Marco Müller

Alle Welt redet vom Terroir eines Weinberges und von der Stilistik einer Region und Rebsorte. Wir meinen, dass die Region und die Rebsorte nur Mittel zum Zweck ist. Die Idee jeden Winzers, wie der Wein schmecken soll, ist der springende Punkt. Die eigene geschmackliche Reife und die daraus resultierenden Weine möchten wir Ihnen anhand von 10 Weingütern aufzeigen.
5 VDP und 5 europäische Kollegen.

Weingüter

Weingut Clemens Busch, Clemens Busch, Mosel
Weingut Peter Jakob Kühn, Peter Kühn, Rheingau
Weingut Battenfeld-Spanier, H.O. Spanier, Rheinhessen
Weingut Jürgen Leiner, Sven Leiner, Pfalz
Weingut von Winning, Stephan Attmann, Pfalz

Domaine l’Horizon, Cotes du Roussillon, Frankreich
Terroir al Limit, Priorat, Spanien
Azienda Agricola Foradori, Trentino, Italien
Azienda Agricola Zidarich, Friaul, Italien
Azienda Agricola COS, Sizilien, Italien

Menü

5- Gang- Menü von Sternekoch Marco Müller & seinem Team.
…und für den Durst so nebenher

Privatbrauerei am Rollberg, Berlin-Neukölln
Bad Dürrheimer Mineralwasser
Andraschko Kaffeemanufaktur, X-berg, Berlin
Beginn 18.30 Uhr
Preis pro Person 179,00 €
(inklusive aller angebotenen Speisen und Getränke und der anschließenden Bottle-Party)
Samstag, 01. September 2012 – ab 23:30 Uhr
12. Bottleparty
„Ich bin nüchtern, aber in Behandlung!“

Wann, wenn nicht an diesem Abend! Wo, wenn nicht in der Weinbar Rutz!
Wer, wenn nicht Winzer, Händler und Weinliebhaber!
Billy Wagner und Co. erwarten konditionsstarke Freunde des deutschen Weines.
Eintritt: 1 Flasche GG 0,75 l oder 19,00 Euro pro Person,
inklusive aller angebotenen Weine, Bier & MM Speisen
Reservierung unter info@weinbar-rutz.de

Fachzeitschrift WEINWIRTSCHAFT prämiert die besten Dornfelderweine

Dornfelder ist die in Deutschland meistangebaute Rotweinsorte und erfreut sich bei den Verbrauchern seit Jahren einer immensen Nachfrage. Grund genug für die Fachzeitschrift WEINWIRTSCHAFT aus dem MEININGER VERLAG, die Qualität der Weine auf den Prüfstand zu stellen. Daher hatte die Redaktion Erzeuger aufgerufen, ihre Weine zum Dornfelder Cup einzureichen.

Insgesamt waren 225 Dornfelderweine zum Wettbewerb eingeschickt worden, davon 16 Prozent halbtrocken oder feinherb und 11 Prozent lieblich. „Dornfelder ist mit knapp 10.000 Hektar Rebfläche in Deutschland die Nr. 2 bei den Rotweinsorten. Vor allem in den Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen besitzt die Rebsorte große Bedeutung. Wirtschaftlich stellt sie seit Jahrzehnten die Brot- und Buttersorte bei den Rotweinen dar, die trinkbare, beim Publikum beliebte und kräftige Rotweine liefert. Deshalb haben wir der Rebsorte und ihren Weinen mit dem Dornfelder Cup eine Vergleichsplattform geschaffen, die den Erzeugern und Weinen einen qualitativen Vergleich und Wettbewerb bietet“, erläutert Dr. Hermann Pilz, Chefredakteur der WEINWIRTSCHAFT, die Beweggründe für die Verkostung.

Die Ergebnisse der Blindverkostung, die nach dem 100-Punkte-Schema erfolgte, beweisen dem Dornfelder ein solides Niveau. 139 Weine schnitten mit „gut“ ab, 14 davon mit „sehr gut“. 81 Weine wurden als “zufriedenstellend“ beurteilt. „Die Weine sind unkompliziert und gut zugänglich, qualitativ ist jedoch auch eine klare Grenze nach oben gesetzt. Besonders im Preissegment zwischen vier und zehn Euro findet man oftmals viel massenkompatiblen Wein für faires Geld“, so das Fazit der Redaktion.

Weinmesse: "Wein am Main"

Im verflixten siebten Jahr bleibt bei der „Wein am Main“ (fast) alles beim Alten. Das Konzept der erfolgreichen internationalen Weinmesse, die am 21. und 22. April in der Mainmetropole stattfindet, hat sich bewährt. Der Faktor Neugier ist immer noch mit im Spiel – bei den Ausstellern und bei den Gästen. Immer wieder schafft es Veranstalter Erik Kohler, WMS – Weinevents & Marketing Services GmbH, den Weinfreunden in Rhein-Main ein spannendes Wochenende rund ums Thema Wein zu servieren.

Ein Wiedersehen gibt es am Messe-Samstag mit Weinguru Stuart Pigott, der zum Auftakt der Messe um 14.00 Uhr über den Weinjahrgang 2011 sprechen wird: „Jung, frisch, sexy“ – genauso wie die Wein am Main, die erstmals in ihrer Geschichte den Standort wechseln muss. Vom Bockenheimer Depot zieht sie ins denkmalgeschützte Casinogebäude auf dem Campus Westend und bleibt damit im Herzen Frankfurts.

Mehr als 50 Winzer und Weinfachhändler freuen sich auf die Begegnung mit den Frankfurtern und den Weinnasen aus der Region. Mit vielen hundert verschiedenen Weinen sorgen sie für einen facettenreichen Verkostungs-Parcours.

Ebenfalls mit im (Wein) Boot ist Dr. Rolf Klein. Diesmal hat er sechs ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Weinworkshops zusammen gestellt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis mit enthalten. Am Samstag um 16.00 Uhr geht es um Rote im Exil und um 18.00 Uhr König Riesling. Beim Verkosten der königlichen Rebsorte ist der Fokus auf das Thema Jahrgänge gesetzt.

Mit vier neuen, frischen Themen geht es am Sonntag ab 12.30 Uhr weiter. Unter dem Titel „Die aus der Reihe tanzen“ versammelt Klein Nischenweine, die nicht jeder kennt. Mit heraus ragenden Chardonnays

tritt Klein um 14.15 Uhr den Beweis an, dass „A b C“ oder „anything but Chardonnay“ einfach zu kurz gedacht ist. Ab 15.30 Uhr kommen „Spontis“ oder spontan vergorene Weine ins Glas. „Vom Holz geküsst“ heißt es zum guten Schluss um 17.00 Uhr, denn Barrique ist nicht gleich Barrique.

www.WeinamMain.de

Weitere Informationen:
„Wein am Main“
Weinmesse für Genießer im Casinogebäude auf dem Campus Westend
21. und 22. April
Öffnungszeiten
Samstag, 21. April: 12 – 20 Uhr
Sonntag, 22. April: 12 – 18 Uhr
Ort: Casinogebäude auf dem Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt/Main
Eintrittspreis: Tagesticket EUR 12,00 pro Person, 2-Tages-Ticket EUR 20,-
Seminare im Preis enthalten

Edesheimer WEINEXCHANGE

Wein richtig schmecken, vergleichen, genießen – Fokussorte 2012: Riesling

Die Edesheimer Winzerschaft bietet mit der WEINEXCHANGE echten Weinfreunden den fokussierten Vergleich an und öffnet jedes Jahr zu Frühlingsanfang die Höfe ihrer Mitglieder, um eine spezielle Rebsorte vorzustellen.

Die Einmalige Gelegenheit zum Vergleichen
Im Zentrum der Weinverkostung am 24. und 25. März 2012 steht in diesem Jahr die Rebsorte Riesling. Die Winzer laden Sie herzlichst dazu ein Weingenuss, Weinerfahrung und Geselligkeit miteinander zu verbinden. Schmecken Sie den Unterschied: Großes Holz, kleines Holz, Edelstahl, junge Reben, alte Reben und die Handschrift des Winzers. Darüber hinaus halten einige Winzerbetriebe neben einer Auswahl von Weinen aus ihrem Portfolio auch Rieslinge aus anderen interessanten Regionen für Sie bereit.

Ihr Weg zu uns
Edesheim ist über die Bahnlinie Landau-Neustadt hervorragend zu erreichen. Ab dem Bahnhof Edesheim können Sie die Weingüter problemlos zu Fuß entdecken. Eine Pendelbahn bringt Sie von 14:30-22:00 Uhr (sonntags von 11:00-18:00 Uhr) auch gerne von Hof zu Hof.
Ein Tagesticket inklusive Glas kostet 14 Euro, das Zweitagesticket 25 Euro.

Rebsorte des Jahres

Auf Pfälzer Weinfesten ist er eine feste Größe, doch auch die Liebhaber leichterer Rotweine schätzen ihn: den Portugieser. Die Traditionsrebsorte ist nun von der Pfalzwein-Werbung zur „Rebsorte des Jahres 2012“ erklärt worden und steht damit im Mittelpunkt der nächsten Pfälzer Weinmesse (vom 30. März bis 1. April 2012 in Bad Dürkheim). Trotz Flächenrückgangs wachsen in keinem anderen deutschen Weinbaugebiet so viele Portugieser-Rebstöcke wie in der Pfalz. Knapp 2.000 Hektar, das entspricht etwa 8 % der Pfälzer Rebfläche, sind damit bestockt. Portugieser stellt nach dem Dornfelder die zweitwichtigste pfälzische Rotweinsorte dar, jährlich werden etwa 20 Millionen Liter gefüllt.

Besonders gefragt ist die hellrote Sorte als Weißherbst. Meist wird aus früh gelesenen Portugiesertrauben ein unkomplizierter Sommerwein gekeltert, eher neutral im Bukett mit Anklängen von roten Beerenfrüchten, mit einer milden, aber dennoch erfrischenden Säure und einem geringen Alkohol- und Tanningehalt, kurz: ein süffiger, harmonischer, vollmundiger Wein für viele Gelegenheiten – und bei Weinfesten ein absoluter Renner vor allem beim jüngeren Publikum. Doch lassen sich aus den gewöhnlich frühreifen Trauben auch gehaltvollere Weine herstellen bis hin zu auf der Maische vergorenen und im Barrique ausgebauten Festtagsweinen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine deutliche Ertragsreduzierung im Weinberg. So ist der Portugieser vielfältiger als gemeinhin bekannt, und das zeigt sich auch bei Tisch: Die Sorte, die recht anfällig gegenüber Spätfrösten ist, passt zur Brotzeit, zu Salaten und Vorspeisen, aber auch zu Gegrilltem bis hin zu Wildgerichten.

Vor gut 150 Jahren wurden die ersten Portugieserreben in der Pfalz gepflanzt, für den Bad Dürkheimer Feuerberg ist dies für 1860 belegt. Die Setzlinge verdrängten andere Sorten, darunter Burgunder und Trollinger. Umstritten bleibt, ob der Portugieser tatsächlich aus Portugal stammt. Dort findet man heute jedenfalls keine Portugieser-Reben. Andererseits legen historische Aufzeichnungen, wonach die Sorte 1772 von Oporto ins österreichische Vöslau kam, und die Namen (Portugieser oder das Synonym Oportorebe) eine Herkunft aus Südeuropa nahe.

In der Pfalz spielt der Portugieser jedenfalls seit 150 Jahren eine beachtliche Rolle, erst seit etwa zehn Jahren schwindet die Anbaufläche. Spätburgunder und vor allem der Neuling Dornfelder verdrängen zunehmend die Traditionssorte. Dadurch hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Portugieserfläche in der Pfalz um circa 600 Hektar auf aktuell 1.970 Hektar reduziert. Wer jetzt neugierig auf den Einwanderer aus dem Süden geworden ist, sollte sich den Termin der Pfälzer Wein- und Sektmesse vormerken: Vom 30. März bis 1. April 2012 stehen in der Salierhalle in Bad Dürkheim die ersten 2011er Portugieser und weitere Spitzenweine dieser Rebsorte zum Verkosten bereit.

Syriacos – ein Wein mit mythischen Wurzeln

Alte Reben aus Süditalien zum Osterlamm

 Für diejenigen, die noch konsequent ihre Vorsätze für das neue
Jahr einhalten oder während der Fastenzeit auf Genussvolles verzichten, ist
Ostern gerade in kulinarischer Hinsicht ein willkommenes Fest. Ein Fest, an
dem man sich gerne etwas gönnen möchte. Für den Festtagsbraten gibt es
keine Alternativen: Ob als Keule, Carré oder Kotelett – jetzt ist die Zeit für
Lamm, Zicklein & Co. Der passende Wein dazu heißt in diesem Jahr „Syriacos“
von Terre di Campo Sasso. Die sizilianische Cuvée aus der autochthonen
Rebsorte Nero d’Avola und der internationalen Traube Syrah ist mit ihren
vollfruchtigen und kräftigen Aromen ein idealer Begleiter von
Lammgerichten und bleibt gleichzeitig ein eleganter, leichter
Frühlingsrotwein.

Der Syriacos Vecchio Vigneto ist ein Wein des Gemeinschaftsprojektes Terre di
Campo Sasso und stellt in der Qualitätspyramide des Projektes die Spitze dar.
Die Rebsorte Nero d’Avola, oder auch „Principe Siciliano“ (sizilianischer Prinz)
genannt, stammt wahrscheinlich aus Sizilien, wobei auch verwandtschaftliche
Verbindungen nach Griechenland bekannt sind. Die spätreifende Rebsorte
bringt tiefdunkle Weine mit fruchtigen Aromen hervor, die seit einigen Jahren
sowohl in Cuvées als auch reinsortig ausgebaut immer mehr an Bedeutung
gewinnen.

Die Rebsorte Syrah hingegen stammt ursprünglich aus Frankreich und gehört heute zu
den fünf bedeutendsten Rebsorten der Welt. Dem Syriacos verleiht der Syrah seine
pfeffrige Würze. Das Ergebnis dieser Verbindung ist ein vollfruchtiger und würziger
Rotwein, der durch seine Eleganz idealer Begleiter frühlingshafter Fleischgerichte aus
Lamm, Zicklein und Rind ist. Ob geschmort oder kurzgebraten, mit dem Syriacos
erhalten sie eine genussvolle Unterstützung.
Moderne trifft Tradition: Dieser – in der Weinbranche nicht unbekannte – Slogan wird im
Syriacos lebendig. Die perfekte Symbiose manifestiert sich zum einen im Äußeren, wie in
der Namensgebung, bei der die moderne Rebsorte Syrah auf Syrakus, die wichtigste
antike Handelsstadt Siziliens, trifft. Optisch präsentiert er sich modern, aber erinnert
durch Elemente der antiken Mythologie doch an seine traditionelle Herkunft, an die
Anfänge des sizilianischen Weinbaus, den die Griechen in den Süden Italiens gebracht
haben. So zeigt das Etikett Dionysos, den griechischen Gott des Weines, der Freude und
der Fruchtbarkeit, auf seiner Fahrt über das Meer.
Zum anderen findet sich das Spannungsfeld zwischen Moderne und Tradition auch im
Wein selbst wieder. In der Cuvée wurde der Syrah vereint mit der autochthonen
Rebsorte Nero d’Avola, die noch heute größtenteils in alten Rebbeständen wächst. Eben
diese Weine von alten Reben werden durch eine Weinbereitung nach dem neuesten
kellertechnischen Know-how eines Oenologenteams modern vinifiziert. Syriacos ist ein
Wein mit bemerkenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis, der den Geschmack unserer
Zeit trifft und seine Authentizität dabei nicht verliert. Weinfreunde können ihn bei
www.vinopolis.de für ca. 9,45 Euro bestellen.

Teroldego – eine zu unrecht vergessene Rebsorte

Foradori 2007 ist der direkte Ausdruck des Teroldego, einer bis vor
zwanzig Jahren unbeachteten Rebsorte

Das Trentino ist seit je her eine Grenzregion, eine Region, die
häufig schnell durchfahren wird und selten das Hauptziel einer Reise darstellt.
Reisende ziehen meist weiter in Richtung Gardasee oder Toskana. Die Vielfältigkeit des
Trentino, seine Schönheit, wird dabei oft verkannt. Die Region, in der die südlichen
Dolomiten langsam zu sanften Hügel übergehen, ist viel mehr als nur ein enges Tal mit
Autobahn. In ihr findet sich so mancher vergessene Schatz, wie die autochthone
Rebsorte Teroldego. Die erst wieder durch den langjährigen Einsatz von Elisabetta
Foradori aus der Vergessenheit zurückgeholt wurde.

Das „Tiroler Gold“ und seine Wiedergeburt
Als „Tiroler Gold“ wurde die autochthone Rebsorte Teroldego von den Habsburgern
nicht zu Unrecht bezeichnet. Sie war der Wein, der vor dem ersten Weltkrieg in Wien am
liebsten getrunken wurde. Damals war das Trentino Teil von Österreich- Ungarn. Der in
einigen wenigen Teilen des Landes noch heute verbreitete deutsche Dialekt, sowie die
imposanten Keller, die in der Gegend um Mezzolombardo entstanden sind, sind Zeugen
kaiserlicher Vergangenheit. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die jahrhundertelangen
Beziehungen zum Norden unterbrochen. Die Rebsorte Teroldego wurde im Zuge der
Industrialisierung der Landwirtschaft auf hohe Erträge ausgelegt. Sie wurde bis vor
einigen Jahren aufgrund seiner intensiv roten Farbe zur Farbverbesserung mit anderen
Sorten verschnitten. Die Individualität der Sorte, ihr Charakter, ging dabei verloren.
Heute weiß man, dass der Teroldego genetisch gesehen der Sohn des Lagreins und ein
Cousin der Rebsorte Syrah ist.

Qualität bedeutet Vielfalt, Vielfalt ist Biodiversität
Große Weine zeichnen sich durch ihre Vielschichtigkeit aus. Vielschichtigkeit entwickelt
sich durch Vielfalt. Diese kann sich nur in einem lebendigen Weinberg entwickeln. Der
Weg zum lebendigen Weinberg ist die Biodiversität.
Die Biodiversität fehlte dem Teroldego. Sie musste mit viel Liebe wiederhergestellt
werden. Die Agrarpolitik der 60er und 70er Jahre setzte auf hohe Erträge und die
Weinberge wurden im Zuge dieser Politik meist mit ertragreichen Teroldego-Klonen
bepflanzt. Diese genetische Selektion führte dazu, dass kleine und lockerbeerige
Biotypen des Teroldego nur noch in wenigen, alten Weinbergen zu finden waren, die
Vielfalt der Rebsorte wurde beinahe zerstört.

Elisabetta Foradori ist es zu verdanken, dass die Rebsorte in ihrer genetischen Vielfalt
heute noch existiert. Fünfzehn Jahre arbeitete Elisabetta Foradori an der Neuselektion
des Teroldego, um ihn vor dem Vergessen zu bewahren. Nach einem langen Prozess der
Selektion konnte sie die Weinberge mit fünfzehn verschiedenen, kleinen, lockerbeerigen
Klonen neu bepflanzen und somit die Biodiversität der Rebsorte wiederherstellen.
Als dieser Prozess die ersten qualitativen Ergebnisse brachte, folgte ein weiterer
Schritt: die Wiederherstellung der Biodiversität im Weinberg, im Boden. Dies begann im
Jahre 2003 als die Umstellung des bis dahin konventionellen Betriebes auf
biodynamische Landwirtschaft erfolgte.

Foradori 2007: der direkte Ausdruck des Teroldego
Der reinsortig ausgebaute Teroldego von Foradori trägt den Namen des Weinguts und
lässt dadurch die enge Verbundenheit zu dieser autochthonen Rebsorte erahnen. Die
Schwemmlandböden des nördlichen Trentinos sind geprägt durch Gestein und Sand der
umherliegenden Gebirge, sie sind die ideale Voraussetzungen für den Teroldego. Drei
Gesteinstypen (Dolomit, Granit und Porphyr) aus drei geologisch verschiedenen
Gebirgszügen führte der Fluss Noce im Laufe der Jahrtausende zusammen. Hier
entfaltet die Rebsorte Teroldego ihre Vielschichtigkeit, ihren Charakter. Mineralität,
Frucht und Frische zeigen wie vielfältig sich das kühle Klima der Alpen einerseits und
die Wärme des Südens andererseits in einem Wein entfalten. Wie keine andere Rebsorte
ist der Teroldego in der Lage Eleganz und Kraft zu verbinden und kommt dennoch mit
relativ niedrigen Alkoholgehalten um die zwölf Volumenprozent aus. Die Lese 2007 war
die früheste Lese in der Geschichte des Weingutes Foradori. Aufgrund eines milden
Winters kam es zu einer Frühblüte, dies wirkte sich auf den gesamten Vegetations- und
Reifeprozess aus, sodass bereits Mitte September die Lese beendet war, einen Monat
früher als gewohnt. Die warmen Nächte im September sorgten für harmonische Weine.
Blaubeeren, Mandelnoten und zarte Kirschnoten prägen den Foradori 2007. Im Mund
präsentiert er sich harmonisch, ausgewogen mit Tiefe und Struktur bei 12,5% Alkohol.
Foradori 2007 ist ein Wein, der auch leicht gekühlt im Sommer genossen werden kann.

Schnäppchen aus Südafrika

Gastgeber der nächsten Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2010 ist Südafrika. Was den Wein angeht, spielt das Land international schon heute ganz vorn mit. Und selbst gute Tropfen gibt es schon für vergleichsweise wenig Geld. Das sind Weine der nur in Südafrika vertretenen Rebsorte Pinotage, aber auch aus internationalen Sorten wie Shiraz oder Cabernet Sauvignon. Die Zeitschrift Wein Gourmet zeigt 50 Empfehlungen mit Einkaufsadressen und Preisen – es beginnt bei 6,50 Euro, und keiner ist teurer als 20 Euro.

Wein Gourmet 1/2009 ist im guten Zeitschriftenhandel erhältlich und kostet 9,95 Euro.

Wein Mallorca: Bodega Vinyes d´Alaro

Bodega Vinyes d´Alaro – Mit Chardonnay zur Spitze

Offenbar hat Lorenzo, der Besitzer der Bodega Vinyes d’Alaró, ein Faible für Chardonnay. Sie ist die einzige Rebsorte, die auf der noch sehr jungen Bodega kultiviert wird. Andererseits bietet aber auch der rote, säurehaltige Boden wenig Spielraum für Alternativen. Es muss ja auch kein Nachteil sein, wenn man sich auf eine Rebsorte und eine Stilrichtung spezialisiert. Dies ist schließlich auch außerhalb der Balearen häufiger der Fall. Die Geschichte der Bodega beginnt im Jahre 2003, als ein Koch und ein Architekt beschlossen, gemeinsam Wein zu produzieren. Gesagt, getan. Eine ehemalige Gerberei wurde gekauft und zu einer Bodega umgebaut. Hinzu kamen der Erwerb moderner Kellertechnik sowie bestehender Rebflächen. Somit war die nötige Infrastruktur geschaffen. Mit dem Weingut Macià Batle konnte zudem ein erfahrener Partner gefunden werden, der die Bodega mit Rat und Tat bei der Weinherstellung unterstützt. Die stetige Erweiterung der Anbauflächen verspricht für die nächsten Jahre einen steigenden Ertrag und wird die Produktion von derzeit 7.000 auf geplante 20.000 Flaschen erhöhen. Spätestens dann wird man von einem erfolgreichen Wandel – vom einstigen Hobby zur Profession – sprechen können. Und spätesten dann wird diese aufstrebende Bodega zu einem Weinbaubetrieb gewachsen sein, dessen Produkte bei richtiger Handhabe zur Spitzengruppe der Inselweine aufschließen können. Wir haben die Strukturen mit eigenen Augen begutachten können und freuen uns auf die zukünftigen Weine der Bodega Vinyes d’Alaró. Vor allem sind wir sehr gespannt, ob der derzeit im Versuchsanbau befindliche Malvasía, die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann.

www.vinyesdalaro.com

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Bodega Ca Sa Padrina – Ein Biologe als Hobbywinzer

Bodega Ca Sa Padrina – Ein Biologe als Hobbywinzer

Wartet einfach an der Tankstelle vorm Ort – ich hole Euch dort ab.“ Nur Eingeweihte wissen, wie man die mitten in den Feldern gelegene, gut versteckte Bodega von Andreu Suñer finden kann. Genau genommen ist es eher das Freizeitdomizil Andreus, sein Quell der Erholung nach Dienstschluss seiner eigentlichen Arbeit. Und so ganz entspannt und nebenher wird hier halt auch ein guter Wein gemacht. Es sieht gemütlich aus und man kann sich wunderbar vorstellen, wie Andreu nach getaner Arbeit abends bei einem Gläschen Wein mit dem Hund neben sich vor dem Haus sitzt und zufrieden über seine Felder blickt.

„Cooler Typ! Der weiß genau was er tut.“ Das war die erste Reaktion meines Begleiters als wir auf Andreu trafen. Andreu weiß tatsächlich was er macht. Schließlich ist er hauptberuflich Biologe und demnach irgendwie auch vom Fach. Für ihn ist das Weinmachen ein lebensbestimmendes Element. Es ist sein wichtigstes Hobby und das soll es auch in Zukunft bleiben. Daher macht er sich die Arbeit so unkompliziert wie möglich und fokussiert sich auf die Produktion von lediglich zwei Weinen. Bei einer Anbaufläche von insgesamt 15 Hektar ist das dennoch eine reife Leistung.

Seine Weine sind der rote Mantonegro und der weiße Mollet. Den Mantonegro produziert er bereits seit acht Jahren – so lange, wie seine Hobbybodega besteht. Es ist ein Cuvée aus den Trauben Manto-Negro, Merlot, Callet und Cabernet Sauvignon. Bei dem Namen ist es natürlich selbstredend, dass die Manto-Negro-Trauben den Hauptanteil ausmachen, was ca. 60-70 % entspricht. Nachdem die Produktion des Mantonegros seit langem erfolgreich läuft, hat er sich nun auch an ein weißes Pendant herangetraut, das gerade frisch auf den Markt gekommen ist: Der Mollet ist ein Cuvée aus der autochthonen Rebsorte Prensal Blanc (oder Moll, wie die Rebsorte auf der Insel genannt wird) und dem internationalen Chardonnay. Leider lag uns der Mollet vor Redaktionsschluss nicht vor und so konnten wir ihn nicht mehr verkosten. Das werden wir aber mit Sicherheit nachholen!

www.casapadrina.de

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