Gourmet Report


SUPERMäRKTE IM PESTIZID-VERGLEICH
Neuer Greenpeace-Test von Obst und Gemüse: Aldi und Lidl hängen Konkurrenten ab Die Supermarktketten Kaisers/Tengelmann, Edeka und Rewe verkaufen das am stärksten mit giftigen Pestiziden belastete Obst und Gemüse in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines Tests von Greenpeace. In der bisher größten unabhängigen Untersuchung von Obst und Gemüse schneiden...

Den gesamten Artikel können Sie im kochmesser.de "Gourmet Report Archiv" lesen:
http://www.kochmesser.de/archiv/2007-02/Supermaerkte-im-Pestizid-Vergleich_7990.html

15.02.2007

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1. Greepeace  sagte:
Der kleine Unterschied ist gewaltig
Pestizidvergleich von ökologisch und konventionell erzeugtem Obst und Gemüse Wer sich für konventionell angebautes Obst und Gemüse entscheidet, schluckt deutlich mehr Pestizide als beim Genuss von Bioware. Das hat ein Vergleich von aktuellen Analysedaten des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel und von Greenpeace ergeben, den der Chemiker Dr. Günter Lach durchgeführt hat. Demnach ist Bioware in der Regel frei von Pestizidrückständen. Der Vergleich von 446 Rückstandsdaten aus dem Jahr 2006 für Paprika, Tafeltrauben, Tomaten, Salat und Mango aus konventionellem und ökologischem Anbau macht deutlich: Verbraucher können zwischen zwei grundlegend verschiedenen Qualitäten wählen. So enthalten neun von zehn konventionell angebauten Kopfsalaten und zwei von drei konventionell hergestellten Tomaten Pestizide – Bio-Salate und Bio-Tomaten sind dagegen komplett rückstandsfrei. Bei Bio-Paprika, Bio-Trauben und Bio-Mango wurden vereinzelt Pestizide in geringen Mengen gefunden. „Diese Untersuchung zeigt: Mit Bio-Produkten ist man auf der sicheren Seite“, kommentiert Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel. „Biolandwirte wirtschaften nicht unter einer Schutzglocke, sondern in einer Umwelt, in der Pestizide leider allgegenwärtig sind. Deshalb gibt es immer mal wieder Rückstände im Spurenbereich, obwohl kein Biobauer künstliche Pestizide anwendet.“ „Die Pestizidbelastung bei konventionellem Obst und Gemüse ist mehr als Besorgnis erregend“, warnt Martin Hofstetter, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace. Pestizide können das Nervensystem schädigen, die Fortpflanzung beeinträchtigen oder Krebs erregen. „Die Belastung der Umwelt und der Lebensmittel mit Pestiziden aus der konventionellen Landwirtschaft muss deshalb dringend verringert werden. Der Ökolandbau darf sich auf den guten Ergebnissen dieser Studie nicht ausruhen und sollte eine weitere Minimierung der Rückstände anstreben.“ Für die Untersuchung wurden ausschließlich Daten aus dem Jahr 2006 berücksichtigt, die aus dem BNN-Monitoring, einem freiwilligen Sicherungssystem für den Bio-Fachhandel, sowie Greenpeace-Probenziehungen in deutschen Supermärkten stammen. Im Schnitt waren in rund 81 Prozent der konventionell produzierten Frischware Pestizide nachweisbar. Bei Bio war es genau umgekehrt: 87 Prozent der Proben enthielten keine Pestizide. Die konventionellen Proben enthalten im Schnitt Pestizidkonzentrationen von 0,84 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg), der Mittelwert für Bio-Ware liegt bei 0,01 mg/kg. Fazit von BNN und Greenpeace: Verbraucher, die Bio-Obst und Bio-Gemüse kaufen, tun etwas Gutes für ihre Gesundheit und fördern gleichzeitig Artenvielfalt und Umweltschutz. Weitere Informationen gibt es im aktuellen kostenlosen Greenpeace-Ratgeber „Essen ohne Pestizide“.

2. Industrieverband Agrar e.V.  sagte:
Industrieverband Agrar e.V.
Die Greenpeace-Meldung über Rückstände in Obst und Gemüse dürfte wieder vielen Verbrauchern schwer auf den Magen schlagen. "Auch die Pflanzenschutz-Industrie hat kein Interesse daran, dass Überbleibsel ihrer Produkte die Menschen krank machen", erklärt dazu Volker Koch-Achelpöhler vom Industrieverband Agrar e. V. in Frankfurt. "Deshalb haben wir Mittel und Verfahren entwickelt, die so wenige Rückstände wie möglich hinterlassen. Deshalb können die Verbraucher das breite Obst- und Gemüseangebot unbesorgt genießen, das wir heute haben." Tatsache ist, dass Rückstände in vielen Fällen nicht völlig vermeidbar sind. Entscheidend ist aber die Menge. Das bestätigen die Gesundheitsbehörden, die jedes einzelne Pflanzenschutzmittel gründlich prüfen. Sie lassen nur Pflanzenschutzmittel zu, die sicher sind für den Verbraucher eingesetzt werden können. "Wenn Greenpeace bei seinen Tests mehr Rückstände findet als in den Vorjahren, dann hängt das mit den besseren Analysemethoden zusammen", so Koch-Achelpöhler. "Die winzigen Spuren, die sie nachweisen, sind gesundheitlich kein Problem." Greenpeace bewertet das anders. Es bleibt der Organisation unbelassen, eigene Maßstäbe anzulegen. Die Behörden, die verantwortlich Höchstmengen festsetzen, müssen sich allerdings an wissenschaftliche Erkenntnisse halten und auch den Nutzen des Pflanzenschutzes für eine vielfältige und gesunde Ernährung berücksichtigen. Nur so ist optimale Sicherheit sowohl für die Versorgung mit Lebensmitteln als auch für die Gesundheit garantiert. Der Einkaufs-Ratgeber von Greenpeace liefert ohnehin den Beweis, dass man sich gleichzeitig gesund und zu angemessenen Preisen ernähren kann. Darin wird zwar einerseits beklagt, dass "bei Billigobst und -Gemüse oft die Qualität auf der Strecke bleibt", andererseits schneiden gerade die Discounter bei den Greenpeace-Tests am besten ab. Ein interessantes Detail der Studie "Essen ohne Pestizide" ist im Übrigen, dass sich die Rangliste der Supermärkte gravierend ändern kann, wenn man einzelne Produkte aus dem Sortiment nimmt. Verlässliche Angaben liefert die Bewertung also nicht. Einigermaßen fragwürdig ist, wenn Greenpeace von der bisher "größten unabhängigen Untersuchung von Obst und Gemüse" redet. Den knapp 600 Proben der Umweltorganisation steht etwa das Zehnfache an Kontrollen der amtlichen Stellen und das Hundertfache an Untersuchungen durch die Wirtschaft gegenüber. Der Industrieverband Agrar e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 46 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.


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Projekt: Gourmet Report • Letzte Bearbeitung: 29. May 2012