Saale-Unstrut lockt mit Winzerfesten

Kaiser Otto III. wäre sicher stolz, wenn er wüsste, welche Folgen seine Großzügigkeit hatte: 998 schenkte er dem Kloster Memleben Weinberge und setzte damit den Grundstein für die Entfaltung des Weinbaus in Saale Unstrut. Heute sind die bis zu eintausend Jahre alten Hang- und Steillagen mit ihren urigen Trockenmauern und Weinberghäuschen prägend für die Region. „Toskana des Nordens“ taufte der Jugendstil-Künstler Max Klinger die liebliche Landschaft rund um Naumburg. Von ihrer schönsten Seite zeigt sie sich im Herbst. Denn dann ist Weinlese – und die Zeit fröhlicher Winzerfeste.

Was die Benediktinermönche des Klosters Memleben im Kleinen begannen, entwickelten die Zisterzienser des Klosters Pforta in Bad Kösen ab 1138 im großen Stil weiter. Aus Landschaften wurden Lagen. So mauserte sich Saale-Unstrut zum heutigen Qualitätsweinanbaugebiet, und zwar dem nördlichsten in Deutschland. Kenner schätzen die Weine für ihr unverwechselbares Profil mit feingliedrigem Bukett und zarten mineralischen Nuancen. Angebaut werden hauptsächlich helle Rebsorten wie Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder, Riesling, Silvaner. Zu den Raritäten gehören Gutedel und der rote André, der nur in Saale-Unstrut wächst.

– Kleine Region – große Vielfalt –
Dem Weinliebhaber erschließt sich die Aromenvielfalt der mit etwa 770 Hektar vergleichsweise kleinen Weinregion auf Wander- und Radwegen, die von Weinberg zu Weinberg führen. Neben dem Landesweingut Kloster Pforta finden Genießer über 50 Privatweingüter, rund 450 Produzenten der Winzervereinigung Freyburg und die Rotkäppchen Sektkellerei am Wegesrand. Jetzt, im Herbst, kann man den ansässigen Winzern bei der Weinlese zusehen. Und wenn ein Sträußchen am Haus hängt, laden sie Besucher zur Einkehr in die Straußwirtschaft.

Saison haben jetzt auch die heiteren Winzerfeste in der Region. Geschmückte Höfe bieten eine heimelige Kulisse dafür. Trestertreten, Weinbergs- und Kellerführungen, Fassrollen und handgemachte Musik unterhalten zwischen dem weinseligen Treiben. Und überall verlocken der Duft von frischem Zwiebelkuchen und der fruchtig-süße Geschmack des ersten Federweißers.


Die nächsten Feste finden am 26. September (Weingut Triebe in Würchwitz, Thüringer Weingut Bad Sulza), 3. Oktober (Weingut Born und Weingut Hoffmann in Höhnstedt), 31. Oktober (Weingut Pawis in Zscheiplitz) und 7. November (Winzervereinigung Freyburg und Weingut Grober Feetz in Freyburg) statt.

Weitere Termine sowie passende Reiseangebote hält der Tourismusverband Saale-Unstrut-Tourismus auf seiner Website bereit: www.saale-unstrut-tourismus.de . Und Informationen zur Weinbauregion gibt der Weinbauverband Saale-Unstrut unter www.weinregion-saale-unstrut.de

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