TAPASUMA

Mit der Eröffnung des TAPASUMA bereichert das Boutiquehotel Sumahan on the Water Istanbul um einen Hotspot für Feinschmecker. Das neue Mekka für Gourmet-Pilger befindet sich am Flussufer des Bosporus in einem stilvoll renovierten osmanischen Fabrikgebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Ein Highlight ist die acht Meter lange Marmor-Bar, auf der türkische „Mezzes“ im Tapas-Stil angeboten werden. Der Name TAPASUMA entstand aus der Kombination der beiden Wörter „tapa“ und „suma“, die die historische Identität des Gebäudes unterstreichen. „Tapa“ bedeutet soviel wie Flaschenkorken, während „Suma“ die Destillation des türkischen Nationalgetränkes Rakı bezeichnet, das einst in der Fabrik hergestellt wurde. Küchenchef Gökay Çakıroğlu begeistert mit einem Twist aus türkischer und mediterraner Küche und saisonalen Fischgerichten. Das smart-casual Restaurant eignet sich sowohl für Mittag- und Abendessen als auch für Feierlichkeiten in ungezwungener Atmosphäre. Die hoteleigene Fähre Sumahan bringt Gäste über den Bosporus direkt zum Restaurant in den pittoresken Stadtteil Cengelkoy auf der asiatischen Seite Istanbuls. Der Ab-Preis für eine Übernachtung im Sumahan on the Water beläuft sich auf 175 Euro pro Person in der Nebensaison bei Doppelbelegung. Weitere Informationen zum Restaurant unter www.tapasuma.com und zum Hotel unter www.sumahan.com oder telefonisch unter +90 216 422 8000.

Landgasthäuser

Bayern, Samstag, 28.11., 15:45 – 16:15 Uhr

– Schweinemedaillons mit Brezenknödel
– Kaninchenfilets auf Sauerrahm
– Lammleber auf Heidelbeer-Pfeffersauce
– Gamsrücken mit Eierschwammerl und Schupfnudeln

Berühmte Klöster und Kirchen prägen das Donauland. Von Melk bis an die böhmische Grenze sind es mehr als ein Dutzend. Viele sind das Ziel von Wallfahrten. Und da die Pilger mit Speis und Trank verpflegt werden müssen, siedelten sich in ihrer Nähe kleine Landgasthäuser an. Die prächtigen Klöster und die schmucken Landgasthäuser mit all ihren leckeren Spezialitäten stellt Werner Teufl auf seiner Reise durch Österreich vor.

Die Reise beginnt im Kloster Melk, der größten barocken Klosteranlage Österreichs mit seinen prächtigen Fresken und der weltberühmten Bibliothek. Im Pavillon des mächtigen Klosters trafen sich die Padres nach der Fastenzeit und schlemmten nach Herzenslust – wie die wunderbaren Malereien in der Kuppel beweisen.

Über das barocke Kloster Geras im Waldviertel geht es weiter in den südlichen Wienerwald zur Wallfahrtskirche Mariazell auf dem Hafnerberg. Nach der Messe ziehen die Pilger ins nahe gelegene Wirtshaus ‚Zum kleinen Semmering‘. Hier serviert der Wirt Bodenständiges wie Kaninchenfilets und Scherzel vom Weiderind.

Es war eine Weltsensation, als Kaiser Franz Joseph 1854 die Semmeringbahn eröffnete. Mit ihren unzähligen Brücken und Viadukten verbindet sie Wien mit Graz. Auch heute noch zieht es die Wiener ins Grazer ‚Restaurant Kreuzberg‘. Hier genießen sie die Kochkunst der Wirtin: zum Beispiel Lammleber-Streifen auf Heidelbeer-Peffersauce.
Die Kirche ‚Maria Schutz‘ am Semmering ist ein besonderes Gotteshaus. Aus dem Brunnen hinter dem Hochaltar soll heilsames Wasser fließen. Doch ehe die Pilger es mit nach Hause nehmen, stärken sie sich im ‚Kirchenwirt‘ mit seinen berühmten Klosterkrapfen.

Ins Hügelland zwischen Amstetten und Steyr schmiegt sich das Benediktinerstift Seitenstetten. Wie im Kloster die Mönche setzt auch der ‚Mostviertler Ott‘ auf heimische Produkte. Er verwöhnt die Gäste mit Schweinskarree (Mostbraten) und Gemüse.
Nachdem er sich im Dorf Kirchberg in Niederösterreich bei Gamsrücken mit Kirschkompott gestärkt hat, stellt Werner Teufl das nicht weit entfernte Kloster Lilienfeld vor. Durch sein gewaltiges Kirchenschiff mit romanischen und gotischen Elementen ist der Besuch der größten Klosteranlage der Zisterzienser in Mitteleuropa auch eine Reise durch die Zeit.

Europäisches Mittelalterfestival in Dänemark

EUROPÄISCHES MITTELALTERFESTIVAL IN HORSENS/OSTJÜTLAND

Am 28. und 29. August 2009 kommen wieder rund 5.000 kostümierte Gaukler, Musiker, Ritter, Pilger, Mönche, Bauern, Gäste und andere brave Leute zum Europäischen Mittelalterfestival nach Horsens. Am Freitag von 17-24 Uhr und Samstag von 10-24 Uhr wird die Stadtmitte der kleinen Stadt in Ostjütland in die Zeit von vor 800 Jahren zurückversetzt.

In hitzigen Turnieren kämpfen auf dem Platz vor dem Rathaus Ritter hoch zu Roß mit Schwert und Lanze um die Ehre und die Gunst der schönen Jungfrauen. Zwei Tage lang herrscht in den Straßen von Horsens eine mittelalterliche Atmosphäre, mit bunten Trachten und Umzügen, Gauklern und Ablaßverkäufern, Straßenmädchen und Bettlern, Verkaufsbuden mit handwerklichen Erzeugnissen, Essen und Trinken, offenen Werkstätten und Bühnen, wo mittelalterliche Unterhaltung dargeboten wird. Sogar ein Henker geht auf dem Festival um. In den alten Kirchen kann man einer mittelalterlichen Hochzeit beiwohnen, den herrlichen Klang eines Gregorianischen Chorals oder andere schöne Konzerte genießen.

Nach Sonnenuntergang wird es dunkel in Horsens – nur der Schein von Fackeln, offenem Feuer und Kerzen erhellt die Buden und das Leben und Treiben auf dem Markt. Bier und Wein werden in rauen Mengen ausgeschenkt, Spanferkel, Lämmer und ganze Ochsen am Spieß gebraten. Im Angebot sind auch eine Wurst, die nach einem Rezept aus der Zeit der Königin Margrethe I. hergestellt wird, oder leckere Grützen, Meeresfrüchte und Fleischgerichte nach uralter Art. Höhepunkt beider Abende ist eine mittelalterliche Festtafel, an der jeder teilnehmen kann.

http://www.middelalderfestival.dk und VisitHorsens, Søndergade 26, DK-8700 Horsens, Tel. 0045 / 7560 2120, http://www.visithorsens.dk .

Allgemeine Dänemark-Reiseinformation: http://www.visitdenmark.com .

Beginn der Pilger-Saison am Adam’s Peak

Beginn der Pilger-Saison am Adam’s Peak

Am Vollmond-Tag im Dezember, der dieses Jahr auf den 12. fällt, beginnt die alljährliche Pilger-Saison am Adam’s Peak. Anhänger verschiedener Religionen betrachten den Gipfel des Berges als heilig, da sich dort ein 1,80 Meter langer Fußabdruck befindet. Buddhisten halten ihn für den Fußabdruck des Buddha, Hindus sehen darin den des Shiva, Muslime den des Mohammed und Christen den des Adam. Der Aufstieg dauert rund sechs Stunden – der Weg ist abends beleuchtet und von Teestuben gesäumt.

Schlemmen in historischen Gemäuern

Das Kloster Andechs

Das Benediktinerkloster Andechs in Bayern
auf dem Heiligen Berg über dem Ostufer
des Ammersees blickt auf eine lange Tradition
zurück und ist seit mehr als 500 Jahren
ein beliebtes Ziel für Pilger.

Heute bildet es als Anziehungspunkt für
Kulturtouristen aus aller Welt einen Ort
der Begegnung. Berühmt für das exzellente
Bier und die gute Küche sind die Brauerei,
Metzgerei, das Bräustüberl und der
Klostergasthof. Die repräsentativen Räumlichkeiten
des Fürstentraktes und des
Florian-Stadls, wo die alljährlichen Orff-
Festspiele stattfinden, sind ein begehrter
Tagungsort.

Das von Mönchen und Mitarbeitern gemeinsam
erstellte Leitbild bringt die Unternehmenskultur
der Klosterbetriebe anschaulich
auf den Punkt: „Unsere Tradition ist es, fortschrittlich
zu sein; unseren Fortschritt verdanken
wir einer großen Tradition“.

Das Andechser Bräustüberl

Das Andechser Bräustüberl bietet benediktinische
Gastfreundschaft, die auf eine lange
Tradition zurück blickt.
Denn nach der Regel des heiligen Benedikt
„Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen
werden wie Christus“ wurden
Pilger von den Mönchen verköstigt.

Besonders
berühmt ist das süffige Bier, das in der
klostereigenen Brauerei gebraut wird. An
schönen Tagen kann man von den Bräustüberl-
Terrassen den herrlichen Ausblick
auf die bayerischen Alpen und die großartige
Landschaft genießen.

Öffnungszeiten im Bräustüberl: 10.00 Uhr –
20.00 Uhr
Das Bräustüberl ist jeweils geschlossen am
24. Dezember, 25. Dezember, 1. Januar und
am Karfreitag

Der Klostergasthof

Der 1992 renovierte, traditionsreiche Klostergasthof
ist älter als das Kloster Andechs
selbst. Im Jahr 1438 wird er erstmals als
herzogliche Tafernwirtschaft urkundlich
erwähnt. Mitte des 15. Jahrhunderts schenkte
Herzog Albrecht III. die „obere Wirtschaft“
dem neugegründeten Benediktinerkloster
Andechs.

Die schon lange bestehenden Gaststuben
sind: „Kamin-Stüberl“, „Kloster-Stüberl“,
„Hedwig-Stüberl“ und „Marien-Stüberl“.
Außerdem ist ein Theatersaal an den Gasthof
angeschlossen. Das „Florians-Stüberl“, das
„Laurentius-Stüberl“ und das „Orff-Stüberl“
kamen bei der Renovierung neu hinzu.

Information
Klostergasthof Andechs
www.klostergasthof.de

Märchenbauten und Maharadschas: Indien für Einsteiger bei ALDI

Prinzen, Pilger und Paläste: Kaum irgendwo auf der Erde gibt es so viele vergessene Weltwunder wie in Nordindien. 200 Kilometer vor den Toren Neu Delhis öffnet sich Besuchern bis heute die Faszination einer Märchenwelt aus 1001 Nacht. Selten war die Reise auf den Spuren der Maharadschas günstiger, als im kommenden Winter: Ab 899 Euro bietet ALDI die neuntägige Einsteigertour zu den schönsten Palästen und Festungen Rajasthans an. Zu den berühmtesten und prachtvollsten Bauwerken zählt das Taj Mahal – vor mehr als 350 Jahren errichtet als Symbol der ewigen Liebe.

Infos: www.aldi-reisen.de
(Die Indien-Reise ist – neben sechs weiteren Schnäppchen-Reisen – vom 7. bis 30. September buchbar.)

Norwegen: unterwegs auf alten Poststraßen

Einen neuen „Südnorwegentrek“ hat Wikinger Reisen für aktive Skandinavienurlauber entwickelt. Die abwechslungsreiche Route vom Hallingdal-Gebirge ins Fjordland ist mit normaler Kondition und etwas Trekkingerfahrung gut zu schaffen. Besonders interessant für alle, die nicht gern im Zelt schlafen: Die kleinen Trekkinggruppen übernachten ausschließlich in Hotels und Hütten.

Bei der neuen Tour durch den Süden des Landes nutzt man alte Post- und Transportstraßen. Die landschaftlich reizvollen Strecken führten durch Wald- und Seengebiete, über offene Hochebenen und entlang dramatischer Fjordlandschaften. Stationen sind unter anderem das Golgebirge, das Hochgebirge bei Hallesee, Hardangervidda, das Hallingskarvet-Gebirge, das wilde Aurlandstal und die Region um den Naeroyfjord. Die täglichen Gehzeiten liegen bei sechs bis sieben Stunden, die Höhenunterschiede bei 200 bis 600 Meter. Der erste Trek startet Anfang Juli.

Wer lieber eine Wanderstudienreise mit einfachen Wanderungen machen möchte, erlebt unter dem Motto Natur und Kultur „Fjord-Norwegen – Auf historischen Wegen“. Auch diese Tour führt über alte Pilger- und Handelspfade. Für atemberaubende Panoramen sorgen der größte europäische Festlandgletscher Jostedalsbreen, Wasserfälle, Fjorde und grüne Berglandschaften. Eine Bootstour auf dem Geirangerfjord von Geiranger nach Hellesylt, die Zugfahrt über das „Dach Norwegens“ mit der Bergenbahn und ein Aufenthalt in der malerischen Hafenstadt Bergen runden das Programm ab.

Rund um das Thema Skandinavien bietet Erlebnisspezialist Wikinger Reisen eine breit gefächerte Palette in Norwegen, Schweden und Finnland an – vom Wandertrip auf den Lofoten über ein Aktivprogramm mit Wanderungen, Rad- und Floßtouren in Schweden bis zur Rundreise durch alle drei Länder.

Reisepreise und -termine 2007:
Südnorwegentrek, 14 Tg. ab 2.065 Euro(Juli u. Aug.),
Wanderstudienreise, 12 Tg. ab 2.098 Euro (Juli u. Aug.)

www.wikinger.de

Jakobsmuscheln

Bei Didier Robin, junger Chefkoch im Hotel La Chenevière in Port en Bessin, der Unteren Normandie, können die Gäste einen Kochkurs besuchen. Sie lernen von ihm dann zum Beispiel, wie man frische Jakobsmuscheln zubereitet (weitere Informationen unter www.franceguide.com ).
Die Saison ist mit dem Jakobsmuschelfest in Port en Bessin eingeläutet worden und dauert bis Mitte Mai. Die exakten Fangzeiten werden jährlich festgelegt und richten sich nach Einschätzung des verfügbaren Bestandes und des Marktes.

Vor M. Robin steht ein Korb mit ineinander gestapelten Jakobsmuscheln. Sie bestehen aus einer gewölbten unteren und einer flachen oberen Schale mit sich zu einer Seite hin verjüngenden Lamellen, die sich wie ein Fächer, Sonnenstrahlen gleich, aufspannen. Im Mittelalter benutzten Pilger die gewölbte Muschel als Trinkschale. Mit ihr wiesen sie auch ihre Pilgerschaft nach. Die Muschel wurde am Wallfahrtsort verkauft und war wichtige Einnahmequelle. Bis heute ist sie Erkennungszeichen der Pilger und weist die Jakobswege nach Santiago de Compostela aus.
Didier Robin nimmt eine Jakobsmuschel, trennt mit einem Messer den weißen Muskel, der beide Teile zusammen hält, vom flachen Muschelteil ab, hebt ihn hoch und gibt den Blick frei auf die lebende Muschel, die vollständig im gewölbten Teil liegt. Die Hobbyköche sehen den dicken, weißen Muskelstrang, “la noix”, die Nuss, “la barbe”, den Bart mit den sechzig blauen Augen, “le coreil”, den roten Rogen, und eine schwarze Tasche, “la poche noire”. Mit den vielen winzigen Augen erkennt die der Familie der Kammmuscheln angehörende Jakobsmuschel Feinde. Auf der Flucht schwimmt sie schnell meterweise durchs Wasser, indem sie durch rasches Schließen der ungleichen Klappen einen Rückstoß erzeugt. Mit einem Suppenlöffel hebt Robin das gesamte Weichteil heraus und befreit mit der Hand die Nuss von allen übrigen Organen. Der Rogen ist ebenfalls eine Delikatesse, aber zur Zeit noch nicht genügend ausgeprägt. Auch den Bart kann man für eine Bouillon verwenden, aber M. Robin hat es auf die Nuss abgesehen, denn heute gibt es ein Cappacio von frischer Jakobsmuschel. Sie wird ganz dünn aufgeschnitten, schön arragiert und mit dunklen Schokoladensplittern bestreut.

Die Muscheln sind lebende Nahrungsmittel. Sie dürfen in der Muschel nur zwei Tage, die Nuss an sich in Frischhaltefolie zwischen 3 und 4 Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Am besten ist es aber, sie ganz frisch zu genießen und sie dazu ganz kurz in ein bisschen Butter zu braten. So bleiben auch B12, Niacin, Zink und Eisen erhalten.

Vor der normannischen Küste hat die wilde Jakobsmuschel beste Lebensbedingungen: grobkörnigen Sand, Süßwasser aus der Seine, und Plankton, von dem sie sich ernährt. Sie gehört zu den bedrohten Arten und so ist ihr Fang streng reglementiert. Pro Schiff, das nicht länger als 16 Meter sein darf und auf dem nicht mehr als 6 Fischer arbeiten dürfen, darf pro Woche eine Tonne, pro Tag und Fischer dürfen nicht mehr als 250 kg gefischt werden. Die festgesetzte Mindestgröße der Jakobsmuschel beträgt 11 cm.
2/3 der gesamten 15 000 in Frankreich gefischten Tonnen kommen aus der Unteren Normandie. Sie ist dort die meistgefischte Muschelart.

Jedes Jahr am 2. November-Wochenende strömen die Menschen nach Port en Bessin-Huppain, um die Jakobsmuschel zu feiern. Schon einige Tage vor dem Fest stehen die Büdchen am Hafen bereit. Sie sind bunt gestrichen und beherbergen am Wochenende Menschen, die sogar Salz und Zucker in Jakobsmuschelform verkaufen. Kinder bieten Mobilés aus Jakobsmuscheln an und die Fischersfrauen sitzen schon früh morgens dort und schälen Kartoffeln, die sie zu ihren feinen Gerichten reichen. Auch viele Pariser sind da, um sich den Leckerbissen zu sichern. In der großen Fischverkaufshalle, der criée, wo sonst die Fischgroßhändler die Fänge von den Fischern aufkaufen, stehen ausnahmsweise die Fischerfamilien selbst hinter ihren Verkaufsständen und verkaufen die Jakobsmuscheln zwischen 4 und 5 €. Die Fischer verdienen am Kilo 2,66 €. Ganze Berge von Jakobsmuscheln glänzen noch vom Meerwasser, Netzflechter zeigen Kindern die Flechtkunst und lassen mit ihnen zusammen die Schiffchen in den grünen Netzen verschwinden. Am Boden liegt ein echtes Jakobsmuschelfanggerät, eine “drague” (eng. dredge). Die Engländer erfanden es und zogen es nach dem 2. Weltkrieg über die Meeresböden. Die Schleppnetze aus Metall werden ins Meer gelassen, ein Rechen mit 10 cm langen Eisenzähnen gräbt den Meeresboden auf und befördert die vergrabenen Muscheln an die Oberfläche. Sie bleiben in den Netztaschen, deren Maschen nicht kleiner als 11 cm sein dürfen und werden an Bord gezogen.

Der Jakobsmuschel-Appetit der Franzosen ist kaum zu stillen. Letztes Jahr gab es am Sonntag des Jakobsmuschel-Festes keine einzige Jakobsmuschel mehr. Nina Esser

Jakobsmuschel

Jetzt darf die Jakobsmuschel gefangen werden. Ihr Muskelfleisch ist eine Delikatesse

Von Nina Esser

Die Saison hat gerade begonnen, sie ist in Port-en-Bessin mit dem Jakobsmuschelfest eingeläutet worden und dauert bis Mitte Mai. Vor Monsieur Robin steht ein Korb mit ineinander gestapelten Jakobsmuscheln. Sie bestehen aus einer gewölbten unteren und einer flachen oberen Schale mit sich zu einer Seite hin verjüngenden Lamellen. Wie ein Fächer, Sonnenstrahlen gleich, sind sie aufgespannt. Im Mittelalter benutzten Pilger die gewölbte Muschel als Trinkschale. Mit ihr wiesen sie auch ihre Pilgerschaft nach. Bis heute ist sie Erkennungszeichen der Pilger und weist die Jakobswege nach Santiago de Compostela aus.

Kochkurs beim Meister

Didier Robin ist weniger für das Geistige zuständig. Er ist Chefkoch im Hotel La Chenevière im normannischen Port-en-Bessin und gibt auch Kochkurse für die Gäste. Robin nimmt eine Jakobsmuschel, trennt mit einem Messer den weißen Muskel, der beide Teile zusammen hält, vom flachen Muschelteil ab, hebt ihn hoch und gibt den Blick frei auf die lebende Muschel, die vollständig im gewölbten Teil liegt.

Kochschule mit Didier Robin

Die Hobbyköche, die von Didier Robin lernen wollen, sehen jetzt den dicken, weißen Muskelstrang, la noix – die Nuss. Dann erblicken sie la barbe, den Bart mit den sechzig blauen Augen, le coreil, den roten Rogen, und eine schwarze Tasche, la poche noire. Mit den vielen winzigen Augen erkennt die Jakobsmuschel, die zur Familie der Kammmuscheln gehört, ihre Feinde. Muss sie vor ihnen fliehen, schwimmt sie schnell meterweit durchs Wasser. Wenn sie ihre ungleichen Klappen schnell schließt, erzeugt sie einen Rückstoß.

Lesen Sie den gesamten Artikel von Nina Esser:
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/vermischtes/610649.html

Gourmetreisen – Rioja

n-tv, Mittwoch, 02.08., 17:30 – 18:00 Uhr

Die spanische ‚La Rioja‘. Vor Millionen von Jahren wühlten dort Dinosaurier die Erde auf. Die Römer brachten den Weinanbau mit ins Ebroschwemmland. Die Bergklöster Suso und Yuso gelten als die Geburtsstätte spanischer Schriftsprache und seit 1000 Jahren pilgern Bußwillige auf dem unvergleichlichen Jakobsweg, der die ‚La Rioja‘ in Richtung Santiago de Compostela durchquert. Heute zählt das hügelige Binnenland zu den Epizentren des spanischen Weinanbaus und spanischer Kulturgeschichte. ’n-tv Gourmet-Reise‘ nimmt Sie mit auf eine Genuss- und Zeitreise. Wir folgen den Spuren der Pilger vorbei an Kirchen, Klöstern und herbstlichen Weinfeldern, die sich wie farbenprächtige Patchwork-Teppiche aneinander reihen, besuchen traditionsreiche Bodegas und visionäre Weinmacher, genießen die Haute Cuisine der Region in dem Bergdorf Escary und mischen uns in der Altstadt Logronos zum Tapas-Hopping auf der unvergleichlichen Calle del Laurel unter die Szenegänger.