48 Proben von frischen Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren aus dem Handel auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. „Von 45 Proben deutscher Herkunft stammten 12 aus hessischen Betrieben. Für 28 rote Johannisbeer- und Himbeerproben konnten wir keine Höchstmengenüberschreitungen feststellen“, so Brunn. „Lediglich eine von 20 Proben Stachelbeeren musste beanstandet werden. Der Gehalt des für Stachelbeeren nicht mehr zugelassenen Wirkstoffes Oxydemeton-methyl lag mit 0,046 Milligramm pro Kilogramm Obst um das rund viereinhalbfache über der Höchstmenge. Weil diese eine Probe aus Hessen stammte, wurde der zuständige Pflanzenschutzdienst informiert, welcher weitere Ermittlungen durchführt.“, sagte der Direktor. Bei allen anderen Proben hätten die Rückstandsgehalte deutlich unter den zulässigen Höchstmengen gelegen.

Die Proben, machte Professor Brunn deutlich, würden immer ungewaschen untersucht, würden also direkt Aufarbeitung und Analyse zugeführt. Deshalb gelte für die Verbraucher nach wie vor die Empfehlung des Landeslabors, Obst bei denjenigen Sorten, wo dies möglich ist, vor dem Verzehr gründlich zu waschen. „Unsere schon vor längerer Zeit durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass allein durch haushaltsübliches Waschen von Obst möglicherweise vorhandene Pestizidgehalte in den allermeisten Fällen um über 40 % reduziert werden können“, so Brunn.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte kürzlich der Bewertung gemessener Pestizidrückstände in Johannisbeeren durch Greenpeace widersprochen. Dem BfR zufolge entspricht die Bewertung durch Greenpeace nicht den Kriterien einer wissenschaftlichen Risikobewertung, da sie unrealistische Verzehrsmengen zugrunde lege. So werde seitens Greenpeace davon ausgegangen, dass ein Kind sein Leben lang täglich 500 Gramm Johannisbeeren verzehre. Ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher bestehe dem BfR zufolge also nicht.

Wo Aral draufsteht, ist BP drin

BP (British Polution) muss gestoppt werden!

Greenpeace-Aktivisten protestieren in fünf Städten an Aral-Tankstellen gegen Ölbohrungen in der Tiefsee

Um den Konzern BP zum Ausstieg aus der Tiefsee zu bewegen demonstrieren Greenpeace-Aktivisten in fünf Städten an Tankstellen von Aral. „Wo Aral draufsteht, ist BP drin“ ist auf Bannern vor Tankstellen in Berlin, Hamburg, München, Köln und Essen zu lesen. Der Aral-Mutterkonzern BP ist verantwortlich für eine der größten Ölkatastrophen der Welt. Die Erfahrungen aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigen, dass Tiefseebohrungen nicht beherrschbar sind. Während BP seit über zehn Wochen vergeblich versucht, das Loch zu stopfen, soll die Ölförderung in der Tiefsee weiter ausgebaut werden.

„BP zieht keine Konsequenzen aus der Katastrophe im Golf. Sie dringen weiter in die Tiefsee vor, als wäre nichts geschehen. Die Konzernleitung der deutschen Tochter BP versteckt sich hinter Ihrer blauen Marke Aral“, sagt Jörg Feddern, Greenpeace-Ölexperte. Mit der Marke Aral hat BP bundesweit rund 2400 Tankstellen und einen Marktanteil von etwa 23 Prozent.

BP versucht seit Wochen vergeblich, den Ölaustritt aus dem Bohrloch im Macondo Ölfeld im Golf von Mexiko zu stoppen. Es wird immer deutlicher, dass es keine ausreichenden Notfallpläne für Katastrophen wie die der Deepwater Horizon gibt. Gleichzeitig werden die Mengen des austretenden Öls ständig nach oben korrigiert. Inzwischen spricht man von offizieller Seite von bis zu 9.500 Tonnen pro Tag. Damit wären seit dem Unglück vom 20. April zwischen 160.000 und 500.000 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko ausgetreten. Zum Vergleich: Beim bisher schwersten Ölunfall in den USA, dem Tankerunglück der Exxon Valdez 1989 in Alaska, traten etwa 40.000 Tonnen Öl aus.

Weiter wie bisher?

Weder Aral noch die Mutter BP-Deutschland äußern sich bisher dazu, ob der Konzern aus der Tiefsee-Ölförderung aussteigt. Auch Esso, eine Tochtergesellschaft von Exxon Mobil, hat sich bislang nicht zu seinen weltweiten Tiefseeprojekten geäußert. Der Shell-Chef Peter Voser hat erst kürzlich erklärt, dass sein Konzern zukünftig verstärkt in der Tiefsee nach Öl bohren will.

Greenpeace hat am Dienstag einen offenen Brief an alle in Deutschland vertretenen Ölkonzerne geschickt. Darin fordert die Organisation die Konzerne auf, sich klar zu einem Rückzug aus diesen Projekten zu bekennen. Am Donnerstag haben Greenpeace-Aktivisten der Forderung nach einem Ausstieg aus der Tiefsee mit Protestaktionen vor Aral/BP, Esso und Shell Nachdruck verliehen. Ölteppiche in der Nordsee dokumentierte Greenpeace bei Überflügen von Öl- und Gas-Plattformen im Mai.

Gourmet Report tankt seit einiger Zeit NICHT mehr bei Aral – Solche verantwortungslose Konzerne wollen wir nicht unterstützen – wenn genug Konsumenten folgen, können wir so eine Umdenken bei den Konzernen erzwingen! Denn im Endeffekt geht es nur uns Geld!

Pommes und Chips ohne Gen-Kartoffel

Greenpeace: Hersteller lehnen BASF-Kartoffel ab

Die größten Chips- und Pommeshersteller sowie Fastfood-Ketten lehnen mehrheitlich gentechnisch veränderte Kartoffeln ab. Dies hat Greenpeace in einer Befragung von zehn Firmen erfahren. Der BASF-Konzern hat im März angekündigt, noch dieses Jahr den Anbau der Gen-Kartoffel „Fortuna“ für die Verwendung als Lebensmittel zu beantragen. Die renommierten Chipsmarken Funny-frisch, Chio, Chipsletten und Lay’s teilten Greenpeace mit, aktuell und künftig keine Chips aus Gen-Kartoffeln herzustellen oder zu verkaufen. Procter & Gamble will sich mit Pringles nicht festlegen. Auch die Pommes-Anbieter Burger King, LSG Lufthansa, Tank & Rast, Nordsee und Agrarfrost lehnen die BASF-Kartoffel ab. McDonald’s will aktuell keine Gen-Produkte einsetzen, legt sich aber nicht für die Zukunft fest.

„Die Hersteller von Chips und Pommes wissen, dass ihre Kunden diese zweifelhaften Produkte nicht wollen“, sagt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von Greenpeace. „Die Aktionäre sollen BASF auffordern, nicht länger Millionen in die Entwicklung von Gen-Produkten zu stecken, die keiner haben will.“ Am 29. April findet die BASF-Hauptversammlung in Mannheim statt.

Die Hälfte der befragten Firmen will nicht, dass die EU-Kommission den Anbau von Gen-Kartoffeln für Lebensmittel zulässt. Sie wollen vermeiden, dass durch die Trennung von gentechnikfreier und genmanipulierter Ware bei der Produktion höhere Kosten entstehen, die sie bezahlen müssen. Zudem fürchten sie einen Imageschaden für Kartoffelprodukte und eine unnötige Verunsicherung von Verbrauchern.

Es geht auch ohne Gentechnik

Die BASF hat Anfang März die Anbaugenehmigung für die Gen-Kartoffel Amflora erhalten, die für die industrielle Stärkeproduktion eingesetzt werden soll. Sie wurde diese Woche auf einem Acker in Mecklenburg-Vorpommern gepflanzt. Alle großen deutschen Stärkeproduzenten lehnen jedoch die Verarbeitung der Amflora ab. Sie ist zudem überflüssig, denn es gibt inzwischen aus herkömmlicher Züchtung Kartoffelsorten mit ähnlichen Eigenschaften.

Im BASF Bericht 2009 rühmt sich der Konzern für seine Gentechnik-Pflanzenzüchtung unter der Überschrift „Innovationsstärke als Erfolgsfaktor“. „Die Realität jenseits der Hochglanzbroschüren sieht anders aus“, erklärt Hissting. „Die Ablehnung der Gentechnik ist zu groß. BASF sollte nicht länger riskante Gen-Pflanzen auf den Acker zwingen, sondern auf fortschrittliche Pflanzenzüchtung ohne Gentechnik setzen.“

Greenpeace-Aktivisten haben in den vergangenen Wochen mehrfach gegen die Pflanzung der Gen-Kartoffel Amflora protestiert. Nach einem Rechtsgutachten, das Greenpeace in Auftrag gegeben hat, verstößt die Zulassung der Amflora gegen EU-Recht. Neben gesundheitlichen und ökologischen Risiken birgt Amflora auch erhebliche Probleme für die Lebensmittelbranche. Bei Anbau, Lagerung, Transport und Verarbeitung kann es zur Vermischung mit normalen Pflanzen kommen.

Gen-Pflanzen in Europa auf dem Rückzug

Gentechnik-Lobby bauscht Anbaustatistik auf
Greenpeace: Gen-Pflanzen in Europa auf dem Rückzug

Greenpeace beanstandet den heute von der Gentechnik-Organisation ISAAA vorgelegten Jahresbericht 2009 zum Anbau der Agro-Gentechnik als irreführend. Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-biotech Application (ISAAA) dehnte sich die Grüne Gentechnik im Jahr 2009 weltweit aus. Nach Einschätzung von Greenpeace stagnieren jedoch Entwicklung und Anbau von Gen-Pflanzen seit ihrer Einführung vor 14 Jahren. Die Anbaufläche für Gen-Mais in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr sogar um rund 10 Prozent zurückgegangen. Die ISAAA wird unter anderen von den Agrar-Konzernen Bayer, Monsanto, Syngenta, Pioneer und Dupont finanziert.

„In jedem Jahresbericht behauptet die ISAAA, Gen-Pflanzen würden weltweit boomen“, sagt Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter von Greenpeace. „Doch trotz massivster Bemühungen der Gentechnik-Industrie sind weltweit über 90 Prozent der Ackerflächen gentechnikfrei, 99 Prozent aller Bauern arbeiten ohne Gentechnik. Von einer florierenden Grünen Gentechnik kann nicht die Rede sein.“

85 Prozent der Gen-Pflanzen werden in nur vier Ländern angebaut

Die meisten Gen-Äcker liegen in nur vier Ländern, den USA, Argentinien, Brasilien und Kanada. Lediglich in Brasilien gibt es einen nennenswerten Zuwachs an Gen-Pflanzen. Nach jüngsten Zahlen des EU-Parlamentes haben europäische Landwirte im Jahr 2009 11 Prozent weniger Gen-Pflanzen angebaut als im Vorjahr. Deutschland und Luxemburg hatten 2009 den Gen-Mais-Anbau wegen ökologischer Risiken verboten.

In Spanien, Tschechien, der Slowakei und Rumänien ist der Anbau auf dem Rückzug, da höhere Saatgut-Preise, ein unsicherer Absatz der Ernte und Probleme bei der Trennung von konventionellen Pflanzen und Gen-Pflanzen den Anbau unattraktiv machen. Auch in Ländern außerhalb Europas werden Anbauverbote ausgesprochen. In Indien wurde gerade erst der Anbau von genmanipulierten Auberginen gestoppt.

Agro-Gentechnik bringt keine Vorteile für den Verbraucher

„Im Gegensatz zu den Behauptungen der Industrie scheitert der Anbau von Gen-Pflanzen in immer mehr Ländern“, sagt Hofstetter. „Es sind fast ausschließlich von den Agrarkonzernen geköderte Großbetriebe, die Gen-Pflanzen für ihre Monokulturen bevorzugen. Umweltrisiken werden bei diesen Deals billigend in Kauf genommen.“

Im Widerspruch zum Jahresbericht des ISAAA steht auch, dass Landwirte bis heute keine höheren Erträge mit Gen-Pflanzen erzielen können. Untersuchungen zeigen stattdessen, dass Anwender immer stärkere Pestizide auf Gen-Äckern einsetzen. Auch Vorteile für Verbraucher sind bis heute nicht sichtbar. Der globale Anbau und Vertrieb von Gen-Pflanzen beeinflusst zunehmend eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. So wurden 2009 in Deutschland Brötchen, Müsli und Backmischungen durch illegal aus Kanada importierte Gen-Leinsaaten kontaminiert.

Greenpeace: Neuer Gentechnik-Ratgeber „Milch für Kinder“

Greenpeace: Neuer Gentechnik-Ratgeber „Milch für Kinder“

Hipp und Humana sind führend bei gentechnikfreier Babymilchnahrung

Immer mehr Hersteller von Babymilchnahrung und Schulmilch verarbeiten Milch von Kühen, die kein Futter aus Gen-Pflanzen erhalten. Dieses Ergebnis einer Umfrage unter Herstellern veröffentlicht Greenpeace heute in dem neuen Einkaufsratgeber „Milch für Kinder“. Von den großen Herstellern von Milchnahrung ist Hipp klarer Vorreiter. Auch Humana, Deutschlands zweitgrößte Molkerei und bekannter Produzent von Milchnahrung, will wesentliche Teile des Angebots umstellen. Dagegen ist bei Produkten von Nestlé und Milupa Gentechnik im Kuhfutter weiterhin Standard. Auch die Praxis bei Herstellern von Schul- und Trinkmilch unterscheidet sich stark.

„Verbraucher lehnen Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Das gilt auch für Eltern, die für ihre Kinder Milchprodukte kaufen. Danach sollten sich alle Hersteller richten“, fordert Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. Milchkühe fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot enthält. Die Forschung sieht derzeit in Milch von Tieren, die Gen-Pflanzen gefressen haben, kein Risiko für Verbraucher. Die Freisetzung der Gentechnik auf Feldern gefährdet vor allem die Umwelt und die langfristige Sicherung der Ernährung. So belegen neue Untersuchungen des US-Wissenschaftlers Charles Benbrook, dass durch den Einsatz von Gen-Soja noch mehr Gift auf die Äcker gespritzt wird.

Johannes Doms von der Hipp-Geschäftsleitung sieht sich bestätigt: „Trotz aller Anstrengungen der Gentechnik-Industrie, mit teilweise fragwürdigen Methoden Fakten zu schaffen und die Welt mit gentechnisch veränderten Organismen zu verseuchen, wird die Firma Hipp im Sinne ihrer Unternehmensphilosophie ihr Ziel weiter durchsetzen, Lebensmittel ohne jegliche Nutzung von freigesetzten Gen-Pflanzen zu produzieren.“

Soja für die Viehfütterung in Deutschland wird vor allem aus Südamerika eingeführt. Doch etwa 70 Prozent der weltweiten Produktion sind gentechnisch verändert. Daher behaupten viele Lebensmittelhersteller, die Umstellung sei nicht möglich. Dem widerspricht Jochen Koester, Gründer von TraceConsult in Genf, der einzigen Beratungsfirma in Europa für den Handel mit gentechnikfreier Rohware: „Allein Brasilien kann den gesamten, realistisch vorstellbaren Bedarf Europas an gentechnikfreiem Sojaschrot decken. Vor allem der europäische Einzelhandel hat es sogar in der Hand, dieses Angebot positiv zu beeinflussen, wenn er diese Qualität stärker nachfragt.“

Für den Einkaufsratgeber bewertete Greenpeace 55 Hersteller. Bioprodukte werden immer ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt. Bei Schul- und Trinkmilch gehen unter anderen „Landliebe“ von FrieslandCampina und Ehrmann/Saliter mit der Schulmilch „Creck“ voran. Die Auskunft verweigerte neben anderen der Hersteller der Schulmilchmarke „Joe Clever“, Vogtlandmilch. Der Einsatz von Gen-Pflanzen ist hier ebenso wahrscheinlich wie bei Milch von „Bärenmarke“ von Hochwald und „Weihenstephan“ von Müllermilch. Der Einkaufsratgeber ist kostenlos erhältlich unter www.greenpeace.de/milch-fuer-kinder und Tel. 040-30618-120.

Verwirrung um Gen-Mais

Verwirrung um Gen-Mais

Greenpeace entdeckt Schlamperei bei Anmeldungen

Bei den Anmeldungen zum Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland herrscht in diesem Jahr Durcheinander: Obwohl der Anbau verboten ist und EU-Zulassungen fehlen, dürfen Landwirte unter Vorbehalt den Anbau von Gen-Kartoffeln und Gen-Mais anmelden. Zudem sind die Angaben teilweise falsch. Greenpeace hat die Anmeldungen im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig geprüft. Greenpeace veröffentlicht heute eine interaktive Karte unter www.greenpeace.de/gen-anbaukarte, auf der die angemeldeten Flächen mit Google-Maps bis auf das Flurstück genau dargestellt werden.

„Der schlampige Umgang der Behörden mit den Anmeldungen macht das wichtige Standortregister fast unbrauchbar“, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. „Für alle Landwirte und Imker, die gentechnikfrei produzieren, ist die mangelnde Kontrolle eine Katastrophe. Sie wissen nicht, ob auf Nachbarfeldern Gen-Pflanzen wachsen werden und ob sie Vorkehrungen treffen müssen. Die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gentechnik auf dem Acker ab. Dann müssen die Behörden auch zuverlässig dafür sorgen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.“

Derzeit sind wegen des Anbau-Verbots und der ausstehenden Zulassungen nur 1001 Hektar (ha) für den Gen-Mais und erstmals für die Gen-Kartoffel 20 ha im Standortregister eingetragen (Stand 5. 2. 2010). Das sind rund 2650 ha weniger als im Vorjahr. Greenpeace hat die Daten aus Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommen analysiert. Von 24 angemeldeten Flächen in diesen beiden Bundesländern sind 6 falsch eingetragen. Die Angaben können nicht stimmen, weil es entsprechende Flächen in den Gemeinden entweder gar nicht gibt oder diese völlig andere Größen aufweisen. Somit erfüllt das Standortregister nicht seine Aufgabe, für Transparenz beim Anbau der Risiko-Pflanzen zu sorgen. Greenpeace fordert von Landwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU), diese verwirrenden Anmeldungen sofort zu unterbinden und für Klarheit zu sorgen.

Greenpeace entdeckte fehlerhafte Anmeldungen in Brandenburg und im Landkreis Kitzingen/Bayern. Eines der Felder ist laut Anmeldung sechsmal größer als es möglich sein kann. Besonders heikel: Die falschen Angaben betreffen fränkische Landwirte, von denen einige auch dieses Jahr Schadensersatz vom BVL fordern wollen, wenn ein weiteres Verbot sie daran hindert, den Gen-Mais Mon810 anzubauen. Ministerin Aigner stoppte dessen Anbau im April 2009 wegenZweifel an seiner Sicherheit.

„Aigner muss am Verbot für Mon810 festhalten. Sie muss auch im Falle einer EU-Zulassung der Gen-Kartoffel deren Anbau in Deutschland stoppen“, erklärt Töwe. Eine von Greenpeace im Januar in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage zeigt, dass 79 Prozent der Deutschen das Verbot für Mon810 erhalten wollen. 77 Prozent sind zudem gegen den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora.

Greenpeace entdeckt Pestizide in Curry-Gewürz, Paprikapulver und Petersilie

Mit Gift gewürzt

Greenpeace entdeckt Pestizide in Curry-Gewürz, Paprikapulver und Petersilie – Strafanzeige gegen Metro

Die Pestizidbelastung von getrockneten Kräutern und Gewürzen hat sich nach Untersuchungen von Greenpeace im Vergleich zum Vorjahr nicht gebessert: Mehr als ein Viertel der 37 Proben aus konventionellem Anbau musste Greenpeace als „nicht empfehlenswert“ (rot-Wertung) einstufen. Besonders stark belastet sind Paprika- und Currypulver sowie getrocknete Petersilie. So wird in getrockneter Petersilie der Marke TiP, einer Eigenmarke von Metro, die gesetzlich festgelegte Höchstmenge überschritten. Die Probe stammt von Real, einer Supermarktkette der Metro-Handelsgruppe, in Hamburg. Greenpeace hat Strafanzeige gegen Metro erstattet. Frische Kräuter sind im Vergleich zu 2008 nur noch gering belastet.

„Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie sie auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen Chemikalien aufs Essen“, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. Darunter befinden sich gesundheitsgefährdende Wirkstoffe wie das als Nervengift wirkende Chlorpyrifos-Ethyl (Wirkung Hemmstoff der Cholinesterase) und das die Fortpflanzung beeinträchtigende Carbendazim. Selbst das in der EU verbotene Pestizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) wurde in einer Curry-Probe nachgewiesen.

Betrachtet man nur Paprikapulver, so ist die Hälfte der Proben mit rot zu bewerten („nicht empfehlenswert“). 2008 waren es 30 Prozent. Von getrockneter Petersilie musste ebenfalls die Hälfte der Proben mit rot bewertet werden. Im Vorjahr waren es sogar 67 Prozent. Mehr als 60 Prozent der frischen Petersilie enthält hingegen keine Pestizide. 2008 gab es keine frische Petersilie ohne Pestizidnachweis. Seit 2007 beobachtet Greenpeace einen Trend hin zu geringeren Rückständen bei Obst und Gemüse – ein Erfolg der Greenpeace Kampagne „Stoppt Gift im Essen“. Auf getrocknete Kräuter und Gewürze trifft diese Entwicklung noch nicht zu. „Greifen Sie lieber zu Bioprodukten“, sagt Santen, „bei allen bisherigen Tests weisen sie keine oder nur äußerst geringe Pestizidrückstände auf. Sie sind daher die beste Empfehlung für gesundes Essen.“

Greenpeace hat bei dem Test einen schweren Mangel im Verbraucherschutz aufgedeckt: Belastungen bei Gewürzmischungen wie Currypulver sind ähnlich hoch wie bei Gewürzen, jedoch gibt es hierfür keine Grenzwerte. Nach einer Einstufung für Gewürze müsste eine Probe Currypulver von Galeria Kaufhof (Metro-Gruppe) mit rot bewertet werden. Greenpeace fordert von der EU-Kommission und Verbraucherministerin Aigner, umgehend gesetzlich bindende Grenzwerte für Pestizide in Gewürzmischungen einzuführen.

Insgesamt wurden 44 Proben Petersilie, Schnittlauch, Curry- und Paprikapulver, davon sieben aus biologischem Anbau, Anfang September 2009 gekauft. Sie stammen aus Filialen der sechs führenden deutschen Supermarktketten und einem Biosupermarkt in Berlin, Hamburg, Köln, München und um Frankfurt am Main.

Globaler Aufruf gegen Patente auf Milch, Brot und Butter

Globaler Aufruf gegen Patente auf Milch, Brot und Butter

UN-Generalversammlung diskutiert Patent auf Saatgut und das Recht auf Nahrung

Gegen die Ausweitung der Patentierung auf Pflanzen und Tiere startet heute die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ einen globalen Appell. Insbesondere Landwirte geraten zunehmend in die Abhängigkeit internationaler Konzerne wie Monsanto, die die Patente auf Saatgut und Nutztiere besitzen. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs gegen die so genannte „Monsantisierung“ gehören große Bauernverbände in Europa, Asien und Südamerika. Der Appell soll im März 2010 an Regierungen und Patentämter übergeben werden mit der Aufforderung, Patente auf Tiere und Pflanzen zu verbieten. Heute stellt auch der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, seinen Bericht vor der UN-Generalversammlung in New York vor. Die UN warnen davor, dass Patente auf Saatgut weltweite Hungerkrisen verstärken könnten.

„Monsanto und Co missbrauchen das Patentrecht, um sich Monopolrechte an Pflanzen und Tieren und sogar an Lebensmitteln zu sichern – egal ob Milch, Brot, Butter oder Fleisch“, sagt Christoph Then, Sprecher für Greenpeace. „Hier ist auch die neue Bundesregierung gefordert: Wir brauchen eine radikale Änderung sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Praxis der Patentämter, um diese Privatisierung von Pflanzen und Tieren zu verhindern.“

Die Patentansprüche erreichen eine neue Dimension: Neben Saatgut und Nutztieren werden mittlerweile auch Lebensmittel wie Milch, Butter und Brot zum Patent angemeldet. Folglich drohen multinationale Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung zu kontrollieren. Die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ fordert deshalb neue Regeln, die Patente auf Saatgut und Nutztiere verhindern.

Auch UN-Sonderberichterstatter Olivier de Schutter kritisiert in seinem Hintergrundbericht (A/64/170), dass Patente auf Saatgut die Nahrungsmittelkrisen verstärken könne. „Die Oligopole einiger Anbietern können dazu führen, dass armen Landwirte der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.“

Die internationale Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ wurde im Jahr 2007 gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Landwirten, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen wie Swissaid, die Erklärung von Bern, Kein Patent auf Leben!, Misereor und Greenpeace. Unterstützt wird der Aufruf gegen die „Monsantisierung“ von Bauernorganisationen wie Coldiretti aus Italien, COAG aus Spanien, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und die Vereinigung Federación Agraria aus Argentinien.

Test: Stromanbieter

Stromanbieter:Ökostrom nicht teurer als konventioneller

Ökostrom ist in vielen Fällen nicht teurer als konventioneller, die Vertragsbedingungen und die Informationen sind aber bei diesen Anbietern häufig besser und die Kunden zufriedener. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie preiswerte Tarife von 16 Stromanbietern ermittelt hat. Außerdem hat sie die Verbraucherfreundlichkeit der Tarifbedingungen und die Information für Neukunden getestet sowie eine Befragung zur Kundenzufriedenheit durchgeführt.

Wem Klimaschutz wichtig ist, der wählt am besten die „guten“ Öko-Tarife von Greenpeace Energy, EWS Schönau, Lichtblick oder Naturstrom, die nur umweltschonend erzeugten Strom liefern und garantiert neue Ökostromanlagen fördern. Die Preise sind mit konventionellem Strom vergleichbar. Testsieger bei der Beratung ist Naturstrom, der sich prompt und kompetent um seine Interessenten kümmert. Aber auch die anderen Ökostromanbieter informieren „gut“. Bei der Zufriedenheit liegen Greenpeace Energy und Lichtblick vorne, das Schlusslicht bilden Eon und Flexstrom. Die verbraucherfreundlichsten „sehr guten“ Tarifbedingungen hat der Tarif von Yello Strom, der allerdings zu den teuersten gehört.

Die verbraucherfreundlichen günstigsten Preise, die exemplarisch für einen Jahresverbrauch von 3000 kWh in den Städten Berlin, Essen, Paderborn und Stuttgart erhoben wurden, lagen zwischen 602 Euro und 760 Euro bei den konventionellen Stromtarifen und 639 Euro und 764 Euro bei den Ökostromtarifen. Da es in Deutschland inzwischen mehr als 10.000 Tarife gibt, rät die Stiftung Warentest, sich anhand des Jahresverbrauchs und der Postleitzahl durch einen Online-Stromtarifrechner wie Verivox eine Vorschlagsliste von günstigen Tarifen ausgeben zu lassen und dann im Testheft nachzusehen, wie gut die Tarifbedingungen des Anbieters sind und woher er den Strom bezieht.

Der ausführliche Test findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/strom.