Christof Höpler "live" von der Weinlese

Herr Höpler, nun ist es wieder so weit, die Lese ist in vollem Gange. Können Sie uns schon sagen, wie der Jahrgang 2011 wird?
Im Gegensatz zu 2010 wird der Jahrgang 11 mengenmässig ein normales Jahr. Die letzte Ernte ist bei uns ja um 42% geringer ausgefallen. Wir haben dieses Jahr um ca. 2 Wochen früher mit der Lese begonnen, da die heißen Sonnentage Ende August die Reifung beschleunigt hat. Die Rotweine werden davon besonders profitieren

Gibt es bei diesem Jahrgang Besonderheiten? Wenn ja, warum?
Anfang des Jahres lag der Grundwasserspiegel auf einem besonders niedrigen Niveau. Deshalb sind wir von einem recht trockenen Jahr ausgegangen. Der Juli brachte allerdings reichlich Regen, der sich im Blattgrün und im Wachstum bemerkbar gemacht hat. Frost und Hagel haben auch heuer wieder zugeschlagen. Meine Anlagen blieben aber Gott-sei-Dank verschont.

Welche Traubensorten bauen Sie an und welche Weine werden daraus?
Insgesamt bauen wir 15 verschiedene Sorten an. Von den Klassikern wie Grüner Veltliner und Blaufränkisch bis zu den weniger häufig angebauten Sorten wie Syrah und St. Laurent.

Ihr Sortiment hat viele Sieger. Wel­che Prämierung macht Sie beson­ders stolz?
Mit unserer Trockenbee­renauslese 2008 haben wir gleich vier große Auszeichnungen erzielen können (Anm.: Gold bei der Inter­national Wine Challenge, London; Gold bei der MundusVini, Deutsch­land; Aufnahme in den Salon Ös­terreichischer Weine; 5 von 5 Glä­sern bei der ÖGZ).Kürzlich haben wir bei der Burgunder Trophy des Falstaff Magazins 5 von 5 Sternen für unseren Pinot Blanc 2010 und 4,5 Sterne für Chardonnay 2010 erhalten. Ansonsten habe ich mich über die Silbermedaille bei der International Wine Chal­lenge für unseren Grünen Veltliner sehr gefreut. Damit stehen wir auf einer Ebene mit großen Namen aus der Wachau und dem Kamptal, die ein Vielfaches kosten.

Sie sind sehr exportorientiert? Wel­che Weine finden im Ausland be­sonderen Anklang?
Stimmt. 70% unserer Weine verkaufen wir im Ausland. Zu un­seren Hauptmärkten zählen die USA (derzeit 34 Bundesstaaten), Großbritannien, Niederlande und Deutschland. Besonders beliebt sind Grüner Veltliner gefolgt von Pi­not Blanc, Pinot Noir und Zweigelt.

Was ist Ihr persönlicher Tipp: Welcher Wein aus dem Hause Höpler ist 2011/2012 ein „Must“?
Bei den Weissweinen empfehle ich den Grünen Veltliner, ein Freudenspender par excellence. Als Rotwein den Blaufränkisch Kirchberg und bei den Süssweinen die Trockenbeerenauslese.

Was sind die Trends, die uns 2012 im Weinregal begegnen werden?
Generell werden die Weine leichter, fruchtiger, zugänglicher, weicher und runder werden. Deutlich spürbarer Holzeinsatz ist passé.

Das Weingut Höpler (43ha) liegt in Breitenbrunn, am Westufer des Neusiedler­sees. 70% der Produktion wird exportiert. Neben internationaler Top Gastronomie (Jamie Oliver „Fifteen“, Michel Roux „Le Gavroche“ und Bobby Flay „Mesa Grille“) werden sowohl Fluglinien (Austrian Airlines) und Schifffahrtsunternehmen (P&O Cruises, Tallink, Silja Line) beliefert.
Besonderheit: Höplers Weinräume – Wein-Erlebnis statt 08/15-Seminar. Individuelle Tour zu Erfassung der Welt des Weines mit allen Sinnen.

www.hoepler.at
www.weinraeume.at

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