Wegen Bürokratie geschlossen

Auerbachs Keller schließt für einen Tag am 20. April – Grund: Bürokratie

Verordnungen, Vorschriften und Gesetze: Für Bernhard Rothenberger ist eine Grenze erreicht. Der Pächter nutzt den 20. April, um einen ganzen Tag lang seine 110 Mitarbeiter über die neuesten Bestimmungen zu belehren. Ein Verzweiflungsakt.

Bernhard Rothenberger zieht die Notbremse: Für einen ganzen Tag lang schließt der Pächter des Auerbachs Keller Leipzig die Traditionsgaststätte. Die Historischen Weinstuben, der Große Keller, die Bar – am Mittwoch, 20. April, hat nichts geöffnet. Und das zum ersten Mal seit zehn Jahren. So lange wird das weltweit bekannte Traditionslokal von Rothenberger betrieben. Stattdessen nutzen Rothenberger und seine 110 Mitarbeiter die Zeit für gesetzlich vorgeschriebene Unterweisungen. Etwas verzweifelt-sarkastisch nennt Bernhard Rothenberger diese Aktion auch „Tag der Bürokratie“.

„In den vergangenen Jahren haben die gesetzlichen Belehrungen und Vorschriften überhandgenommen. Wir ersticken in Verordnungen. Das ist während der Arbeitszeit nicht mehr zu bewältigen. Die Arbeitszeitordnung zwingt uns in ein enges Korsett, unternehmerische Entscheidungen werden dadurch konterkariert. Deshalb musste ich schweren Herzens diese Entscheidung treffen“, sagt der Chef des Auerbachs Keller. Er habe damit auf einen Hilferuf seiner Abteilungsleiter reagiert, die mit den gesetzlichen Belehrungen und Vorgaben nicht mehr nachkamen. „Wegen der Arbeitszeitordnung hatten wir einfach keinen Spielraum mehr und keine Arbeitszeit für den Gast übrig, weil wir nicht mehr ohne weiteres Überstunden machen dürfen.“

Um Missverständnissen vorzubeugen sagt Rothenberger: „Dinge wie Brandschutz und Erste Hilfe sind wichtig und werden bei uns penibel umgesetzt. Aber bei uns in Deutschland wiehert immer mehr der Amtsschimmel.“

Drei Beispiele:
* In Auerbachs Keller gibt es gesetzlich zwingend einen Bildschirmbeauftragten. Der kontrolliert den Abstand der Bildschirme. Eingeführt wurde das vor Ewigkeiten wegen der Strahlung der Röhrenbildschirme. Mittlerweile wurden diese natürlich längst durch Plasmabildschirme ersetzt. Den Bildschirmbeauftragten gibt es per Gesetz aber immer noch.

* Wegen des Datenschutzes gibt es einen weißen und einen roten Mülleimer. In den roten Mülleimer kommen Briefe, Zettel oder Dokumente, auf denen Namen und Adressen zu sehen sind. Jeden Abend wird der Inhalt geschreddert. Die Schreddermaschine des Auerbachs Keller zerkleinerte in Streifen. Sie musste ausgetauscht werden, weil die Maschine Schnipsel schreddern muss.

* Alle Mitarbeiter erhalten eine Kohlendioxid-Unterweisung. Die ist wichtig bei Schankanlagen, wenn die Ventile für Bier geöffnet werden. Allerdings müssen auch die Mitarbeiter in der Verwaltung diese Unterweisung erhalten. Dabei arbeiten die nur im Büro und bekommen Kohlensäureflaschen gar nicht zu Gesicht.

Am Donnerstag, 21. April, 12 Uhr, können die Gäste dann wieder die besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Auerbachs Keller genießen. Inklusive frisch belehrter Mitarbeiter.

Weintrauben mit weniger Rückstände

Bei Weintrauben werden nur vereinzelt die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände überschritten. Auch Schwermetalle waren kaum nachweisbar, informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Weinreben können von vielen Schadorganismen wie Mehltaupilz, Grauschimmelpilz, Reblaus, Traubenwickler und Spinnmilben heimgesucht werden. Sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau werden sie daher mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Im ökologischen Weinbau dürfen zum Beispiel schwefel- und kupferhaltige Mittel eingesetzt werden, die bereits seit über 100 Jahren verwendet werden.

Rund 11 Prozent der Weintrauben enthielten in den Jahren 2013 und 2014 keine Rückstände. Nur bei 1,3 Prozent aller untersuchten Trauben wurden die Grenzwerte überschritten, zeigen die Untersuchungen im Rahmen der Nationalen Berichterstattung zu Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Lebensmitteln. Im Jahr 2005 stellten die Lebensmittelprüfer noch bei knapp 6 Prozent der untersuchten Proben Höchstmengenüberschreitungen fest. Wobei diese nicht zwangsläufig mit einer Gesundheitsgefahr für den Verbraucher gleichzusetzen ist. In aller Regel können erst sehr viel höhere Konzentrationen die Gesundheit schädigen.

Je nach Herkunftsland gab es aber Unterschiede. Bei südafrikanischen Trauben sind die Grenzüberschreitungen bereits seit zehn Jahren sehr gering (0 bis1 %). Bei italienischen, griechischen und spanischen Trauben hat sich die Situation in den vergangenen Jahren gebessert. Im Jahr 2005 lagen die Überschreitungsquoten noch bei 8,2 Prozent (Spanien), 7,3 Prozent (Griechenland) und 3,3 Prozent (Italien), während im Jahr 2013 gar keine (Griechenland und Spanien) oder nur in Einzelfällen (Italien: 0,8 %) Beanstandungen vorlagen. In türkischen Trauben wurden mit knapp 8 Prozent im Jahr 2013 relativ häufig Grenzwertüberschreitungen entdeckt. Bei Bio-Trauben waren im Jahr 2013 rund 44 Prozent der Proben rückstandsfrei, Überschreitungen der Höchstwerte gab es nicht.

Die Auswertung lässt nicht auf die Gesamtheit der Weintrauben schließen, da die Proben risikoorientiert genommen wurden. Das heißt, dass Lebensmittel, die in der Vergangenheit auffällig geworden sind, häufiger und mit höheren Probenzahlen untersucht werden als solche, bei denen aus Erfahrung keine erhöhten Rückstandsbelastungen zu erwarten sind.
Heike Kreutz, www.aid.de

Beim Ferienjob gesetzlich unfallversichert

Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferien, um als Aushilfen in Betrieben ihre Finanzen aufzubessern. Beliebt sind zum Beispiel Jobs in Hotellerie und Gastronomie. Wie steht es mit dem Versicherungsschutz während des Ferienjobs? Hier gilt ganz klar: Wie alle anderen Beschäftigten des Betriebes stehen Ferienjobber unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Damit gelten für sie auch die selben Regeln:
Hat ein Ferienjobber bei der Arbeit oder auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeits- stätte einen Unfall, dann ist für ihn der sogenannte „Durchgangsarzt“ (D-Arzt) die erste Anlaufstelle. Bundesweit stellen rund 3.500 unfallmedizinisch eigens qualifizierte Chirurgen und Orthopäden in medizinisch-technisch besonders ausgestatteten Einrichtungen nach einem Unfall die bestmögliche medizinische Erstversorgung sicher und entscheiden über die weitere Behandlung.
Und auch bei Aushilfen muss der Unternehmer einen Arbeitsunfall nach spätestens drei Tagen der Berufsgenossenschaft melden. Denn hier laufen alle Informationen über den Stand des Heilungsprozesses und die eingeleiteten Maßnahmen ein. Die BG steuert das Heilverfahren und trägt alle finanziellen Lasten, die durch Heilbehandlung oder sonstige Ansprüche aus dem Arbeitsunfall entstehen. Die Berufsgenossenschaft kümmert sich wenn notwendig auch um die Rehabilitation und Wiedereingliederung.

Zur D-Arzt-Suche: http://lviweb.dguv.de

ÖKO-TEST Altersvorsorge für Selbstständige

Selbstständige sollen nach den Plänen der Regierung künftig verpflichtet werden, eine Altersvorsorge abzuschließen. Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat nun die gesetzlichen und privaten Vorsorgevarianten verglichen und rät, sich wenn möglich in der gesetzlichen Rentenversicherung zu versichern.

Auch wenn die Renditen der gesetzlichen Rente nicht gerade üppig sind, bieten sie höhere Erträge als alle untersuchten privaten Vorsorgeprodukte. Berechnet an einem 55-jährigen Musterkunden bedeutet das: Bei der gesetzlichen Rente erhält er eine sichere Rendite von 1,06 Prozent. Wird er älter als 85 Jahre, liegt die Rendite sogar bei 1,94 Prozent. Bei den privaten Versicherern macht er dagegen einen Verlust von 0,4 bis 1,3 Prozent.

Berücksichtigt man auch noch die Überschusszahlungen, so liegt die Rentenrendite mit 2,34 Prozent fast fünfmal so hoch wie beim schlechtesten privaten Versicherer und 0,6 Prozent höher als beim besten privaten Versicherer.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2012 gibt es seit dem 30. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Gewürze

Pflanzenschutzmittel aus aller Welt

Im Gewürzregal kommt die ganze Welt zusammen – leider nicht nur in puncto Geschmack, sondern auch in Sachen Pflanzenschutzmittel: Bis zu 15 Pestizide stecken in einem Produkt. Darauf macht das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aufmerksam, das verschiedene Paprika-, Oregano- und Curry-Marken ins Labor geschickt hat.

In Gewürzen stecken deshalb so viele unterschiedliche Pestizide, weil die Grundzutaten von zig verschiedenen Feldern der ganzen Welt stammen können und teils stark vermischt werden. Ein Gläschen, auf dem schlicht „Paprika rosenscharf“ steht, kann sich beispielsweise aus einer brasilianischen Sorte für den Grundgeschmack, einer Spur Chili aus Indien für die Schärfe und einer Portion fruchtigem Paprika aus Ägypten zusammensetzen. Außerdem werden oft schon die Grundzutaten in den Herkunftsländern gemischt.

Die Mengen der jeweiligen Pestizide liegen zwar unter den gesetzlichen Grenzwerten, doch wie gefährlich diese Mehrfachrückstände, also die Kombination mehrerer Pestizide, für die Gesundheit sind, weiß keiner. Die Gefahr ist nicht abschätzbar.

ÖKO-TEST rät Verbrauchern, Bio-Gewürze einzukaufen. Der Test zeigt, dass man mit diesen Produkten tendenziell auf der sicheren Seite ist. Ein Markenname wie Fuchs, Ostmann oder Wagner ist dagegen keine Garantie dafür, dass man eine pestizidfreie Ware erhält.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2011 gibt es seit dem 30. September 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Workshops der Antoniewicz Akademie

Termine für Workshops der Antoniewicz Akademie im 1. Halbjahr 2011

16.05.2011 – Cryo Kochen
Cryogene Zubereitungen aus Stickstoff erzeugen einen kulinarischen Mehrwert. Nitros aus cryo-vereisten Massen intensivieren nicht nur Aromen, sondern drehen die Reihenfolge der Geschmackswahrnehmung im Mund um. Darüber hinaus werden subtile und eher unauffällige Geschmackskomponenten im Produkt freigelegt. Das wiederum ermöglicht die Kombination von nicht auf den ersten Blick zueinander passenden Aromen auf überaus harmonische Weise.

06.06.2011 – New Daring Cuisine
Kulinarische Traditionen mit den Augen der Naturwissenschaftler gesehen und naturwissenschaftliche Phänomene in den Händen von visionären Köchen. Neugier auf beiden Seiten, die Liebe zum Essen und der Respekt vor jedem einzelnen Produkt führt zu Staunen auf den Tellern und zu Wundern am Gaumen.

Wie viele Profiköche arbeitet auch Heiko Antoniewicz mit CHROMA type 301 Kochmesser -Design by F.A. Porsche

Die Workshops finden in der Zeit von 10 – 16 Uhr in der WIHOGA zu Dortmund statt. Preis pro Teilnehmer 297,50 € inklusive der gesetzlichen Mwst., Tagesverpflegung, aussagekräftige Unterlagen und Urkunden sind selbstverständlich in der Teilnahmegebühr enthalten.

„Wir wünschen uns bei jedem Seminar mindestens 10 Teilnehmer und es werden maximal 16 Personen an jedem Termin teilnehmen können,“ so der Veranstalter im Gourmet Report Gespräch.

Verbindliche Anmeldungen bitte an:

Antoniewicz GmbH – Postfach 30 01 23 – 44231 Dortmund – Fon +49 231. 42715770 – info@antoniewicz.org – www.antoniewicz.org

Cryo Kochen

Antoniewicz Akademie in der WIHOGA Dortmund: – 5. Juli 2010, 10.00 Uhr – 16.00 Uhr

Cryogene Zubereitungen aus Stickstoff erzeugen einen kulinarischen Mehrwert. Nitros aus cryo-vereisten Massen intensivieren nicht nur Aromen, sondern drehen die Reihenfolge der Geschmackswahrnehmung im Mund um.

Darüber hinaus werden subtile und eher unauffällige Geschmackskomponenten im Produkt freigelegt. Das wiederum ermöglicht die Kombination von nicht auf den ersten Blick zueinander passenden Aromen auf überaus harmonische Weise.

Preis pro Teilnehmer 297,50 € inklusive der gesetzlichen Mwst., Tagesverpflegung, aussagekräftige Unterlagen und Urkunden sind selbstverständlich in der Teilnahmegebühr enthalten.

Bei jedem Seminar sollen mindestens 10 Teilnehmer und es werden maximal 16 Personen an jedem Termin teilnehmen können.

Antoniewicz Akademie in der WIHOGA Dortmund:
Molekulare Küche
30. August 2010, 10.00 Uhr – 16.00 Uhr

Molekulare Küche –
kulinarische Traditionen mit den Augen der Naturwissenschaftler gesehen
und naturwissenschaftliche Phänomene in den Händen von visionären
Köchen.
Neugier auf beiden Seiten, die Liebe zum Essen und der Respekt vor
jedem einzelnen Produkt führt zu Staunen auf den Tellern und zu
Wundern am Gaumen.

Texturgeber
Die molekulare Wirkung von Texturgebern aus Polysaccariden, wie
Algen oder tierischen Proteinen lässt aus Flüssigem, sphärische
Kugeln oder Gemüseravioli entstehen.
Schwieriger ist die Herstellung von Gelees.
Hitzestabilität, Thermoreversibilität, Aushärtungsgrad, Säuretoleranz –
um nur einige Anforderungen zu nennen, die bei ihrer Herstellung an
die Texturgeber gestellt werden.
Sauerkrautgelee trennt die Spreu vom Weizen.

Die hohe Schule des Einsatzes von Texturgebern jedoch ist die
Schöpfung faszinierender Schäume.
Grenzflächenaktive Vermittler ermöglichen die Verbindung von Kaffee
und Fischfond zu einer luftigen Kaffee-Emulsion, die sich zwischen
Austern und Speck türmen lässt.

Preis pro Teilnehmer 297,50 € inklusive der gesetzlichen Mwst., Tagesverpflegung, aussagekräftige Unterlagen und Urkunden sind selbstverständlich in der Teilnahmegebühr enthalten.

Antoniewicz Akademie für Profis: Flavour Pairing

14.06.2010 – Antoniewicz Akademie für Profis: Flavour Pairing

Antoniewicz Akademie in der WIHOGA Dortmund:
Flavour Pairing
14. Juni 2010, 10.00 Uhr – 16.00 Uhr

Neue Genussformeln für die Küche
Warum harmonieren viele Lebensmittel gut miteinander? Warum kann ich Banane mit Petersilie und Avocado mit Speck kombinieren? Die Analyse einzelner Lebensmittel und deren Schlüsselaromen zeigt uns neue Wege für Kreationen in der Küche. Das Produkt im Mittelpunkt erschließen wir eine neue Armomenvielfalt und stoßen ungewohnte Denkprozesse an.
Arbeiten mit dem Rotationsverdampfer, Vakuumübertragungen.

Seminarinhalte:

– Analyse der Schlüsselaromen
– Erfahrung von verschiedenen Einzelaromen
– Synthese neuer Geschmacks-Kombinationen

Preis pro Teilnehmer 297,50 € inklusive der gesetzlichen Mwst., Tagesverpflegung, aussagekräftige Unterlagen und Urkunden sind selbstverständlich in der Teilnahmegebühr enthalten.

Wir wünschen uns bei jedem Seminar mindestens 10 Teilnehmer und es werden maximal 16 Personen an jedem Termin teilnehmen können.

www.antoniewicz.org

Obst und Gemüse vom Wochenmarkt

ÖKO-TEST: Nitrat im Salat und Rucola

Die Tests des ÖKO-TEST-Magazins aus den vergangenen Jahren zeigen, dass die Discounter und Supermärkte die Pestizid- und Schadstoffbelastung bei ihrem Obst und Gemüse besser in den Griff bekommen. Doch wie ist das bei den Wochenmärkten? Wie gut werden diese kontrolliert? Um das herauszufinden, hat das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST in den vier Großstädten Berlin, Frankfurt, Hamburg und München 60 Proben von verschiedenen Gemüse- und Obstsorten eingekauft und in Speziallabors auf mögliche Rückstände von rund 500 Pestizidwirkstoffen und anderen Schadstoffen untersuchen lassen.

Das Resümee der Untersuchung: Die Ware vom Wochenmarkt ist nicht besser oder schlechter als die im Supermarkt. Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, sagt: „Mit den Ergebnissen kann man überwiegend zufrieden sein. Mehr als drei Viertel der untersuchten Obstsorten erhalten eine gute oder sehr gute Beurteilung.“ Allerdings enttäuschten Kopfsalat und Rucola, die hauptsächlich aufgrund hoher Nitratwerte überwiegend schlechte Noten erhalten. Nitrat selbst ist zwar wenig giftig. Es wird bei der Verdauung aber in Nitrit umgewandelt, das wiederum im Magen mit Eiweißen zu krebserregenden Nitrosaminen reagieren kann. In neun Rucolaproben wurde sogar die erlaubte Nitrat-Höchstgrenze für Kopfsalat überschritten. Für Rucola selbst gibt es immer noch keinen gesetzlichen Grenzwert.

Von den 60 Proben überschreitet nur eine Rucolaprobe die gesetzliche Höchstmenge eines Pestizidwirkstoffs. Ansonsten wird zwar noch munter gespritzt, die gesetzlichen Grenzwerte aber nur zu einem geringen Anteil ausgeschöpft. Mehrfachrückstände sind jedoch weiterhin ein Problem. So sind im aktuellen Test gut 20 Prozent der Proben mit fünf und mehr Rückständen belastet, alle allerdings in kleiner bis sehr kleiner Menge. Problematisch sieht ÖKO-TEST so einen Schadstoffcocktail vor allem, weil kaum untersucht ist, wie er sich auf die Gesundheit auswirkt. Toxikologische Studien werden in der Regel nur zu Einzelwirkstofffen gemacht.

Überraschend gut schneidet das ehemalige Sorgenkind, der rote Paprika, ab. Die Gemüseanbauer haben hier inzwischen – teilweise sogar mit Methoden aus dem biologischen Anbau – den Kampf gegen Schädlinge verbessert.

Das ÖKO-TEST-Magazin feiert 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass finden Leser in der aktuellen April-Ausgabe noch mehr Tests als sonst. Das Heft kostet 3,80 Euro und ist ab sofort im Zeitschriftenhandel erhältlich.

AMA-Gütesiegel-Käse: Top-Hygiene ist oberstes Gebot

AMA-GÜTESIEGEL-KÄSE: TOP-HYGIENE IST GRUNDVORAUSSETZUNG

VKI-UNTERSUCHUNGEN BESTÄTIGEN HOHE QUALITÄT BEI EMMENTALER

AMA-Gütesiegel-Käse werden nach Kriterien produziert, die über den gesetzlichen Vorgaben liegen. So sind in der Richtlinie Nulltoleranzen bei Listeria monocytogenes und Salmonellen vorgeschrieben. Eine eben erst abgeschlossene Studie des VKI stellt den in Österreich verkauften Emmentalern ein sehr gutes Zeugnis – soweit es um Mikrobiologie und Sensorik geht – aus, fordert aber eine klarere Herkunftskennzeichnung.

I. KÄSE MIT DEM AMA-GÜTESIEGEL

I.1. AMA-Gütesiegel-Käse: Nulltoleranzen bei Listerien

Die Produktkontrollen für AMA-Gütesiegel-Käse umfassen u.a. folgende Kriterien:

– Nulltoleranz bei Listeria monocytogenes.

– Nulltoleranz bei Salmonellen.

– Strenge Grenzwerte bei anderen Keimen wie z.B. Coliformen, Escherichia coli und Staphylokokken.

– Die strengen Anforderungen des ÖLMB (Österreichisches Lebensmittelbuch) wie z.B. Mindestreifedauer, traditionelles österreichisches Herstellungsverfahren müssen eingehalten werden.

– Jährliche Kontrollen der strengen Hygienevorschriften in allen Betriebsstätten.

– Strenge Kontrolle der Rohstoffherkunft Milch. Beim rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel muss der Wert bestimmende Rohstoff Milch zu 100% aus Österreich stammen.

– Pro Jahr werden im AMA-Gütesiegelprogramm rund 400 Käse jeweils nach 13 verschiedenen Qualitätsparametern untersucht.

I.2. Hohe Marktdurchdringung mit AMA-Gütesiegel-Milchprodukten
„In Österreich ist es sehr leicht, sich sicher zu ernähren. Das trifft in besonders hohem Maße auf Milchprodukte zu. Rund 95% der in Österreich produzierten und verkauften Trinkmilch führt das AMA-Gütesiegel. Bei Milchprodukten, wie z.B. Butter, Topfen, Joghurt, liegt diese Marktdurchdringung je nach Produktgruppe zwischen 60% und 80%. Das AMA-Gütesiegel selbst hat einen Bekanntheitsgrad von 95%. Das sind für die Konsumenten die besten Voraussetzungen für den gezielten Griff zu Lebensmitteln mit ausgezeichneter Qualität und gesicherter Herkunft. AMA-Gütesiegelprodukte bieten Sicherheit, die über den gesetzlichen Normen liegen“, betont DR. STEPHAN MIKINOVIC, GF der AMA Marketing.

I.3. Nur wo AMA-Gütesiegel drauf ist, ist auch AMA-Gütesiegel drinnen
„Bei uns laufen zu den Ereignissen rund um den Quargel aus der Steiermark die Telefone heiß. Viele, fast alle wollen den Unterschied zwischen einer reinen Österreich-Auslobung und konkret dem AMA-Gütesiegel erklärt bekommen. Viele haben bereits erkannt, dass diese beiden Zugänge nicht identisch sind. Bei einer Österreich-Auslobung muss lediglich ein Teil der Wertschöpfung in Österreich erfolgen. Über die Herkunft der Rohstoffe sagt das nicht wirklich etwas aus. Beim rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel hingegen erkennt man die Rohstoffherkunft auf einen Blick sowie auch eine über dem gesetzlichen Standard liegende Qualität. Beide Kriterien unterliegen darüber hinaus auch ständigen strengen Kontrollen. Jährlich werden bei Käse mit dem AMA-Gütesiegel mehr als 5.000 Einzelanalysen durchgeführt. Diese Analysen erfolgen durch akkreditierte Labors. Darüber hinaus werden auch die Betriebsstätten genau überprüft. Weiters gibt es auch Schwerpunktkontrollen zu einzelnen Produktgruppen und Produkten. So hat sich der VKI in letzter Zeit etwa den Emmentaler vorgenommen, der einer der beliebtesten Käsesorten in Österreich ist. Das Ergebnis bestätigt, dass das Vertrauen in unsere Lebensmittel gerechtfertigt ist und dass es sich beim aktuellen Fall um eine Einzelerscheinung handelt“, so DI MARTIN GREßL, Leiter des Qualitätsmanagements in der AMA Marketing.

II. DIE EMMENTALER-STUDIE DES VKI

II.1. Emmentaler-Studie: Zielsetzung und Untersuchungskriterien
Ende November bis Mitte Dezember 2009 wurden 34 Proben Emmentalerkäse im österreichischen Lebensmittelhandel eingekauft und untersucht. Darunter befanden sich sowohl Produkte mit dem AMA-Gütesiegel, dem AMA-Biozeichen sowie Handelsmarken und Importware, sowohl im Ganzen als auch in Scheiben geschnitten. Untersucht wurden chemische, mikrobiologische, physikalische und sensorische Kriterien sowie die Kennzeichnung. Die Probenmuster wurden anonym im österreichischen Lebensmittelhandel gezogen. Die mikrobiologische Untersuchung erstreckte sich auf Listeria monocytogenes, Salmonellen, Coliforme Keime, Escherichia coli und K(+) Staphylokokken.

II.2. Das Ergebnis:
„Wir haben die Emmentaler-Proben auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis der Untersuchung ist sehr erfreulich. In allen Produkten waren Listerien nicht nachweisbar. Erfreulich ist auch, dass der gesamte in Österreich angebotene Emmentaler auch in allen anderen mikrobiologischen Kriterien gut abgeschnitten hat. Mit dem Abschneiden der mikrobiologischen und sensorischen Kriterien sind wir sehr zufrieden. Nur die Herkunftskennzeichnung für Rohstoffe grenzt an Konsumententäuschung. Da wäre dringender Handlungsbedarf“, so ING. FRANZ FLOSS vom Verein für Konsumenteninformation in einem Resümee.

III. LISTERIEN-INFO – TIPPS FÜR DIE KONSUMENTINNEN:
– Rohmilch, die nicht erhitzt wird und die man direkt vom Bauernhof beziehen kann, muss aufgekocht werden.
– Schwangere sollten auf den Genuss von Rohmilchkäse und rohen Fleischerzeugnissen verzichten. Schwangere haben gegenüber der Normalbevölkerung ein zwölffach erhöhtes Risiko für eine Listeriose.
– Schwangere sollten auf den Verzehr von Käserinde grundsätzlich verzichten, da sich Listerien während der Käsereifung auf der Rinde neu ansiedeln können. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln sollte man auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten und besonders Produkte in Vakuumverpackungen vor diesem Datum verbrauchen.
– Auf Sauberkeit in der Küche muss unbedingt geachtet werden: Abwaschlappen, Schwämme, Hand- und Geschirrtücher öfter wechseln.
– Nach der Toilettenbenutzung und dem Kinderwickeln unbedingt Hände waschen. Persönlich Hygiene ist generell ein wichtiger Aspekt.
– Auch bei Fleisch- und Fischgerichten können Listerien vorkommen. Deshalb diese vollständig durchgaren und Fleisch nicht roh essen. Voraussetzung ist, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad Celsius im Kern des Lebensmittels erreicht wird.