Victoriasee-Barsch aus nachhaltiger Fischerei

Victoriasee-Barsch aus nachhaltiger Fischerei: Erstmals Betrieb in Entwicklungsland zertifiziert

– In Bukoba, Tansania, ist der erste nachhaltig bewirtschaftete Fischereibetrieb in einem Entwicklungsland von Naturland ausgezeichnet worden. „Deutsche See“ ist an dem Pilotprojekt, das als Vorbild für weitere Zertifizierungen in Entwicklungsländern fungiert, maßgeblich beteiligt. Das Nachhaltigkeits-Konzept für die afrikanische Produktionsstätte sieht neben einer Zertifizierung der Fischprodukte auch weitere finanzielle Unterstützung sowie die Einführung sozialer und ökologischer Standards vor. „Deutsche See“ stellt das Sortiment ab sofort vollständig auf den „Naturland-Wildfisch“-zertifizierten Victoriasee-Barsch um.

Ausgangslage

Während in den westlichen Industrienationen die Zahl der Fischereibetriebe stetig steigt, welche die Fischbestände nachhaltig bewirtschaften, ist die Umstellung auf diese Standards für kleine Fischereibetriebe in Entwicklungsländern oft eine große Herausforderung. Zum einen fehlen ihnen finanzielle Mittel und qualifizierte Arbeitskräfte, die für eine solche Zertifizierung notwendig sind. Zum anderen ist in diesen Ländern bisher kaum ein Bewusstsein darüber vorhanden, wie wichtig der Schutz der Umwelt auch für ihre eigene ökonomische Existenz ist. Rund 90 Prozent der Entwicklungsländer-Fischereien sind lokale Betriebe mit kleinen Booten und geringem Fang. Industriefischerei, wie man sie in westlichen Ländern vorfindet, existiert dort kaum.


Die westlichen Märkte fordern jedoch zunehmend Produkte, die nachweislich aus nachhaltiger Fischerei stammen. Entsprechende Siegel, wie beispielsweise vom MSC, schaffen Orientierung für die Verbraucher. Verschiedene Einzelhandelsketten kündigten zudem an, in naher Zukunft ausschließlich Produkte aus nachhaltiger Fischerei im Sortiment zu führen. Fischprodukte aus Entwicklungsländern, die diese Standards nicht erfüllen, haben auf dem Weltmarkt somit keine Chance.

Zertifizierern wie dem MSC oder zum Beispiel Naturland fehlte es bisher an Erfahrung, Fischereien in Entwicklungsländern zu beurteilen. So ist der Zertifizierungsprozess des MSC auf die kommerzielle und industrialisierte Fischerei ausgerichtet. Naturland hatte zwar schon Zertifizierungen in Entwicklungsländern durchgeführt, bisher jedoch nur für ökologische Aquakulturbetriebe, in denen Biofisch gezüchtet wird.

Pilotprojekt in Bukoba, Tansania

„Deutsche See“, Naturland, die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und andere haben sich im Jahr 2006 zusammengeschlossen, um in einem Pilotprojekt die erste Fischerei in einem Entwicklungsland umzustellen. Nach drei Jahren intensiver Arbeit sind rund 700 Fischer aus Bukoba in Tansania nun erfolgreich zertifiziert, und ihre Produkte dürfen das „Naturland Wildfisch“-Siegel tragen. Dieses Siegel steht für nachhaltige Fischerei und beinhaltet zahlreiche ökologische und soziale Kriterien. Es ist kein Biofisch-Siegel, da Wildfischereien nicht biozertifiziert werden können.
Grundvoraussetzung für die Realisierung war zunächst, dass sich die kleinen lokalen Fischereien zu einer großen Erzeugergemeinschaft zusammenschlossen. So konnten in den Produktionsstätten einheitliche europäische Management- und Hygienestandards implementiert werden. Die Produktionen verfügen heute über zertifizierte Qualitätsmanagement-Systeme sowie eine moderne Verarbeitung und Logistik.

Außerdem führte man ökologische und soziale Standards ein. Zum Beispiel wurden adäquate Wohnsituationen für die Fischerfamilien und Bildungsangebote für ihre Kinder geschaffen. Regelmäßig werden Sicherheitsschulungen für Erwachsene durchgeführt. Es gibt eine flächendeckende Gesundheitsversorgung, mobile Gesundheitsservices für entlegene Gebiete, ausreichend sanitäre Einrichtungen und einen besseren Zugang zu Trinkwasser für alle beteiligten Familien. Auch eine funktionierende Verkehrsanbindung wurde aufgebaut.

Zukunft

Der Victoriasee-Barsch mit „Naturland-Wildfischsiegel“ wird in den nächsten Wochen auch im deutschen Handel erhältlich sein, „Deutsche See“ stellt das eigene Sortiment ab sofort vollständig auf den „Naturland-Wildfisch“-zertifizierten Fisch um. Das erfolgreiche Pilotprojekt in Bukoba zeigt, dass nachhaltige Fischerei auch in Entwicklungsländern möglich ist. So wird dort ein Bewusstsein dafür geschaffen, Lebensräume aktiv zu schützen und zu erhalten, und es wird die Lebenssituation der häufig armen Fischerfamilien verbessert. Ziel ist, im nächsten Schritt weitere der um den 70.000 Quadratkilometer großen Victoriasee ansässigen Fischereien zu zertifizieren.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz.

Weitere Informationen: Auf www.deutschesee.de finden Sie alles Wissenswerte rund um Fisch & Fischgenuss.

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