ÖKO-TEST Schwarzer Tee

Problemstoffe in der Tasse:

Das Labor fand in den schwarzen Tees bis zu 20 Pestizidrückstände!

Schwarze Tees stecken oft voller Pestizide und anderer Schadstoffe. Dieses Resümee zieht das ÖKO-TEST-Magazin in der neuen September-Ausgabe. Ein türkischer Tee ist sogar so hoch belastet, dass er nicht hätte verkauft werden dürfen. Das Verbrauchermagazin kritisiert zudem, dass viele Anbieter nicht ausreichend belegen konnten oder wollten, dass sie sich um faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse in den Anbauländern bemühen.

Die Arbeit auf den Teeplantagen in den klassischen Anbaugebieten ist eine Schufterei und noch immer Handarbeit, die vor allem von Frauen durchgeführt wird. Die Löhne sind oftmals nicht existenzsichernd. ÖKO-TEST wollte wissen, was Teehersteller tun, um die Menschen in den Ursprungsländern zu unterstützen. Es zeigte sich, dass nur wenige bereit oder in der Lage waren, konkrete Fakten zu den Arbeits- und Anbaubedingungen vorzulegen. Einige Anbieter führten Unternehmensgrundsätze, Lieferantenkodizes oder den Verhaltenskodex des Deutschen Teeverbandes als Nachweis für ihre Anstrengungen ins Feld. Keines dieser Papiere sieht jedoch eine unabhängige, externe Kontrolle vor.

Verbraucher, denen faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse wichtig sind, können sich aber laut ÖKO-TEST an bestimmten Labels orientieren. So wiesen acht Tees im Test Siegel wie Fairtrade oder Naturland aus, die die Einhaltung und unabhängige Kontrolle von sozialen und ökologischen Standards vorschreiben.

Ein bitteres Fazit zieht ÖKO-TEST zudem aufseiten der Inhaltsstoffe. Knapp die Hälfte der Produkte fällt durch. Einer der Gründe dafür sind Pestizide. Die Marke Öztürk Tee Yaprak Filiz Cayi Schwarzer Tee enthielt mehr als 20 Rückstände verschiedener Insekten- und Unkrautvernichter, darunter zwei Stoffe in so hohen Mengen, dass gesetzliche Grenzwerte überschritten wurden. Das Labor fand in einigen Tees aber auch das krebsverdächtige Anthrachinon, das sich allerdings nur schlecht im Teegetränk löst, sowie giftige Pflanzenstoffe, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide. Zwei Marken wiesen eine deutliche Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf. Auch Aluminium ist, gerade in Beuteltee, ein Thema.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2015 gibt im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Ökotest Fertigsalate

Fertigsalate aus der Plastiktüte sind zwar praktisch, aber aufgrund ihrer Keimbelastung keine Alternative zum frischen Salat. Das zeigt eine neue Untersuchung von ÖKO-TEST. Das Verbrauchermagazin fand auf den Blättern unter anderem bis zu acht verschiedene Pestizide, Chlorat und Schimmelpilze.

Im aktuellen Februar-Heft kann ÖKO-TEST nur einen der insgesamt 9 getesteten Salate empfehlen. Alle anderen schneiden schlecht ab. Die meisten Fertigsalate wiesen etwa Keimzeilen auf, die mindestens einen der jeweiligen Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie knackten. So überschritt eine Probe eines Rewe-Salats gleich drei Richtwerte (Gesamtkeimzahl, Schimmelpilze und Hefen). In einem Salatmix von Kaufland tummelten sich 10.000 KbE (Kolonie bildende Einheiten)/g Schimmelpilze in der Tüte – dieser Wert ist damit zehnmal höher als der Richtwert.

Neben der Keimbelastung kritisiert ÖKO-TEST ebenso die unzähligen Schadstoffe, die in den Salaten stecken. Obwohl die Blätter bereits mehrfach gewaschen sind, enthielten sie beispielsweise immer noch Spuren von bis zu acht Pestiziden. In neun Tüten analysierte das Labor das Insektengift Cypermethrin, das für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht wird. In sieben Packungen hat das Labor Spuren des Pilzgifts Iprodion gefunden, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. 16 Proben enthielten Perchlorat oder Chlorat. Diese beiden Stoffe können vorübergehend die Jodaufnahme in der Schilddrüse blockieren, was besonders problematisch für Kinder, Schwangere und Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion sein kann.

Wer einen guten Salat essen will, sollte deshalb einen frischen kaufen und auf Fertigprodukte verzichten. Falls man doch einmal einen abgepackten kaufen möchte, sollte man ihn nochmals waschen. Denn so landet zumindest ein Teil der Pestizide und Keime in der Spüle.

Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2015 gibt es seit dem 30. Januar 2015 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

ÖKO-TEST Ratgeber Essen und Trinken

Den aktuellen ÖKO-TEST Ratgeber Essen & Trinken mit dem Titel Leidenschaft für Lebensmittel gibt jetzt es im Zeitschriftenhandel. Er kostet 6,90 Euro.

Leidenschaft für Lebensmittel: Gute Lebensmittel und Menschen, die sich dafür engagieren, stehen im Mittelpunkt des neuen ÖKO-TEST-Ratgeber Essen & Trinken. Zum Beispiel Hans Heinrich Driftmann vom Haferflocken-Hersteller Kölln-Werke, einem Familienunternehmen, das in Generationen denkt und nicht in Quartalszahlen. Alle vorgestellten Firmen wollen dafür sorgen, dass wir auch in Zeiten von Fast Food und Convenience-Produkten nicht nur Nahrungs- sondern L e b e n s mittel bekommen, und dass essen mehr bedeutet, als satt zu werden. Deshalb thematisiert das Heft natürlich auch all jene Themen, die bei der Herstellung von Lebensmitteln zum Problem werden können – weil sie auf unseren Tellern landen: Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft immer noch reichlich verwendet werden, gehören dazu. Oder Rückstände von Mineralölen, die aus der Verpackung stammen und in Lebensmittel übergehen können. Davor kann man sich aber schützen – indem man konsequent auf Bio setzt. Denn meistens haben die untersuchten Bio-Produkte deutlich besser abgeschnitten als die Lebensmittel aus konventioneller Produktion. Dem neuen ÖKO-TEST-Ratgeber Essen & Trinken liegt noch eine CD bei. Darauf: Eine Liste von E-Nummern, die erklärt werden. Außerdem das Jahrbuch für 2014 und das Kompakt Vitamine.

Die Tests:
• Gute Lebensmittel: Wer mit Genuss essen will, findet in diesem Test für alle Gelegenheiten – vom Frühstück bis hin zum Dessert – Produkte, die in den aufwendigen Untersuchungen ohne Fehl und Tadel waren.

• Mineralwasser: Eine große Auswahl an „sehr gut“ und „gut“ getesteten Mineralwässern erleichtert die Suche nach einem empfehlenswerten Produkt aus der eigenen Region. Doch einige Wässer haben es auch ganz schön in sich. ÖKO-TEST kritisiert etwa Pestizidmetaboliten – das sind Abbauprodukte von Pestiziden. Einige Produkte sind mit Uran, Bor oder Barium belastet.
• Multivitaminsäfte: Der einzige Lichtblick in diesem Test sind die Bio-Säfte. Sie kommen ohne künstliche Vitamine aus – und konnten rundum überzeugen. Anders die konventionell hergestellten Multivitaminsäfte. So enthalten sieben untersuchte Marken isoliertes Betacarotin, das sich in Studien als kritisch erwiesen hat: Raucher, die isoliertes Betacarotin aufnahmen, erkrankten deutlich häufiger an Lungenkrebs als Studienteilnehmer, die ein Scheinmedikament einnahmen.
• Kaffeekapseln: Nur ein einziges Produkt ist „sehr gut“ – eine nachfüllbare Kaffeekapsel. Alle anderen schnitten schlechter ab – zum einen, weil sie jede Menge Müll erzeugen. Aber auch der abgefüllte Kaffee kann nicht immer überzeugen, lediglich fünf Anbieter sind bemüht, dass den Plantagenarbeitern der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird und bei der Produktion die ILO-Kernarbeitsnormen eingehalten werden. Zwei Kaffeekapseln konnten im Praxistest nicht rundum überzeugen.
• Haferflocken: Durch die Verwendung von Altpapier gelangt Mineralöl in Recyclingpapier – und über Verpackungen in Lebensmittel. In einigen Haferflocken-Produkten hat ÖKO-TEST Rückstände von aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen, das ist deshalb problematisch, weil sich darunter auch Substanzen befinden können, die schon in geringsten Mengen Krebs hervorrufen können. In fast jeder zweiten Probe aus konventionellem Anbau wurden Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat gefunden.
• Olivenöl: Ein solides Ergebnis im Sensoriktest, keine relevanten Schadstoffe: Dafür bekamen acht Olivenöle das Testurteil „gut“. Andere untersuchte Produkte konnten da nicht mithalten. Ausgerechnet das teuerste Testprodukt von Starkoch Schuhbeck entpuppte sich als ranzig. In einigen Ölen fand ÖKO-TEST Pestizide, in fast allen Produkten wurden Weichmacher nachgewiesen.
• Hochwertige Öle: Die Liste der teuren Öle mit einem „sehr guten“ und „guten“ Testurteil ist überschaubar klein. Viele sind leider von richtig schlechter Qualität, sie enthielten Weichmacher, bis zu 14 verschiedene Pestizide, krebserregende PAK und sogar Erdöl.
• Balsamico: Alle konventionell hergestellten Balsamicos enthalten Schwefelverbindungen, und fast alle sind gefärbt. Die Essige von Jamie Oliver und der Firma Kattus erfüllen nicht einmal grundlegende EU-Vorgaben – sie rangieren mit einem „ungenügend“ ganz am Ende des Testfeldes.
• Margarine: Nur wenige Anbieter konnten nachweisen, dass sie sich um eine verantwortungsvolle Palmölproduktion bemühen. Denn alle Produkte im Test enthalten Palmöl oder Palmölprodukte, die oft in gewaltigen Monokulturen erzeugt werden. Solche Ölpalmenplantagen sind anfällig für Schadstoffe, deshalb werden aggressive Chemikalien gespritzt. Aber Probleme bereiten auch die Inhaltsstoffe vieler untersuchter Margarinen: Es werden häufig Vitamine und Aromen zugesetzt. Auch Fettschadstoffe sind ein Thema.
• Tiefkühlspinat: Bio ist am besten. In neun Proben steckte zu viel giftiges Cadmium. Leider ist auch Nitrat ein großes Problem in dem eigentlich gesunden Gemüse. Die Rückstände stammen häufig aus der Düngung, viele Produkte wurden deshalb abgewertet.
• Apfelmus: Nur an drei Testprodukten hatte ÖKO-TEST etwas mehr auszusetzen. Einem Apfelmus wurde Vitamin C zugesetzt, was völlig überflüssig ist. Zwei Anbieter bewerben ihre Produkte mit Selbstverständlichkeiten und gaukeln dem Verbraucher einen Mehrwert vor, den das Produkt nicht bietet. Vielen Produkten ist außerdem Zucker zugesetzt, was völlig unnötig ist, denn die verwendeten Äpfel sind ja schon von Natur aus recht süß.

Aus dem Inhalt:
• Richtig gut essen: Während für die einen der Grillabend mit reichlich Fleisch ein kulinarischer Höhepunkt ist, ernähren sich die anderen mit großer Begeisterung streng vegetarisch oder vegan. Volle Teller oder ausgewählte Köstlichkeiten? Genussvoll schlemmen oder ganz bewusst auswählen? Das eine schließt das andere nicht aus.

• Mineralwasser und Umweltschutz: Jedes Mineralwasser ist ein Spiegelbild seiner Region und des Gesteins, durch das es geflossen ist. Der Marktführer unter den deutschen Marken-Mineralbrunnen heißt Gerolsteiner – und tut eine Menge dafür, dass auch künftige Generationen sauberes Wasser genießen können.

• Bio-Säfte: Bio-Rohstoffe, Kontinuität und faire Preise – das sind die Zutaten für Voelkel-Säfte. Der Firmenchef und sein Sohn reisen viel, um vor Ort sicherzustellen, dass die hohen Qualitätsanforderungen eingehalten werden.

• Mit einer guten Idee gegen den Marktführer: Zwei Milliarden Kaffeekapseln werden die Deutschen in diesem Jahr verbrauchen. Und damit neue Müllberge produzieren. Das muss doch auch anders gehen, dachte sich der Schweizer Uhrmacher Erwin Meier. Und erfand eine Mehrwegkapsel für Nespresso-Automaten.

• Olivenölproduktion: Die Ölmühle Moog feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Familienunternehmen aus verschiedenen Ländern liefern die Olivenöle. Chefin Judith Faller-Moog erzählt, wie man heute eine Olivenöl herstellt, dass mit höchster Qualität überzeugen kann.

• Bio-Lebensmittelgroßhändler: Alnatura ist Platzhirsch im Naturkostfachhandel. Die Bio-Supermarktkette kam aber auch wegen schlechter Arbeitsbedingungen ins Gerede – und hat schnell reagiert.

• Direktvertrieb von Tiefkühlprodukten: Die Firma Bofrost legt viel Wert auf Qualität. Doch wie kann man es heute schaffen, die Kunden von einem Sortiment zu überzeugen, das es mittlerweile in jedem Supermarkt gibt? Das Zauberwort heißt Service.

ÖKO-TEST Salate

Salat ist oft erheblich mit Pestiziden und Nitrat belastet. In einigen Sorten fanden sich sogar bis zu neun verschiedene Spritzgifte, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt.

ÖKO-TEST hat in den zehn größten deutschen Supermarktketten Salate eingekauft, darunter Kopf-, Eisberg- und Feldsalat, aber auch Rucola und Lollo Rosso, und ins Labor geschickt. Dieses fand teilweise Pestizide in erhöhten Gehalten. Der Rucola-Salat einer Netto-Filiale überschritt sogar die gesetzliche Höchstmenge des Pestizids Imidacloprid, das neuen Studien zufolge für das Bienen- und Hummelsterben verantwortlich gemacht wird.

Der Test zeigt zudem, dass die Produzenten oft einen Mix aus vielen verschiedenen Pestiziden spritzen. Das machen sie, weil es zwar für einzelne Pestizide gesetzliche Grenzwerte gibt, nicht aber für Mehrfachrückstände. So finden sich auf zwei Kopfsalaten gleich neun verschiedene Wirkstoffe. Welche Auswirkungen ein solcher Pestizid-Cocktail auf die Gesundheit hat, ist unklar.

Im Winter enthält Salat mehr Nitrat als im Sommer. Denn in den Treibhäusern wird kräftig gedüngt, und die Blätter bekommen weniger Licht ab, das den Stoff abbaut. Aus Nitrat können im Körper krebserregende Nitrosamine entstehen. Die erlaubten Höchstkonzentrationen von Nitrat werden zwar in allen Proben eingehalten, doch einige Sorten wie etwa Rucola und Kopfsalat wiesen „stark erhöhte“ Werte auf. Beim Endivien- und Eisbergsalat waren dagegen die Rückstände geringer.

Die ÖKO-TEST-Untersuchung zeigt, dass Eisbergsalat und Romana aus Spanien vergleichsweise wenig belastet sind. Auch an den Salaten aus Deutschland gibt es meist nicht viel auszusetzen. Negativ sind allerdings oft Salate mit Herkunftsland Belgien oder Italien aufgefallen.

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2013 gibt es im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST: Pestizide in Lebensmitteln

Unkrautvernichtungs- und Insektenmittel als Beilage
Obst und Gemüse abseits der großen Warenströme, wie Weinblätter, Linsen oder exotische Früchte, sind oftmals stark mit Pestiziden belastet, warnt ÖKO-TEST. Das Verbrauchermagazin fand in 14 der 56 untersuchten Produkte Rückstände über den Höchstmengen. Elf davon hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

Die untersuchten Produkte enthielten nicht nur bis zu 22 unterschiedliche Pestizide pro Probe. Auch wurden die erlaubten Höchstmengen von bis zu elf Pestiziden überschritten – pro Probe. Zwei Weiblätter wiesen stark erhöhte Kupfermengen auf, in einer Marke lag der Kupfergehalt sogar über der gesetzlichen Höchstmenge. Kupfer schädigt die Umwelt, denn es reichert sich im Boden an und vergiftet Mikroorganismen und andere im Boden lebende Tiere. Beim Menschen kann eine Überdosis zu Leberschäden führen.

Schockierend sind auch die Untersuchungsergebnisse einer brasilianischen Feigenprobe, in der ein überhöhter Rückstand des Reifungsmittels Ethephon steckt. Das Spritzmittel gilt als nervenschädigend, ebenso wie das Insektenmittel Deltamethrin, das das Labor in Cherry-Tomaten aus dem Senegal in einem relativ hohen Gehalt gefunden hat. Isst ein Kind 150 g von diesen Tomaten, ist auch hier ein akutes Gesundheitsrisiko nicht auszuschließen.

Negativ aufgefallen sind auch Linsen aus der Türkei, Italien und Spanien sowie Limetten aus Mexiko und Chilischoten aus Uganda. Doch es gibt auch gute Nachrichten für Exoten: Prinzessbohnen, Zuckererbsen, Papayas, Mangos und Ananas waren gar nicht oder nur sehr gering belastet. ÖKO-TEST empfiehlt Verbrauchern, besser Bio-Ware zu kaufen, um auf der sicheren Seite zu sein. Ansonsten sollte man das frische Obst und Gemüse gründlich waschen und gegebenenfalls schälen. Auch durch das Garen von Gemüse werden Pestizide teilweise zerstört.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2012 gibt es seit dem 27. April 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Tag des Wassers

Der Glaube, dass Leitungswasser Krankheitserreger oder Schadstoffe enthält, lässt viele verunsicherte Verbraucher lieber Mineralwasser aus der Flasche statt Rohrperlen aus dem Wasserhahn trinken. In punkto Qualität gibt es jedoch bei beiden Varianten keinen Unterschied: „Lei­tungswasser ist als Durstlöscher genauso gut geeignet wie abgefülltes Prickelwasser aus dem Handel“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Die örtlichen Wasserwerke bereiten Grundwasser als Basis des Trink­wassers so auf, dass nahezu alle Schadstoffe herausgefiltert werden. Erst wenn es geprüft und für unbedenklich befunden ist, gelangt das Leitungswasser vom Wasserwerk in die Haushalte.

Zum Tag des Was­sers am 22. März zählt die Verbraucherzentrale NRW weitere Vorzüge des „Kranenbergers“ auf:
Gesundes und Ökologisches aus der Leitung: Um den Durst mit einem kühlen, kalorienfreien und kostengünstigen Getränk zu stillen, brauchen Verbraucher nur den Wasserhahn aufzudrehen. Vom Schluck aus der Leitung profitiert nicht nur der Mensch, sondern auch die Umwelt. Aufbereitetes Wasser aus der Flasche ist hinge­gen deutlich teurer. Denn der Aufwand für Herstellung, Abfüllung und Transport der Mineralwasserflaschen hat seinen Preis.

Sauberes Wasser: Das örtliche Wasserwerk steht dafür gerade, dass die Qualität von Leitungswasser den Vorschriften der Trinkwas­serverordnung entspricht. Das Nass aus dem Rohr enthält – wenn überhaupt – nur winzige, unbedenkliche Spuren von Pestiziden, Altöl und Chemikalien. Das Risiko, sich Schadstoffe über Lebensmittel einzuverleiben, ist um ein Vielfaches höher als die Aufnahme über Leitungswasser.

Selfmade-Sprudel keine Zauberei: Durch das Hinzufügen von Kohlensäure verwandelt sich Leitungswasser in Sprudel. Mixt man noch Sirup hinzu, wird das Prickelwasser zur leckeren Limonade. Das selbstgemachte Sodawasser ist nicht nur günstiger, sondern spart auch den Weg zum Getränkemarkt. Damit die Qualität stimmt, sollten bei der Zubereitung von Sodagetränken stets saubere Fla­schen und frisches Wasser zum Einsatz kommen. Die Aufbewah­rung des Selfmade-Mixes im Kühlschrank hilft, einer Verkeimung vorzubeugen.

Trinkwasser auch für Babys okay: Beim Anrühren von Babynah­rung mit Leitungswasser sollten folgende Dinge beachtet werden: Den Strahl aus dem Wasserhahn am besten erst bis zu drei Minuten laufen lassen, bevor er ins Fläschchen wandert. Um auch die letzten Restkeime abzutöten, sollte das erforderliche Leitungswasser zu­nächst abgekocht werden. Achtung: Wasser aus Hausbrunnen oder Bleileitungen können die Gesundheit von Säuglingen gefährden. Auch neue Kupferleitungen geben im ersten halben Jahr eine fürs Baby schädliche Kupfermenge ans Wasser ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, informiert sich beim Vermieter über erfolgte Bau­maßnahmen an den Wasserleitungen oder beauftragt ein Labor mit einer Leitungswasseranalyse, die Aufschluss gibt über Bestandteile und Zusammensetzung des Trinkwassers. Sind die Grenzwerte überschritten, ist die Verwendung von abgefülltem Trinkwasser am sichersten.

Sorgsamer Umgang mit Haushaltschemikalien: Um die Trinkwas­serqualität weiterhin zu gewährleisten, sollten schädliche Flüssigkei­ten wie Pestizide oder Altöl, aber auch Medikamente verantwor­tungsbewusst bei der Schadstoffsammelstelle der Kommune ent­sorgt werden. Pestizide dürfen nur in Ausnahmefällen im Garten ver­wendet werden, da die gesundheitsschädlichen Chemikalien über den Untergrund ins Abwasser gelangen können. Ein Tropfen Mine­ralöl verschmutzt gar 1000 Liter Wasser – eine Menge, die sechs vollen Badewannen entspricht.

Bei Fragen zur sinnvollen Trinkwassernutzung sind die Umweltbera­tungsstellen der Verbraucherzentrale NRW die richtigen Anlaufstellen. Adressen und Öffnungszeiten gibt’s im Internet unter
www.vz-nrw.de/umweltberatung.

Weniger Fleisch im Müll – gut für den Biolandbau

Weggeworfenes Fleisch ist verschwendete Fläche

Deutsche werfen jährlich rund ein Viertel ihres Fleischeinkaufs in den Müll. Damit werden unnötig Ressourcen und Agrarflächen verschwendet. Durch bewussten Konsum könnten in Deutschland rund 4 Millionen Hektar Agrarfläche für den Biolandbau mobilisiert werden – eine Verfünffachung des Status quo von circa 1 Million Hektar.

Der hohe Fleischkonsum beansprucht unnötig viel Agrarfläche. So werden in Deutschland 62 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Futtermittelproduktion genutzt. Das sind 10,4 Millionen Hektar. Zusätzlich belegt unser Fleischhunger 2,3 Mio ha Sojafläche überwiegend in Südamerika. Die Ernte landet also im Trog, nicht auf dem Teller. „Wenn weniger Fleisch weggeworfen – und somit weniger produziert wird -, brauchen wir auch weniger Agrarfläche für Futtermittel. Diese Flächen könnten stattdessen ökologisch bewirtschaftet werden“, so Jan Plagge, Präsident von Bioland. Der Biolandbau braucht mehr Fläche, da er auf Pestizide und chemische Düngemittel zur Ertragssteigerung verzichtet. Billig-Fleisch aus Massentierhaltung kommt dagegen der Gesellschaft teuer zu stehen und ermöglicht keine artgerechtes Leben der Tiere. Nitrat im Grundwasser und Versauerung der Böden durch Überdüngung belasten die Umwelt, Resistenzen durch übermäßigen Antibiotika-Einsatz stellen für den Menschen eine Gefahr da. „Die immensen volkswirtschaftlichen Folgekosten werden bisher in keiner Weise von den Verursachern getragen. Deshalb fordert Bioland die Einführung von Abgaben auf Stickstoff-Dünger und Pestizide“, sagt Plagge, „zudem muss der Einkauf von konventionellem Fleisch mit dem Regel-Steuersatz von 19 Prozent besteuert werden. Für Biofleisch sollte dagegen der reduzierten Satz von 7 Prozent gelten“.

Nach Angaben des Deutschen Fleischerverbandes kauft der deutsche Durchschnittsbürger 61,1 Kilogramm Fleisch im Jahr. Gegessen werden aber nur 44,2 Kilo. Dies belegt die Nationale Verzehrstudie II, bei der 15.000 Bürger befragt wurden. Somit landen rechnerisch 28 Prozent Fleisch im Müll. „Das ist aus Umwelt- und Klimaschutzgründen einfach unverantwortlich. So eine Ressourcenverschwendung können wir uns mit Blick auf künftige Generationen nicht leisten“, so Plagge. „Die Abkehr von der Wegwerfmentalität bei Lebensmitteln stellt eine sehr einfache Strategie der Ressourcenschonung und Emissionsminderung dar“, erklärt Plagge.

Das Wegwerfen von Fleisch ist besonders bedenklich, da eine tierische Kalorie 3 bis 20 Mal, je nach Tierart und Produktionssystem, so vielen pflanzlichen Kalorien entspricht. Das bedeutet: Der Flächenbedarf für Fleisch ist mindestens dreimal so hoch wie für Getreide, Obst und Gemüse. „Wünschenswert wäre ein geringerer Fleischkonsum generell“, so Jan Plagge. „Stammt das Fleisch zudem aus ökologischer Erzeugung, entscheidet sich der Kunde zudem für den Schutz von Tieren und der Umwelt.“

Würde sich der Verbraucher an die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) halten, bräuchte man viel weniger Agrarfläche für Futtermittel. Der Durchschnitts-Deutsche isst immerhin doppelt so viel Fleisch, wie empfohlen, das ergab die Nationale Verzehrstudie II. Bei 850 Gramm liegt der Durchschnitt, 300 bis 600 Gramm pro Woche für einen Erwachsenen – so lautet die Empfehlung der DGE. Würde sich der Verbraucher daran halten, würden in Deutschland rund 4,0 Millionen Hektar frei, die auch zur Umstellung auf den Biolandbau genutzt werden könnten.

Weitere Hintergrundinformationen finden sie in der Studie:
Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland unter www.bioland.de

Pestizide im Glas?

Traubensaft & Co mit Pestizid-Rückständen, aber nicht über dem Grenzwert

Wie schaut es mit den Pestiziden im in Traubensäften oder Traubenmost aus? Die AK hat 13 Proben von fünf Supermärkten und fünf Märkten getestet: Beim Großteil der Getränke wurden Pestizide nachgewiesen. Aber der geltende Grenzwert wurde nie überschritten. „Das Ergebnis ist halbwegs zufriedenstellend“, sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. „Die nachgewiesenen Mengen liegen deutlich unter den zulässigen Höchstwerten.“ Dennoch verlangt die AK mehr Sicherheit für die KonsumentInnen.

Folpet, Boscalid, Iprovalicarb, Azoxystrobin – das sind einige Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Pilze oder Insekten, die für den Weinbau zulässig sind. Die AK hat 13 Proben von Traubensaft und Traubenmost getestet. Bei zehn der 13 (77 Prozent) untersuchten Produkte konnten Pestizide nachgewiesen werden. Die Schädlingsbekämpfungsmittel überschritten, aber nicht den zulässigen Grenzwert. Insgesamt wurden sechs verschiedene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Dabei enthielten drei Produkte drei Pestizide gleichzeitig. Bei den restlichen drei Produkten (einmal Traubenmost, zweimal Traubensaft) wurden keine Pestizide gefunden.

Zum Vergleicht testete die AK auch acht Orangen- und Apfelsäfte aus drei Supermärkten. Bei den vier Orangensäften wurden keine Pestizide nachgewiesen. Bei drei von vier Apfelsäften konnten zwei Pestizide – ebenfalls deutlich unter dem Grenzwert – nachgewiesen werden.

„Die Ergebnisse sind einigermaßen zufriedenstellend“, resümiert Schöffl. Ein Kind mit einem Körpergewicht von zehn Kilogramm würde erst ein Gesundheitsrisiko haben, wenn es täglich mehr als drei Liter Traubensaft trinkt. Dennoch sollten die Konsumenten Sicherheit haben – optimal wären keine Schadstoffe in den Säften.

Die AK verlangt generell wirksame Kontrollen auf Pestizide. Außerdem müssen die Ergebnisse aller amtlichen Tests sowie bei Nachkontrollen die Wiederholungssünder veröffentlicht werden.

ÖKO-TEST Gewürze

Pflanzenschutzmittel aus aller Welt

Im Gewürzregal kommt die ganze Welt zusammen – leider nicht nur in puncto Geschmack, sondern auch in Sachen Pflanzenschutzmittel: Bis zu 15 Pestizide stecken in einem Produkt. Darauf macht das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aufmerksam, das verschiedene Paprika-, Oregano- und Curry-Marken ins Labor geschickt hat.

In Gewürzen stecken deshalb so viele unterschiedliche Pestizide, weil die Grundzutaten von zig verschiedenen Feldern der ganzen Welt stammen können und teils stark vermischt werden. Ein Gläschen, auf dem schlicht „Paprika rosenscharf“ steht, kann sich beispielsweise aus einer brasilianischen Sorte für den Grundgeschmack, einer Spur Chili aus Indien für die Schärfe und einer Portion fruchtigem Paprika aus Ägypten zusammensetzen. Außerdem werden oft schon die Grundzutaten in den Herkunftsländern gemischt.

Die Mengen der jeweiligen Pestizide liegen zwar unter den gesetzlichen Grenzwerten, doch wie gefährlich diese Mehrfachrückstände, also die Kombination mehrerer Pestizide, für die Gesundheit sind, weiß keiner. Die Gefahr ist nicht abschätzbar.

ÖKO-TEST rät Verbrauchern, Bio-Gewürze einzukaufen. Der Test zeigt, dass man mit diesen Produkten tendenziell auf der sicheren Seite ist. Ein Markenname wie Fuchs, Ostmann oder Wagner ist dagegen keine Garantie dafür, dass man eine pestizidfreie Ware erhält.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2011 gibt es seit dem 30. September 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Blumensträuße

Blumensträuße zum Muttertag sind zwar ein blühendes, oft aber auch ein schmutziges Geschäft. Wie verseucht die Blumensträuße sind, zeigt jetzt die neueste Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST: Insgesamt haben die Labors 56 verschiedene Spritzgifte in den Blumen gefunden – bis zu 20 pro Strauß. Bedenklich ist dabei nicht allein die Anzahl, sondern die Art der Substanzen: Elf davon sind in der EU nicht mehr erlaubt, 14 Substanzen sind der amerikanischen Umweltbehörde EPA zufolge „wahrscheinlich oder möglicherweise krebserregend“, vier sind laut Weltgesundheitsorganisation „hoch gefährlich“.

Die Pestizide sind nicht nur für Arbeiterinnen auf den Farmen der Erzeugerländer gefährlich, wo viele krank werden oder sogar an Pestizidvergiftungen sterben. Die Spritzgifte gasen auch in Blumenläden und im heimischen Wohnzimmer aus. Verbraucher müssen dennoch nicht überrascht sein, wenn diese Blumen im deutschen Handel angeboten werden. Denn die Giftspritzerei ist vollkommen legal, weil es keine gesetzlichen Grenzwerte für Blumen gibt.

Selbst einige Labels wie Fair Flowers Fair Plants (FFP) helfen bei der Auswahl eines Straußes wenig. Denn sie entpuppen sich als Papiertiger, weil sie viele der gefährlichen Pestizide erlauben. Daher ist es kein Wunder, wenn fast alle Blumensträuße durch den ÖKO-TEST gefallen sind. Nur zwei der 22 Sträuße bewertet das Frankfurter Verbrauchermagazin mit „gut“ und zwei mit „befriedigend“.

ÖKO-TEST rät: Wer Rosen zum Muttertag verschenken möchte, sollte auf das Fairtrade-Label achten, das drei der vier besten Sträuße im Test tragen. Eine gute Idee ist es aber auch, Blumen aus dem heimischen Freilandanbau zu verschenken. Derzeit haben etwa Akelei, Hyazinthen, kleinblumigen Nelken, Kornblumen und Pfingstrosen Saison.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2011 gibt es seit dem 29. April 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.