Wiener Supermärkte vernachlässigen Hygiene im Wurst- und Fleischverkauf

Zwei Drittel der Bedienungstheken „durchschnittlich“ bis „nicht zufriedenstellend“ – AK fordert verstärkte Kontrollen
Wer auf hygienischen Wurst- und Fleischverkauf wert legt, darf sich in Wiener Supermärkten nicht zu viel erwarten. Nur ein Drittel der Bedienungstheken konnte bei einer AK-Untersuchung ein „gutes“ bis „sehr gutes“ Ergebnis erreichen. Die AK-Konsumentenschützer beanstanden vor allem fehlende Hygieneeinrichtungen und mangelnde Sauberkeit im Arbeitsbereich. Fleisch- und Wurstreste sowie eingetrockneter Fleischsaft auf den Arbeitsgeräten können den Einkauf zur unerfreulichen Angelegenheit machen. Dazu kommt: Im Vitrinenbereich waren häufig Belüftungsschlitze unsauber, die Kühlung schlecht, keine Temperaturmessgeräte oder ungenaue Temperaturanzeigen. Immer wieder fehlten Mindesthaltbarkeitsdaten oder waren Preisangaben nicht zuordenbar. Auf Grund derartiger Mängel stuft die Untersuchung ein Drittel der Bedienungstheken als „nicht zufriedenstellend“ ein. „Aus Konsumentensicht sind diese Zustände völlig inakzeptabel“, kritisiert AK-Konsumentenschützer Heinz Schöffl. Er fordert drastische Maßnahmen zur Verbesserung der Qualitätskontrollen in den Betrieben.

Im Auftrag der AK hat die Lebensmittelversuchsanstalt Blaasstraße im Juni 20 Filialen von 11 Supermarktketten untersucht. Dabei standen besonders die hygienischen Bedingungen im Verkaufsbereich mit Bedienung und im Kühlregal mit vorverpackten Produkten auf dem Prüfstand.

Zwei Drittel der untersuchten Betriebe sind im Bedienungsbereich „durchschnittlich“ bis „nicht zufriedenstellend“. Der Vergleich mit den Ergebnissen der letztjährigen Untersuchung ergibt: Während der Anteil „sehr guter“ Bedienungstheken deutlich abgenommen hat, ist der Anteil „nicht zufriedenstellender“ Bedienungstheken gestiegen. Merklich besser fallen die Ergebnisse für Kühlregale mit vorverpackten Fleischwaren aus. 18 von 19 Betrieben (95%) mit dieser Abgabeform verdienten ein „sehr gut“. Hier haben die Betriebe mehr Augenmerk auf die hygienischen Bedingungen in den Kühlregalen gegenüber dem Vorjahr gelegt. Mängel treten dennoch nach wie vor im Bereich der Kühlung auf (zB erhöhte Produkttemperaturen, ungenaue Temperaturanzeigen).

Forderungen der AK


Die Betriebe müssen ihre Eigenkontrollen verstärken. Nur eine ausreichende Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann eine Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleisten.

Weiterhin konsequente Kontrollen durch die Lebensmittelaufsicht und verstärkte Nachkontrollen bei festgestellten Mängeln.

Service: Die genauen Untersuchungsergebnisse finden Sie unter www.konsumentenschutz.at

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