The World’s 50 Best Restaurants 2026 in Lima

Erstmals in der Geschichte des Rankings wird die Preisverleihung von The World’s 50 Best Restaurants in Südamerika stattfinden. Lima, Peru, ist als Gastgeberstadt für den 4. November 2026 bestätigt. Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der peruanische Restaurants zuletzt überdurchschnittlich häufig in den oberen Rängen vertreten waren. Gleichzeitig werfen die Wahl des Austragungsortes und das zugrunde liegende Abstimmungsverfahren erneut Fragen nach Transparenz und regionaler Gewichtung auf.

Jan Hartwig – einziger deutscher Vertreter 2025 in den 50best

The World’s 50 Best Restaurants 2026 in Lima

Erste südamerikanische Austragung der globalen Restaurantpreise

Die Organisation 50 Best hat am 10. Juli 2026 bekanntgegeben, dass die Verleihung der diesjährigen Auszeichnung „The World’s 50 Best Restaurants“ in Lima, Peru, stattfinden wird. Die Zeremonie ist für den 4. November 2026 terminiert. Damit wird die Veranstaltungsreihe, die seit ihrer Gründung überwiegend in europäischen und nordamerikanischen Metropolen gastierte, erstmals nach Südamerika vergeben.

Zuvor war die Preisverleihung unter anderem in London, New York, Singapur, Melbourne und zuletzt 2025 in Turin (Italien) ausgerichtet worden. Die Entscheidung für Lima folgt einer mehrjährigen strategischen Ausrichtung der 50-Best-Organisation, die ihren Fokus zunehmend auf Regionen mit wachsender gastronomischer Relevanz legt – darunter auch Lateinamerika, das bereits seit 2013 mit der eigenständigen Liste „Latin America’s 50 Best Restaurants“ berücksichtigt wird.

Rolle von PromPerú und wirtschaftlicher Kontext

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der staatlichen peruanischen Kommission für Export- und Tourismusförderung (PromPerú) durchgeführt, die dem Ministerium für Außenhandel und Tourismus untersteht. Die Partnerschaft umfasst nicht nur die Ausrichtung der Preisverleihung, sondern auch ein begleitendes Veranstaltungsprogramm mit Branchenformaten wie den #50BestTalks, einer Serie öffentlicher Kollaborations-Dinner (50 Best Signature Sessions) sowie einem Chefs‘ Feast, das regionale Zutaten und Zubereitungstechniken in den Vordergrund stellt.

Vorgeschichte: Maido als Nr. 1 2025 und Rückzug aus dem Ranking

Die Entscheidung für Lima ist in Teilen auch eine Reaktion auf die jüngsten Erfolge peruanischer Restaurants im weltweiten Ranking. Bei der Verleihung 2025 in Turin wurde das in Lima ansässige Restaurant Maido als „The World’s Best Restaurant“ ausgezeichnet – nach Central (2023) das zweite peruanische Restaurant, das in den vergangenen drei Jahren den ersten Platz belegte.

Mit dem Erreichen der Spitzenposition wird Maido automatisch in die sogenannte „Best of the Best“-Hall of Fame aufgenommen. Diese Regelung sieht vor, dass ehemalige Nummer-1-Restaurants in den folgenden Jahren nicht mehr für die Hauptliste berücksichtigt werden. Maido wird somit im Ranking 2026 und den darauffolgenden Jahren nicht mehr geführt. Die Regelung gilt für alle ehemaligen Spitzenreiter und soll eine Rotation der Spitzenplätze begünstigen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Hall-of-Fame-Regelung die Vergleichbarkeit der Liste im Zeitverlauf einschränke und den Charakter einer Momentaufnahme weiter betone.

Veranstaltungsprogramm: Begleitformate als fester Bestandteil

Der eigentlichen Bekanntgabe der 50 besten Restaurants am 4. November 2026 gehen mehrere begleitende Veranstaltungen voraus. Diese Formate sind in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der 50-Best-Reise geworden:

  • #50BestTalks: Vortrags- und Diskussionsreihe zu branchenrelevanten Themen wie Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Lieferketten oder Digitalisierung in der Gastronomie.
  • 50 Best Signature Sessions: Öffentliche Dining-Events, bei denen internationale Spitzenköche gemeinsam mit lokalen Vertretern der peruanischen Szene kochen.
  • Chefs‘ Feast: Ein kulinarisches Event, das sich auf die Präsentation regionaler Rohstoffe und traditioneller Techniken konzentriert.

Die Veranstaltungen sind nicht öffentlich zugänglich oder nur gegen hohe Teilnahmegebühren buchbar. Der Großteil der Inhalte wird jedoch über die digitalen Kanäle von 50 Best dokumentiert.


Abstimmungsprozess: Struktur und Kritikpunkte

Das Abstimmungsverfahren für The World’s 50 Best Restaurants ist seit Jahren Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Die Methodik wird von 50 Best wie folgt beschrieben:

Stimmberechtigt ist ein nach geografischen Regionen zusammengesetztes Gremium von mehr als 1.000 internationalen Expertinnen und Experten, darunter Restaurantkritiker, Food-Journalisten, Köche und gastronomisch erfahrene Reisende. Die Zusammensetzung der Jury wird von 50 Best selbst vorgenommen; eine öffentliche Liste der Stimmberechtigten existiert nicht.

Stimmabgabe: Jedes Jurymitglied gibt eine persönliche Rangliste von sieben Restaurants ab, wobei die Reihenfolge gewichtet wird. Die erstgenannte Nennung erhält die meisten Punkte, die letztgenannte die wenigsten. Die Liste muss mindestens drei Restaurants außerhalb des eigenen Heimatkontinents enthalten – eine Regel, die eine gewisse internationale Perspektive sicherstellen soll.

Formale Prüfung: Die Überprüfung der Stimmabgaben erfolgt durch das Beratungsunternehmen Deloitte. Deloitte kontrolliert die eingehenden Stimmzettel auf Vollständigkeit, formale Korrektheit und Einhaltung der Abstimmungsregeln. Bei auffälligen Abweichungen – etwa wenn eine Region überdurchschnittlich viele Stimmen erhält – kann Deloitte eine statistische Normalisierung der Daten vornehmen. Was genau eine solche Abweichung ausmacht und nach welchen Kriterien die Normalisierung erfolgt, wird von 50 Best nicht offengelegt. Eine inhaltliche Bewertung der abgegebenen Stimmen – also eine Beurteilung, welches Restaurant besser ist – findet durch Deloitte nicht statt.

Kritik: Die fehlende Offenlegung der Jurymitglieder sowie die mangelnde Transparenz hinsichtlich der Zusammensetzung nach Herkunft, Fachrichtung und beruflichem Hintergrund werden regelmäßig von Branchenbeobachtern bemängelt. Zudem wird die stark regional begrenzte Auswahl – die Liste umfasst weltweit nur 50 Restaurants – als verzerrend wahrgenommen. Die Hall-of-Fame-Regelung sorgt zusätzlich für eine strukturelle Verzerrung, da aktuelle Spitzenreiter aus dem Pool genommen werden, während ehemalige Platzierungen nicht nachvollziehbar bleiben.

Die 50-Best-Organisation argumentiert, dass das Verfahren durch die formale Prüfung durch Deloitte und die geografische Streuung der Jury ausreichend abgesichert sei. Eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung der Methodik liegt bisher nicht vor.

Einordnung: Lima als Gastgeber – Chance und Herausforderung

Die Wahl Limas ist aus wirtschaftlicher und tourismuspolitischer Perspektive folgerichtig. Peru hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine bemerkenswerte gastronomische Entwicklung durchlaufen, die auf eine Kombination aus internationaler Vernetzung, gezielter Förderung der Kleinproduzenten und einer starken kulinarischen Identität zurückgeht. Die Auszeichnung als Gastgeberstadt für das prestigeträchtige Ranking ist daher nicht überraschend.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Ausrichtung der Preisverleihung in Lima – einem Land mit ausgeprägten sozioökonomischen Ungleichheiten und einer stark von externen Faktoren abhängigen Tourismusindustrie – langfristig den angekündigten positiven Effekt auf die gesamte Wertschöpfungskette haben wird. Bisherige Gastgeberstädte wie Bilbao oder Melbourne berichten von nachhaltigen Tourismuseffekten; eine systematische unabhängige Evaluation dieser Auswirkungen wurde von 50 Best bislang nicht vorgelegt.


Ausblick

Die Bekanntgabe der 50 besten Restaurants der Welt erfolgt am 4. November 2026 in Lima. Die begleitenden Formate beginnen voraussichtlich Ende Oktober. Die 50-Best-Organisation hat angekündigt, den digitalen Auftritt über die Plattform 50 Best Discovery weiter auszubauen, um auch über das Ranking hinaus Restaurants und Bars weltweit sichtbar zu machen.

Ob die erstmalige Südamerika-Ausrichtung eine nachhaltige Veränderung der regionalen Gewichtung des Rankings bewirken wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Entscheidung für Lima ist ein deutliches Signal an die lateinamerikanische Gastronomieszene – und ein weiterer Schritt in der geografischen Expansion der 50-Best-Marke.

50best im Gourmet Report

Peru im Gourmet Report


The World’s 50 Best Restaurants 2026 in Lima

Zusammenfassung

Erstmals in der Geschichte des Rankings wird die Preisverleihung von The World’s 50 Best Restaurants in Südamerika stattfinden. Lima, Peru, ist als Gastgeberstadt für den 4. November 2026 bestätigt.

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