Öko-Test: Bio-Lebensmittel

Gesetzliche Grenzwerte: Bio-Lebensmittel sind sicherer als konventionelle Lebensmittel

ÖKO-TEST analysiert Testergebnisse von 2.000 Produkten

Verbraucher vertrauen oftmals darauf, dass Erzeuger von Lebensmittel die gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschreiten. Das gilt sowohl für konventionelle Produkte als auch für Bio-Produkte, bei denen die Vorgaben strenger sind. Doch sind die Lebensmittel aus dem Supermarkt wirklich sicher? Diese Frage hat sich das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST gestellt und deshalb ausgewertet, wie konventionelle und ökologische Lebensmittel die vergangenen sieben Jahren in den Tests abgeschnitten haben.

Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, fasst das Ergebnis zusammen: „Es zeigt sich, dass Bio-Produkte besser und sicherer sind als die konventionellen Lebensmittel.“ Die Testeinkäufer von ÖKO-TEST haben seit dem Jahr 2003 insgesamt 200 Proben von ökologisch hergestelltem Obst und Gemüse bei den Discountern, konventionellen Supermärkten und Bio-Supermärkten eingekauft. Die Laborergebnisse zeigten, dass kein Produkt die gesetzlichen Grenzwerte für Bio-Lebensmittel überschritten hat. Bei 84,4 Prozent der Produkte waren keinerlei Pestizide zu finden. Dafür vergab ÖKO-TEST auch die Durchschnittsnote 1,2.

Weniger gut schnitt das konventionelle Obst und Gemüse ab. Hier erhalten die Supermärkte und Discounter für ihre Ware die Durchschnittsnote 2,6. Von den insgesamt 527 Proben überschritten 8,7 Prozent die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte. Bei nur 13,5 Prozent des Obsts und Gemüses war frei von Pestiziden.

Bei den anderen Lebensmitteln ist die Situation gleich. ÖKO-TEST hat insgesamt 188 Bio-Produkte getestet. Im Durchschnitt erhalten sie die Note 1,73. Die konventionellen Lebensmittel, von denen 1.065 im Labor landeten, schnitten nur mit der Note 2,31 ab.

Die Analyseergebnisse von ÖKO-TEST decken sich weitgehend mit den Erkenntnissen, die die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUAs) in Baden-Württemberg in ihrem Öko-Monitoring gewonnen haben. Dieses hatte im Jahr 2008 insgesamt 557 pflanzliche Lebensmittel aus Bio-Anbau auf Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln untersucht. Hierbei wurden bei der überwiegenden Anzahl der Proben aus ökologischem Anbau keine Rückstände an Pflanzenschutzmitteln gefunden. Laut dem Bericht schneidet wie in den Vorjahren ökologisches Obst und Gemüse deutlich besser ab als konventionell erzeugte Ware. Die Beanstandungsquote bei frischem Öko-Obst und -Gemüse lag 2008 bei 4,9 Prozent, bei verarbeiteten Erzeugnissen lag sie bei 5,3 Prozent.

Die beste Krankenkasse finden

Die beste Kasse finden

Die gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden sich momentan nicht über Beitragssätze, sondern durch unterschiedliche Extraleistungen und Serviceangebote. Zahlt die Krankenkasse die homöopathische Behandlung beim Arzt, übernimmt sie Reiseimpfungen und wie sieht es mit Beratung der Kasse vor Ort oder einer medizinischen Hotline aus? Versicherte müssen sich gründlich informieren, um eine passende Kasse zu finden. Der neue Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ im Internet unter www.test.de/krankenkassen hilft dabei.

Er liefert für 107 gesetzliche Krankenkassen umfangreiche Informationen zum Leistungs- und Serviceangebot. Dazu gehört zum Beispiel, ob die Kasse bei häuslicher Krankenpflege mehr zahlt als gesetzlich vorgeschrieben, ein Hausarztmodell anbietet oder zusätzliche Behandlungsangebote für bestimmte Krankheitsbilder bereithält.

Die gesetzlichen Krankenkassen können verschiedene Wahltarife mit dreijähriger Bindung anbieten. Dazu gehören etwa Tarife mit Beitragsrückzahlung, oder für eine Erstattung von alternativen Arzneimitteln. Die Stiftung Warentest empfiehlt diese Angebote nicht uneingeschränkt. Denn nicht alle Wahltarife sind sinnvoll oder für gesetzlich Versicherte gleichermaßen geeignet.

Der Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ zeigt auf, ob eine Kasse überhaupt zusätzliche Tarife anbietet – und wenn ja, welche. In separaten Produktfindern kann man sich über folgende Tarife informieren und detaillierte Aussagen finden: Wahltarife Alternative Arzneimittel, Wahltarife mit Beitragsrückzahlung, Wahltarife mit Kostenerstattung und sonstige Privatabrechnungen sowie Wahltarife mit Selbstbehalt.

Die Informationen aus dem Produktfinder „Gesetzliche Krankenkassen“ kosten 3 Euro, die für die Wahltarife jeweils 1,50 Euro. Ausführliche Informationen finden sich unter www.test.de/krankenkassen.

Grillen mit Holzkohle im Haus ist lebensgefährlich!

Grillen mit Holzkohle im Haus ist lebensgefährlich!

BfR warnt vor Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Im Rahmen der gesetzlichen Mitteilungspflicht für Vergiftungen wurden dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) acht tödlich verlaufene Vergiftungsfälle mit Kohlenmonoxid gemeldet. In allen Fällen waren in Innenräumen Holzkohlegrills unsachgemäß und wahrscheinlich auch zu Heizzwecken betrieben worden. „Offensichtlich weiß ein Teil der Bevölkerung nicht, wie gefährlich offene Feuerstellen im Innenraum sind“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Der Holzkohlegrill ist etwas für einen gemütlichen Abend im Freien. Er taugt keinesfalls für die Zubereitung von Grillgut im Innenraum oder gar als Heizgerät. Selbst die Nutzung der Restwärme im Innenraum nach dem Grillen kann lebensgefährliche Vergiftungen verursachen.“

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material. Mangelnde Luftzirkulation im Innenraum erhöht die Konzentration des giftigen Gases. Geöffnete Fenster oder Türen bieten keine Sicherheit. Da beim Grillen mit Holzkohlegrillgeräten in Innenräumen die Verbrennungsgase nicht direkt über Kaminsysteme abgeleitet werden, besteht die Gefahr von schweren Vergiftungen, weil sich das Gas im Raum unbemerkt verbreitet. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und nicht reizend. Daher löst es keinen Warneffekt beim Menschen aus. Das Gas ist leichter als Luft und kann sich durch Sauerstoffverdrängung leicht in der Umgebung anreichern. Rasch und unbemerkt wird es über die Lunge aufgenommen.

Kohlenmonoxid ist ein Blutgift, das den Sauerstoff aus der Bindung am roten Blutfarbstoff Hämoglobin verdrängt. Kinder reagieren sehr viel empfindlicher auf Kohlenmonoxid als Erwachsene und zeigen daher schneller Vergiftungssymptome. Bei leichten Vergiftungen leiden die Patienten unter Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und erhöhtem Herzschlag. Bei mittelschweren bis schweren Vergiftungen zeigen die Betroffenen meist eine kirschrot-gesunde Hautfarbe, die den wahren Gesundheitszustand verschleiert. Besonders wenn Alkohol getrunken wurde, wird die Situation häufig falsch eingeschätzt. Doch es besteht hier Lebensgefahr, und die Betroffenen müssen so schnell wie möglich vom Notarzt durch Sauerstoffgabe und Beatmung behandelt werden.

Im Jahr 2008 wurden dem BfR im Zuge der ärztlichen Meldungen von Vergiftungen leichte und mittelschwere Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen gemeldet. Die in den vergangenen Wochen angezeigten Todesfälle zeigen jedoch, dass unsachgemäß verwendete Holzkohlegrills im Innenraum ein weiteres, möglicherweise nicht erkanntes, Gefahrenpotenzial bergen. Sogar die Nutzung der Restwärme des verlöschenden Holzkohlegrills im Innenraum kann lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen.

Seit wenigen Jahren sind kohlebeheizte Tischgrills im Handel, die auch für die Nutzung im Innenraum beworben werden und den Eindruck erwecken, dass offene Feuerstellen im Innenraum ohne direkten Abzug ungefährlich sind. Zur Verharmlosung der Gefahren können auch Werbemaßnahmen beitragen, die Grillparties im Wohnzimmer zeigen. Recherchen des BfR lassen vermuten, dass in einigen Fällen die Betroffenen durch solche Spots angeregt wurden, bei Regen ihre eigenen Grillparties nach innen zu verlegen und die Restwärme des Grills zum Heizen zu nutzen.

Das BfR weist nachdrücklich daraufhin, dass Holzkohlegrills wegen der erheblichen Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid nicht im Innenraum verwendet werden dürfen. Das gilt auch, wenn Türen und Fenster geöffnet sind, weil die Belüftung nicht ausreicht.

Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände 2007

Deutsches Obst und Gemüse hält gesetzliche Höchstgehalte für Pflanzenschutzmittel weitgehend ein

BVL stellt „Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände 2007“ vor

2,7 Prozent der aus Deutschland stammenden Obst- und Gemüseproben überschritten 2007 die gesetzlichen Höchstgehalte für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Bei Waren aus anderen EU-Mitgliedstaaten waren dies fünf Prozent, bei Obst- und Gemüseproben aus Nicht-EU-Ländern 9,5 Prozent. Dies sind Ergebnisse der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände 2007“, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Grundlage von Daten der Bundesländer heute in Braunschweig veröffentlicht hat.

Neben Obst und Gemüse werden auch alle anderen Lebensmittel auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. In der Gesamtheit aller 17.700 untersuchten Lebensmittelproben wurden in rund 39 Prozent keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Rückstände unterhalb der gesetzlichen Höchstgehalte wurden in 57 Prozent der Proben festgestellt. Mit 4,5 Prozent sank der Anteil von Proben, die die gesetzlichen Höchstgehalte überschritten gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent. In diesen Zahlen sind konventionell und ökologisch erzeugte Lebensmittel zusammengefasst.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder konzentriert sich bei der Probenahme und der Untersuchung auf Lebensmittel, bei denen bereits in der Vergangenheit häufig Rückstände festgestellt wurden.
Der Anteil von Proben, bei denen Pflanzenschutzmittelrückstände festgestellt wurden, ist daher überproportional, so dass die in der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände“ gemachten Angaben nicht repräsentativ für die Gesamtheit der auf dem Markt befindlichen Lebensmittel sind.

Die überprüfte Säuglings- und Kleinkindernahrung überschritt in keinem Fall die Höchstgehalte. Fast 83 Prozent der beprobten Kleinkindernahrung wiesen keine Pflanzenschutzmittelrückstände auf.

Bei Blumenkohl, Broccoli, Kartoffeln, Karotten und Bananen wurden in weniger als einem Prozent der Proben die Rückstandshöchstgehalte überschritten. Aubergine, Grünkohl, Rucola, Tee, frische Kräuter und Gurken überschritten hingegen häufiger die gesetzlichen Höchstgehalte.

Von den 1394 untersuchten Obst- und Gemüse-Proben aus ökologischem Anbau konnten in rund 83 Prozent keine Pflanzenschutzmittelrückstände festgestellt werden, 16 Prozent der Proben enthielten Rückstände in geringsten Spuren, die in mehr als der Hälfte der Fälle mit bis zu 0,01 Milligramm je Kilo deutlich unterhalb der gesetzlichen Höchstgehalte lagen. Bei 0,9 Prozent (13 Proben) wurden die Höchstgehalte überschritten. Insgesamt wiesen Lebensmittel aus ökologischem Landbau damit deutlich seltener und in geringerem Umfang Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf als konventionell erzeugte Lebensmittel. Auch Überschreitungen der Rückstands-Höchstgehalte traten seltener auf.

In 40,9 Prozent aller Lebensmittelproben wurde mehr als ein Rückstand gefunden. Der Anteil der Proben mit Rückständen mehrerer Pflanzenschutzmittel sank im Vergleich zum Vorjahresbericht um 0,7 Prozent. Ein Grund für Mehrfachrückstände kann beispielsweise die Zusammensetzung einer Probe aus unterschiedlichen Partien sein. Auch ein gemäß guter fachlicher Praxis erwünschter Wechsel der angewandten Wirkstoffe, durch den die Entwicklung von Resistenzen bei Schaderregern vermieden wird, kann zu Mehrfachrückständen führen. An der wissenschaftlichen Bewertung solcher Mehrfachrückstände wird weiter gearbeitet. Konkrete Risiken für die Verbraucher sind derzeit nicht bekannt.

Der gegenüber dem Vorjahr gesunkene Anteil von Proben mit Rückständen über der Höchstmenge ist unter anderem auf die fortschreitende Harmonisierung der Rückstandshöchstgehalte auf EU-Ebene zurückzuführen. Auch die Verbesserung der landwirtschaftlichen Praxis und der Qualitätssicherung der Produzenten und des Handels haben einen Beitrag geleistet.

Eine Überschreitung von Rückstandshöchstgehalten ist selten mit einer Gefährdung der Gesundheit der Verbraucher gleichzusetzen. Bei Überschreitungen der Höchstgehalte schätzt die zuständige Überwachungsbehörde das gesundheitliche Risiko für den Verbraucher ab. Die Überschreitungen von Höchstgehalten werden von den Behörden der Länder generell verfolgt und geahndet.

Bei 40 von insgesamt 17.700 untersuchten Proben konnte 2007 jedoch auf Grund deutlicher Überschreitungen der Höchstgehalte ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher nicht ausgeschlossen werden. In diesen Fällen hat das BVL die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Überwachungsbehörden der anderen Bundesländer sowie die EU-Kommission und andere Mitgliedstaaten über das Europäische Schnellwarnsystem informiert. Von den 40 Proben mit deutlicher Überschreitung der Höchstgehalte stammte keine aus Deutschland, während 18 Proben in der Türkei und 13 Proben in Spanien ihren Ursprung hatten.

Im Jahr 2007 wurden 17.700 Proben von den Fachbehörden der Bundesländer im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung und des Lebensmittelmonitorings auf das Vorkommen von Pflanzenschutzmittelrückständen geprüft. Das waren 165 mehr als im vorangegangenen Berichtsjahr. Die Proben wurden auf 765 Wirkstoffe untersucht, wobei nicht jede Probe auf das gesamte Stoffspektrum analysiert wurde. Im Durchschnitt wurden die Proben auf Rückstände von 231 Stoffen untersucht. Damit wurde insgesamt seitens der Überwachungsbehörden die Untersuchungsintensität gegenüber dem Vorjahr noch einmal gesteigert.

Neue Pestizidzulassung in der EU

Neue Pestizidzulassung in der EU
Win-win Situation für Alle, Herausforderung oder Luftnummer?

Am 13. Januar 2009 hat das europäische Parlament die Pflanzenschutzmittelpolitik durch seine Zustimmung zu zwei gesetzlichen Regelungen auf neue Füße gestellt. Sie regeln künftig unmittelbar die Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen auf EU-Ebene und die nationale Zulassung und das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Nachdem der erste Rauch sich verzogen hat, eine Mengewuchtiger Stellungnahmen abgegeben sind und die Aufgeregtheit sich ein wenig gelegt hat, darf man vorsichtig die Frage stellen: Was passiert wirklich?

Die neu eingeführten Ausschlusskriterien bedeuteten den Abschied von der 500 Jahre alten Erkenntnis, dass die Dosis das Gift mache, meint der Industrieverband Agrar. Das Pestizid-Aktionsnetzwerk freut sich zwar über viele gute Ansätze, moniert aber, dass Pestizide, die das Immun- und Nervensystem schädigen oder die gefährlich für Bienen sind, weiter eingesetzt werden dürften. Wenn auch unter strengeren Prüfungen. Die Wasserwirtschaft erwartet sinkende Kosten für die Entfernung von Pflanzenschutzmitteln aus dem Trinkwasser, während der Deutsche Bauernverband zwar anerkennt, dass das neue Paket in die richtige Richtung weise, es stelle die Landwirte aber vor große Herausforderungen, da wichtige Wirkstoffe vielleicht nicht mehr verfügbar seien.

Dass der bis zuletzt erbitterte Widerstand der Industrie und der Landwirte nun kaum noch laut artikuliert wird, liegt wohl vor allem daran, dass man das neue Recht mit einem komfortablen Zeitfenster versehen hat. Das Verbot greift schrittweise, geltende Zulassungen dürfen ausgeschöpft werden. Manche gehen bis über 2016 hinaus. Und auch danach gibt es in Einzelfällen Ausnahmeregelungen, in denen ein Wirkstoff für den Pflanzenschutz nachweislich unverzichtbar ist.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz versucht, der aufgeregten Diskussion die Dramatik zu nehmen. Auf Basis einer Analyse des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit seien voraussichtlich 18 zugelassene Wirkstoffe betroffen, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung stören. Das entspräche ca. sieben Prozent der derzeit in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe. Es sei davon auszugehen, dass sich die möglichen negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in einem überschaubaren Rahmen bewegten.

aid, Britta Klein

ÖKO-TEST Tee

ÖKO-TEST Tee

Stark belastet

Tee ist teilweise stark mit Pestiziden belastet. Bis zu 23 verschiedene Spritzgifte waren in einem Produkt nachweisbar, in anderen lag die Belastung über den gesetzlichen Grenzwerten. Das zeigt eine Untersuchung in der aktuellen November Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins.

Auf dem Prüfstand waren 30 schwarze und grüne Tees, darunter sieben aromatisierte Produkte. Untersucht wurden sowohl Teebeutel vom Discounter als auch Tees in mittlerer Preislage aus Fachgeschäften. Nur drei Produkte bekamen das Testurteil „sehr gut“, zehn Marken fielen dagegen mit „ungenügend“ durch.

Besonders belastet waren die als gesund geltenden Grüntees. In vier Produkten lag für insgesamt sechs Pestizide die Belastung über den Grenzwerten.

Das zweite Problem ist die Mehrfachbelastung. 23 verschiedene Spritzgifte fanden sich in einem Produkt von Teekanne, 14 in einem Tee von Aldi-Nord. Nur in fünf der 30 untersuchten Marken waren überhaupt keine Pestizide nachweisbar.

Auch bekannte Namen schützen nicht vor Pestiziden. Im Windsor-Castle Green China Tea lagen zwei Spritzmittel über der gesetzlichen Höchstmenge.

BVL veröffentlicht detaillierte Daten zu Pflanzenschutzmittelrückständen

BVL veröffentlicht detaillierte Daten zu Pflanzenschutzmittelrückständen

Verbraucherinformationsgesetz ermöglicht dem BVL den Ausbau seines Informationsangebots

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute in Berlin detaillierte Untersuchungsergebnisse von Lebensmittelproben veröffentlicht, bei denen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln unterhalb wie oberhalb der gesetzlichen Höchstmengen gemessen wurden. Das BVL hatte diese Daten bereits in zusammengefasster Form im Rahmen der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände“ publiziert.

Die neue, detaillierte Veröffentlichung von Proben, in denen der Rückstand nur eines Wirkstoffs gefunden wurde, erweitert das bestehende Informationsangebot. Die heutige Veröffentlichung enthält auch die Proben mit nur einem nachgewiesenen Wirkstoff, dessen Gehalt unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen lag. Bislang hatte das BVL neben zusammengefassten Berichten bereits im Detail über Höchstmengenüberschreitungen und Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel in einer Probe berichtet.

Das BVL nutzt damit die durch das Verbraucherinformationsgesetz geschaffene Möglichkeit, in der Behörde verfügbare Informationen zu publizieren, soweit keine persönlichen Daten oder Betriebsgeheimnisse betroffen sind. Die nun vollständige Übersicht der gemessenen Pflanzenschutzmittelrückstände ist insbesondere für Handelsunternehmen, den Obst- und Gemüsebau sowie Verbraucherverbände von Interesse.

Obst und Gemüse werden von der Lebensmittelüberwachung der Bundesländer auf Rückstände untersucht. Ein großer Teil der Ergebnisse wird dem BVL mitgeteilt. Das BVL wertet diese Daten aus und informiert die Bundesregierung, die EU-Kommission und die Öffentlichkeit über Rückstände in Lebensmitteln.

Die Daten zu Proben, in denen der Rückstand nur eines Wirkstoffs gefunden wurde, sind online verfügbar:

Für das Jahr 2006:
http://www.bvl.bund.de/cln_027/DE/01__Lebensmittel/00__doks__download/eg2006-psm-tab-E-Einzelrueckstaende,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/eg2006-psm-tab-E-Einzelrueckstaende.pdf

Für das Jahr 2005:
http://www.bvl.bund.de/cln_027/DE/01__Lebensmittel/00__doks__download/eg2005-psm-tab-E-Einzelrueckstaende,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/eg2005-psm-tab-E-Einzelrueckstaende.pdf

Vorbild REWE

REWE & toom geben Signale zum Jugendschutz beim Alkoholverkauf – Neues Sicherheitssystem an den Kassen unterstützt die Alterskontrolle

Die Kölner REWE Group verstärkt ihr Engagement für den Jugendschutz in Deutschland über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus: Ab sofort unterstützt ein zweistufiges Sicherheitssystem an den Kassen der über 2.500 REWE Märkte und 150 toom Verbraucher- und Getränkemärkte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutschlandweit bei der Alterskontrolle im Zuge des Verkaufs von Alkohol, Tabakwaren, CDs und DVDs.

Die besorgniserregende Entwicklung rund um den Alkohol- und Tabakkonsum von Jugendlichen in Deutschland veranlasst die REWE Group, die Kontrollen an den Kassen ihrer REWE und toom Märkte zu verschärfen. Damit will das Handelsunternehmen seiner Verantwortung in Sachen Jugendschutz noch effektiver gerecht werden.

So soll künftig ein zweistufiges Sicherheitsverfahren insbesondere die Abgabe von Alkohol und Tabakwaren an Minderjährige gänzlich ausschließen. Auch der Verkauf von Medien, die mit jugendgefährdenden Inhalten bespielt sind, wird künftig noch schärfer kontrolliert. Verbunden mit einem Hinweis auf dem Kassendisplay ertönt ab sofort beim Kauf eines solchen Produktes an der Kasse ein akustisches Signal, und die Kasse wird gesperrt. Die Marktmitarbeiter werden auf diese Weise noch einmal gesondert darauf hingewiesen, das Alter des Käufers zu kontrollieren. Erst nach Betätigen der Freigabetaste kann weiter kassiert werden.

Im Zweifelsfall muss immer der Ausweis vorgelegt werden. Denn wer eine Flasche Wodka oder eine Packung Zigaretten kaufen möchte, muss 18 Jahre alt sein. Für Feuerzeug oder Bier beispielsweise liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren.

„Wir tun dies über die gesetzlichen Vorgaben hinaus“, betont Jan Kunath, Leiter Vollsortiment National der REWE Group. „Als zweitgrößter Lebensmittelhändler Deutschlands handeln wir hierbei allein aus dem Bewusstsein unserer gesellschaftlichen Verantwortung heraus.“

Cumarin

Frühstücksprodukte von Nestlé und Dr. Oetker kaum noch mit Cumarin belastet, Milchreis Apfel-Zimt von Dr. Oetker jedoch über gesetzlichem Höchstwert

Aktuelle Laboruntersuchungen im Auftrag von foodwatch haben ergeben, dass im März 2008 gekaufte Frühstücksflocken „Cini Minis“ von Nestlé und „Vitalis Crunchies Zimt“ von Dr. Oetker mit weniger als 0,5 Milligramm Cumarin je Kilogramm Produkt belastet sind. Damit werden die gesetzlichen Vorgaben von maximal zulässigen 2 Milligramm für die leberschädigende und krebsverdächtige Substanz Cumarin deutlich unterschritten. Dies gilt nicht für den ebenfalls im März 2008 gekauften „Milchreis Apfel-Zimt“ von Dr. Oetker, der mit 2,3 bzw. 2,7 Milligramm im vorschriftsmäßig zubereiteten verzehrsfertigen Produkt gemessen wurde.

Ein unabhängiges Labor hatte im Auftrag von foodwatch Anfang November 2007 festgestellt, dass „Cini Minis“ das Siebenfache der zugelassenen Höchstmenge von 2 Milligramm Cumarin pro Kilogramm enthielten. Nestlé reagierte nach anfänglichem Abwiegeln auf den öffentlichen Druck und kündigte an, das Herstellungsverfahren für das Frühstücksprodukt „Cini Minis“ umzustellen. Nestlé setzt nunmehr eine Cumarin-arme Zimtsorte und nicht näher deklariertes Aroma ein.

foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode wertete das Einlenken von Nestlé als Erfolg für die Arbeit von foodwatch. „Auch der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern muss sich an geltendes Recht halten“, so Bode. Es sei bedauerlich, dass Nestlé auf der Verpackung nicht deutlich auf die Rezepturänderung hinweise.

Die Testergebnisse für „Vitalis Crunchies Zimt“ von Dr. Oetker zeigen die weitgehende Cumarin-Freiheit des Frühstücksprodukts. Allerdings verstößt das Oetker-Produkt „Milchreis Apfel-Zimt“ nach wie vor gegen die EU-Aromenrichtlinie und die deutsche Aromenverordnung. Thilo Bode sieht das Testergebnis von „Vitalis Crunchies Zimt“ als gute Nachricht für die Verbraucher. „Der Milchreis der Sorte Apfel-Zimt zeigt jedoch“, so Thilo Bode, „dass Dr. Oetker den gesetzlichen Höchstwert immer noch nicht flächendeckend einhält.“ Die Verbraucher hätten ein Recht darauf, vor giftigen Substanzen wie dem leberschädigenden und krebsverdächtigen Cumarin geschützt zu werden, so Bode.

Wirte begrüßen Absage an totales Rauchverbot

WKÖ und Gewerkschaft erarbeiten Details der Lösung bis Ende
April – Schutz der Mitarbeiter im Service zentrales Anliegen –
Wahlfreiheit essentiell für Überleben kleiner Lokale

Der Fachverband Gastronomie der Wirtschaftskammer
Österreich wurde nun gemeinsam mit dem Sozialpartner VIDA auch
offiziell von der Bundesregierung mit der Ausarbeitung der Details
zur angekündigten gesetzlichen Regelung des Nichtraucherschutzes in
der Gastronomie beauftragt.

„Die erste Verhandlungsrunde von Gesundheitsministerin Andrea
Kdolsky und Sozialminister Erwin Buchinger und die darin beschlossene
Einbindung der Sozialpartner hat uns einen großen Schritt in Richtung
eines partnerschaftlichen Miteinanders weitergebracht“, begrüßt
Fachverbands-Obmann Helmut Hinterleitner die Absage der Politik an
ein totales Rauchverbot in der heimischen Gastronomie. Der
Fachverband ist sehr optimistisch, dem Auftrag der beiden
Bundesminister gemäß in den nächsten Wochen gemeinsam mit der
Gewerkschaft VIDA die Details eines für die Gäste, die Gastronomen
und deren Mitarbeiter optimalen Modells zu erarbeiten, das auch im
Sinne des Arbeitnehmerschutzes ist.

„Ein-Raum-Lokale dürfen nicht diskriminiert werden“

Für Hinterleitner gilt es vor allem in den kommenden Gesprächen
sicherzustellen, dass die Wahlfreiheit für Betriebe mit nur einem
Gastraum gewährleistet wird: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass man wegen
möglicher rechtlicher Probleme von einer starren Quadratmetergrenze
offenbar abgehen will.“ Gleichzeitig begrüße er, dass Ein-Raum
Betrieben, bei denen eine räumliche Trennung nicht möglich ist, die
Wahlfreiheit zugesprochen werden soll. Sie sollen sich – für den Gast
klar sichtbar – als Raucher- oder Nichtraucherlokal deklarieren.

Die Ausarbeitung von Kriterien, unter denen eine räumliche
Trennung nicht möglich ist, wird Gegenstand der nächsten Gespräche
sein. Hier geht es vor allem darum, dass einfache und handhabbare
Lösungen gefunden werden, so Branchensprecher Hinterleiter
abschließend.