Sonja Frühsammer

von Bernhard Steinmann

Der Einstieg in einen Bericht über gutes Essen bei einem Restaurantbesuch beginnt regelmäßig mit einem Überblick über den Werdegang des Koches. In diesem Falle handelt es sich um eine Köchin: Sonja Frühsammer, Berlins einzige Sterneköchin.

Hier können wir uns getrost eine lange Einleitung ersparen, da Sonja Frühsammers Lebensgeschichte hinlänglich bekannt ist und wir schon häufiger über sie berichtet haben. Erwähnenswert erscheint mir allerdings die Tatsache, dass sie bei Siemens eine Kochlehre absolvierte und nicht, wie gefühlt jeder dritte Sternekoch, bei Harald Wohlfahrt in der Küche begonnen hat. Ein Engagement bei Karl Wannenmacher im Alt-Luxemburg, hat mit Sicherheit zu interessanten Einsichten und weiterführenden Kenntnissen geführt. Wannenmacher kochte bereits in den Siebzigerjahren auf hohem Niveau, nämlich in Berlins erstem Zweisterner, dem Maitre in der Meinekestraße.
Für Sonja Frühsammer also eine durchaus wichtige und interessante Station.

Natürlich kann man nicht über Sonja Früsammer schreiben ohne deren Ehemann Peter zu erwähnen. Peter Frühsammer, selbst in jungen Jahren mit einem Michelinstern ausgezeichnet, ist eher der klassisch, konservativen Küche zugewandt. Sonja hingegen ist offener gegenüber moderneren Einflüssen, ohne jedoch jedem modischen Unfug hinterherzulaufen. Die Gespräche des Ehepaares über die strategische Ausrichtung der Küche stelle ich mir jedenfalls recht unterhaltsam bis anstrengend vor.

Das Menü:

Sphärische Olive – Parmesanpraline und Eberesche – Kumquat und Thunfisch

Petersilienwurzel, Zitrone und Kapern

Gänseleber, Haselnuss, Quitte

Suppenshots:
Aubergine,
Lamm,
Hokaidokürbis mit Tonkabohne

Die Suppenshots dürfen bei Sonja Frühsammer nicht fehlen.
Wie immer sind sie äußerst schmackhaft.

Jakobsmuschel, Schwarzwurzeln, rosa Grapefruit, Koriander, Safransud

Loup de Mer, Topinambur, Fenchelsalat, Meerrettich, Dill

Schweinebäckchen, Pak Choi, Shi Take, Zitrone, Pancetta
Auffallend zarte Säurenoten koalieren mit einer geschmacklichen Schärfe.
Nun gut, Schärfe ist keine Geschmacksrichtung, doch Sie wissen, was ich meine.
Das Gericht ist vielschichtig und bestens ausbalanciert.

Ostalb Lamm, Blumenkohl, Beluga Linsen, grüner Pfeffer

Beelitzer Hirschfilet, Rote Bete, Mohnschupfnudeln. Estragon, Süßholz

Ein klassischer Hauptgang. Die Mohnschupfnudel passen vortrefflich zum perfekt gegarten Hirschfilet. Rote Bete zur Begleitung klingt vielleicht etwas simpel, doch stellen sich diese schließlich als ideale Ergänzung heraus.

Mandarine, Kopfsalat und Basilikumeis
und
Mandarine, Basilikum, Gin
Vordesserts sind grundsätzlich so eine Art Vorbereitung auf das Finale. Sie sind regelmäßig nicht nur kleiner als die nachfolgenden Desserts sondern, meiner Meinung nach, auch geschmacklich weniger auffallend. Kein Wunder, sie sollen ja vorbereiten und den Endeffekt nicht vorwegnehmen.
Doch mon Dieu, was passiert hier?

Der kleine Zwischengang mit seinen klar konstruierten Aromen, augenzwinkernd serviert, entpuppt sich als veritabler Glücksfall. Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung. Fruchtig, erfrischend, einfach toll.

„Weißes Snickers 2016“

Thai Mango, Kokos, Zitronengras

FAZIT:

Auf den ersten Blick wirkt die Küche Sonja Frühsammers immer gleich. Gleich gut.
Bei näherem Hinschauen jedoch bemerkt man die Entwicklung der Köchin, deren Handschrift gegenüber unserem letzten Besuch unglaublich gereift ist.
Nicht nur die Hauptkomponenten der Kreationen erfahren die notwendige Aufmerksamkeit, auch das Beiwerk findet entsprechende Beachtung und wird geschickt eingesetzt. So ergeben sich aromatische Geschmacksbilder, die selbst im Einsternebereich nicht alltäglich sind.
Einfacher ausgedrückt: Bei der Ausgestaltung der komplexen und stimmigen Aromenbilder kennt die sonst so bescheiden auftretende Küchenchefin keine Zurückhaltung. Ein Flirt mit dem Perfektionismus ist unverkennbar.
Die zeitgemäß kochende und experimentierfreudigere Hälfte des Ehepaares scheint derzeit den Ton anzugeben.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es wie immer bei www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Neue Kurse in der Königsdorfer Weißwurstmanufaktur

Im Tölzer Land erfahren Gäste jetzt alles rund um das prominente, bayerische Schmankerl und können dabei kräftig selbst Hand anlegen

Sie gilt als Inbegriff der bayerischen Brotzeitkultur und steht spätestens zum Münchner Oktoberfest wieder fest auf den umliegenden Speiseplänen: Die Weißwurst, im Original mit Breze und süßem Senf serviert. Die meisten lieben sie, doch nur die wenigsten wissen, wie die traditionsreiche Spezialität eigentlich hergestellt wird. Im Tölzer Land können Interessierte diesem Geheimnis nun auf den Grund gehen. In Kursen der Landmetzgerei Hofherr aus Königsdorf lernen sie die Grundlagen des modernen Metzgerhandwerks und nebenbei alles, was mit dem delikaten Schmankerl zu tun hat: von der optimalen Fleischverarbeitung bis zum geschichtlichen Hintergrund. Am Ende hat jeder Teilnehmer seine individuelle Wurst auf dem Teller und viel über traditionelle Küche, artgerechte Landwirtschaft und das Privileg regionaler Synergien gelernt. Die umfassenden Kurse finden am 15. und 22. Oktober statt, dauern ca. vier Stunden und kosten 99 Euro pro Person. Nach Absprache werden sie auch für Gruppen oder als Teamevent angeboten. Anmeldung, Infos und Termine unter www.toelzer-land.de und www.posthotel-hofherr.de

Los geht´s mit einem Überblick über die wichtigsten Zutaten: Kalb, Schwein, Frisches wie Zitrone oder Petersilie und natürlich die Gewürze. Bis ins Detail erklärt Uli Hofherr, Chef der Landmetzgerei Hofherr, seinen Schülern die Bestandteile, die in den kommenden Stunden zur persönlichen Wurst werden sollen. Dann wird der Inhalt gemischt, geeist, individuell verfeinert und in die Hüllen gefüllt. Nach dem „Abdrehen“, bei dem jeder seine ganz persönliche Weißwurst formt, wandert diese dann direkt in den Kessel und 20 Minuten später weiter auf den Teller. „Der Wow-Effekt kommt, wenn das Brät beim Erhitzen die Farbe wechselt“, freut sich Hofherr.

Zum Abschluss lädt der Meister zur Brotzeit in die gemütliche Stube des zugehörigen Gasthof Hofherr. Während die Teilnehmer ihre eigens modellierten Schaustücke verkosten, erfahren sie mehr über die geheimen Tipps und Tricks des Herstellungsprozesses und die Geschichte der Weißwurst, die angeblich im Fasching 1857 in München begann. Wenn alle Details wie der schmackhafteste Senf, die beste Brezenkonsistenz oder die richtige Ess-Art erörtert sind, kommt Hofherr zum letzten und für ihn wichtigsten Punkt seines Lehrplans.
Der Metzgermeister will seine Hobbylehrlinge für den Alltag sensibilisieren und ihnen den Wert einer artgerechten Tierhaltung ebenso nahebringen, wie die Vorteile von Produkten aus der heimischen Landwirtschaft. Dass sich die Lebensqualität der Tiere direkt in der Qualität des Fleisches spiegelt, gehört für ihn zum Handwerks-ABC. Hofherr kennt jeden seiner Lieferanten persönlich, weiß welches Futter verwendet wird und wie die Tiere gehalten werden. „Beim Weißwursttest lässt sich das Niveau dann auch direkt schmecken“, sagt er und ist froh, dass es im Tölzer Land noch eine kleinteilige Landwirtschaft gibt, von der er die meisten seiner Zutaten beziehen kann.

www.toelzer-land.de

Coburger Bratwürste

Die Coburger Bratwurst wurde erstmals 1498 auf einer Speisekarte des Georgenspitals erwähnt.
Eine original Coburger Bratwurst musste damals so lang sein wie der Marschallstab des Bratwurstmännles.

Im 17. Jahrhundert wurde eine Länge von 35-40 cm angesetzt, das sogenannte geeichte Bratwurstmaß trägt der Stadtheilige von Coburg, St. Bratwurst vom GrillMauritius seitdem in seiner Hand.
Bei einem Sturm im Jahr 1939 stürzte die Heiligenfigur von ihrem Podest, welches auf dem Marktplatz aufgestellt war, und wurde stark beschädigt. Die Figur wurde wieder restauriert und im Rathaus platziert.

Das genaue Maß der Coburger Bratwurst war nie recht bekannt, bis die Feuerwehr 1982 die Länge ermittelte und sich auf eine Größe von 31 cm im rohen Zustand festlegte.

Seither wird die Coburger Wurst auf einer aromatischen Kiefernzapfenglut gebrutzelt, auch wenn dies die EU im Jahre 2014 verbieten wollte! Bürger und Bratwurstfans aus Franken setzen sich für diese Bratwurst-Garart ein und das Verbot wurde vorerst eingestellt.

Dunkel muss sie sein, die Coburger Bratwurst, und lecker ist jeder Zentimeter. Die Zutaten der Bratwurst im Naturdarm sind: grob entsehntes Rindfleisch, grob entfettetes Schweinefleisch und fettgewebsreiches Schweinefleisch. Das rohe Fleisch wird erbsengroß gewolft und gemäß der Überlieferung in Schweinebändel/Schleißdärme abgefüllt. Aus einem Kilogramm Rohfleisch erhält man traditionell 10 Bratwürste. Gewürzt wird sie mit Muskat, Salz, Pfeffer und Zitrone.

Die besten Coburger Bratwürste in Franken sind erhältlich bei den Bamberger Wurstmachern im Ladengeschäft in der Jäckstraße 33 in 96052 Bamberg.

Mario Aliberti

Mario Aliberti (23) wechselt ins Rastatter Szenerestaurant „Avocado“

Mario Aliberti, der u.a. im Bayerischer Hof in München arbeitete, war schon früher im Restaurant Avocado tätig und kennt die Gäste.
Aliberti. der mit frischer, moderner und innovativer Küche die Gäste überzeugen möchte, beschreibt seinen Stil: „Es sollte nicht zu abgehoben werden, aber freaky darf es schon sein. Essen soll ja auch Spass machen!“

Aliberti wird monatlich ein bis zwei Rezepte veröffentlichen, um so mehr Einblick in seinen Stil zu geben. Auf der Speisekarte finden die Gäste Leckerreien und ausgefallene Kreationen wie z.B Lamm | Süßkartoffel | Babymais | Maisgrieß oder Tonkabohne | Energykiwi | Zitrone | Quark | Mandel.

Das Konzept des Avocado läuft seit der Eröffnung seit 2 1/2 Jahren erfolgreich. Gross verändern möchte Inhaber Mario Matosin eigentlich nichts, weil der Erfolg ihm und seinem Trendkonzept Recht gibt.
Desweiteren kommt ab Mitte Oktober ein zweites Restaurant ins Murgtal nach Gaggenau mit dem gleichen Namen & Konzept.

www.avocado-rastatt.de/restaurant/index.php

Zitronenhuhn mit Zitronen-Mayonnaise von Tim Raue

Zitronenhuhn mit Zitronen-Mayonnaise von Tim Raue, zubereitet im Twelix-Artisan-Backofen von KitchenAid

Zwei-Sterne-Koch Tim Raue hat Rezepte für die Großgeräte des amerikanischen Premiumküchengeräteherstellers KitchenAid entwickelt. Seit 2012 wurde sein Restaurant Tim Raue vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet, 2015 eröffnete Raue bereits sein viertes Restaurant. Seine Küche ist puristisch asiatisch und zeichnet sich durch die Verwendung bewusst weniger Produkte aus.

Zutaten (für 2 Personen)

1 Huhn, circa 1,4 kg
1 Zitrone, in Scheiben geschnitten 1⁄2 Salzzitrone, fein gehackt
6 EL geklärte Butter
6 Zitronenblätter
4 EL Zitronengras, feinst gehackt 1 grüne Thaichili, feinst gehackt
2 kg grobes Meersalz
4 Eiweiß

Zubereitung

Tim Raue hebt die Haut des Huhns vom Fleisch bzw. Korpus an, um die nachstehende Masse dazwischen füllen zu können. Er vermengt die Butter, das Zitronengras, die salzige Zitrone und das grüne Chili und gibt die Masse zwischen die Haut und das Fleisch der Brust und der Keulen. Das Huhn belegt er von außen mit Zitronenscheiben, die Innereien des Huhns werden entfernt und das Huhn gründlich auswaschen, bevor Tim Raue die Zitronenblätter hineingibt.

Der Zwei-Sterne-Koch vermengt Eiweiß und Meersalz und bedeckt das Huhn damit. Anschließend empfiehlt er, es im Twelix-Artisan-Backofen bei 180 Grad Celsius für

30 Minuten zu backen. Danach stellt er die Temperatur auf 120 Grad Celsius und lässt es für weitere 15 Minuten backen.

Nach Ende des Backvorgangs schlägt Raue das Huhn aus der Kruste, tranchiert die Brust und die Keulen, und entfernt die Haut und die Zitronenbestandteile. Das Zitronenhuhn serviert er am liebsten mit der folgenden Zitronen-Mayonnaise.

Zitronen-Mayonnaise

Zutaten

4 Eigelbe
2 EL Honigsenf
2 EL Zitronengras, feinst geschnitten 4 EL Eisenkraut, feinst geschnitten Saft von 1⁄2 Zitrone
1 EL Tabasco grün
200 ml Zitronenöl
Rohrzucker

Zubereitung

Tim Raue gibt alle Zutaten bis auf das Öl in den KitchenAid-Kessel und verrührt sie auf Stufe 4 für 30 Sekunden. Danach stellt er auf Stufe 2 und lässt das Zitronenöl langsam und kontinuierlich einlaufen. Abschließend schmeckt er die Mayonnaise mit Fleur de sel und braunem Rohrzucker ab.

Weitere Informationen unter: www.KitchenAid.de

 Weitere Rezepte von Tim Raue:
http://www.gourmet-report.de/artikel/346533/Zitronenhuhn/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346532/Topinambur/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346531/Kabeljau/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346530/Dim-Sum-Teig/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346529/Lamm-Buletten/

Diethard Urbansky

Huchen, Hanfsaat, Aalfett, Röstzwiebel

Inspirierendes Debut von Gastkoch Diethard Urbansky im Park Hotel Ahrensburg zum 28. Schleswig-Holstein Gourmet Festival. Bei Diethard Urbansky braucht es keine Edelprodukte wie Kaviar, Trüffel oder Steinbutt – der 2-Sterne-Maître adelt auch scheinbar einfache Viktualien bester Güte zu einem vollendeten Genusserlebnis. So erlebten die insgesamt 152 Gäste an zwei Abenden in Ahrensburg ein ideenreiches und perfekt zubereitetes 5-Gänge-Menü aus:
Beef Tatar, Soja, Felchenkaviar * Octopus, Langostino, Tossaka Alge, Tapioka
*Huchen, Hanfsaat, Aalfett, Röstzwiebel * Seeteufel, mallorquinische Wurst, Artischocke, Amalfi Zitrone * Bresse Taube, Trüffel, Topinambur, Birne * Cassisfeige, Mohnöl, Joghurt.

Lokalmatador Dominik Köndgen und sein Team hatten sich gut auf den ‚Koch des Jahres‘ im Gusto 2014 und im ‚Großen Hotel und Restaurant Guide 2015‘ vorbereitet. „Wir sind im Park Hotel Ahrensburg ein junges, aufgeschlossenes Team und haben uns vorab Artikel über unseren Gastkoch aus dem Internet geholt. Für das von Herrn Urbansky favorisierte Niedergarverfahren mussten wir noch einige spezielle Küchengeräte anmieten. Unsere Zusammenarbeit lief sehr harmonisch“, erzählt Köndgen, der von der Vielfalt der Komponenten – allein 15 für das Dessert – begeistert war.

‚Die Form folgt der Funktion‘ lautet der Leitsatz des Küchenchefs vom Dallmayr Restaurant. Folglich hat die Zubereitung einer Speise der Natur ihrer Zutaten zu gehorchen. Der Küchenstil von Urbansky ist klassisch modern, feinsinnig arrangiert aber nie mit überflüssiger Dekoration ausgestattet. Jedes Detail auf dem Teller dient der vollendeten Komposition wie z.B. beim ‚Seeteufel, mallorquinische Wurst, Artischocke, Amalfi Zitrone‘. Wer eine profane Wurst erwartete wurde mit einer filigran abgeschmeckten Sauce überrascht, die dem Gericht den würzigen Pfiff gab. Genial war aus Gästemund zu hören!

Weitere Termine des 28. SHGF unter www.gourmetfestival.de.

Bocuse d'or, Lyon

Man musste heute früh aufstehen, um beim Start des deutschen Teams dabei zu sein. Deutschland ist nämlich das erste von zwölf teilnehmenden Ländern, die heute an den Start gehen.

Es fällt sofort auf, dass das Team Germany, bestehend aus Christian Krüger, Coach Ludwig Heer und Commis Christian Döhner äussersts ruhig wirkt, ganz anders als die Mannschaften aus Südamerika oder Fernost.
Deutschland hat auch nichts zu verlieren, Erfahrungen sammeln für die Zukunft. Christian Döhner schildert die Mentalität des Teams: „alone we are nothing – together we can achieve anything!“ Teamgeist ist angesagt : power, creativity, teamspirit steht auf der Menü “Karte”.

In unseren Augen scheint das Menü sehr gewagt, es ist ein „quitte ou double“. Man spürt auch deutlich den Einfluss von Coach Ludwig Heer, der schon zwei mal hier selbst Deutschland repräsentierte und der eine Patisserie Ausbildung hat. Es haben bereits zwei mal Patissiers beim Bocuse d’or gesiegt, die beiden Franzosen Fabrice Desvignes in 2007 und Thibault Ruggeri in 2013.

Beim Fischgericht, Fario Forellen, werden diese wie in Deutschland üblich mit Butter, Zitrone und Zwiebeln vorbereitet. Christian Krüger wird uns ein krustiges Ei präsentieren, das in der Mitte flüssig ist.

Das Thema des Tages: auf der Bocuse d’or Trophäe steht Paul Bocuse auf der runde Erdkugel, rund werden die Zutaten sein, anhand neuer, geheimer Kochtechniken. Wir behaupten, daß wir gestern keinen Sieger gesehen haben, es ist also alles offen. Claude Minni aus Lyon

Mehr über den Bocuse d’or und Fotos unter www.saga-bocusedor.com heute Abend.

Kresse

Liste der gesündesten Gemüse veröffentlicht

US-amerikanische Wissenschaftler haben eine Tabelle der „gesündesten“ Obst- und Gemüsearten herausgegeben. Und ganz oben auf der Liste steht Kresse. Auf den Plätzen folgen Chinakohl, Mangold, Spinat und als erstes Obst die Zitrone auf dem abgeschlagenen Rang 28.

das US-Zentrum für Krankheitsbekämpfung und Prävention hat diese Liste herausgegeben, mit den empfehlenswertesten Obst- und Gemüsearten in absteigender Reihenfolge. Eine TOP-41-Liste, die als Grundlage für Empfehlungen an die (amerikanische) Bevölkerung dienen soll. Nichts weniger als die „gesündesten“ Lebensmittel sollten dabei herauskommen. Und in der Tat streben wahrscheinlich alle Verbraucher nach einer einfachen Botschaft im medialen Dschungel, was denn jetzt wirklich gesund, supergesund und am gesündesten ist.
Daher ist ein „Ranking“ zunächst einmal etwas Feines, an dem man sich orientieren kann.

Was wie ein ernährungswissenschaftlicher und kommunikativer heiliger Gral klingt, entpuppt sich aber nach näherer Betrachtung eher als gebrauchte Blumenvase. Aber der Reihe nach. Die Wissenschaftler haben zunächst eine Definition von sogenannten „powerhouse fruits and vegetables“ vorgenommen. Das lässt sich übersetzen als „Kraftpakete Obst und Gemüse“. Es wurden nur die als solche eingestuft, die eine hohe Nährstoffdichte besitzen. Danach wurden die Kraftpakete anhand von 17 Inhaltsstoffen klassifiziert, wie zum Beispiel verschiedene Mineralstoffe und bestimmte Vitamine. Es wurden ausschließlich Inhaltsstoffe berücksichtigt, die einen wissenschaftlich gesicherten positiven Effekt in der Prävention bestimmter ernährungsbedingter Krankheiten haben, so die Wissenschaftler.

Allein umstritten ist bereits, wie sicher die Daten sind, was einzelne Inhaltsstoffe isoliert im menschlichen Körper so anstellen. Dass zum Beispiel Kalzium in Gegenwart von Phosphaten viel besser in die Knochen eingebaut werden kann als wenn man pures Kalzium isst, ist unbestritten. Zudem wurden die Inhaltsstoffe auf das rohe Ausgangsprodukt bezogen. Das ist im Falle von Kresse als Nummer eins-Kraftpaket nicht relevant, beim Bronzegewinner Mangold allerdings verzerrt das schon das Bild, außer man kocht ihn nicht. Zum anderen ist ebenso unbestritten, dass der jeweilige Gehalt an zum Beispiel Vitamin C sehr stark abhängt von äußeren Faktoren wie Lagerdauer, Anbaubedingungen oder auch der jeweiligen Sorte. Der Hauptkritikpunkt liegt aber bei der Nichtberücksichtigung von sekundären Pflanzenstoffen, wie Carotinoide (Mohrrübe) oder Sulfide (Zwiebel), deren positive Wirkung ebenfalls gut untersucht ist.
Das schränken auch die Wissenschaftler abschließend ein, indem sie darauf hinweisen, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, alle Bestandteile für eine „bessere Gesundheit“ zu vereinen.

Der Apfel hat es übrigens gar nicht erst in die Liste geschafft, da er durch das Nährstoffdichten-Raster gefallen ist. Man darf gespannt sein, wie viele „brandneue“ Ernährungsbücher auf den Markt kommen werden, die auf der Grundlage dieser best-of-Lebensmittelliste fußen. Auch wenn es langweilig klingt: Es bleibt bei der Aussage, dass eine abwechslungsreiche Ernährung die beste Form der Krankheitsprävention ist. Und abwechslungsreich bedeutet ja meist auch lecker.
Harald Seitz, www.aid.de

Quelle: www.cdc.gov/pcd/issues/2014/13_0390.htm

Frauen lutschen, Männer beißen

Kaum strahlt die Sommersonne, sind die Deutschen heiß auf Eis. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala: Schokoladeneis bei den Männern (16 Prozent), Stracciatella und Joghurt bei den Frauen (je 15 Prozent), wie deals.com (http://www.deals.com), das Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, in seiner jährlichen Eis-Studie herausgefunden hat. Im Trend liegen 2014 vor allem Nuss-Eissorten wie Haselnuss oder Walnuss – diese konnten ihr Ergebnis zum Vorjahr fast verdoppeln (von 7 Prozent auf 13 Prozent) und landen damit 2014 auf dem dritten Platz der begehrtesten Eis-Geschmacksrichtungen der Deutschen.

Beim Eisverzehr gibt es übrigens geschlechtsspezifische Vorlieben:
Während Frauen ihr Eis bevorzugt schleckend genießen (62 Prozent, 50 Prozent der Männer), lutschen die Männer (36 Prozent) oder beißen gerne auch mal rein (14 Prozent, nur 6 Prozent der Frauen).

Top 10 der Lieblingseissorten der Deutschen 2014
1. Stracciatella 14%
2. Schokolade 14%
3. Nuss (Haselnuss, Walnuss usw.) 13%
4. Joghurt 13%
5. Zitrone 8%
6. Vanille 8%
7. Fruchteis außer Zitrone und Erdbeere (Himbeere, Kirsche usw.) 7%
8. Pistazie 7%
9. Erdbeere 5%
10. Individuelle und Mischsorten (z. B. von Häagen Dasz, Ben & Jerry’s) 5%

Eisdiele ist beliebtester Eis-Dealer
Drei Viertel der deutschen Eisliebhaber bevorzugen das klassische Kugeleis (50 Prozent) oder Eisbecher (24 Prozent) aus der Eisdiele oder Eiscafés. Eispackungen aus dem Supermarkt (5 Prozent) oder Eis am Stiel (2 Prozent) stehen bei erstaunlich wenigen ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Bei einem Euro pro Kugel ist Schluss – Eis-Ausgaben fallen 2014 um rund 30 Prozent
Die Liebe zur Eisdiele darf jedoch nicht aufs Portemonnaie schlagen: Für den durchschnittlichen deutschen Eis-Fan darf die Kugel nicht mehr als einen Euro kosten. Insgesamt planen die deutschen Konsumenten, 2014 rund 108 Euro für Eis auszugeben – fast 50 Euro weniger als letztes Jahr. Vielleicht wird die Sonne jedoch ihr Übriges tun und das Portemonnaie noch für den Eisgenuss lockern.

Zur Umfrage:
Die Studie wurde von deals.com im Juni 2014 unter 660 Befragten aus Deutschland durchgeführt.

Sousvide Rezept Volker Drkosch

Sous-Vide-Rezept von Volker Drkosch, Sterne- und Partnerkoch von KitchenAid

Walbecker Stangenspargel Sous Vide gegart und lauwarm mariniert

Zutaten Walbecker Stangenspargel
1kg
tagesfrischer Stangenspargel
80 g französische Salzbutter
Zucker
Salz
1 halbe Zitrone
Zutaten Marinade
20 ml Spargel – oder Champagneressig
10 ml Haselnussöl
30 ml Traubenkernöl
30 ml Sonnenblumenöl
Salz
Zucker
Zitronensaft

Zubereitung Walbecker Stangenspargel
Den Spargel vorsichtig schälen, die Enden circa einen Zentimeterbreit abschneiden. Die Schalen separat aufbewahren um einen schmackhaften Spargelfond ansetzen zu können. Die Spargelstangen in einer großen Schüssel nach Geschmack mit Salz und Zucker würzen und die halbe Zitrone darüber auspressen. Den Spargel ungefähr zehn Minuten ziehen lassen. Den entstandenen Spargelsaft zusammen mit der verflüssigten Salzbutter und dem Spargel in Portionen von etwa acht Stangen im Vakuumierer im Chef Touch von KitchenAid einvakuumieren. Das einvakuumierte Gemüse bei 72 Grad 30 bis 40 Minuten garen und umgehend
servieren oder im Eiswasser, beziehungsweise im Schockfroster von KitchenAid abkühlen, um ein Verkochen im Beutel zu vermeiden.

Zubereitung Marinade
Für den marinierten Spargel, den entstandenen Spargelfond abpassieren mit den angegebenen Zutaten verfeinern und kräftig süß-sauer abschmecken. Die leicht erwärmte Marinade bei ungefähr 40 Grad über den gegarten Spargel geben, sofort servieren oder erneut einvakumieren um ihn kühl zu lagern. Zu diesem Gericht passen alle klassischen Spargelbeilagen wie zum Beispiel Schinken oder Sauce Hollandaise.