fair-fish

25. September: fair-fish in Zürich

Im Rahmen der Messe LifeFair findet ein Workshop zur nachhaltigen Fischerei statt, mit Beiträgen von Mariann Breu (WWF), Billo Heinzpeter Studer (fair-fish) und Rolf Schatz (Dä Neu Fischer).
Sonntag, 25. September 2011, 13:30-15:20 Uhr in Zürich-Oerlikon.
Details: http://www.fair-fish.ch/aktuell

8. Oktober: fair-fish in Bremerhaven

Tagung «Wem gehört der Fisch?»: Kleinfischer unterliegen im Wettkampf mit der industriellen Fischerei, während Fischkonsum und Fischhandel stetig zunehmen. Es referieren Kai Kaschinski (Fair Oceans), Rainer Froese (IFM-GEOMAR), Francisco Mari (Evang. Entwicklungsdienst), Marc Nolting (GTZ), Gaoussou Gueye (CONIPAS, Senegal), Billo Heinzpeter Studer (fair-fish) u.a.m.
Freitag 8. Oktober 2011, 10.30-18.00 Uhr in Bremerhaven.
Details: http://www.fair-fish.ch/was-wer-wo/wo/deutschland

Voranzeige: 1. Dezember: fair-fish in Graz
Details: http://www.fair-fish.ch/was-wer-wo/wo/oesterreich

Fischerei in Salzburg

In Salzburg gibt es 9.500 registrierte Fischer. Die wenigsten von ihnen leben vom Fischfang, die meisten sind Hobbyfischer.

Die Dokumentation ‚Fischerei in Salzburg‘ zeigt die Jagd nach Hechten am Wolfgangsee, Fliegenfischer im Bluntautal, die Situation von Berufsfischern, die kulinarische Seite der Fischerei, die Zucht von gefährdeten Fischarten und deren ökologische Bedeutung sowie die Eisfischer im Winter.

3sat, Dienstag, heute, 12:35 – 13:00 Uhr

Kolja Kleeberg

Kommenden Montag erscheint nun die zweite Ausgabe des Rezeptbooklets von „Lidl. Genuss mit Stern“ in diesem Jahr, die Sie in der Anlage finden.

Nachdem sich in der ersten Ausgabe alles um die genussvolle Winterzeit drehte, wenden sich Lidl und Kolja Kleeberg diesmal maritimen Köstlichkeiten zu. Unter dem Motto „Mee(h)r genießen“ präsentiert der Sternekoch unter anderem ein delikates Rezept für Tomatencrème ‚Aurora‘ mit krossen Seelachs-Spießen.

Des Weiteren erklärt Kolja Kleeberg den Lidl-Kunden, wie man Fisch richtig filetiert. Passend zu Fisch stellt der Sternekoch in seiner Weinschule einen Lieblingswein der Deutschen – den Riesling – vor.

Darüber hinaus erhalten die Leser einen Einblick in das Thema „verantwortungsvoller Fischfang bei Lidl“ sowie in den Ursprung und die Bedeutung des MSC-Siegels (Marine Stewardship Council) für nachhaltige Fischerei.

Rechtzeitig zur Hochphase des Karnevals veranstaltet „Lidl. Genuss mit Stern“ auch wieder ein Online-Gewinnspiel. Den Teilnehmern winken dabei tolle Gewinne wie beispielsweise Koch-Sets. Das Gewinnspiel startet am 21. Februar 2011 unter www.lidl-genuss.de/gewinnspiel.

Die Inhalte dieses Booklets, alle Aktionen sowie weitere Rezepte und Küchentipps von Kolja Kleeberg finden sich auch auf der Internetseite www.lidl-genuss.de. Bildmaterial zur Kampagne finden Sie ebenfalls unter dieser Adresse.

„University of Fish“: Das Dorschwunder

War es ein Wunder oder doch eher eine Verkettung glücklicher Umstände, dass sich der Dorschbestand in der östlichen Ostsee entgegen landläufiger Befürchtungen erholte? Dieser Frage widmete sich am Montagabend Dr. Christopher Zimmermann im Rahmen der „University of Fish“, der Vorlesungsreihe rund um Fisch und Meeresfrüchte von „Deutsche See“. Der Fischereibiologe und stellvertretende Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei hielt seinen Vortrag vor der interessierten Öffentlichkeit in Hamburg.

Noch vor wenigen Jahren führte der dramatische Rückgang des Dorschbestandes in der östlichen Ostsee zur Besorgnis unter Wissenschaftlern, Politikern, in der Industrie und bei Umweltverbänden. Laut Dr. Christopher Zimmermann war es Anfang der 1990er Jahre zu einer ökologischen Verschiebung des Gleichgewichts gekommen. Als Ursache für die Reduzierung des Bestandes nennt der Fischereibiologe klimatische Veränderungen, einen damit einhergehenden Rückgang der Nachwuchsproduktion der Dorsche sowie eine nicht an diese Situation angepasste Fischerei. Bei den Experten führte diese Entwicklung zu Meinungsverschiedenheiten, ob und wie der Bestand zu retten sei. Und dann erholte sich der Dorsch wie durch ein Wunder. Wie es dazu kam, erläuterte Zimmermann in seinem Vortrag.

Zunächst waren die Umweltbedingungen im Jahr 2007 etwas vorteilhafter für die Nachwuchsproduktion der Dorsche. Starkwinde zur richtigen Zeit sorgten für einen stärkeren Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee. Der Salzwassergehalt spielt eine wichtige Rolle bei der Nachwuchsproduktion vieler Fische in diesem Meer. Ist er zu gering, können sich beispielsweise Dorsche nicht mehr vermehren. Selbst ein vergleichsweise schwacher Salzwassereinstrom wie im Jahr 2007 führt jedoch unmittelbar zu stärkeren Nachwuchsjahrgängen.
Neben diesen ökologischen Faktoren trugen auch politische Veränderungen zur Erholung des Dorsches bei. So kam es in Polen, ebenfalls im Jahr 2007, zum Wechsel der politischen Führung. Die neue Regierung legte ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der illegalen Fischerei, die großen Schaden bei den Beständen anrichtet. In der Folge reduzierten sich die polnischen Fänge im Jahr 2008 um 50 Prozent. Zur gleichen Zeit wurde der EU-Fischereimanagementplan implementiert, der die Fangquoten stabilisiert. Sie dürfen ab diesem Zeitpunkt nur noch um 15 Prozent vom Vorjahr abweichen. Somit blieb dem etwas zahlreicheren Nachwuchs aus dem Jahr 2007 genügend Zeit, in Ruhe heranzuwachsen, ohne einem zu hohen Fischereidruck ausgesetzt zu sein. Die Entwicklung von Fischbeständen ist, das machte Zimmermann deutlich, ausgesprochen dynamisch. Die Anzahl der Tiere innerhalb eines Bestandes variiert, beeinflusst durch natürliche Faktoren und den Eingriff des Menschen.

Dank der stabilen Quotenregelung stehen dem östlichen Dorschbestand auch weiterhin, so Zimmermann, „goldene Zeiten“ bevor. Den Zuhörern der „University of Fish“ riet er deshalb, guten Gewissens wieder Dorsch aus der Ostsee zu genießen.

Bereits zum fünften Mal veranstaltet „Deutsche See“ Fischmanufaktur die beliebte Vorlesungsreihe „University of Fish“ rund um Fisch und Meeresfrüchte. Von November 2010 bis März 2011 erwarten die interessierten Zuhörer spannende und abwechslungsreiche Vorlesungen. Ob zum Thema Aquakulturen, Nachhaltigkeit, Food Blogs oder Kochen mit Fisch – an vier Terminen wird an der Universität Hamburg nicht nur referiert, sondern auch diskutiert.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz und wurde dafür im November 2010 als „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“ mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Der Vorkoster (Folge 3)

WDR Fernsehen, Montag, 19. Juli 2010, 20.15 – 21.00 Uhr –
Der Vorkoster (Folge 3) –
Fisch

Die Deutschen essen immer mehr Fisch, denn er ist reich an Eiweiß, fettarm
und liefert Jod, Selen sowie das wichtige Omega 3. Doch Tier- und
Umweltschützer warnen: Unsere Meere sind überfischt und einige Tierarten
sollen zudem hochgradig mit Schwermetallen belastet sein. Was also kann
der verantwortungsvolle Verbraucher tun, wenn er auf Lachs, Thunfisch und
Co trotzdem nicht verzichten will? Der Vorkoster Björn Freitag will es genau
wissen: Welchen Fisch kann man noch ohne schlechtes Gewissen essen?
Wie belastet sind die unterschiedlichen Arten und wie frisch ist „frischer
Fisch“ in NRW wirklich? Und woran erkennt man, was wirklich „fangfrisch“
auf dem Teller liegt?

Für den Sternekoch geht es vom Fischmarkt zurück zum Züchter und vom
Supermarkt um die Ecke ins Labor. Einen Fisch nimmt er dabei ganz genau
unter die Lupe: die Forelle, den beliebtesten regionalen Fisch aus NRW. Er
kauft beim Züchter, im Supermarkt und im Bio-Laden und zeigt, anhand
welcher Kriterien der Kunde erkennen kann, wie frisch der Fisch tatsächlich
ist. Wichtigste Kriterien neben dem Geruch: die Biegsamkeit des toten
Tieres und die Farbe der Augen. Auch bei der Zubereitung spart der
Sternekoch nicht mit hilfreichen Tipps, unter anderem wie man am besten
mit den lästigen Gräten umgeht. Beim Geschmackstest erlebt er eine
Überraschung, denn der Siegerfisch ist nicht der, von dem es Der Vorkoster
erwartet hatte.

Nicht alle Qualitätskriterien lassen sich durch Geschmack und Optik
erkennen – deshalb schickt Björn Freitag die gekauften Fische ins Labor.
Hier sollen sie auf Keime und Bakterien untersucht werden. Unterdessen
will er herausfinden, woher die Tiere genau stammen. Seine Reise führt ihn
nicht nur zum lokalen Züchter, sondern auch bis nach Bremerhaven.
Außerdem erfährt er bei einem Besuch bei der Fischerei-Expertin des WWF,
Karoline Schacht, von welchem Fisch der verantwortungsbewusste
Verbraucher besser die Finger lassen sollte. Sie erklärt ihm, wie wichtig es
ist, dass der Fisch aus nachhaltiger Fischerei kommt und bedrohte
Fischarten vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Fast-Food-Fisch im Test: Björn Freitag nimmt Backfisch-Brötchen unter die
Lupe – auf dem Wochenmarkt, beim Fischzüchter und bei einer großen
Fischrestaurant-Kette. Und was der Sternekoch da zwischen zwei Brötchen-
Hälften findet, ist manchmal wirklich eine Frechheit. Da hilft nur eins: selber
machen. Der Sternekoch zeigt, wie frische Backfisch-Brötchen ganz einfach
gelingen.

Und: Es müssen nicht immer Würstchen sein. Björn Freitag zeigt, dass Fisch
auf dem Grill im Sommer eine tolle Alternative sein kann. Die Zubereitung
geht schneller als gedacht.

Warum sagt niemand, dass wir zuviel Fisch essen?

Heute, am 8. Juni, ist Weltmeerestag. Verschiedene Umweltorganisationen melden sich mit Appellen für eine nachhaltigere Fischerei. Überfischte Bestände sollen geschont, umweltzerstörende Fangmethoden verboten und Meeresschutzzonen geschaffen werden. Der Verein fair-fish unterstützt diese Forderungen, will aber vor allem einen nachhaltigen Fischkonsum: nicht mehr, als wieder nachwachsen kann.

Der Effekt aller Massnahmen für eine nachhaltige Fischerei gleicht, so fair-fish, jenem des Katalysators im Strassenverkehr, dessen Wirkung durch den weiter zunehmenden Verkehr neutralisiert wird. Ein ähnlicher Rebounding-Effekt ist auch in der Fischerei zu beobachten: Zwar kommen immer mehr nachhaltige Fischangebote auf den Markt, doch der Konsum von Fisch wird bedenkenlos vorangetrieben – weit über die Menge hinaus, die nachhaltig gewonnen werden kann.

Gerade der hohe und weiter steigende Verzehr von Fisch ist die Grundursache der Überfischung. Solange wir unseren Hunger nach Fisch nicht beschränken, werden sich die Fischbestände nicht erholen können. Wenn das so weiter geht, wird in vierzig Jahren kaum mehr Fisch mehr zu fangen sein, sagt die UNO-Umweltorganisation voraus.

Auch für die Fischzucht wird es dann eng werden; denn sie ist heute stark abhängig von Meerfischen, aus welchen das Fischmehl für das Futter hergestellt wird.
www.fair-fish.ch/files/pdf/feedback/facts-7.pdf

Laut Verein fair-fish gibt der Planet pro Mensch nicht mehr her als ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Monat, Fischzucht inbegriffen.

Ist Fischessen unverzichtbar?

Archälogen haben in Kenya Überreste einer fast 2 Millionen alten menschlichen Fischmahlzeit gefunden. Sie schliessen daraus, dass der Verzehr von Fischen, Krebsen und anderen Wassertieren schon für unsere Urahnen wichtig war und zusammen mit Fleisch die Entwicklung des menschlichen Gehirns möglich machte.
http://news.sciencemag.org/sciencenow/2010/06/the-worlds-first-fish-supper.html?etoc
Mag sein. Der moderne Mensch hat nun freilich andere Möglichkeiten, sich hochungesättigte Fettsäuren (Omeag 3) zuzuführen. Aus kontrollierter Zucht von Mikroalgen (Ulkenia) kann Omega in seiner höchsten Form (DHA) konzentriert werden. Kein Meer muss leergefischt wrden, damit junge Menschen Hirn entwickeln und ältere Menschen länger fit bleiben.
www.fair-fish.ch/wissen/gesundheit

Auf Museums-Tour durch Cuxhaven

Auf Museums-Tour durch Cuxhaven

In Cuxhavens Museen dreht sich alles um Schiffe, Wracks und Fischfang – aber
auch um einen berühmten Schriftsteller

Was hat einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, Joachim
Ringelnatz, mit Cuxhaven zu tun? Hans Bötticher, so sein Geburtsname,
verschlug es im Ersten Weltkrieg in die Stadt an der Elbmündung, wo er als
Soldat stationiert war. Ihm zu Ehren wurde in Cuxhaven das Ringelnatz-Museum
eingerichtet, in dem der Besucher alles über das bemerkenswerte Leben und
Wirken des Dichters erfahren kann.

Aber es ist nicht nur der berühmte Ringelnatz, dem Cuxhaven-Gäste einen
Besuch abstatten können. Zahlreiche maritime Museen und Ausstellungen
vermitteln spannende Eindrücke rund um Schifffahrt, Fischfang und Meer. So
bietet das Fischerei-Museum, in zwei ehemaligen Fischverarbeitungshallen und
dem darüberliegenden Salzboden gelegen, anhand anschaulicher Exponate alles
Wissenswerte zu Fischfang und Fischverarbeitung. Die Führungen werden von
ehemaligen Seeleuten durchgeführt, die fachkundig die Fragen der Besucher
beantworten und auch so manche Geschichte aus ihrem nicht immer
ungefährlichen Alltag zu erzählen haben. Im Wrackmuseum künden die
ausgestellten Fundstücke von dramatischen Situationen auf See, von
menschlichen Schicksalen und der gefahrvollen Arbeit von Seenotrettern. Auch
das technisch noch voll funktionstüchtige Feuerschiff „Elbe 1“ im Hafen von
Cuxhaven lohnt einen Abstecher. Hier sind die Unterkünfte mit Kammern,
Kombüse, Mannschafts- und Offiziersmesse für Besucher ebenso zugänglich wie
Maschinenraum und Kommandobrücke.

www.cuxhaven.de

EDEKA verzichtet auf Verkauf bedrohter Fischarten

EDEKA verzichtet auf Verkauf bedrohter Fischarten

• Verzicht: Aal, Wildstör, Hai und Rochen verschwinden aus Sortiment
• Verpackt: Bereits ein Drittel der EDEKA-Eigenmarken tragen MSC-Siegel
• Veröffentlicht: „EDEKA-Leitlinien Nachhaltiger Fisch“
• Vernetzt: Enger Dialog mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Die Hamburger EDEKA-Gruppe mit mehr als 2.000 Frischfischtheken, einer
der bedeutendsten Fischhändler in Deutschland, nimmt Produkte von Aal,
Wildstör, Hai und Rochen aus ihren Sortimenten. Die Fischarten gelten nach
internationalen Kriterien als bedroht und werden bereits heute auf EDEKAGroßhandelsebene
nicht mehr gehandelt. In den vergangenen neun Monaten
wurde das Angebot an entsprechenden Artikeln gegenüber dem Vorjahr bereits
um mehr als 90 Prozent reduziert. Auf Einzelhandelsebene werden die Fisch-
Theken bis Mitte 2010 umgestellt sein. „Unser Ziel ist der komplette Verzicht auf
diese bedrohten Fischarten“, so EDEKA-Vorstandschef Markus Mosa. „Fisch in
seiner Vielfalt muss auch als gesundes Nahrungsmittel dauerhaft erhalten
bleiben. Dazu tragen wir mit unserem Engagement bei.“ Die Maßnahme ist ein
Baustein der neuen EDEKA-Einkaufspolitik für Fisch und Meeresfrüchte, die im
Rahmen der langfristigen Kooperation Anfang des Jahres gemeinsam mit dem
World Wide Fund For Nature (WWF) auf den Weg gebracht wurde. Sie sieht vor,
dass ab 2012 nur noch Produkte aus bestandserhaltender und umweltschonender
Fischerei bzw. Aquakultur in den Märkten der EDEKA-Gruppe
angeboten werden.
Erst Anfang der Woche hatte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) in Kopenhagen
die Empfehlung ausgesprochen, den maximalen Schutz des Aals in allen
Entwicklungsstadien zu gewährleisten.

Anteil der EDEKA-Eigenmarken mit MSC-Siegel wächst
Parallel dazu wird das Angebot an Wildfisch, der nach den Kriterien des Marine
Stewardship Council (MSC) zertifiziert ist, bzw. von Fisch aus anerkannt bestandsPRESSE-

erhaltenden Quellen sowie von Zuchtfisch aus nachhaltiger Aquakultur Schritt für
Schritt weiter ausgebaut. Rund ein Drittel der Fischartikel unter EDEKA-Eigenmarken
wie beispielsweise „Gut & Günstig“ tragen gegenwärtig das MSC-Siegel und zusätzlich
das WWF-Logo – den Panda. Bis zum ersten Quartal 2010 wird sich dieser Anteil verdoppelt
haben.

Das blaue MSC-Logo des Marine Stewardship Council ist das Siegel für Wildfisch aus
nachhaltig arbeitenden und vorbildlich geführten Fischereibetrieben. Der Marine Stewardship
Council ist eine unabhängige internationale Einrichtung. Sie wurde vom WWF
mitbegründet, um eine Lösung für das Problem der Überfischung der Weltmeere zu
finden.

Fundiertes Wissen zum Schutz der Meere
Um die komplexe Problematik der Überfischung der Meere gruppenintern wie -extern
anschaulich und verständlich zu kommunizieren, hat EDEKA jetzt die „EDEKA-Leitlinien“
für ein nachhaltiges Fisch- und Meeresfrüchtesortiment im Internet veröffentlicht.
Unter www.edeka.de/fischerei erhalten Verbraucher ein umfassendes Angebot an
Informationen rund um das Thema „Nachhaltige Fischerei“.

Zu dem weit reichenden Aktionsplan, den EDEKA mit Unterstützung des WWF umsetzt,
zählt zudem das Handbuch „EDEKA-Leitlinien Nachhaltige Fischerei“. Das
Nachschlagewerk dient innerhalb der gesamten EDEKA-Gruppe als kompakte Faktensammlung
und Quelle für fundiertes Hintergrundwissen, das in Gesprächen mit Kunden
in den Märkten vor Ort und an Lieferanten weitergegeben werden kann. Die Publikation
schafft ein Plus an Transparenz am POS und beantwortet beispielsweise
Fragen wie: Welchen Fisch kann ich guten Gewissens genießen? Oder: Was versteht
man unter Bio-Fisch?

Intensiver Austausch mit Experten
EDEKA setzt sich für eine Neuausrichtung der EU-Fischereipolitik ein. Dazu steht die
Gruppe in kontinuierlichem Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen aus Politik,
Wirtschaft, Wissenschaft sowie weiteren Nicht-Regierungsorganisationen. Diskutiert
werden dabei Thematiken wie beispielsweise die Abschaffung des Rückwurf-Gebotes,
ein Punkt, den EDEKA unterstützt, oder auch die Bekämpfung illegaler Fischerei. Alle
aktuellen Erkenntnisse und Entwicklungen fließen auf diesem Wege in die EDEKAKooperation
mit dem WWF ein.

Die Kooperation im Überblick
EDEKA ist mit dem World Wide Fund For Nature (WWF), einer der größten unabhängigen
Naturschutzorganisationen der Welt, zum Thema nachhaltige Fischerei Anfang
des Jahres 2009 eine langfristige, im deutschen Einzelhandel exklusive Kooperation
eingegangen. Der WWF sichert eine fundierte fachliche Beratung bei der Bewertung
der Nachhaltigkeit von Fisch- und Meeresfrüchteprodukten und berät bei der
Erschließung nachhaltigerer Lieferquellen. Im Rahmen der Kooperation unterstützt
EDEKA auch ein WWF-Meeresschutzprojekt zur Förderung nachhaltiger Fangmethoden
für Thunfisch im Indo-Pazifik.

Die EDEKA-Gruppe im Profil
Die genossenschaftlich organisierte und mittelständisch geprägte EDEKA-Gruppe ist
mit einem in 2009 erwarteten Umsatz von 43 Mrd. Euro und rund 12.000 Märkten
Deutschlands führender Lebensmittelhändler. Kerngeschäftsfelder sind das von selbstständigen
EDEKA-Kaufleuten geführte Vollsortimentsgeschäft sowie das Discount-
Segment. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe in diesem Jahr rund
280.000 Mitarbeiter.

Fischzucht ist keine Lösung für Fischhunger

Fischzucht ist keine Lösung für Fischhunger

Der Verein fair-fish plädiert anlässlich des Welternährungstags dafür, alles für die Erhaltung der natürlichen Fischbestände zu tun. Fischereimittel seien in erster Linie in eine effektive Überwachung der Meere zu investieren, um jede nicht nachhaltige Fischerei zu unterbinden. Die Fischzucht soll nur gefördert werden, wenn sie sich auf Arten beschränkt, welche nicht mit Wildfisch gefüttert werden müssen.

Rund 17 Kilo Speisefische werden weltweit pro Mensch gewonnen. Bereits die Hälfte davon stammt aus Fischzuchten, denn die industriell überfischten Meere geben immer weniger her. Allerdings gehören die meisten Zuchtfische, die wir in Europa essen, zur Gruppe der Raubfische: Lachse, Forellen, Barsche, Doraden, Kabeljau usw. Weil Raubfisch artgemäss Fisch frisst, muss das Futter für diese Fische ebenfalls Fisch enthalten, meist in der Form von Fischmehl und Fischöl.

Je nach Art der Zuchtfische wird mindestens dreimal soviel Fisch verfüttert, wie am Ende aus der Zucht zu gewinnen ist. Oft ist das Verhältnis noch drastischer, in der Thunfischmast werden bis zwanzigmal mehr Fisch verfüttert als gewonnen. Dabei stammt der Löwenanteil des Fischmehls im Futter aus Fischerei. Die Fischzucht ist also entgegen eines weitverbreiteten Missverständnisses keine Alternative zur Leerfischung der Meere, stellt fair-fish fest.

Viele Entwicklungsländer sind auf Fisch angewiesen. Zum einen deckt ihre Bevölkerung den Eiweissbedarf traditionell mit Fisch. Zum andern ist Fisch für alle Entwicklungsländer zusammen ein wichtigeres Exportgut als die Summe des Ertrags von Kaffee, Tee, Kakao, Reis und Bananen. Rund die Hälfte der Fische, die wir im Norden essen, stammen bereits aus dem Süden, oft aus rücksichtsloser oder gar illegaler Fischerei durch europäische und asiatische Fangflotten. Die Fischerei für die Fischmehlproduktion bringt die Fischbestände und die Ernährung in südlichen Ländern in zusätzliche Bedrängnis.

Ökologisch sinnvoll ist aus Sicht von fair-fish die Zucht von Friedfischen, welche sich ganz oder weitgehend pflanzlich ernähren und die deshalb nicht mit Fischmehl gefüttert werden müssten: Arten wie Karpfen, Tilapia oder Pangasius. Zudem wäre eine artgerechte Haltung einfacher einzurichten für Fried- als für Raubfische. Leider ist laut fair-fish auch die Haltung von Friedfischen meist wenig artgerecht.

Mehr zum Thema: www.fair-fish.ch/wissen/zucht

Hailights: Jenseits der Angst
Im Rahmen der Herbsttour unserer Kollegen von Sharkproject präsentieren die Unterwasser-Filmer Andrea Ramalho und Ralf Kiefner ihre persönlichen Hailights. In 90 Minuten Vortrag mit bisher noch nie gezeigten Bildern wird aus dem «Menschenfresser» in unserem Kopf ein scheuer, intelligenter Räuber, der vor allem eines verdient: Respekt und Schutz vor drohender Ausrottung. Vorführdaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Infos und Tickets unter:
http://www.sharkproject.org/Content.Node/news_foren/vortrag–jenseits-der-angst.de.php

Fische klüger als Menschen?
Die Fahrzeuge der Zukunft sollen sich im Strassenverkehr wie Schwärme bewegen, ohne zu kollidieren – so die Vision des Autoherstellers Nissan. Die Technik soll Fahrzeugen ermöglichen, sich nebeneinander zu bewegen und gemeinsam schnell die Richtung wechseln zu können. Vom Verhalten der Fische habe man in diesem Zusammenhang viel zu lernen, sagt der verantwortliche Entwickler Toshiyuki Andou. Vor allem das Ausmass von Sicherheit und Freiheit jedes einzelnen Fisches in einem Schwarm sei interessant.

Friend of the Sea Tag in Köln

Wer nachhaltig Fisch isst, ist «Friend of the Sea»

Am 9. Oktober, einen Tag vor der ANUGA, trafen sich im Kölner Hilton Vertreter von Produzenten und Handelsfirmen der Seafood-Branche aus Deutschland, der Schweiz, Holland, Norwegen, Irland und Australien. Zum Treffen eingeladen hatte «Friend of the Sea» (FOS), das internationale führende Label für nachhaltige Fischerei und Aquakultur.

Pragmatisch, aber streng
FOS-Direktor Paolo Bray (Mailand) und Heinzpeter Studer (Winterthur), FOS-Delegierter für den deutschen Sprachraum, stellten* eingangs dar, was ihr Label will und leistet. Ziel von FOS ist es, mit pragmatischen, aber strengen Kriterien möglichst rasch möglichst viel Wirkung gegen die Überfischung der Meere zu erzielen. Die Befischung von überfischten Beständen wie z. B. Alaska-Seelachs wird unter dem FOS-Label ebensowenig zugelassen wie der Einsatz von zerstörerischen Grundschleppnetzen wie z. B. in der Fischerei auf Neuseeland-Hoki. Nur gezielte Fischereimethode sind zugelassen, welche den Beifang gefährdeter Arten ausschliessen und den Wegwurf auf unter 8 Prozent der Fangmenge begrenzen. Um dem Handel eine Alternative bei Fischarten zu geben, welche nicht mehr befischt werden sollen, zertifiziert FOS als einziges Fischereilabel auch Aquakulturen, welche sich über ein strenges Management- und Kontrollsystem bezüglich aller relevanten Faktoren wie Wasser, Abwasser, Entweichen von Fischen usw. ausweisen. Das Futter darf nur Fischmehl enthalten, welches aus Verarbeitungsabfällen oder aus nachhaltiger Fischerei stammt. Alle zertifizierten Firmen müssen zudem ihre CO2-Ausstoss reduzieren bzw. durch Abgaben kompensieren und die Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO einhalten.

In kurzer Zeit zum Erfolg
Bewusst verzichtet FOS auf einen grossen Apparat und einen komplizierten und damit zeit- und kostenintensiven Ansatz. Ein flexibles System günstiger Labelgebühren ermöglicht auch kleinen Produzenten und Händlern ein Mittun. So konnte FOS, obschon erst vor vier Jahren gestartet, mengenmässig bereits die Führung aller Seafood-Labels übernehmen: Aus FOS-zertifizierter Produktion stammen 10 Mio. Tonnen Fänge von Speisefischen, 8 Mio. Tonnen Fänge von Fischen für die Gewinnung von Fischmehl und Fischöl sowie 0.5 Mio Tonnen Speisefische aus Aquakultur. Damit sind bereits 9 Prozent aller Speisefische und 24 Prozent aller Industriefische für FOS zertifiziert.

Praktische Beispiele
Am Kölner Treffen präsentierten* einige ausgewählte FOS-Produzenten ihre Arbeit. Die Noordzee Vissers, eine Gruppe von sechs holländischen Fischerfamilen, fangen Seezunge nicht wie üblich mit Grundschleppnetzen, welche den Meeresboden umpflügen und hohen Beifang verursachen, sondern mit schonend horizontal über den Boden ausgelegten Kiemennetzen. Norway Prawns fischt Eismeergarnelen in der Barentsee; sie setzt dabei leichte Grundschleppnetze auf ebenem Grund ein, welche mit einem Filter versehen sind, dank dem beigefangene Fische wieder entweichen können. Die deutsche Firma International Fish Farming Technology erstellt derzeit im Saarland eine Anlage zur Zucht von Salzwasserfischen, die dank geschlossenem Kreislaufsystem mit sehr wenig Frischwasser und ohne Antibiotika auskommen wird. Die südaustralische Firma Clean Seas züchtet Gelbschwanzmakrele und Adlerfisch und hat es als weltweit erste geschafft, Thunfische in Zucht zu vermehren. Das jüngste FOS-Zertifikat erhielt DKSH Switzerland in Köln für ihre im Süden Vietnams extensiv und ohne Futter gezüchteten Black Tiger Garnelen.

Deutschsprachiger Markt noch zögerlich
Während FOS-Produkte auf den Märkten Südeuropas und des angelsächsischen Raums präsent sind, hält sich der Handel im deutschsprachigen Raum noch zurück. Das ist insofern erstaunlich, als die meisten Handelsketten sich eine nachhaltige Beschaffung ihres Seafood-Sortiments zum Ziel gesetzt haben. Dieses Ziel wird freilich nur zu erreichen sein, wenn auch mit FOS eine Zusammenarbeit gesucht wird. Denn FOS bietet mit Abstand das breiteste Sortiment: Bereits sind zertifizierte Produkte von 74 Fischarten lieferbar, rund doppelt soviele wie alle andern Seafood-Labels zusammen.

Anders die Nummer 3 im Schweizer Detailhandel, die Warenhauskette Manor mit 33 Frischmärkten: Sie entschied sich im Herbst 2007, ihr gesamtes Sortiment auf FOS-zertifizierte Quellen umzustellen. Ein höchst anspruchsvolles Vorhaben, welches sowohl Manor wie FOS fordert. Mittlerweile generiert Manor bereits die Hälfte ihres Seafood-Umsatzes mit FOS-Produkten. Studer stellte die exklusive Entscheidung von Manor als besonderen Fall vor, der für viele Akteure im Handel in dieser Form kaum denkbar sei. FOS gehe es jedoch darum, den Handel bei der Beschaffung eines möglichst breiten nachhaltigen Sortiments mit zusätzlichen Alternativen zu unterstützen. In den regen Diskussionen während des Kölner Treffens entwarfen die Teilnehmer Strategien, um die Verbraucher direkt anzusprechen.