Hendrik Pieper

Das Restaurant „La Maison de l´entrecôte“ hat einen neuen Küchenchef – Hendrik Pieper. Als Executive Chef leitet er nicht nur die beiden Restaurants „La Maison de l´entrecôte“ am Ku´damm sowie am Alexanderplatz in Berlin, sondern verantwortet die gesamten Küchenoperations der vier Berliner Azure Hotels.

Hendrik Pieper absolvierte seine Berufsausbildung zum Koch im Astron Hotel in Dessau und entwickelte bereits hier die Leidenschaft zur gehobenen Kulinarik. Nach seiner Ausbildung folgten berufliche Top Stationen wie die im Shiro i Shiro in Berlin als Sous Chef und im Restaurantschiff PATIO Berlin als Küchenchef. Im Royal Meridian in Hamburg lernte er die französische Küche kennen und lieben sowie das Kochen à la Carte auf hohem Niveau. Seither weiß er die Teamarbeit mit professionellen Köchen sehr zu schätzen. 2013 kehrte er nach Berlin zurück und war bis zuletzt Sous Chef im InterContinental Berlin. Hier trug er die kulinarische Verantwortung über das Hotel Restaurant, die Bar, Lounge und Roomservice.

Bereits als Kind erfuhr er, wie wichtig es ist, sich natürlich und gesund zu ernähren. Seine Großeltern hatten einen Bauernhof mit einem großen Garten und eigenen Tieren, die dort auch geschlachtet wurden. Er zupfte Löwenzahn, lernte wie man mit simplen Dingen kocht und half bei allen anfallenden Aktivitäten mit. Regelmäßig begleitete er seinen Vater, einen passionierten Angler, nach Norwegen und lernte den Fischfang von der Pike auf, filetierte Fische, vakuumisierte sie und nahm sie in Kisten mit nach Deutschland.

Hendrik Pieper hat ein großes soziales Engagement: Er setzt sich seit vielen Jahren sehr für ein Hilfsprojekt für schwerhörige Menschen „Hören helfen“ in Nepal ein. Mindestens einmal im Jahr fliegt er hin und hilft aktiv vor Ort mit. Er versucht Spendengelder zu sammeln, spielt mit den Kindern Fußball und macht selbst Hörtests.

Hendrik Pieper möchte auch im „La Maison de l’entrecôte“ viel bewegen und seine Erfahrungen einbringen. Er fühlt sich in der Gruppe der Azure Hotels sehr wohl und hält bereits jetzt schon viel auf sein versiertes und motiviertes Team. Sein Schwerpunkt ist eine ehrliche, direkte Küche mit regionalen und hochwertigen Produkten und guten Lieferanten. Die Qualität aller verwendeten Produkte wird immer wieder geprüft und auf den besten Stand gebracht.

Im „La Maison de L´entrecôte“ können die Gäste internationale Speisen und eine Selektion europäischer Weine in Verbindung mit authentischem Ambiente und entspannter Atmosphäre genießen. Freunde des Entrecôtes schätzen die Vielfalt der Fleischsorten – das Angebot erstreckt sich vom traditionellen US-Beef über die deutsche und spanische Zucht.

www.maisonentrecote.de

Steffen Sinzinger

Brasserie Le Faubourg präsentiert neuen Chef de cuisine:
Steffen Sinzinger übernimmt die Führung

Mit Steffen Sinzinger (31) startet im August ein bekanntes Talent in der Brasserie Le Faubourg im Hôtel Concorde Berlin. Der gebürtige Thüringer verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen in
der Berliner Spitzengastronomie, unter anderem als Sous Chef in Restaurant First Floor sowie als Sous Chef im Restaurant Shiro i Shiro in Berlin. Zuletzt war er im Hotel Intercontinental aktiv. Ebenso war im Restaurant “San Nicci” (13 Pkt. Gault Millau)und
Restaurant “Grand M” im Hotel Maritim Berlin, wo er dem Gourmet Report angenehm auffiel. Normalerweise ist ja die Küche in Maritim Hotels eher mehr als bescheiden, in Frankfurt grenzen die Buffets zu Messezeiten gar an Wucher und Körperverletzung.

Hoteldirektor Carsten Colmorgen und Küchendirektor Guido Kruse freuen sich ganz besonders über diesen Zuwachs, mit dem das französische Luxushotel seine Position in der Restaurant-Szene
am Kurfürstendamm weiter ausbaut. „Wir haben mit Steffen Sinzinger nun einen kreativen und zielstrebigen Chef de cuisine gewinnen können, der nicht nur ambitionierte Visionen für die
Brasserie Le Faubourg mitbringt, sondern vor allem auch Erfahrung mit deren professioneller Umsetzung“, so Küchendirektor Guido Kruse.
„Ich konzentriere mich auf eine geradlinige Küche, die mit regionalen Produkten und einer Portion französischer Lässigkeit in Perfektion begeistert“, beschreibt Steffen Sinzinger seine Ziele.

Steffen Sinzinger folgt als Chef de cusine auf Felix Petrucco, der das Hotel Concorde Berlin nach knapp zwei Monaten verlassen hat und nach Düsseldorf gehen wird. Petrucco arbeitete viele Jahre erfolgreich im Berliner Grand Hyatt als Küchenchef.

Quelle: eigene Recherche und www.facebook.com/restaurantsberlin

www.steffensinzinger.de/

Felix Petrucco

Interview

  1. Was charakterisiert in Ihren Augen einen Genießer?
    Jemand der sich Zeit für gutes Essen nimmt. Er sollte die Produkte und das Handwerk dahinter zu schätzen wissen.
  2. Mit wem würden Sie gern mal ein Menü kochen?
    Mit meiner Oma – da sie mich früher als kleines Kind immer bekocht hat
  3. Mit wem würden Sie am liebsten mal Essen gehen und wo?
    Mit meiner Freundin nach Chicago in das Restaurant „Alinea“ zu Grant Achatz
  4. Welches ist ihr Lieblingsfisch und wie zubereitet?
    Steinbutt vom Grill – mit frischen Kräutern und Olivenöl
  5. Ihr Hauptcharakterzug?
    Ruhe und Gelassenheit
  6. Ihr Motto?
    „Fallen ist keine Schande, aber liegenbleiben!“
  7. Ihr Lieblingsgericht?
    Blutwurst mit Apfel und Kartoffelpüree
  8. Was essen Sie überhaupt nicht?
    Lachs und Bananen
  9. Was wollten sie als Kind partout nicht Essen?
    Fisch und Obstsalat
  10. Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?
    Grießbrei und Milchreis von der Oma gekocht
  11. Welche Berliner Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?
    Udo Walz
  12. Welche Berliner Spezialität mögen Sie am liebsten?
    Currywurst von Curry 36 und Berliner Pilsener
  13. Ihr Lieblingsrestaurant in Berlin?
    Le Cochon Bourgeois in Kreuzberg
  14. Ihr Lieblingsrestaurant außerhalb von Berlin?
    Suma in London
  15. Welchen Küchenchef ( lebend ) bewundern Sie am meisten?
    Josef Eder
  16. Der ideale Chef muss wie sein?
    Respektperson – sich mit den Mitarbeitern befassen, aber trotzdem eine gewisse Distanz haben.
  17. Der ideale Sous Chef muss folgende Eigenschaften haben?
    Loyal, perfektionistisch, er muss 110% hinter dem Küchenchef stehen und sehr vertrauenswürdig sein. Er muss das Team motivieren und zusammen halten.
  18. Welche Fehler in der Küche entschuldigen Sie am ehesten?
    Fehler können im Stress vorkommen – aber immer in Maßen
  19. Ihr größter Fehler?
    Ungeduld – manchmal sage ich Sachen ohne nachzudenken
  20. Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Köchinnen am meisten?
    Sie sind sehr taff und ehrgeizig und stehen den Jungs in nichts nach
  21. Ihr Lieblingsurlaubsland oder Region?
    War ich noch nicht gewesen…
  22. Welches Land würden Sie gern mal 4 Wochen bereisen und die jeweiligen Spezialitäten, die Küche und die Leute kennen lernen?
    Asien – Japan, Thailand, Vietnam
  23. Ihr Lieblingsgetränk?
    Becks
  24. Ihr Lieblingswein?
    Weine von Markus Schneider
  25. Champagner genieße ich am liebsten ( wo und wann )?
    Ich trinke eigentlich Champagner nur zu besonderen Anlässen
  26. Ihre heimliche Leidenschaft?
    Fußball – aktiv spielen und als Fan von Borussia Dortmund
  27. Ihre Lieblingsbeschäftigung?
    Essen gehen
  28. Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
    Ich lese keine Bücher – eher Magazine und Fachzeitschriften
  29. Wie viele Kochbücher haben Sie?
    Ca. 50
  30. Welches ist Ihr Lieblingsfilm?
    Inception mit Leonardo di Caprio
  31. Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten?
    Das sie Verständnis für meine wenige Zeit haben und dafür, dass ich mich zu selten bei ihnen melde.
  32. Nachhaltigkeit in der Küche bedeutet für mich?
    Qualität muss stimmen – regionale Lieferanten immer zuerst
  33. Was war Ihre schlimmste Küchenpanne?
    Als Azubi im 1. Lehrjahr Habe ich einen Küchenwagen aus einer Ecke gezogen und bin angeeckt. Alles ist runtergefallen – auch 30 Liter Suppe für eine Veranstaltung die wenig später losgegangen ist…
  34. Mit wem würden Sie gern mal eine Nacht in der Küche verbringen?
    Mit den Personen die mein Leben geprägt haben – Spaß haben, Bier trinken und quatschen

 

„Fallen ist keine Schande, aber liegenbleiben!“
Felix Petrucco
Vox Restaurant
Grand Hyatt Berlin
Marlene-Dietrich-Platz 2
10785 Berlin

http://www.vox-restaurant.de/
http://www.kulinarisches-interview.de/main/reservieren/106/index.html

Name:
Petrucco
Vorname:
Felix
Geburtstag:
23.02.1982
Geburtsort:
Potsdam
Wohnort:
Berlin

Stationen

Grand Hyatt Berlin
Grand Hyatt Dubai
Grand Hyatt Berlin
Bayrisches Haus, Potsdam
Restaurant Shiro i Shiro, Berlin
Grand Hyatt Berlin

Jens Darsow / kulinarisches Interviews http://www.kulinarisches-interview.de/Felix

Auch die Gourmet Report Redaktion kann das Hyatt in Berlin – wie auch das in Ekaterinburg mit dem ehemaligen Berliner Hyatt Koch Alex Moser, nur empfehlen. Besonders zur Mittagszeit sind die Lunch-Angebote absolute Preis-Leistungsschlager!

Letzter Abend im Shiro i Shiro

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…

…zum 31.05.2009…

sagt das

shiro i shiro

goodbye und sayonara

Was bleibt ist die Erinnerung

von 19:00 Uhr bis 0:00 Uhr

Essen und Drinks für 30 Euro

ab 22:00 Uhr können Sie Ihre Lieblingstücke aus der Designereinrichtung ersteigern!

Perlmutt-Tische
Bilder
Stühle
Kronleuchter und Lampen
Leuchtbuchstaben

Die Bezahlung der ersteigerten Gegenstände erfolgt direkt, Bar oder mit Karte! Abholung am 02. Juni 2009 oder per Kurier (zahlt Empfänger)!

shiro i shiro
rosa-luxemburgstrasse 11
10178 berlin
030 / 9700 46 46 – office/reservation
030 / 9700 47 95 – fax
www.shiroishiro.com

Restaurant Vitrum im Hotel Ritz-Carlton Berlin schliesst

Das Restaurant Vitrum im Hotel Ritz-Carlton Berlin wird zu Ende Juni geschlossen berichtet heute Niko Rechenberg in www.nikos-weinwelten.de:

„Die Krise hat in Berlin den Gourmet-Sektor erreicht: Wie mir der neue Ritz-Carlton Generalmanager Robert Petrovic gerade bestätigte, wird das Restaurant Vitrum zu Ende Juni 2009 geschlossen. Für die Räumlichkeiten wird derzeit ein neues Konzept gesucht.

Niko meint: Sehr schade, aber auch ein sehr vernünftiger und konsequenter Schritt. Das Sterne-Restaurant zählte nach dem Abgang von Überflieger Thomas Kellermann nicht mehr zur absoluten Gourmet-Spitze in Berlin. Das Management versucht, die Vitrum-Mannschaft, u.a. Chef Hendrik Otto und Maitre Oliver Kraft, in anderen Ritz-Carlton Häusern unterzubringen. „

Siehe auch unseren Artikel zum Ende des Shiro i Shiro:
http://www.gourmet-report.de/artikel/27484/Shiro-i-Shiro-schliesst/

Shiro i Shiro schliesst

Das weiße Schloss schließt seine Pforten

Nach vier Jahren Spitzengastronomie in Berlin-Mitte schließt das Restaurant
shiro i shiro zum 31. Mai 2009.
Gourmetkoch Eduard Dimant katapultierte einst das shiro i shiro an die Spitze der Gastronomieszene der Hauptstadt. Anschließend führte The Duc Ngo mit seinem Partner Quang Hyu Ngu seine
Gäste in die Geheimnisse der Contemporary Japanese Cuisine und der experimentellen Crossover-
Küche ein. An Mut, Durchsetzungsvermögen und Innovationskraft hat es The Duc Ngo, umtriebiger
Geschäftsführer des shiro i shiro und der Kuchi Restaurants, offensichtlich nie gemangelt. Doch
angesichts rückgängiger Gästezahlen in Folge der Wirtschaftskrise und einer Mieterhöhung um ein
Vielfaches sieht The Duc Ngo keine andere Möglichkeit, als den weißen Schlemmertempel zu
schließen.

„Mein Team und ich haben über Jahre mit viel Blut, Schweiß und Tränen etwas wirklich Einmaliges
aufgebaut“, so The Duc Ngo gegenüber Gourmet Report. „Doch die Margen in der Spitzengastronomie sind niedrig und trotz
langwieriger Verhandlungen mit dem Eigentümer konnten wir uns nicht auf eine tragbare
Mieterhöhung einigen. Wenn man bedenkt, dass das shiro i shiro nicht unwesentlich zur Aufwertung
des Viertels beigetragen hat, ist das schon eine bittere Ironie“. Das shiro i shiro teilt damit das
Schicksal vieler etablierter Gastronomiebetriebe, die wegen überzogener Mieterwartungen Berlins
Mitte den Rücken zukehren.

Das shiro i shiro ist nicht nur aufgrund seiner innovativen Küche, seines neo-barocken Charmes und
der Aufgeschlossenheit seines Personals ein Magnet für die nationale und internationale Prominenz,
darunter Jürgen Vogel, Til Schweiger, Mick Jagger, Sharon Stone und Michael Jordan. Das
Spitzenrestaurant diente auch als Location für einige der aufregendsten Events der letzten Jahre, wie
die Party zur Präsentation der neuen Kollektion der Designer Viktor und Rolf oder der legendäre
Auftritt von DJ A.M. Diese werden noch lange in Erinnerung bleiben. Entsprechend wird die
Schließung eine schmerzhafte Lücke in Berlins Szene hinterlassen.

„Es war eine sehr intensive und aufregende Zeit im shiro i shiro und ich möchte allen vom Herzen
danken, die uns über die letzten vier Jahre die Treue gehalten haben“, so The Duc Ngo zum Gourmet Report. „Das positive
Feedback unserer Gäste war stets unser Antrieb und wird es auch in Zukunft sein“.

Wer im shiro i shiro noch einmal so richtig schlemmen mag, sollte dies bis zum 31. Mai 2009 tun.

Das Shiro i Shiro liegt auf Platz 753 der besten deutschen Restaurants, HAIKU Liste: http://www.haiku-liste.de/beste-restaurants/1064/shiro-i-shiro.html

Restaurant Shiro i Shiro – Berlin

DAS STREBEN NACH PERFEKTION

Im Zen-Buddhismus japanischer Ausprägung bezeichnet Samu das vollkommene Aufgehen in einem konzentrierten Streben nach Perfektion, selbst in einfachsten Tätigkeiten. Danach führt handwerkliche Vollendung zu einem Zustand absoluter geistiger Harmonie. Dies ist die Philosophie hinter dem Shiro i Shiro (japanisch für weißes Schloss) in Berlin-Mitte – nicht weniger als Perfektion in der Zubereitung der Speisen, dem Service und dem Ambiente. Dabei verfolgt The Duc Ngo, der Macher hinter dem Shiro i Shiro, eine sehr unkonventionelle Vision gastronomischer Vollkommenheit: Die Verbindung von Spitzengastronomie nach höchsten japanischen Grundprinzipien mit dem rebellischen Geist des Rock’n Roll.

The Duc Ngo etablierte mit den Kuchi Restaurants in Mitte und in Charlottenburg zwei kulinarische und gesellschaftliche Hotspots in Berlin und trug wesentlich dazu bei, Sushi hierzulande gesellschaftsfähig zu machen. Im Anschluss führte er mit dem Shiro i Shiro die avantgardistische Gourmetküche in die Hauptstadt. Nun hat er eine erfrischend neue Vision kreiert, die sowohl seine persönliche Entwicklung als auch seine Leidenschaft für die japanische Kultur widerspiegelt: Ein japanisches Restaurant der absoluten Extraklasse aufzubauen, ohne sich den gängigen Konventionen der Spitzengastronomie beugen zu wollen.

Nach der Philosophie von The Duc Ngo bildet die japanische Kultur nun den theoretischen Überbau in der Küche: Danach bedeutet Perfektion nichts Geringeres, als durch meisterhafte Verarbeitung das Beste aus erstklassigen Zutaten heraus zu holen. Dies führte zur Entwicklung neuer, nur scheinbar paradoxer, lukullischer Kreationen. Asiatische Gerichte mit modernen Akzenten werden mit europäischen und südamerikanischen Crossover-Elementen verbunden, wie etwa beim Red Tuna Tataki, einer Komposition aus Thunfisch, Gänseleber und Kräuterrisotto. Auch bietet das Shiro i Shiro außergewöhnliche Spezialitäten an, wie beispielsweise Miso Cod, in süßer Miso-Marinade eingelegten
schwarzen Kabeljau. Eines der Grundprinzipien, das bei der Zubereitung der Speisen stets berücksichtigt wird, ist der Grundsatz von Yin und Yang, sprich das Wechselspiel und das Zusammenwirken von gegensätzlichen Zutaten. „Im Unterschied zur deutschen Küche, in der ein Schweinebraten mit einer deftigen Sauce serviert wird, sind Ausgleich und Gleichgewicht in Japan von überragender Bedeutung“, philosophiert The Duc Ngo.

Der rebellische Geist des Shiro i Shiro offenbart sich darin, dass es nicht nur als klassisches Restaurant dient, sondern auch als Location für außergewöhnliche Events. Ein Highlight des letzten Jahres war der Auftritt des legendäre DJ A.M. aus Los Angeles, der zuletzt mit einer überragenden Performance bei den MTV Music Awards 2008 in den USA auffiel, bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Nike und LiveDemo:
Wenn es Rock’n Roll ist, wenn es erstklassig und unkonventionell ist – dann gehört es ins Shiro i Shiro.

Ungewöhnlich für ein Etablissement der Spitzengastronomie ist auch die lange Tafel, die zur offenen Kommunikation ermuntert. Hier genießen es Politiker, Künstler und Prominente wie Jude Law, Mick Jagger, Michael Jordan oder Doris Dörrie Seite an Seite mit dem „einfachen Volk“ zu schlemmen. Diese Offenheit ist Teil des Shiro-Konzepts. “Eine perfekte Mahlzeit beruht in gleichen Teilen auf hervorragendes Essen und anregende Gesellschaft. Wenn die unterschiedlichsten Szenen aufeinander treffen und ins Gespräch kommen – dann habe ich mein Ziel erreicht“, erklärt The Duc Ngo.

Um seine ganz persönliche Vision von Perfektion umzusetzen hat The Duc Ngo ein Team um sich geschart, welches seine Ideale teilt, darunter den japanischen Sushi-Meister Masao Watari. Auch bei der Auswahl des Servicepersonals hat der Macher sein Konzept stringent verfolgt: „Unsere Servicekräfte sind echte Charaktere und genauso individuell wie unsere Gäste. Diese Authentizität der Begegnung wissen unsere Gäste zu schätzen“, so Duc. Wichtig ist ihm nur, dass das Personal seine Aufgabe darin versteht, den Anwesenden einen perfekten Abend zu bescheren. Feingefühl, Kompetenz und das Eingehen auf individuelle Wünsche sind oberstes Gebot des Hauses – und doch begegnen sich Gäste und Service auf Augenhöhe.

„Im japanischen Sprachgebrauch isst man sich glücklich und zufrieden – nicht satt. Japanische Küche ist in gleichen Maßen mit erstklassiger Qualität und Geselligkeit verbunden“, erläutert The Duc Ngo. „Bei mir kommt die Vitalität und die Leidenschaft des Rock’n Roll hinzu.“

Ein zwölffaches Glitzern und Funkeln: Berlins Köche im Sternenhimmel

Erstmals zwei Michelin-Sterne für Fischers
Fritz

Berlins Gourmets und anreisende Gäste
genießen wie im Himmel – genauer genommen
wie im Sternenhimmel. Eindrucksvoll
bestätigt wird dies auch in diesem
Jahr durch die aktuelle Ausgabe des
Michelin Hotel- und Restaurantführers:
Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt
wurde darin mit Christian Lohse vom
Fischers Fritz im The Regent am Gendarmenmarkt
ein Berliner Koch mit zwei
Sternen prämiert, die für „hervorragende
Küche“ vergeben werden.
Damit gehört er
zur absoluten Elite der besten Küchenchefs
Deutschlands, denn bundesweit haben
nicht einmal 25 Restaurants den Rang
von zwei oder drei Sternen erreicht.

Wie der Name ahnen lässt, ist das Fischers
Fritz vor allem auf maritime Spezialitäten
ausgerichtet – folglich sind die aufwändig
und auf höchstem Niveau zubereiteten
Fisch- und Meeresfrüchte das
Erfolgsrezept des Maître de Cuisine.
„Fans purer Fischgenüsse werden sich bei
derlei Paradegerichten zweifellos im siebten
Himmel wähnen“, urteilt etwa der Gault Millau über den gebratenen Steinbutt und
preist Christian Lohses „verblüffend leichte
Terrine von Räucheraal und Gänsestopfleber
mit Pfefferkaramell“ bereits als „veritablen
Klassiker“.
Ein weiteres Highlight
des Hauses ist die silberne Hummerpresse
französischen Fabrikats: Deutschlandweit
einzigartig – und auch weltweit gesehen
mit nur vier Exemplaren eine wahre
Rarität – verwandelt diese die edlen Schalentiere
in einen zarten Hummerschaum
und damit in eine exklusive Köstlichkeit:
den sogar im Michelin-Führer gerühmten
„Homard à la presse“.

Mit den zwei Sternen, die nun über dem
Fischers Fritz leuchten, befindet sich Lohse
in bester Gesellschaft: Insgesamt können
sich die hauptstädtischen Restaurants
gleich mit zwölf der begehrten Sterne
schmücken, zwei mehr als noch im vergangenen
Jahr.

Ebenfalls neu ist die Auszeichnung
für Marco Müller, der im Rutz
am Herd steht – vergangenes Jahr war
ihm bereits der Status eines „Hoffnungsträgers“
zugesprochen worden. Ihren
Stern auch im aktuellen Michelin-Führer
zu verteidigen und die strengen Inspektoren
mit kulinarischen Meisterleistungen
zu begeistern, gelang den Restaurants 44,Facil, First Floor, Hugos sowie Lorenz
Adlon, außerdem Margaux, Quadriga, Vau
und Vitrum.

Hauptstadt der Gourmetküche

Ob Feinschmecker Guide, Schlemmer Atlas
oder Varta-Führer – alle haben mit hoher
Punktzahl, vielen Kochlöffeln oder der
Höchstzahl von fünf Diamanten das große
Maß an Vielfalt, Originalität und Dynamik
der hauptstädtischen Spitzengastronomie
honoriert, und auch die Testesser des
Gault Millau fanden hier gleich mehrfach
„höchste Kreativität und Qualität“ sowie
„bestmögliche Zubereitung“ vor: In der
neuesten Auflage der französischen Feinschmecker-
Bibel erreichten elf Köche die
Spitzenbewertungen von 17 oder 18 von
20 möglichen Punkten, was drei Kochmützen
entspricht. Damit führt Berlin nun
ungeschlagen das deutsche Gourmet-
Ranking an: Zwölf Michelin-Sterne und elfmal
drei Hauben kann sonst keine Metropole
vorweisen.

Die Einstimmigkeit der Kritiker, wenn es
darum geht, die „Besten“ auszuzeichnen,
unterstreicht die Kontinuität und Qualität,
die in den Berliner Restaurantbetrieben
vorherrscht. Dennoch ist das Alt Luxemburg
in Charlottenburg in der dynamischen
Szene eine regelrechte Ausnahme,
begeht Küchenmeister Karl Wannemacher
dort doch bereits sein 25jähriges Jubiläum
– und das auf dem konstant hohen Niveau
von drei Gault Millau-Mützen (17 Punkte).

Grund zum Jubeln hat auch Matthias Buchholz im First Floor des Hotel Palace:
Er ist der dienstälteste unter den Berliner
Sterne-Köchen und erhält die Auszeichnung
des Michelin-Führers für seine klassische
französische Gourmetküche bereits
zum zwölften Mal. Die „besonderen kulinarischen
Genüsse“ und das „edle Ambiente“
lassen auch den Varta-Führer ein
höchst erfreuliches Fazit ziehen: „Die konstant
harmonische und anspruchsvolle Küche zählt unserer Meinung nach zu den
besten der Hauptstadt.“

Mit Gunnar Tietz,
den der Schlemmer Atlas zu Deutschlands
„Sommelier des Jahres 2008“ ernannt hat,
berät zudem ein ausgewiesener Fachmann
bei der Auswahl aus der mehr als
1.000 Positionen umfassenden Weinkarte.

Kontinuierlich hohe Auszeichnungen, wie
etwa auch in diesem Jahr 18 Punkte und
drei Hauben im Gault Millau, wie sie sonst
nur Fischers Fritz und First Floor erkochten,
erreicht zudem Thomas Kammeier
in seinem „Gourmethimmel“ Hugos
in der 14. Etage des Hotel InterContinental.
Aufgrund seiner raffinierten, geschmackssicheren
Kompositionen – wie
etwa Hecht mit Serrano-Schinken und
Wildkräutern („geschmacklich wie kochtechnisch
unübertrefflich“) – sowie des
spektakulären Ausblicks wird das Hugos
auch vom Feinschmecker Guide als „Höhepunkt
der Berliner Gastronomie“ und
deutsches Ambiente-Restaurant Nummer
Eins gepriesen.

Der viel versprechendste Koch Deutschlands:
Michael Kempf im Facil

Dem Sternenhimmel ganz nahe kommen
auch die Gäste des Facil im The Mandala
Hotel: Dies liegt einerseits an der Architektur,
die den Blick aus dem gläsernen,
von Bambus umrankten Atrium direkt in
den Himmel über dem Potsdamer Platz
freigibt, in erster Linie ist es aber der
Kochkunst Michael Kempfs zu verdanken.
Gerade erst hat der Gourmetführer Gault
Millau den jungen Küchenchef ob seiner
„reduzierten, eigenwilligen, unverspielten
Gerichte“ als „Aufsteiger des Jahres“ prämiert,
was noch einmal unterstreicht, dass
die kreative und dynamische Gastro-Szene
an der Spree durchaus das Potential
für weitere Höhenflüge birgt – schließlich
hat auch Christian Lohse 2000 diesen Titel
getragen.
Kempfs zitrus-marinierte Scheiben
von rohen Langustinen, begleitet von
Gelee von Amalfi-Zitronen und Tandoori-
Schmand, bei denen bereits eine Vorliebe
für indische und arabische Gewürze
kenntlich wird, haben die Kritiker ebenso
überzeugt wie der gegrillte Felsenoktopus
auf Artischocken mit Tomaten-Chorizo-
Marmelade.

Während Aufsteiger Kempf auf eine asiatische
Note setzt, stehen bei Kolja Kleeberg
vom Vau eher saisonal geprägte, moderne
Spezialitäten aus der Region auf
dem Programm – „Originalität mit Bodenhaftung“
nennt das der Gault Millau. Kleeberg
ist einer der drei Berliner Küchenchefs,
die ohne den Rückhalt eines renommierten
und finanzstarken Hotels wirtschaften
und dennoch im Bereich der sterneprämierten
Gourmetköche mithalten
können.

Gleiches trifft sonst nur auf den
als stilistisch „wild“ und „wagemutig“ beschriebenen
Neuling Marco Müller (Rutz)
und Michael Hoffmann zu, der seine Kunst
– „reduziert, minimalistisch, ungewöhnlich,
provokant“ – im noblen Margaux am Brandenburger
Tor unter dem Stichwort „Cuisine
Avantgarde Classique“ zelebriert.

Gutes günstig – nämlich eine dreigängige
Mahlzeit ohne Getränke für unter 32 Euro
– bieten die Restaurants, die der Michelin-
Führer mit dem Bib Gourmand-Symbol honoriert.
Drei Adressen in dieser Kategorie
kann Berlin dieses Jahr vorweisen: das
Ottenthal, den Bieberbau und, neu auf der
Liste, Frühsammers Restaurant in der Villa
des Grunewald Tennisclubs GTC.
Doch
auch bei den Sterneträgern geht es
manchmal preiswert zu: So serviert etwa
das Facil einen leichten und viel gelobten
Mittagstisch, bei dem pro Gang ein Standardpreis
von 13 Euro berechnet wird.

Kreative Küche, modernstes Interieur, ein
internationales Publikum, entspanntes
statt formelles Ambiente und dann auch
noch im angesagten City-Bezirk Mitte zu
finden – Restaurants, die sich an diesen
Koordinaten ausrichten, haben in den letzten
Jahren einen regelrechten Boom erlebt.
Kein Wunder also, dass Berlin im
diesjährigen Feinschmecker Hotel & Restaurant
Guide 2008 die Kategorie der Szenelokale
dominiert und gleich drei hauptstädtische
Restaurants unter den Top Ten
rangieren.

Das erst 2006 eröffnete Shiro i
Shiro, japanisch für „weißes Schloss“, fällt
darunter. Mit seinem kosmopolitischen Design
sowie der kontrastreichen Fusionküche
zwischen Japan und Nouvelle Cuisine
ist es besonders bei jungen Trendsettern
beliebt.
Ebenfalls sehr „szenig“ ist
das Borchardt in der Französischen Straße,
einer der Promitreffs schlechthin, dessen Wiener Schnitzel mit lauwarmem
Kartoffelsalat den Ruf als Legende der
Berliner Gastro-Szene mitbegründet hat.
Zwei neu eröffnete Szenelokale: San Nicci
und Grill Royal
Deutschlands Szenerestaurant Nummer
Eins – jedenfalls aus Sicht des Feinschmeckers
– ist allerdings das erst im
April 2007 eröffnete San Nicci im Admiralspalast.
Hier wird in großbürgerlich anmutendem
Ambiente unter hohen Stuckdecken
das Beste aus der italienischen
Küche aufgetischt. Beispielsweise bereitet
Jörg Behrend, der zur FIFA WM 2006TM
noch im Schlosshotel im Grunewald die
deutsche Nationalmannschaft verköstigte,
lauwarme Scheiben vom Schwertfisch in
Gemüsevinaigrette mit frischem Focaccia,
Risotto mit Brunnenkresse und Scampi
sowie eine große Bandbreite an frischer
Pasta.
Nur ein paar Schritte weiter liegt
direkt an der Spree der Grill Royal, ein
geradezu mondäner Szenetreff, der Stars
und Sternchen ebenso anzieht wie
Entscheidungsträger aus Politik oder
Medien. Edle dunkle Hölzer und Granit
prägen den Raum, aus dessen offener
Showküche Gegrilltes in allen Variationen
kommt, zudem zählen die frischen Austern
zu den Spezialitäten.
Ganz in die Nähe,
nämlich ins Erdgeschoss des Adlon-
Palais, und damit ebenfalls nach Mitte,
zieht es Tim Raue, den Sternekoch des
44: Seine experimentelle Küche wird er ab
Frühjahr 2008 im Ma weiterentwickeln,
einem aufwändig designten Restaurantkomplex,
der zudem das weltstädtische
Uma mit Sushi und Sashimi sowie eine
Bar umfassen soll.

Ausschließlich auf den Bewertungen der
Gäste beruhen die Urteile des Marcellino’s
Restaurant Report – was bedeutet, dass
sich unter den Ausgezeichneten nicht nur
die guten und besten, sondern auch die
beliebtesten Locations der Stadt finden.
Mit „ungewöhnlich, raffiniert und besonders
verführerisch dargebotenen Köstlichkeiten“
glänzen darin etwa die Restaurants,
die in der Kategorie „Sexy Food“ die
ersten Plätze einnehmen. Neben dem
Shiro i Shiro haben hier die mediterrane
bis asiatische Küche des Zoe, das schicke
Oktogon mit europäisch-asiatischem Fusion-
Food sowie das Pata Negra besonders
gut abgeschnitten. Letzteres bekam
von den Gästen dank der avantgardistischen
spanischen Tapas und Menüs,
die bis zu 16 Gänge umfassen können,
das viel versprechende Label „Spanier
des 21. Jahrhunderts“ verliehen – was
unter anderem bedeutet, dass der Fisch
auch einmal mit Popcornmehl gepudert
wird oder „Tomatenkerne mit Eichelluft“
serviert werden.
Ähnlich im Trend wie
experimentelles „Sexy Food“ ist in Berlin
übrigens das Thema Dinner-Clubs: So gilt
der Bangaluu Club, wo auch schon
Hollywoodstars dinierend und feiernd
gesichtet wurden, als „weißer Traum“ mit
„genialem Essen“, und das Spindler &
Klatt, Lounge-Restaurant, Spree-Terrasse
und Club in einem, punktet mit einer
wirklich spektakulären Location direkt am
Wasser. Wen es eher nach oben zieht,
dem empfiehlt der Marcellino’s das Solar
am Anhalter Bahnhof: Club, Bar und
Restaurant mit gläsernem Außenfahrstuhl,
bestens geeignet zum Feiern mit Blick auf
den Sternenhimmel über Berlin.

Restaurants:
Alt Luxemburg, Windscheidstr. 31, www.altluxemburg.de
Bangaluu Club, Invalidenstr. 30, www.bangaluu.com
Bieberbau, Durlacher Str. 15, www.bieberbau-berlin.de
Borchardt, Französische Str. 47, Tel. ++49 / (0)30 / 81 88 62 62
Die Quadriga im Hotel Brandenburger Hof, Eislebener Str. 14, www.brandenburgerhof.com
Facil im The Mandala Hotel, Potsdamer Str. 3, www.facil.de
First Floor im Hotel Palace Berlin, BudapesterStr. 45, www.firstfloor.palace.de
Fischers Fritz im The Regent Berlin, Charlottenstr. 49, www.fischersfritzberlin.com
Frühsammers Restaurant, Flinsberger Platz 8,
www.fruehsammers-restaurant.de
Grill Royal, Friedrichstr. 105 b,
www.grillroyal.com
Hugos im Hotel InterContinental, Budapester
Str. 2, www.hugos-restaurant.de
Lorenz Adlon im Hotel Adlon Kempinski Berlin,
Unter den Linden 77, www.hotel-adlon.de
Margaux, Unter den Linden 78, www.margaux-berlin.de
Ottenthal, Kantstr. 153, www.ottenthal.de
Oktogon, Leipziger Platz 10, www.oktogon-berlin.de
Pata Negra, Rosenstr. 18-19, www.pata-negra-berlin.de
Rutz, Chauseestr. 8, www.rutz-weinbar.de
San Nicci, Friedrichstr. 101, www.san-nicci.de
Shiro i Shiro, Rosa-Luxemburg-Str. 11,
www.shiroishiro.com
Spindler & Klatt, Köpenicker Str. 16-17,
www.spindlerklatt.de
Solar, Stresemannstr. 76, www.solarberlin.com
Vau, Jägerstr. 54-55, www.vau-berlin.de
44 im Swissôtel, Augsburger Str. 44, ++49 /
(0)30 / 220 10 22 88
Vitrum im Hotel The Ritz-Carlton, Potsdamer
Platz 3, www.restaurant-vitrum.de
Zoe, Rochstr. 1, www.restaurant-zoe.de

Shiro I Shiro, Berlin

Passt perfekt zur werdenden Metropole – das ist die Reaktion aller Gäste, die das „Shiro I Shiro" zum ersten Mal besuchen. Das große Restaurant mit der offenen Küche wirkt verblüffend weltläufig, auch wenn die schräge Einrichtung auf den ersten Blick manches Rätsel aufgibt. Es handelt sich um eine Art asiatischen Neobarock mit weißem Lack, königsblauen Sofas und bunter Kimonoseide in Bilderrahmen, unterstrichen durch geblümte Tischdecken in unzähligen Mustern – Design von morgen mit der Küche von heute. Eduard Dimant, einer der aufstrebenden Jungstars der Berliner Gourmetküche, kocht eine ganz persönliche Mischung mit viel spanischen und asiatischen Anklängen – ein idealer Ausklang unserer Serie mit den Menüs der besten Berliner Köche.

Dieses Menü hat Eduard Dimant im Juli für die Tagesspiegel – Leser vorbereitet:

Hier gibt es die Infos:

www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben;art125,2331691

Shiro I Shiro, Rosa-Luxemburg-Str. 11, Mitte, Telefonnummer 030 / 97 00 47 90, täglich ab 18.30 Uhr geöffnet, Informationen gibt es im Internet unter der Adresse: www.shiroishiro.com

Berlins Gastronomie im Höhenflug

Kreativ, dynamisch, angesagt: Restaurants
auf Kurs in Richtung Sternenhimmel

Deutschlands „Koch des Jahres“ Tim
Raue steht in der Hauptstadt am Herd, genauer:
im Restaurant 44 im Swissôtel. Das
ist – aus Berliner Sicht – eine der hoch erfreulichen
Gastronomie-Nachrichten des
Spätherbstes 2006. Der aktuelle Gault
Millau Deutschland 2007, der die Auszeichnung
verleiht, bescheinigt Raue eine
„enorm weltläufige Küche, die Modebewusstsein
und Handwerk auf faszinierende
Weise verbindet“. Seine Kreationen
seien „Gesamtkunstwerke“, so das Urteil
weiter, er tische „in der Hauptstadt die
Weltstadt“ auf, und zwar „in höchster Geschmacksintensität“.
Mit seiner modernen
Küche, die immer wieder durch kontrastierende
Elemente überrascht, hat der
„(r)evolutionäre Raue“ auch die Kritiker
des Michelin-Führers überzeugt, die den
Spitzenkoch nun erstmals mit einem ihrer
begehrten Sterne auszeichneten.
Doch das ist nicht die einzige freudige
Nachricht, und Tim Raue bei weitem nicht
der einzige Berliner Küchenchef, der die
Gourmets zu Höchstnoten herausfordert.
Der Guide Michelin lässt in diesem Jahr
sogar einen wahren Sterneregen auf die
Hauptstadt niedergehen: Insgesamt 10
Restaurants wurden mit jeweils einem
Stern ausgezeichnet, wieder eines mehr
als 2005. Neben dem Restaurant 44 ist
auch das Vitrum neu in die Spitzengruppe
aufgestiegen. Facil, First Floor, Fischers
Fritz und Hugos sowie Lorenz Adlon, Margaux,
Die Quadriga und Vau konnten ihre
Auszeichnungen aus dem vergangenen
Jahr verteidigen. Dass Marco Müller von
der Weinbar Rutz zudem zum „Hoffnungsträger“
ernannt wurde, der bei konstant
hoher Leistung auf einen Stern hoffen
darf, spricht für das breite Angebot und die
enorme Vielfalt erstklassiger Restaurants,
die Gourmets aus aller Welt an die Spree
locken.

Wenn Marco Müller nun also das (Sterne)-
Potential hat – was hat dann Matthias
Buchholz? Wie schafft er es, für das First Floor im Hotel Palace bereits zum elften
Mal in Folge einen Stern zu erkochen?
Sein Carpaccio vom Pulpo mit Olivenvinaigrette
und weißem Tomatenmousse
begeistert die Testesser des Guide
Michelin, und selbst die sonst wegen ihrer
strengen Urteile gefürchteten Inspektoren
des Gault Millau geraten bei Buchholz’
Kunst und seinem zuverlässig hohen
Niveau ins Schwärmen: „Alles kommt
edel, elegant und vor allem in Berlin unübertroffen
perfekt“.

Ganz folgerichtig leuchten über Buchholz’
Herd neben dem Michelin-Stern auch drei
Kochmützen des Gault Millau. Dessen
Kritiker zählen in Berlin neun Restaurants
zur deutschen Oberliga (drei Kochmützen),
mehr als in jeder anderen
deutschen Stadt. Die drei Mützen bzw. 17
und 18 Punkte (bei einem Idealwert von
20) stehen für „höchste Kreativität und
Qualität“ sowie „bestmögliche Zubereitung“
– kulinarische Meisterleistungen
also, wie sie auch Feinschmecker, Varta-
Führer sowie Schlemmer Atlas honorieren.
In der Tat wird auch in diesen Publikationen
die hauptstädtische Spitzengastronomie
wieder aufs Höchste gelobt
und aufs Wärmste empfohlen, geschätzt
vor allem wegen ihres hohen Maßes an
Kreativität und Dynamik, das als
einzigartig in Deutschland gilt.

Die Einstimmigkeit der Kritiker, wenn es
darum geht, die „Besten“ auszuzeichnen,
spricht auch für die konstante erstklassige
Qualität der Berliner Restaurantbetriebe.
Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist
der von Thomas Kellermann, Küchenchef
des Vitrum im The Ritz-Carlton. Er ist Berlins
zweiter Neuzugang im erlauchten
Kreis der Sterneköche und wird vor allem
für seinen raffinierten Einsatz von Gemüse
und Kräutern gelobt, gerade auch bei Vegetarischem.
Exklusive Fischgerichte und
edelste Meeresfrüchte kennzeichnen hingegen
die moderne französische Küche,
mit der der vielfach prämierte Christian
Lohse im Fischers Fritz im The Regent am
Gendarmenmarkt zu glänzen weiß.

Szene- und Trendgastronomie ganz groß

Wie Kenner der Szene in letzter Zeit festgestellt
haben, geht ein Trend in der Berliner Gastronomie hin zu lockerer Kommunikation,
entspannter Atmosphäre und
Spaß am Essen bei qualitativ gleich bleibend
hohem Standard. Auf diese Entwicklung
scheint die Metropole bestens
vorbereitet, hat die Hauptstadt doch gerade
in diesem Bereich im bundesweiten
Vergleich die Nase vorn. Mit dem Hugos
im Hotel InterContinental sowie dem Facil
im The Mandala sind beispielsweise im
aktuellen Feinschmecker gleich zwei
hauptstädtische Locations unter den ersten
drei Trendrestaurants platziert. Während
es bei Thomas Kammeier im Hugos
– „unprätentiös, aber mit Schick“ – „14
Stockwerke bis zur kulinarischen Glückseligkeit“
sind (Schlemmer Atlas), kommt
der Gast auch im Facil dem Sternenhimmel
gleich im doppelten Sinne näher:
Das verglaste und begrünte Atrium gibt,
direkt am Potsdamer Platz und doch fernab
des urbanen Treibens, den Blick in den
nächtlichen Himmel über Berlin frei. Und
Michael Kempf ist mit seiner leichten, mediterran
inspirierten Küche der jüngste
Sternekoch der Hauptstadt. Nebeneffekt
dieser Trendwende hin zur modernen Spitzenküche
mit entspannt perfektem Service:
So können sich auch Restaurants
behaupten, die ohne den Rückhalt eines
umsatzstarken Hotels wirtschaften müssen
– wie etwa das Vau, wo Kolja Kleeberg
regional gefärbte, moderne Küche
mit traditionellen Wurzeln anbietet.

Ungewöhnliche Ideen: Shiro i Shiro und
Goldrot

Ein weißes Schloss, mitten in Berlin? Was
wie eine Vision anmutet, ist einer der
heißesten kulinarischen Tipps des Jahres:
Das Shiro i Shiro. Der japanische Name
bedeutet übersetzt nichts anderes als
„weißes Schloss“, und entsprechend
strahlt die imposante Gründerzeitarchitektur
des Ende vergangenen Jahres
zwischen Alexanderplatz und Hackeschem
Markt eröffneten Restaurants von
außen wie innen leuchtend hell. „Das moderne
kulinarische Berlin ist nirgendwo so
beispielhaft zu besichtigen wie im Shiro i
Shiro, einem Brückenschlag zwischen Kuriosität
und Modernität, wie er vermutlich
anderswo in Deutschland kaum möglich
wäre“, lobt der Gault Millau – und zeichnet
Küchenchef Eduard Dimant mit einer Kochmütze aus. Seine Dessert-Kreationen
wie Maraschino-Cocktail mit Nougattörtchen
und Fichtennadeleis haben es den
gestrengen Kritikern ganz besonders angetan.
Und nicht nur diesen: Auch im Feinschmecker
hat sich der Newcomer ganz
weit oben platziert, nämlich unter den Top
Ten deutscher Szenerestaurants. Internationales,
großstädtisches Ambiente und
eine Küche, die als japanisch-europäisch
mit mediterranen Akzenten beschrieben
wird, scheinen in Berlins angesagter Mitte
bestens zu funktionieren.

Experimentelles funktioniert aber auch anderswo.
„Der klassische italienische Dreiklang
von Tomate, Basilikum und Mozzarella
wird zerlegt: In einer kalten Mozzarella-
Suppe schwimmen flüssig gefüllte
Kissen von Basilikumgelee und aus transparenten
Mangoscheiben gefaltete Ravioli
mit süßer Tomatenmarmelade“: Cristiano
Rienzners spielerische, avantgardistische
Küche und die mit „Emotionen“ überschriebene
Speisekarte machen neugierig.
Dank ungewöhnlicher Raffinessen verschaffen
sie dem Gast ganz besondere
„Gaumenkitzel“: „Auf nahezu allen Tellern
glitscht, glubbert, prickelt und schmilzt es
technisch perfekt.“ Das Goldrot, in dem
der junge Koch, Schüler des legendären
Katalanen Ferran Adrià, am Herd steht,
hat als bester Berliner Newcomer im Gault
Millau gleich 15 Punkte an den Kurfürstendamm
geholt. Und befindet sich
dort in bester Nachbarschaft: Auch das 44
(direkt gegenüber dem Neuen Kranzler
Eck), das Daimlers sowie das Balthazar im
Hotel Louisa’s Place (beide hoch gelobt
sowie etwa im Feinschmecker aufgestiegen
und nun noch besser bewertet als
im letzten Jahr) liegen am beliebten Shopping-
Boulevard.

Newcomer und Publikumslieblinge

Ebenfalls mit 15 Punkten, zudem erstmals
mit dem Prädikat „Bib Gourmand“ des
Guide Michelin, das für sorgfältige Küchenleistung
zu günstigen Preisen steht,
kann sich das E.T.A. Hoffmann in Kreuzberg
schmücken. Zeitgemäße Küche mit
badisch-französischem Einschlag zu erschwinglichen
Preisen wird hier geboten –
die auch gut beim Publikum ankommt, wie
eine weitere Auszeichnung belegt. In Marcellino’s Restaurant Report, dessen Noten
sich nicht auf professionelle Inspektoren,
sondern ausschließlich auf die Bewertungen
von rund 1.000 Gästen stützen,
belegt das Restaurant den zweiten Platz in
der Kategorie „Lieblings-Lokale“. Noch
größere Beliebtheit kann nur eine regelrechte
„Legende“ der Berliner Gastro-Szene
für sich verbuchen: Das Borchardt in
Mitte, auch im Feinschmecker unangefochten
als Deutschlands Szenerestaurant
Nummer eins gelistet, für das neben der
hohen Promi-Dichte vor allem der viel gelobte
Klassiker schlechthin, das Wiener
Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat,
spricht.
Vielfältige Preise der Profis hat er dieses
Jahr bereits eingeheimst – und auch im
Marcellino’s rangiert Tim Raue weit oben
auf Platz eins in der Luxuspreisklasse. Als
„sehr, sehr schön“ und „ein hohes Maß an
Anerkennung“ empfindet Deutschlands
„Koch des Jahres“ die gute Beurteilung
durch seine Gäste. Sicher trägt zur Beliebtheit
auch bei, dass Raues Kreationen
nicht immer teuer sein müssen: Zur
Mittagszeit bietet das 44 einen preiswerten
Lunch an.

Hochdekoriertes Servicepersonal

Doch in Berlin wird nicht nur hervorragend
gekocht, sondern auch gastfreundlicher
Service zum rundum Wohlfühlen geboten,
wie eine ganze Reihe weiterer Auszeichnungen
unterstreicht. Kompetent und
freundlich, mit der perfekten Mischung aus
Aufmerksamkeit und Diskretion, bereitet
etwa Maître Gerhard Retter im charmanten
Ambiente des Lorenz Adlon jedem
Gast ein besonderes Erlebnis, findet der
Schlemmer Atlas, und wählte ihn gleich
zum „Oberkellner des Jahres“. Laut Gault
Millau wiederum kommt neben dem „Koch
des Jahres“ auch der „Barkeeper des
Jahres“ aus Berlin – die Auszeichnung
ging an Nicole Bolze, die in der Pianobar
des Steigenberger Hotel Klassiker und
phantasievolle Eigenkreationen besonders
charmant serviert, wie es in der Begründung
heißt.

Doch Berlin wäre nicht Berlin, wenn es
nicht auch im Bereich Barkultur gleich
mehrere erstklassige Institutionen vorweisen
könnte: Die Vox-Bar im Grand Hyatt,
berühmt für ihre mehr als 230 Sorten
Whisky, kommt im Feinschmecker auf
Platz zwei der bundesweit besten Hotelbars,
und im Schlemmer Atlas wird Andreas
Lanninger aus der Le Bar im Maritim
Hotel Berlin zum „Barkeeper des Jahres“
ernannt. Ebenso ist Harry’s New York Bar
im Grand Hotel Esplanade, wo Lanninger
zuvor zwölf Jahre lang die Drinks
schüttelte und rührte, weiterhin höchst empfehlenswert:
„Weltstadtformat“, schwärmt
der Gault Millau.

Adressen

44 (im Swissôtel), Augsburger Str. 44,
www.berlin.swisotel.com

Borchardt, Französische Str. 47,
Tel. +49/ (0)30/ 81 88 62 62

Die Quadriga (im Hotel Brandenburger
Hof), Eislebener Str. 14,
www.brandenburger-hof.com

E.T.A. Hoffmann (im Hotel Riehmers
Hofgarten), Yorckstr. 83, www.restaurant-e-t-a-hoffmann.de

Facil (im The Mandala), Potsdamer Platz 3,
www.facil.de

First Floor (im Hotel Palace), Budapester
Str. 45, www.firstfloor.palace.de

Fischers Fritz (im The Regent),
Charlottenstr. 49,
www.fischersfritzberlin.com

Goldrot, Kurfürstendamm 64/65,
www.goldrot-berlin.de

Hugos (im Hotel InterContinental),
Budapester Str. 2, www.hugosrestaurant.de

Lorenz Adlon, Unter den Linden 77, www.hotel-adlon.de

Margaux, Unter den Linden 78,
www.margaux-berlin.de

Shiro I Shiro, Rosa-Luxemburg-Str. 11,
www.shiroishiro.com